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#1 Kraus - Tunnellok von Rote FD 50 24.12.2016 19:36

Frohe Weihnachten!

Das unten gezeigte Gehäuse einer Tunnellok verlangt von mir Restauration und Komplettierung damit sie, wenn auch stilbrüchig, auf meiner Anlage ihre Runden drehen kann. Leider fehlt mir dazu sämtliches Informationsmaterial, was Antrieb, Fahrwerk, Beschriftung u.s.w. angeht. Vieleicht hat einer eine weiterhelfende Information für mich, damit diese Lok wieder auf die Schiene gelangt.

Danke und schöne Feiertage Eberhard














#2 RE: Tunnellok von Dieter Weißbach 24.12.2016 22:23

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Hallo Eberhard,

ich glaube, Ypsilon hat die gleiche Aufgabe und sucht Ersatzteile wie z.B. die Pantographen.
Hier im Forum gibt es bereits Bilder von seiner Lok.

#3 RE: Tunnellok von Dieter Weißbach 24.12.2016 22:31

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... schau doch mal hier:

Da geht es um eine Bing Tunnellok.
Bing Lampen und Panthos als Gußteile gesucht

#4 RE: Tunnellok von ypsilon 25.12.2016 10:21

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Eberhard und ich sehen schon länger im Kontakt und haben das Teil schon definiert. Es ist keine Bing, sondern allenfalls eine Kraus-Lok. Oder etwas ganz anderes, aber das schließe ich aus, da im Grunde nur ein amerikanischer Herstellen infrage kommen könnte.
Also Kraus.
Da kann ich aber nicht mitreden, denn so eine Lok habe ich im Original noch nie begutachten können und ich finde auch keine Bilder, wo man dem Mädchen unter den Rock geguckt hat.
Vielleicht grenzt diese Präzisierung den Kreis der Helfenden ein.
Bei Bing wären wir schon viel weiter gekommen.

#5 RE: Tunnellok von ypsilon 25.12.2016 10:29

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Und hier noch die gesammelten Bildwerke. Eines stammt von mir, eines m.E. von Lankes, eines aus dem Netz. Aber die Quelle ist vergessen worden. Wer sich also auf Urheberrechte beruft, soll sich bitte melden dann wird das Bild gelöscht.

Falsche Beschriftung (Reibebuchstaben), Farbe original? Lampe sicher original, scheinbar sehr altes Triebwerk.


M.E. ganz original. Hier mit Uhrwerk.


Farbe m.E. original, Triebwerk original, eine zweite ist aufgetaucht. Auch der Knubbel nach oben ist original. Starkstromversion.

#6 RE: Tunnellok von Rote FD 50 25.12.2016 11:03

Danke Dieter, danke Ypsilon und natürlich auch Arne, der mir als erster die Verbindung zu Kraus nannte. Scheint mir doch ein kniffliges Unterfangen zu werden, dieses Teil wieder zum Leben zu erwecken. Schön auch, einige weitere Bilder zu sehen, die den Originalzustand erahnen lassen. Ich hoffe natürlich auf weitere Infos auch zum Innenleben. Grüße von Eberhard

#7 RE: Tunnellok von jalo 26.12.2016 09:02

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hallo alle zusammen...

ich hab da nur das im netz gefunden...

https://www.dorotheum.com/auktionen/aktu...l?currentPage=5

ob es nun bing oder kraus ist kann ich nicht sagen...da nicht genug erfahrung mit diesen herstellern

vielleicht kennt jemand den dort erwähnten herrn manfred reichel ....

gruß jalo

an den admin : (hab den selben link ausversehen erst an der fast falschen stelle geposted.. selbes thema.. daher doppelt...der andere kann gelöscht werden)

#8 RE: Tunnellok von ypsilon 26.12.2016 14:14

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Danke. Auch die Lok ist von Kraus.

#9 RE: Tunnellok von sammelwahn 26.12.2016 16:56

Ypsilon,
dem muss ich widersprechen, das ist eine Bing Lok. Man beachte die Befestigungsschrauben, bei Kraus gab es nur eine Gehäuseform, da waren die Schrauben immer nah am Lüftungsgitter. Bei Bing gab es mehrere Formen, auch eine mit Schraube am Lüftungsgitter, aber meistens mit Schrauben mehr in der Mitte. Die Lok vom Dorotheum hat die Schrauben mehr mittig, also zweifelsfrei von Bing. Hier die Bing Lok nochmal mit etwas besserem Bild.



