Vor einiger Zeit bekam ich diesen alten Märklin-Motor in sehr schlechtem Zustand und ohne Funktion. Verschiedene Kabel hingen herum, die Spulen waren defekt und er war durch das Ölen der letzten über 100 Jahre stark verschmutzt. Ich öffnete ihn daraufhin komplett und entdeckte eine sehr interessante Schaltung an der Rückseite (viele Ähnlichkeiten zur 64er-Schaltung in den Kabelanschlüssen). Jetzt läuft er. Es ist ein Starkstrom-Motor und läuft mit meinem Variac-Transformator bei etwa 50 Volt gut vorwärts und rückwärts.
Weiß jemand, ob es sich um eine 63er-Schaltung handelt, aus welchem Jahr er stammt (ich vermute um 1912–1915, bin mir aber nicht sicher) und in welchen Dampfloks er verbaut wurde?
Vielen Dank! Niko
Niko
hat folgende Bilder an diesen Beitrag angehängt
Im 1909er Katalog (der älteste, den ich im Original besitze) gibt es (bereits?) nur die 64er Schaltung. Wenn es eine 63er gab, muss das früher gewesen sein, oder es gab unterschiedliche Ausführungen der 64er Schaltung. Ist denn sicher, dass es Märklin ist? Auf jeden Fall ein sehr interessantes Teil. Grüße von elaphos
Irgendwo wurde einmal in einer jüngeren Publikation (ab ca 1970) eine 63er-Schaltung erwähnt, aber ich glaube, das ist ein Druckfehler. Ich halte elaphos Frage, ob es denn tatsächllich ein Märklinmotor ist, für berechtigt. Was weißt Du denn über die verwendeten Schrauben?
Zitat von elaphos im Beitrag #2Im 1909er Katalog (der älteste, den ich im Original besitze) gibt es (bereits?) nur die 64er Schaltung. Wenn es eine 63er gab, muss das früher gewesen sein, oder es gab unterschiedliche Ausführungen der 64er Schaltung. Ist denn sicher, dass es Märklin ist? Auf jeden Fall ein sehr interessantes Teil. Grüße von elaphos
Hallo Elaphos,
ich habe in Schiffmanns Katalogen einige frühe Starkstrom-Motoren gesehen. Er beschreibt auch einige Märklin-Modelle mit dem Code 63 aus den Jahren 1912–1915, z. B. HR 64. Ich prüfe das nochmal und fotografiere die Seiten. Die Räder, das Magnetfeld und der Anker ähneln jedenfalls frühen Starkstrom-Motoren.
Auch der Motorraum und der hintere Bereich, an dem die Kabel angeschlossen sind, sind original. Sie sind aus Holz!
Zitat von Gotthard W. im Beitrag #3Irgendwo wurde einmal in einer jüngeren Publikation (ab ca 1970) eine 63er-Schaltung erwähnt, aber ich glaube, das ist ein Druckfehler. Ich halte elaphos Frage, ob es denn tatsächllich ein Märklinmotor ist, für berechtigt. Was weißt Du denn über die verwendeten Schrauben?
Grüße
Hallo Gotthard,
die vier Schrauben und die vier Zylinderabstandshalter zwischen Motorblock sind von Märklin. Ich habe schon viele frühe Märklin-Motoren der Baureihe 0 zerlegt, und sie haben die gleichen Teile.
Der hintere Mechanismus und der obere Teil des Motors machen die Sache interessant…
die vier Schrauben und die vier Zylinderabstandshalter zwischen Motorblock sind von Märklin. Ich habe schon viele frühe Märklin-Motoren der Baureihe 0 zerlegt, und sie haben die gleichen Teile.
Der hintere Mechanismus und der obere Teil des Motors machen die Sache interessant…
Reinhard Schiffmann schreibt in der 20. Auflage seines 1. Bandes ( Märklin Spur 0) von einer R 63/3030 EB, einer R 63/3030 EB/1606 und auf der folgenden Seite noch von einer LD 63/3020 EB. Ich halte das für redaktionelle oder Druckfehler, so schreibt er auch (irrtümlich) von einer E 65/3040. Aber die 65er Schaltung gab es SICHER erst mit dem Triebwerk für 20V, also beispielsweise als E 65/13040.
Zu Deinem Triebwerk: Es gibt einige Hinweise darauf, dass es von Märklin stammt, ja. Aber die Schaltung erscheint mitr gebastelt zu sein, durchaus unter Verwenden weiterer Märklin-Teile: 1. hinten sind in beiden Platinen schräge Schlitze, in denen nichts steckt. 2. Und die Hauptplatte der Schaltung ist aus Holz, wobei Märkliin selbst Pappe verweendete. Das sind Hinweise darauf, dass das nicht origonal so war, sondern gebastelt ist.
