da kommt sie schwarz-rot-gold angefahren über eine Kombination von alter BING-Brücke und einer solchen von Carette - die Märklin-Lok PLM Spur 1 in einer frühen Ausführung, aber vor einigen Jahren verändert, weil ein Kind im Luftschutzbunker vor Angst wegen der explodierenden Bomben mit einem Kohlenstück über 200 Dellen in den Lokaufbau geschlagen hat.
Alles wurde überarbeitet, neu lackiert, und jetzt sieht sie supergut aus.
wenn da nicht ein Problem wäre:
Ohne eine direkte Testfahrt zu machen, hatte ich diese PLM-Lok zum Stammtisch in Witten mitgenommen und auf die Gleise des aufgebauten Ovals gesetzt. Was machte die Lok ? Rückwärts fuhr sie einwandfrei, aber der Vorwärtsgang ließ sich nicht einlegen.
Nun gut, mit einer Zange wurde dann ein entsprechender Hebel mit etwas Druck in die richtige Stellung gedrückt, und so rollte sie auch vorwärts. Aber so ging das ja nicht weiter. Da musste etwas geschehen.
Hier sieht man, dass der Hebel nicht ganz nach unten zum Boden reicht, einmal im Führerhaus und einmal auch am Boden der Platine. Dort muss der Hebel an den kleinen Stift reichen, was er aber nicht tat. Er hatte einen Abstand von etwa 1 mm, der ausreichte, einen Zahnradeingriff nicht zu ermöglichen. Es war auch nicht zu erkennen, wo der Fehler lag.
Ich habe dann Monate später die Lok auseinandergebaut, etwas unwillig, weil ich wusste, wieviel Arbeit es macht, zwei der Hebel durch Öffnungen in der Führerhaus-Rückseite durchzufädeln.
Nach dem Ausbau wurde die Mechanik geprüft, aber keine Fehler gefunden. Der Motor lief einwandfrei vor- und rückwärts. Nach dem Einbau trat jedoch der gleiche Fehler auf. Der Vorwärtsgang ließ sich nicht einlegen, und vermeintlich hatte der Stellhebel überall Platz, sich zu bewegen. Man kann ja auch schlecht nach innen sehen, höchstens mit einem Zahnarztspiegel oder so etwas.
Aber plötzlich entdeckte ich die Ursache. Der Vorgänger von mir, der über die Restauration der Lok verstorben war, hatte einen alten, aber zeitlich neueren Nachläufer, der anscheinend gefehlt hatte, eingesetzt. Es war ja seinerzeit üblich, dass man Fahrzeuge immer wieder einmal zum Besseren abänderte, und so gab es bei der PLM mindestens zwei verschiedene Nachläuferbleche.
Weil der neue Nachläufer nicht passte, hat der Besitzer die Halterung Richtung Lokomotiv-Mitte mit einem dreieckigen Blech erweitert, dieses angelötet, aber zur Sicherheit auch noch mit zwei Schrauben und rückseitiger Mutter befestigt.
So weit, so gut. Aber dann kam der Kardinal-Fehler: Er verwendete zu lange Schrauben mit dem Ergebnis, dass der Stellhebel für die Vorwärts-und Rückwärtsfahrt etwas seitlich auf die zu lange Schraube traf und dort blockiert wurde.
Eine kurze Märklin-Schraube wurde ausgesucht, die lange Schraube vorsichtig herrausgedreht, wobei ich die Mutter die ganze Zeit über von unten an das Loch drückte, und dann kam die kurze Schraube durch das Loch und wurde in die Mutter eingedreht. Nach dem Aufziehen des Uhrwerks schaltete die Mechanik einwandfrei.
Und so sieht sie aus, hier noch ohne Lampen und Tender.
Den gesamten Umbaubericht der PLM-Lok findet man im FAM unter dem Stichwort "Schwarz-rot-gold". Da aber dort nicht gewünscht ist, dass jeder erfährt, wie man verschiedene Reparaturen ausführt, muss man angemeldet sein, sonst sieht man nichts.
Das ist doch eine 1021, oder? Und mit dem Schlüssel sind es sicher >80 Halbumdrehungen, das Werk aufzuziehen? Märklin lieferte dazu Aufziehkurbeln, die heute teuer sind. Aber der Uhrmacher Deines Vertrauens besorgt Dir ebensogut funktionierende Kurbeln um 20 Eus.
ja, die Lok ist eine 1021, aber leicht umgebaut. Das durfte man machen, weil die Lokomotive anfangs der totale Schrott war. Jetzt ist sie ein Prachtstück geworden.
Zum Aufziehen gibt es die originale Kurbel. Wenn man aber mit der Kurbel etwa 50 x Halbumdrehungen gemacht hat, muss man zum weiteren Aufdrehen immer mehr Kraft aufwenden. Insgesamt muss man 96 Halbumdrehungen machen.
Und gerade habe ich feststellen können, dass der Beitrag über die Restaurierung der PLM-Lok wieder ohne Anmeldung sichtbar ist. Hier ist der link: