Ich habe diese Swiss Re 4/4 (Spur 0, Dreileiter) Lokomotive vor einiger Zeit in England als Geschenk für meinen Bruder gekauft.
Sie wurde als Buco angeboten, aber soweit ich damals auf verschiedenen Webseiten recherchieren konnte, handelte es sich um eine HAG-Lokomotive. Letzte Woche sah ich eine ähnliche Lokomotive von einem anderen Verkäufer (aus Belgien) mit demselben Gehäuse, aber in einer anderen Lackierung, die ebenfalls als Buco angeboten wurde. Nun frage ich mich, was es mit Buco und HAG auf sich hat, oder ob sich beide Verkäufer geirrt haben. Weiß jemand mehr darüber?
Vielleicht sollte ich noch hinzufügen, dass es sich bei der Lokomotive, die ich zeige, um eine Re 4/4 1 aus der zweiten Serie (ohne Vordertür) handelt und nicht um eine Re 4/4 I mit Vordertür. Gruss Fred
sie haben eine wunderbare Maschine erhalten, gratuliere...
Hag hat Buco in den 60er Jahren übernommen, die gesamte Produktion als auch die Werkzeuge gingen zu Hag, deshalb ist es erklärbar dass Gehäuse in der Übergangszeit identisch waren...
mit GRüssen Georg
Das ist meine RE 4/4 von Keiser, sie hat auch die vordere Türe...
Hag hat Buco in den 60er Jahren übernommen, die gesamte Produktion als auch die Werkzeuge gingen zu Hag, deshalb ist es erklärbar dass Gehäuse in der Übergangszeit identisch waren...
mit GRüssen Georg
Hallo Georg,
Handelt es sich bei dieser Re 4/4-Lokomotive ursprünglich um ein Produkt von Buco oder von Hag?
Buco hatte für die Spur 0 keine Re4/4 im Programm, also hat HAG da auch nichts übernommen. Die erste Re4/4 mit Fronttür hatte bei HAG noch ein überarbeitetes SPIEWA Gehäuse. Diese SPIEWA Gehäuse verwendete übrigens auch Seiler. Das Gehäuse der 2. Version ohne Fronttür (HAG # 550 = 1 Motor, # 551 = 2 Motoren) ist eine Neuentwicklung von HAG. An dieser Lok ist eigentlich serienmäßig immer eine Kupplung Buco Typ2 montiert. Vllt. täuschte diese Buco Kupplung die Verkäufer und sie gingen deswegen von einer Buco Lok aus??
Ciao, Horst
P.S. mein "Halbwissen" hier stammt übrigens größtenteils aus dem Katalog "Mikado Schweiz Edition"
sie haben es ja mittlerweile zur Kenntnis genommen, dass Buco keine Re 4/4 vertrieben hat. Soweit hat Horst als Kenner es beschrieben, also muss diese Re 4/4 vermutlich von Hag kommen...
Es hat mich irritiert, dass viele Re 4/4 auch als Buco verkauft werden, das ist also falsch...
Hallo Fred, und Kollegen, In diesem wie im Nachbar-Forum sind Beiträge über die größeren und kleineren Schweizer TinPlate Spur 0 Hersteller der 1940-50er Jahre – BUCO, HAG, ERNO, RESAL, usw. – sowie den beiden Re 4/4 von HAG zu finden. Zusammengefasst, allenfalls Wasser in den Rhein getragen: Die Re 4/4 in Beitrag #4 ist von HAG, und der Link zu BUCO ist die Pantos und Kupplungen. HAG verwendete für diese Re 4/4, wie Fred zutreffend festhält die zweite Serie mit runder Front / ohne Stirntüren, Pantos von BUCO. Die BUCO-Kupplungen an der Lok sind meines Wissens nicht eigentlich original, denn HAG hatte eine eigene ähnlich die der Märklin. Jedenfalls tauschten die Schweizer Hersteller manchmal Teile untereinander aus, sie stellten solche teils auch im Auftrag «für die Konkurrenz» her. Zu #5: HAG hat die Spur 0 von BUCO nicht übernommen. Aber Teile aus der H0 Produktion. BUCO hat in Spur 0 nie eine Modell-Lok auf dem Niveau der HAG Re 4/4 hergestellt. Es gab nur die Spielzeugloks, der Ae 4/6 nachgestaltet: die kleinere B-Ellok 301 und die etwas größere 1B1 304/314; dies nebst der ersten, der 212, einer B Uhrwerklok mit einem genialen 5-Gang-Getriebe. Recherchen zeigten allerdings, dass bei BUCO zum Ende hin Pläne bestanden, vorbildgerechte Spur 0 Loks herzustellen. Die ursprüngliche BUCO Spur 0 Produktion endete 1958 mit dem Konkurs der Firma Bucherer und wurde von der Nachfolgefirma Baumann weitergeführt. 1963 übernahm Fritz Krähenbühl die Werkzeuge und produzierte bis 2009. Danach ging die Herstellung über an die BUCO Spur 0 GmbH, die nun aber endet; die Werkzeuge usw. stehen zum Verkauf. Ab Ender der 1950er Jahre lief die Spur 0 Produktion bei HAG aus, und die Werkzeuge wurden schließlich entsorgt. Nachfolgend wurde die HAG Re 4/4 mit runder Stirnfront von Gfeller nachproduziert und während vieler Jahre als Bausatz und Fertigmodell angeboten. Mehrere Kleinserien-Hersteller, auch der große Spur 0 Produzent Hermann, verwendeten das Gehäuse. Die 4achs Güterwagen von HAG wurden von Nüesch neu aufgelegt und mit zusätzlichen Modellen ergänzt. Gruß - spurnullo
Zitat von spurnullo im Beitrag #13Mehrere Kleinserien- Hersteller, auch der große Spur 0 Produzent Hermann, verwendeten das Gehäuse. Die 4achs Güterwagen von HAG wurden von Nüesch neu aufgelegt und mit zusätzlichen Modellen ergänzt. Gruß - spurnullo
Vielen Dank.