Also ohne ganz sicher zu sein: Ich vermute, dass das ein Triebwerk 64/3020 ist, aber irgendwann die Schaltung verändert / umgebaut wurde.
ich habe in Schiffmanns Katalogen einige frühe Starkstrom-Motoren gesehen. Er beschreibt auch einige Märklin-Modelle mit dem Code 63 aus den Jahren 1912–1915, z. B. HR 64. Ich prüfe das nochmal und fotografiere die Seiten. Die Räder, das Magnetfeld und der Anker ähneln jedenfalls frühen Starkstrom-Motoren.
Auch der Motorraum und der hintere Bereich, an dem die Kabel angeschlossen sind, sind original. Sie sind aus Holz!
P.S.: Mein Deutsch stammt vom Google Übersetzer.
Schiffmann machte einige Fehler. H 64/3020 oder HR 64/13020: Die 64 bedeutet, dass eine 64er-Schaltung eingebaut ist, und das ist auch korrekt.
Und hinter 64/ bedeutet eine eingeschobene 1, dass die Lok für 20V Betrieb ist, ohne die 1, also gleich 3..., dass sie für Starkstrom (Netzspannung) gebaut ist.
Auf einer anderen, sehr bekannten Märklin-Website, gibt es einen Beitrag von einem Sammler, der auf einem Sammlertreffen im März 2017 in einer deutschen Stadt vorgestellt wurde.
Dort präsentiert er dieselbe Märklin-Lokomotive (und erklärt, wie das Foto zeigt), allerdings mit einer 63er Schaltung , aber mit spur 1 motor .
Auf mehreren Fotos ist auch die gleiche hölzerne Weichenanlage zu sehen. Die Fotos und der Artikel sind sehr interessant, aber ich bin mir nicht sicher, ob es in Ordnung ist, Fotos und Links von anderen Websites zu posten.
Falls ja, geben Sie mir bitte Bescheid, dann mache ich es.
Zitat von Niko im Beitrag #9Auf einer anderen, sehr bekannten Märklin-Website gibt es einen Beitrag von einem Sammler, der auf einem Sammlertreffen im März 2017 in einer deutschen Stadt vorgestellt wurde.
Dort präsentiert er dieselbe Märklin-Lokomotive (und erklärt, wie das Foto zeigt), allerdings mit einem 63er schaltung , aber im spur 1 motor .
Auf mehreren Fotos ist auch die gleiche hölzerne Weichenanlage zu sehen. Die Fotos und der Artikel sind sehr interessant, aber ich bin mir nicht sicher, ob es in Ordnung ist, Fotos und Links von anderen Websites zu posten.
Falls ja, geben Sie mir bitte Bescheid, dann mache ich es.
Zitat von Niko im Beitrag #9Auf einer anderen, sehr bekannten Märklin-Website gibt es einen Beitrag von einem Sammler, der auf einem Sammlertreffen im März 2017 in einer deutschen Stadt vorgestellt wurde.
Dort präsentiert er dieselbe Märklin-Lokomotive (und erklärt, wie das Foto zeigt), allerdings mit einem 63er schaltung , aber im spur 1 motor .
Auf mehreren Fotos ist auch die gleiche hölzerne Weichenanlage zu sehen. Die Fotos und der Artikel sind sehr interessant, aber ich bin mir nicht sicher, ob es in Ordnung ist, Fotos und Links von anderen Websites zu posten.
Falls ja, geben Sie mir bitte Bescheid, dann mache ich es.
Hier ist der Link zur anderen Märklin-Seite. Auf der zehnten Seite unten sind Fotos davon zu sehen.
Vielleicht gibt es auf den nächsten oder vorherigen Seiten weitere Informationen, aber das habe ich noch nicht überprüft.
Außerdem schreibt jemand gegen Ende von Seite 10 des Artikels, dass die 63er Schaltung von Märklin nur 1912/13 verwendet wurde und von 1914 bis 1919 von der 62er Schaltung abgelöst wurde! 62er?
Interessant, Dein und das andere Triebwerk haben Gemeinsamkeiten. Besonders die Seitenteile (Platinen) der Triebwerke sind hinten länger als die anderen mir bekannten und weisen die gleilchen schrägen Schlitze und Bohrungen auf.
Es mag sein, dass es sich hier um Vorserienmotoren handelt, als Herr Märklin noch mit den Fernschaltungen experimentierte. Ich weiß es nicht.
Der Beitrag stammt von Bodo (Eugen und Karl), der auch hier tätig ist. Sicher kann er dazu mehr beitragen. Tatsächlich habe ich im Neuheitenheft 1912 Loks mit anscheinend 63er Schaltung (also xx 63/...) gefunden, muss meinen Beitrag #2 also insoweit revidieren. Im 1913er und 1919er heißen alle wieder xx 64/..., keine mehr mit 63 oder 62. Mit 62 fand ich in meiner ziemlich lückenlosen Katalogsammlung keine Lok und 63 nur im 1912er. Zusammengefasst ist nach meinen Unterlagen die 63er Schaltung für 1913 im Katalog belegt. Grüße von elaphos
bei dem in Beitrag #12 erwähnten Bericht handelt es sich um das Treffen in Witten vom 20.6.2017. Dort hatte Volker eine Reihe von alten Märklin-Motoren vorgestellt, darunter auch die 63-er Schaltung mit einer HOLZPLATTE. Siehe dazu Beitrag #6.
