Hallo allerseits! Mir ist kürzlich aufgefallen, dass auf der Rückseite des Bing Kataloges von 1930 eine wohl vom Werk gebaute Anlage abgebildet ist:
und ich habe nun versucht den Gleisplan nachzubauen, so weit wie möglich, leider nur in 2D und nicht mit getrennten Ebenen:
Ich habe nun zwei Fragen: 1. Ist der originale Gleisplan irgendwo zu finden bzw. wurde dieser überliefert? 2. Falls nicht, habe ich im Nachbau des Gleisplans etwas übersehen?
Du hast den Trackplanner verwendet. Vielleicht könntest Du die beiden Lineale für Länge und Breite der Anlage noch mit einblenden, damit man die Größe der Anlage ablesen kann.
1930 befinden wir uns bereits im Strudel der Weltwirtschaftskrise, die zur Insolvenz der Spielwarenproduktion bei Bing führte. Man hat hier wohl versucht, mit einer sehr schön gestalteten Anlage den Verkauf der Bing-Modellbahnen zu unterstützen. Tatsächlich waren die Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise aber so gravierend, dass die Verkaufszahlen für Spielzeug dramatisch einbrachen.
Moin Dieter, mein Trackplanner hat leider einen Skalierungsfehler der Y-achse, aber die Platte muss wohl 4,2 x 3,4 Meter groß gewesen sein. So hat man zu allen Seiten genug Abstand für Weichenkästen und die an den Ecken zu sehenden Gebäude: Grüße Johannes
da die Anlage mit Landschaftselementen gestaltet wurde, wird sie nicht in Gleisanlagenheften beschrieben sein.
Soweit ich das sehe, wurde die Form so gewählt, um die Steigungsfähigkeit der neuen Lokomotiven zu demonstrieren. Aus der Deutschen Spielwaren-Zeitung von 1930:
Hallo Domenik, danke für den Kontext, ich kann dir in deinem Gedanken zur Steigungsfähigkeit nur zustimmen. Immerhin hat die Auffahrtsrampe eine Steigung von ca. 5,5%, wenn man von einer Plateauhöhe von 15cm ausgeht, wobei ich bezweifele, dass die gezeigte 11/8105/0 das ohne weiteres schafft. Grüße, Johannes
Danke Dominik für diese historische Quelle. Es wird zwar die Inflation 1923 erwähnt, die Weltwirtschaftskrise nach dem Börsenkrach 1929 ist eher zwischen den Zeilen angedeutet.
Die Steigungsgrafik mit der Skalierung bis 10 m, aber ohne Höhe, verstehe ich nicht so ganz. Immerhin wird das Vorbild der Anlage, die Albula-Bahn, erwähnt.
die Rampe auf meine Hochbahnanlage hat eine Steigung von 3 %. Diese Steigung schafft die Bahn mit einigen Anhängern, wenn man die Schienen immer wieder einmal kurz abwischt. Mehr Steigung ist dort kaum zu erreichen.
Hallo, dann wird man vermutlich damals bei Bing "Ausgeholfen" haben über Schienenanrauhung, Haftreifen und Lokomotivbeschwerung. Aus Erfahrung mit meiner Bing 2-C-1 kann ich sagen, dass es nicht an Kraft mangelt, allerdings die Traktion problematisch ist. Selbst mit Haftreifen im Manfred D. stil dreht sie leicht beim Anfahren durch, auch nur mit 3x 30,5cm Wagen, wie auf der Katalogrückseite gezeigt.
Ich denke der Plan ist richtig getroffen. Das Gleis außen rum ist Reformgleis mit Holzschwellen in 12er Teilung. Innen ist ein Oval mit 8ter Blechgleis verlegt.
Für einen evtl. Nachbau kann ich meinen Bestand Reformgleis zur Verfügung stellen. Er hat es verdient, mal wieder "ausgefahren" zu werden.
Wir haben auf der Vereinsanlage in Stadtilm ähnliche Steigungen drin. Allerdings Alu- bzw. Magnesiumgleis. Das ist anders problematisch (weil wegen Korrosion immer geölt) und Gastloks ohne Haftreifen sind meist angeschmiert. Die Steigung hat man im Griff, die Neigung weniger, da wurde elektrisch nachgeholfen und eine niedrigere Spannung eingespeist, so dass man die Neigung nicht vergessen kann, auch wenn der Trafobediener mal abgelenkt ist.
Hallo, mein Ziel ist es zwar, diese Anlage irgendwann nachzubauen, allerdings fehlt mir Aktuell so ziemlich alles, was man dafür bräuche: Geld für Materialen und die Handwerkliche Fähigkeit um die Geländeform umzusetzten, vor allem, weil ich das Gelände teilbar nachbauen würde, und nicht fest auf einer Platte montieren würde, so dass man die Anlage zerteilt leichter Transportieren kann, oder diese auf dem Boden aufbauen kann.
Gibt es Bilder der Steigung auf der Stadtilmer Anlage?
PS: Ich wusste garnicht, dass es Leute gibt, die die Bing Reformgleise gesammelt haben, sie sind ja leider sehr selten in gutem Zustand zu finden, respekt dafür. Grüße, Johannes
Bilder von der Anlage gibt es. Ich mache vielleicht mal einen eigenen Beitrag. Es gibt ja einen guten Film von Robbi Mörre.
Die Gleise, ja leider sammle ich viel und alles wo Holz dran ist. Schwierig sind vor allem die Weichen mit Holzschwellen. Die Optik der Gleise finde ich wunderbar.
Zum Thema Bing Reformgleise: Ich wusste gar nicht, dass es sogar die Weichen mit Holzschwellen gab. Gab es nur den früheren Typ mit eckigem Kasten, mit Holzschwellen, oder auch die späteren Typen, mit rundem Kasten?