Ich nehme daher an, dass die Lokomotive, die ich von der belgischen Verkäuferin gekauft habe und die sie unter dem Namen Buco angeboten hat, aus HAG-Teilen von einem unbekannten Kleinhersteller gefertigt wurde.
Hallo Fred, Diese könnte auch ein Einzelstück sein, gebaut auf Grundlage eines Bausatzes von Gfeller. Mit einem Bild des Fahrwerks ließe es sich – vielleicht – präzisieren. Die Pantos sind von KRAFT. Die verchromten Buchstaben SBB CFF gab/gibt es im Zubehörhandel. Gruß - spurnullo
Hallo Spurnullo, meine HAG Re 4/4 kennst Du ja Im Zuge der Recherche zu diesem Thread, bin ich auf die HAG Re 4/4 bei Amiba gestoßen. Dazu meine Frage: Gab es seitens HAG, wirklich eine Spur 0 Re 4/4 "Pendelversion" , als Spiewa ? link https://www.amiba-shop.ch/A-Hag-21609/Ha...-Spiewa-Version
Zitat von spurnullo im Beitrag #15Hallo Fred, Diese könnte auch ein Einzelstück sein, gebaut auf Grundlage eines Bausatzes von Gfeller. Mit einem Bild des Fahrwerks ließe es sich – vielleicht – präzisieren. Die Pantos sind von KRAFT. Die verchromten Buchstaben SBB CFF gab/gibt es im Zubehörhandel. Gruß - spurnullo
Hallo Knockando, Das ist die HAG Re 4/4 der ersten Serie, mit eckiger Stirnfront = Stirntüren. Beim großen Vorbild SBB die Loks Nr. 401 bis 426. «Pendelversion» weil sie von einem Steuerwagen aus ferngesteuert werden konnte = Pendelzugbetrieb; nebst dem, dass man sie durch die Stirntüren / Verbindungsbalg mit dem Personenzug verbinden konnte. «Spiewa» weil ebendiese Firma das Gehäuse (hergestellt von INCA) für ihr Re 4/4 Modell auf den Markt brachte, aber wegen Qualitätsproblemen bei ihren Antrieben scheiterte. Das Spiewa / INCA Gehäuse wurde dann von TMR und danach von mehreren Firmen übernommen, um es mit eigenen Antrieben auszurüsten und anzubieten. Am weitesten verbreitet ist wohl die HAG. Siehe dazu auch die Beiträge #13 und #14 >> Link Ein Detail: die Bezeichnung «Spiewa Version» im Angebot ist insofern nicht ganz zutreffend, als dass hier der Schriftzug «Gotthard» bereits weg ist, den die ersten Loks von Spiewa seitlich erhaben zeig(t)en. Dieser wurde für die weitere Verwendung des Spiewa Gehäuses weggefräst respektive beim Nachgießen geändert. Gruß - spurnullo
Hallo Fred, Fahrwerke / Motoren / Räder sind HAG oder Nachbau von Gfeller. Bei HAG waren die Motorschalen nicht grau lackiert, wohl aber teils bei Gfeller. Schleifer von BUCO => das spricht auch eher für Nachbau von Gfeller. HAG hatte eigene leicht anders geformte Löffelschleifer. Wobei das natürlich ein Verschleißteil war/ist und im langen Leben deiner Lok vielleicht ersetzt. Mittlere Bodenplatte mit den zwei Druckluftbehältern = HAG oder Gfeller. Es fehlen die zwei kleinen Werkzeugkästen; hier wurden sie durch den «Magnetschuh» (für die Zugsicherung) ersetzt. Wie erfolgt die Fahrtrichtungsänderung? Sitzt hinter der Bodenplatte ein mechanischer Überstromimpuls-Umschalter und wenn ja wie sieht der aus? Was man auf dem Bild nicht erkennen kann und noch ein Indiz wäre: bei Gfeller waren die zwei Fahrwerke / Motorschalen manchmal mit einem langen Metallprofil oben verbunden, also dieser gleich unter dem Dach. Das gab es bei HAG nicht. Insgesamt scheint mir die Lok eine von / mit Teilen von Gfeller. Gruß - spurnullo
Der Richtungsregler funktionierte nicht mehr, daher habe ich ihn ausgebaut und Brückengleichrichter für den Gleichstrombetrieb eingebaut. Oben fehlte das Metallprofil zum Verbinden der beiden Motoren.
Heute Nachmittag habe ich die Lokomotive getestet, und sie lief. Übrigens fehlten beide Pantografenaufsätze/Kontaktstreifen, deshalb habe ich diese aus Draht angefertigt.
Hier sind die Bilder. Soweit ich messen konnte, ist die Spule defekt (unendlicher elektrischer Widerstand). Falls das für dich ein interessantes Teil ist, schreib mir einfach eine private Nachricht, dann schicke ich es dir kostenlos in einen Umschlag.
Hallo Fred, Das ist ein original HAG Richtungswechsler. Danke für das Angebot, aber ich brauche ihn nicht, und generell empfehle ich, solche Teile zu behalten: man weiss nie, ob man plötzlich eine HAG Lok hat und dafür ein Ersatzteil braucht, sei es nur schon eine Mutter oder was auch immer. Mehr als einmal habe ich früher solche Teile weggeben und mich kurz darauf geärgert..... Beste Grüße - spurnullo