Wer kennt die Ursachen für die Zinkpest z.B. bei Märklin-Bahnen? Habe diesbezüglich einen interessanten Artikel gefunden: Wir wissen, dass die Teile von 1935/36 und nach 1950 in der Regel nicht befallen sind, in der Vorkriegszeit ab 1937 und direkten Nachkriegszeit jedoch oft. Ursache für die Zinkpest (Zinkguss besteht zu 92-95% aus Zink, etwa 4% Aluminium und 1-3% Kupfer sowie Spuren von Magnesium) ist eine Verunreinigung des Zinks durch Blei, Zinn und/oder Cadmium. 1935/36 nutzte Märklin das teure Reinzink (damals zwar zulässiger, aber teurer Import aus den USA oder von einzelnen Lizenznehmern in Deutschland wie Stolberger Zink AG oder Unterharzer Berg- und Hüttenwerk) . Nach 1936 galt dieses als wichtig für die Kriegsproduktion und stand für die Spielzeugindustrie nicht mehr zur Verfügung, so dass Märklin auf das billigere nicht mehr ausreichend reine Zink zurückgreifen musste. Dasselbe galt für die Nachkriegszeit wegen des Materialmangels, was sich ab etwa 1950 änderte. Grüße von elaphos
Hallo Gert-Heinz, Wie ich erfuhr von Herrn Ritter Senior, hat Märklin nach dem Krieg ihre Teile von Mahle gießen lasse (heute noch bekannt als Kolben Mahle). Da wurden die erste ST-Hauben, die mit Niete im Dachlüfter, gegossen, sowie die schwere umbra Güterwagen und 314 Esso, wo Aufbau mit Boden vernietet war. Perfekt. Geizig wie gewohnt, hat Märklin dann einen billigeren Hersteller gesucht und gefunden in Augsburg. Der hat das schlechtere Material verwendet, mit den bekannten Folgen. Märklin hatte also damals anscheinend nicht selber die Materialien beschafft.
Die Ursache von Zinkpest ist Verunreinigungen des Materials durch Fremdstoffe die Interkristaline Korrosion verursachen wodurch die Korngrenzen in ihrer Gitterstruktur zerstört werden. " -Sogenannte Volumenausdehnung -" Der Ausbruch der Zinkpest wird jedoch durch falsche lagerung zu hoher Hitze bzw Kälte und vor allem Feuchtigkeit verursacht. Einfach falsch gelagert,, Boden , Keller etc . Es war von den Firmen zur Zeit der Herstellung auch nicht beabsichtigt Artikel für Sammler herzustellen, Marktwirtschaft, Gewinn und Erfolg standen im Vordergrund. Das Thema erhalt von Zinkdruckguss Artikel würde ein Restaurations Seminar füllen. Zum einen spielen die verschiedenen Materialzusammensetzungen eine Rolle: Hart, weich mit Kupfer ohne etc. Für den Erhalt ist das Stadium der bereits eingesetzten Zinkpest entscheidend, viele reagieren erst, wenn nichts mehr zu erhalten ist . Zinkpest ist mit Krebs zu vergleichen, bis zu ein bestimmten Stadium ist es behandelbar, das wichtigste dabei ist, dass die Ausdehnung noch nicht stattgefunden hat, kein Teil reagiert gleich. Sehr gute Erfolge erzielt man mit Laugen und Basen, um die Korrosion damit zu stoppen. Geeignet sind Essig- und Natronlaugen sowie Zitronensäure, um den Strukturverfall aufzuhalten. Eine anschließender Verschluss vor Sauerstoff ist unabdingbar, wurde in übrigen schon von den Produzenten gemacht durch Lacke und in der Automobilindustrie durch Bleibeschichtungen und zusätzlich mit Lacken wie z.B. die Solex Vergaser von Horch und Maybach, der optische Sinn stand dabei nicht im Vordergrund. Nach der Behandlung mit Laugen und Basen ist eine Stickstoffbehandlung unverzichtbar, um die restlichen Strukturen der Zinkpest zu zerstören, sowie das anschließende Strahlen mit ein nicht abrasiven Strahlmittel "Natron oder Stärke" z.B.. Im Fazit heißt es, dass die Zinkpest komplett entfernt und behandelt werden muss. Dann ist der Erhalt bei richtiger Lagerung möglich, eine Garantie gibt es wie beim Krebs allerdings nicht. In meiner Sammlung stehen nun mittlerweile Dinge, die sich in den letzten 28 Jahren nicht mehr verändert haben . Viele Grüße und viel Spaß beim probieren an billigen Teststücken, im übrigen soll dies keine Anleitung sein. Jeder sollte sich der Gefahr bewusst sein, es besteht natürlich ebenfalls die Gefahr, dass ein Gegenstand auch Zerbersten kann und dass sich auch giftige Dämpfe bilden können . Also Schutzkleidung und Schutzmaßnahmen treffen . Viele Grüße Kai
Alles gut und schön. Mit meinem Beitrag #1 wollte ich eigentlich nur den mir interessant erscheinenden Artikel der Allgemeinheit zugänglich machen. Dass noch andere Faktoren eine Rolle spielen (können) ist klar. Aber die zeitliche Abfolge der Beobachtung, dass die Stücke von 1935/36 und nach 1950 nicht oder selten betroffen sind, ist durch die Erklärung mit Kriegs- und Mangelwirtschaft plausibel.