Gerade beim amerikanischem Programm scheint Kraus öfter mal dreist bei Bing die Ideen kopiert zu haben. Der Pabst Bierwagen von Kraus ist auch eine fast 100 prozentige Kopie von Bing.


mit bestem Gruß
Arne

#10 RE: Tunnellok von ypsilon 29.12.2016 11:09

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Hallo Arne,
die Lage der Schrauben als Erkennungszeichen - darauf muss man erstmal kommen. Ich habe mich immer auf das Gehäuse konzentriert. Die geöffneten Schlitze in der oberen Reihe waren für mich die Unterscheidung zwischen Bing (nie offen) und Kraus (immer offen). Aber offenbar hat Bing mehrere Gehäuse für die größere Spur-0-Gußlok verwendet. Also revidiere ich mich.
Eine Unterscheidung sehe ich auch noch: Kraus hat die Bolzen im schmalen Gehäuseteil nur verschliffen und sogar als Gestaltungsmerkmal teilweise lackiert. Bei Bing sieht man keine Reste dieser Bolzen. Es handelt sich wahrscheinlich um eine Gußhilfe.

Aber es ist festzuhalten, dass die hier gezeigten Gehäuse alle von Kraus sind, außer der von Dir zuletzt gezeigten Lok und der bei Dorotheum.

Es bleibt die Frage offen, wie eine Kraus-Lok untenrum aussieht oder welches Triebwerk verwendet worden ist.

#11 RE: Tunnellok von Rote FD 50 08.01.2017 21:35

Hallo Ypsilon!

Bei den von Dir benannten verschliffenen Bolzen könnte es sein, dass es sich um Verbindungselemente handelt. Es hat den Anschein, als ob man zwei separate Gehäusehälften durch Nieten zusammen gefügt hat. Anders, als die uns hinreichend bekannten Alugußgehäuse, die durch den Guß eine Einheit bilden. Das hier gezeigte Gehäuse ist auch aus eine Art Eisenguß.

Was mich etwas verwundert ist, dass es zu dieser Lok so gar keine Erkenntnisse gibt.

Einen schönen Abend wünscht Eberhard.





#12 RE: Tunnellok von sammelwahn 08.01.2017 21:53

Hallo Eberhard,
jetzt auf den großen Bildern ist noch ein interessantes Detail zu erkennen. Auf der Lok sind zwei Blitzpfeile, also war es mal eine Starkstromlok.

mit bestem Gruß
Arne

#13 RE: Tunnellok von Dieter Weißbach 08.01.2017 22:03

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Hallo Eberhard,

da Du Eisenguss schreibst, fällt mir die US-amerikanische Firma Ives ein,
die hat auch Tunnelloks gebaut. Allerdings passen die Gehäuse-Details nicht:

http://www.tcawestern.org/ives.htm

#14 RE: Tunnellok von sammelwahn 08.01.2017 22:21

Hallo Dieter,
das ist keine Ives Lok, die Gehäuse unterscheiden sich in mehreren Punkten. Siehe Greenbergs Guide to Ives Trains.

mit bestem Gruß
Arne

#15 RE: Tunnellok von Rote FD 50 08.01.2017 23:51

Hallo Dieter!

Ich hatte auch schon im vorigen Jahr zu den Leuten auf der von Dir aufgeführten Seite Kontakt geknüpft, aber dort hat man mir eine Vielzahl von Adressen genannt, mit denen zu kommunizeiren mir auf Grund fehlender Sprachkenntnisse nicht möglich ist.

schöne Grüße Eberhard

#16 RE: Tunnellok von Dieter Weißbach 09.01.2017 09:18

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Guten Morgen,

wenn dies keine IVES-Lok ist, welche Firmen haben denn noch Gehäuse aus Eisenguss gebaut ?

#17 RE: Tunnellok von sammelwahn 09.01.2017 15:00

Das von Eberhard gezeigte Gehäuse ist von Kraus Fandor, es ist genau in dieser Version im Schiffmann Katalog für Kraus abgebildet.

