neben dem Dach des Stellwerks habe ich mich auch einiger Prellböcken angenommen, die sich in einem verheerenden Zustand befinden. Aber diese Prellböcke waren der Hauptgrund, warum ich die Konvolute gekauft habe, da die sehr selten zu bekommen sind. Hier ist aber wirklich alles vorhanden, was geht und niemand braucht; fehlende Schienen, zerschnitten, verbogen, Nagellöcher und mit Farbe beschmiert.
Wer und warum macht sowas?!
Als erstes habe ich die Schwelle des zerschnittenen ausgerichtet und mit ganz wenig Sekundenkleber fixiert.
Nach dem trocknen wurde mit einem Glasfasergewebe und Epoxy die gesamte Unterseite laminiert, damit das gut hält.
So legte ich den erstmal zur Seite und ging an die 4 Härtefälle des anderen Konvoluts.
Hier hat der Lausejunge so mal richtig in den Farbtopf gelangt und bekam dann hoffentlich auch den dafür nötigen Ärger.
Zuerst dachte ich, dass alle Prellböcke zerlegt werden müssen, aber es reichte aus nur den "beleuchteten" zu zerlegen. Bei den anderen habe ich die Farbe mit Nitro abgewaschen.
Hier ist die Endlackierung mit Pulverfarbengefärbten Schellack. Ich habe probiert, an das Original ran zu kommen. Da ist Weiß, Schwarz, Braun und auch Ocker mit drinnen.
Mit aufgearbeiteten Schienen ausgestattet, bietet sich nun dieser Anblick:
Ich bin mit dem Ergebnis sehr zufrieden, weil die Teile so schwer und vor allem teuer zu bekommen sind, und ich mir nun 7 Stück davon gesichert habe. Aber der Arbeitsaufwand war gegenüber dem Stellwerkdach um einiges höher. Es hat ich aber gelohnt, die Stücke vom Schrott in vorzeigbare Teile zu verwandeln, und ein gewisser Spaß Faktor, wenn alles klappt war ja auch mit dabei. Und jetzt auf zur nächsten Baustelle.
als ich deine Story zur Restauration der 462 VK Prellböcke gelesen habe, dachte ich mir noch, diese Arbeit würde ich mir nicht machen, weil viel zu aufwändig. Und so schwierig kann es doch nicht sein, diese Dinger zu finden? Nun, ...die NK Prellböcke sind wirklich kein Problem, aber die VK-Dingens sind ja tatsächlich kaum zu finden und dann teilweise für einen beachtlichen Betrag verhökert worden. Vllt. ist mir das auch deswegen nicht aufgefallen, weil ich nie explizit nach VK Prellböcke gesucht habe? Die waren entweder immer mal dabei, oder eben nicht...
Deine Prellböcke sind wirklich sehr schön geworden, Hut ab..., und viel Spaß damit.
Ja, genau so ist es. Ich bin mit dieser Problematik schon vor 3 Jahren konfrontiert worden, als ich damals eine kleine Anlage bauen wollte. Irgendwie schaffte ich es, drei 462er aufzutreiben, aber das waren die nach 1941 mit dem Schuppenmuster. Eigentlich wollte ich aber diese, die ich jetzt habe. Da mir weiteres Suchen zu langwierig war und ich noch ein anderes Projekt am laufen hatte, habe ich alles an VK Material wieder verkauft. Aus heutiger Sicht ein Fehler, aber so war es leider nun mal.
Aus diesem Grund kaufte ich alles was Prellböcke dabei hat, egal in welchem Zustand, Hauptsache für mich einigermaßen reparierbar. Bei dem Konvolut mit den 4 Angemalten waren aber auch die schlechtesten Schienen dabei die ich je hatte, fast alle zerdrückt, draufgetreten, was auch immer. Und die Schienenverbinder alle komplett aufgebogen. Aber auch das kann ich zum Glück alles wieder herrichten, solange die Grundsubstanz noch intakt ist. Es ist zwar je nach Art der Beschädigung mal mehr und mal weniger Aufwendig, aber für mich lohnt sich das, wenn ich sehe, dass wieder ein Teil gerettet wurde.
Manch einer würde das vielleicht lieber wegschmeißen, aber für mich ist sowas ein Stück Kulturgut, das ich sehr gerne rette und somit weiter erhalte.
vergleichsweise selten ist der beleuchtete Vorkriegs- Prellbock 462 B. Er erschien ja erst 1939.
Dazu kommt, dass diese Prellböcke im schlechten Zustand interessante Ersatzteilspender sind. Die Laternenabdeckungen passen nach dem Abschneiden der Laschen auf die Spur 00 und Spur 0 Formsignale dieser Zeit.