Moin. Zinkpest ist bei Lastra auch ein ganz großes Thema. Auch da sind die Vorkriegsmodelle wesentlich weniger betroffen, als die Sachen aus der Nachkriegszeit. Da zeigt sich deutlich der Mangel an gutem Material nach '45. Bei Paya ist die Pest auch schlimm und weit verbreitet. Da fehlen mir aber die Vergleichsmöglichkeiten. Paya Spur S gab es ja nur 1958/59. Und bei denen wird es am Sparen gelegen haben. Gutes Material wäre zu teuer gewesen. Ein Experimentieren mit Chemikalien werde ich mir vorsichtshalber verkneifen. Ich versuche den sicheren Tod durch vernünftige Lagerung möglichst lange hinauszuzögern.
Frage an die KI: was passiert mit zink in essigsäuse
Antwort: Wenn Zink mit Essigsäure in Kontakt kommt, reagiert das unedle Metall in einer Redoxreaktion zu Zinkacetat (einem Salz) und Wasserstoffgas.
Frage an die KI: was passiert mit zink in Natronlauge
Antwort: Wenn Zink mit Natronlauge (Natriumhydroxid, \(NaOH\)) in Kontakt kommt, löst sich das Metall unter starker Wasserstoffentwicklung auf. Dabei entsteht wasserlösliches Natriumzinkat
Frage an die KI: was passiert mit zink in zitronensäure
Antwort: In der Zitronensäure korrodiert Zink und löst sich allmählich auf. Dabei reagiert das unedle Metall mit der Säure unter starker Gasentwicklung (Wasserstoff). Als chemisches Produkt entsteht wasserlösliches Zinkcitrat.
Jeder mag sich selbst seinen Reim darauf machen. Eine Idee für "Erfolg" habe ich, nämlich, dass diese Säuren und Laugen in die feinen Risse der Werkstücke eindringen und INNEN, in der Struktur, Material ablösen. Das wiederum führt zur Entspannung des Werkstückes, so dass die Gefahr des Bröckelns abnimmt. Aber der Zeitpunkt ist wichtig das zu beenden, denn nach Ablösen kommt Auflösen.
Hallo ypsilon. Man sollte nicht zuviel KI fragen. Aber ja, es ist richtig, dass sich Schichten bzw Teile ablösen. Genau das möchte man ja auch erreichen und zwar die schadhaften und befallenen Schichten, die für den Verfall verantwortlich sind, diese möchte bzw muss man entfernen, um den Verfallprozess zu stoppen. Das anschließende Neutralisieren, was ich als zwingend notwendig beschrieben habe, ist unumgänglich. Es gibt keine anderen Methoden, um Zinkpest zu stoppen. Derzeit laufen Versuche mit dem Laser, nur an die innen liegenden befallenen Schichten kommt man da nicht ran und wird sie auch nicht entdecken, somit wird man mit weiterem Befall und Verfall weiterleben müssen. Es geht um das Auflösen und Beseitigen der Zinkpest. Selbst Ultraschallversuche sind gescheitert, es hilft nur auflösen und ausspülen. Eine schadhafte befallene Schicht ist deutlich anfälliger, sich aufzulösen, als gesundes Material, die Zeiten der Behandlung sind Erfahrungswerte, die abhängig vom Befall und Material sind. Viele Grüße Kai
Das ist doch richtig, das ist doch auch gewollt. Als Selbsttest lege einen z.B. beschädigten Märklin Lampenfuß 4- 6 Stunden je nach Materialstärke - weiß nicht was du entbehren kannst - in 20% Citroenensäure. Du wirst erstaunt sein, wie wenig da passiert. Ja passieren wird etwas richtig, du wirst nach 4 Stunden ein Stück entnehmen, was nach dem Abspülen aussieht, als ob es gerade gegossen wurde. Hinweis: sollte von Märklin sein, Bing-Teile sind deutlich weicher durch einen hohen Zinn Anteil. Bei einem Bing-Teil reichen meist 30 bis 60 Minuten für das gleiche Ergebnis. Und im übrigen Chemie ist schon der richtige Weg, ohne Chemie wird es bei Zink keinen Erfolg geben .