Die Motoren wurden herumgereicht, und zum Ende war ein Motor verschwunden. Seitdem ist Volker nicht mehr gekommen.
Zitat von elaphos im Beitrag #15Der Beitrag stammt von Bodo (Eugen und Karl), der auch hier tätig ist. Sicher kann er dazu mehr beitragen. Tatsächlich habe ich im Neuheitenheft 1912 Loks mit anscheinend 63er Schaltung (also xx 63/...) gefunden, muss meinen Beitrag #2 also insoweit revidieren. Im 1913er und 1919er heißen alle wieder xx 64/..., keine mehr mit 63 oder 62. Mit 62 fand ich in meiner ziemlich lückenlosen Katalogsammlung keine Lok und 63 nur im 1912er. Zusammengefasst ist nach meinen Unterlagen die 63er Schaltung für 1913 im Katalog belegt. Grüße von elaphos
Schön. Allerdings bedeutete das, dass es VOR 1912 schon als "64" bezeichnete Fernschaltungen gab und NACH 1912 auch wieder (oder noch?) 64er Fernschaltungen gab.
Die "alten" Motoren hatten noch Außenrahmen, die neueren (wie auch die hier in Rede stehenden) nicht mehr.
Aufgefallen ist mir noch, dass beide Treibwerke, über die wir hier reden, ohne Gehäuse sind, wir wissen also leider nicht, als was sie (und ob überhaupt) verkauft wurden.
Ich hatte oben schon erwähnt, dass beide Loks zwar die "jungen" Platinen haben, die allerdings hinten länger sind, als die der "normalen" jungen (64/)3020, (64/)3021, 3030 oder 3031. Nicht erwähnt hatte ich bisher, dass das hier vorgestellte Triebwerk die "Schaltfinger", die bei jüngeren Triebwerken an der Bürstenbrücke angebracht sind, in der separaten Schaltung hat, während genau das Teil an dem Spur-1-Triebwerk fehlt.
Jedenfalls ist die Idee hinter den hier besprochenen Schaltungen ähnlich der, die später mit der 65er-(und 66er-) Schaltung umgesetzt wurde: Keine eigene, d.h. zusätzliche Spule zu verwenden, sondern direkt die des Motors.
bei dem in Beitrag #12 erwähnten Bericht handelt es sich um das Treffen in Witten vom 20.6.2017. Dort hatte Volker eine Reihe von alten Märklin-Motoren vorgestellt, darunter auch die 63-er Schaltung mit einer HOLZPLATTE. Siehe dazu Beitrag #6.
Die Motoren wurden herumgereicht, und zum Ende war ein Motor verschwunden. Seitdem ist Volker nicht mehr gekommen.
Schönen Gruß Udo
Ja, Holzplatte, wie das hier besprochene. Die Kontakte sind schön eingearbeitet, wie bei jüngeren Triebwerken später auf der Papplatte an der Bürstenbrücke.
Also auf Deutsch gesagt: Jemand der damaligen Teilnehmer des Stammtisches hat GEKLAUT??
Zitat von elaphos im Beitrag #15Der Beitrag stammt von Bodo (Eugen und Karl), der auch hier tätig ist. Sicher kann er dazu mehr beitragen. Tatsächlich habe ich im Neuheitenheft 1912 Loks mit anscheinend 63er Schaltung (also xx 63/...) gefunden, muss meinen Beitrag #2 also insoweit revidieren. Im 1913er und 1919er heißen alle wieder xx 64/..., keine mehr mit 63 oder 62. Mit 62 fand ich in meiner ziemlich lückenlosen Katalogsammlung keine Lok und 63 nur im 1912er. Zusammengefasst ist nach meinen Unterlagen die 63er Schaltung für 1913 im Katalog belegt. Grüße von elaphos
Die H und die Cl Maschinen sowie die ECE in Spur III behielten 1914 die 64er- Schaltung. Bei allen anderen Maschinen wurde die 63er Schaltung durch die 62er Schaltung ersetzt.
Die Programmänderungen in dieser Zeit lassen sich anhand der Preislisten nachvollziehen. Diese sind ein sicherer Beleg für die Programmzugehörigkeit und auch für die Lieferbarkeit, da hier Gegenteiliges gekennzeichnet ist.
Die für 1914 geplante Herausgabe eines neuen Hauptkataloges verzögerte sich bis Anfang 1920 (O 19 und P 19 (Vergl. Bodo Schenck, Die Geheimnisse der Märklin-Kataloge O 19 und P 19, Vortrag am 17. Tinplate Forum 2003)). Bereits vorhandene Druckklischees wurden aber schon ab 1914 in den obligatorischen Gleisanlagen- Heften verwendet:
Maschinen mit der 62er- Schaltung sind zuletzt in der "Verkürzte Gesamt-Preisliste 1919" aufgeführt, im Frühjahr 1920 im Katalog O 19 und seiner Preisliste dagegen nicht mehr.