ich kann mir sehr gut vorstellen, dass diese Häuser einst der Polizei als Anschauungsmaterial gedient haben, ähnlich wie Siku-Plastik- oder Wiking-Modelle in Fahrschulen. Sie tragen ja auch recht starke Abnutzungsspuren, was dem regen Gebrauch bei der Polizei Rechnung tragen würde.
Danke für Deine Einschätzung - die Abnutzungsspuren sind in der Tat Zeugnis einer bewegten Vergangenheit. Bei meiner Suche im Netz nach Polizei-Wachbataillonen stieß ich auf nicht allzu viele Treffer, meine erste Vermutung mit dem Häuserkampf scheint aber nicht völlig abwegig gewesen zu sein...offensichtlich waren auch Polizeibataillone im Kriegseinsatz 1939-45. Die Häuser scheinen demnach zeitlich zum Kibri Tunnel (1938-40) zu passen.
Irgendwie beschleicht mich ein etwas beklemmendes Gefühl, wenn ich mir vorstelle zu was die Modelle gedient haben könnten...ohne natürlich die Geschichte des o. g. Polizeibataillons zu kennen.
ich habe eben auch nach dieser Abkürzung gegoogelt und stoße dabei auf einige Treffer im Netz.
Offenbar waren die Polizei-Wach-Batallione im Zweiten Weltkrieg dafür zuständig, die besetzten Gebiete, u.a. in Polen oder in der Tschechoslowakei, zu kontrollieren. Ortsnamen wie Litzmannstadt (Lodz) tauchen in dem Zusammenhang regelmäßig auf. In Lodz exitierte ein großes jüdisches Getto.
Der Stempel lässt mich in der Tat frösteln.
Edit: Lodz mit polnischen Sonderzeichen kann die Forensoftware nicht darstellen, deshalb wieder rausgenommen.
Dieter, der Stempel muss dich nicht unbedingt frösteln lassen. Denn er kann eine ganz andere Geschichte erzählen, die schon mal im Epoche-Eisenbahnheft von Ernst Plattner mit Beispielen beschrieben worden ist: Feuerwehr aber auch Polizei oder OT (heute THW) usw haben während ihrer Wachschichten (=Bombenangriffe Tag und Nacht) einfaches Holzspielzeug für die Kinder gebastelt. Die wurden dann zu Weihnachten verschenkt oder auch verkauft, Erlös für aus ausgebombte Familien. Ich kann mich auch an ähnliche Aktionen der HJ erinnern. So kann das also auch gewesen sein -und zwar sehr wahrscheinlich. Solche Holzspielsachen trugen damals in der Tat solche Stempel oder Aufkleber -siehe auch Plattner. Und dann, Patrick, ich kenne Sandkasten-Zurüstteile für Planungsspiele von Wiking und anderen Herstellern -ich sammle Wiking 1:200-Landmodelle komplett und deren Geschichte. Da ist nix lackiert und schon gar nicht so detailliert, wie jetzt hier. Warum auch? Es ging ja nur um die Lage der Gebäude usw. Dein Material, Patrick, ist schön detailliert lackiert -das ist also wohl klar für Kinder zu Weihnachten gewesen. Und die Vorbilder sind auch bekannt: Erzgebirge Häusl! Wenn man da Sandkastenmaterial gebraucht hätte, konnte man das bei den Erzgebirgeleuten einfacher haben -da hat Wiking auch gekauft für die Hafenanlagen. Die sind schön -aber beispielsweise sind da die Fenster und Türen nicht so toll detailliert gemalt, das ist alles gestempelt. Also für mich ist klar, dass das (Notzeit-)Spielzeug für Kinder aus den Jahren 1942 bis 1945 ist. Freundliche Grüße aus Hessen Botho
herzlichen Dank für Deine detaillierte Auskunft. Ich muss sehen, dass ich mir die Epoche Hefte mal vollständig besorge, bisher habe ich nur die, in denen über die (vermeintlichen) Bub-Autos berichtet wird.
Deine Argumentation ist sehr stichhaltig und vor allem von einem Kenner dieser Zeit! Dieter hatte schon angemerkt, dass ich eigentlich nicht so der Holzfreund bin und die Häuser sollen auch nicht auf die Eisenbahn sondern als Dekoration für unser diesjähriges Weihnachtsdorf dienen. Eine eventuelle frühere, weniger friedliche Nutzung hätte mich daher gestört. So sind die Zweifel zerstreut und die Häuschen können Ihrer Bestimmung zugeführt werden.
Patrick -hier ist nicht von den Epoche-AUTOheften die Rede! Der gute Herr Plattner hat ein EISENBAHN-Heft gemacht, anlässlich 175 Jahr deutsche Eisenbahn. Natürlich über die Modellbahnen -hochinteressant. Gibts bei dem DB-Job für Hobbybedarf -in Obertshausen, meinem Wohnort. Dort habe ich mein Heft geholt -das dauerte vor Ort, Post wäre einfacher gewesen. Und da kam einer aus dem Ort, der auch noch bar zahlen wollte...unglaublich für die Leute. Schöne Grüße Botho Ach, noch was, was gegen die KV-These spricht: Warum dann deutsche Beschriftung am Rathaus oder Schule usw, wenn für Häuserkampf-Training im Osten gedacht? Übrigens, KV stammt auch aus dieser Zeit =KriegsVerwendungsfähig.
Lieber Botho, ich treibe mich jetzt hier auch herum. Meinst Du diese Hefte? http://www.vgbahn.de/bahnepoche.php4 Welches Heft ist da das erwähnte Jubiläumsheft? Ich habe nichts gefunden. (Bin Plattner-Fan)
Guten Tag -Tilmann, erfreut dich auch hier zu finden! Nein, Plattner hat dieses Heft über den Bahn-Shop vertrieben. Witzig: Der sitzt wie wir in Obertshausen, 1 km von mir entfernt. Also hin und holen -welch ein Irrtum. Und dann wollte ich auch noch bar bezahlen...drei volle Stunden! Frage doch mal den guten Plattner -oder eben im Web den www BahnShop 1435. Heft Titel: Das Modellbahnheft. Die Festschrift zum Jubiläum. 175 Jahre Eisenbahn in Deutschland. Sehr empfehlenswert! Dir und Deiner Familie ein gutes 2014 -aber hier auch allen Foristen wünscht Botho
Ach- ich habe eben bemerkt, dass ich meinen Ärger mit dem BahnShop schon mal geschrieben habe. Aber doppelte Warnung ist auch gut. bgw .