Zinkpest ist eine interkristalline Korrosion die sich nicht aufhalten lässt. Die Behandlung mit Säuren/Laugen wirken nur auf die Symptome. Man kann den Verfall nur bremsen: Lagerung bei geringer Luftfeuchte (<50%) und zwischen 17 und 21°C (möglichst konstant).
So, so, die von Korrosion befallenen Teile werden versprödet und in diesem Verfahren entfernt. Ich dachte zumindest bis jetzt, dass man die Zinkpest entfernen möchte, zumindest ich bei meinen Sachen, ich schau ungern zu, wie meine Sammlung in sich zerfällt.
Ich verstehe das anders. Dieses Verfahren beschreibt das Entfernen der Spritzgrate durch starkes Abkühlen und dann mechanische Bearbeitung durch Strahlen mit Kunststoff. Dabei wird man davon ausgehen, dass die heutigen Legierungen diese Abkühlung mitmachen. Mit der uns bekannten "Zinkpest" hat das nichts zu tun.
Dann mache bitte den Selbsttest, es spielt keine Rolle, welches Material versprödet wird. Die von Zinkpest befallenen Teile sind ja schon versprödet durch das Ablaugen und Materialermüdung. Die Behandlung mit Stickstoff bringt den Rest. Durch das schonende Srtahlverfahren bleibt das gesunde Material stehen, das ist genau der Wille bei diesem Verfahren. Durchgeführte Tests haben es bereits bestätigt, es muss nur jeder für sich entscheiden, was er möchte, einen sinnlosen Verlust hinnehmen oder den Versuch zu starten, diesen Gegenstand zu erhalten.
Ja, sicher, ich es habe bereits erfolgreich durchgeführt und nicht nur einmal. Wie geschrieben kann jeder mit seinen Eigentum machen was er möchte. Wenn jemand sein Märklin Krokodil erste Serie in der Vitrine platzen sehen möchte, dann ist das so, viel Spaß dabei. Zum Verstehen gehört hier nicht viel, zumindest kann ich lesen und verstehe das Geschriebene schon aus beruflichen Gründen ist das so.
Um dieses für jedermann zu erläutern: es geht schlicht um das Entfernen durch Kälte (flüssiger Stickstoff = - 196 °C, habe ich zumindest in der Schule gelernt) fangen Materialien an zu verspröden und lassen sich dann mechanisch entfernen. Falsch oder richtig? Ist es dabei egal welches? Kann das auch krankes Material sein?
Die Märklin Köf 36805, die Brawa BR06 und das Trix Seetal-Kroko, sind nur drei Modelle neuzeitlicher Produktion, die z.T. verpestete Bauteile oder gar komplett rissige und/oder verzogene Gehäuse aufweisen. Da gibt es sicherlich noch mehr Negativbeispiele. Auch bei meiner Roxy BLS Ae 6/8 sind beide Schienenräumer betroffen.
Beste Grüße
Merlin
"Geduld Lewis, wir sind alle nur Menschen." [Officer Alex Murphy]
Das gesamte Material ist "krank". Die bereits losen Teile zu entfernen heilt den Rest nicht. Mit Säuren reduzierst du das Material, so dass das Wachstum zunächst etwas zurückgeht. Gleichzeitig förderst du die weitere Korrosion. Du treibst den Teufel mit dem Bezelbub aus. Die extremen Temperaturen sorgen für neue Risse im Material, welche ebenfalls die künftige Korrosion fördern. Zinkpest ist leider unheilbar, man kann den Verfall nur herauszögern (durchaus um Jahrzehnte).
vor ca. 20 Jahren war die Idee geboren für die Zeuke Dampfgußloks Räder nachzugießen. Es wurde dazu eine Metallform gefertigt und als Gießmaterial benutzten wir die Ausgleichsgewichte , die beim Radauswuchten zu Hauf anfielen. Nach 15 Jahren ungefähr machten sich erste Risse in den verbauten Rädern bemerkbar. Das Material ist demnach ungeeignet. Mitlerweile werden sie in ZAMAK gegossen und auch das muß beobachtet werden denke ich.
Hallo Eberhard, das Material hätte ich in keinster Weise genommen, die Risse haben sich aber auch nicht erst gebildet, sonder waren zumindest zum Teil schon nach dem Gießen vorhanden, und wenn es nur die Strukturen waren, schau mal ins Gewinde Buchse und selbst bei den Speichen. Zamak 5 ist dafür die richtige Wahl, hatte ich auch schon in einem anderen Beitrag erwähnt. Zink ist ein leidiges Thema zwischenzeitlich ist man aber soweit, um damit umgehen zu können, selbst Schweißen funktioniert zwischenzeitlich, jedoch liegt das noch nicht im wirtschaftlichen Bereich. Die neu Produktion ist da immer noch wirtschaftlicher . Viele Grüße Kai