In diesem Katalog ist kein Querverweis eingetragen, aber im Schiffmann Bing Katalog steht das die Bing Lok baugleich mit der Kraus Lok ist. Allerdings stimmt das wohl nur bedingt, da es bei Kraus andere Farbgebungen als bei Bing gab und, wie schon erwähnt, haben die Kraus Gehäuse die Bohrungen an anderer Stelle. Vermutlich haben beide Firmen die Gehäuse aus der gleichen Gießerei bekommen und nur jeweils ihre eigenen Motoren und Lackierungen verwendet.

Ich bin auch davon überzeugt, das die lithographierten Bleche von den Pabst Blue Ribbon Bierwagen sowohl bei Kraus wie auch bei Bing von der gleichen Druckerei stammen und die nur jeweils auf die eigenen Fahrwerke gebaut wurden.

Das ganze Thema der Exportmodelle aus Nürnberg ist extrem verwirrend, es tauchen immer wieder Modelle auf, welche vorher nicht bekannt waren.

mit bestem Gruß
Arne

#18 RE: Tunnellok von Rote FD 50 10.01.2017 10:16

Guten Morgen Arne!

Beim Suchen im Netz nach verwertbarem Material ist mir aufgefallen , dass es unterschiedliche Gehäuse von einem Hersteller gegeben haben muß. Einmal ist der "Kuhfänger" in der Gehäusehälfte integriert und einmal wird er als extra Teil mit zwei Schrauben befestigt. Ist Dir bekannt, ob beide Varianten bei Bing verwendet wurden? Oder ist das ein weitere Unterschied zwischen Kraus und Bing?

Viele Grüße Eberhard

#19 RE: Tunnellok von Blech † 10.01.2017 15:11

Arne,
es ist irgendwo in der Literatur erwähnt,
dass die Gießerei M...(Marien...?),Name im Moment nicht geläufig, die zum Bing-Konsern gehörte,
auch für andere Spielbahnhersteller Teile gefertigt hat.
Schöne Grüße
Botho

#20 RE: Tunnellok von sammelwahn 10.01.2017 15:15

Hallo Eberhard,
anders als bei Kraus, wo mir nur eine Gehäuseform bekannt ist, gab es bei Bing mindestens 3 Formen. Einmal eine kleine Form, 16,5 cm lang mit angegossenen Stromabnehmern und Kuhfänger, dann die hier diskutierte mit 22 cm und wohl zum Ende der Gussloks gab es die 22 cm Lok nochmal in komplett überarbeiteter Version.
Ich hatte gestern ein paar Bilder hier im Forum eingestellt, siehe hier:

Bing

mit bestem Gruß
Arne

#21 RE: Tunnellok von ypsilon 11.01.2017 21:21

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Zitat von Rote FD 50 im Beitrag #11
Bei den von Dir benannten verschliffenen Bolzen könnte es sein, dass es sich um Verbindungselemente handelt. Es hat den Anschein, als ob man zwei separate Gehäusehälften durch Nieten zusammen gefügt hat.


Ich komme zurück auf die Bemerkung mit den Bolzen bzw. Stegen.
Bei meinen beiden Bing-Loks (kleine und große Ausführung, diese aber mit nur einer Durchbrechung und keinen seitlichen Schrauben) sind diese Stege ebenfalls vorhanden. Sie sind definitiv eingegossen und das ganze Gehäuse besteht aus einem Stück. Es muss sich also um eine Gußhilfe gehandelt haben. Man sieht auch bei diesen Gehäusen, dass diese Stege von außen abgezwickt und verschliffen worden sind. Aber eben sauberer als es bei dem Kraus-Gehäuse gemacht wurde.
Die Stege werden zur Stabilisierung der Form bzw. des Formkerns gedient haben. Die Gehäuse haben Hinterschnitte und der Kern war also verloren. D.h. es handelt sich zumindest beim Kern um Sandformguß.

#22 RE: Tunnellok von sammelwahn 11.01.2017 23:17

Hallo Ypsilon,
da muss ich dir widersprechen, ich habe viele Gussloks von unterschiedlichen Herstellern und keine hat ein einteiliges Gehäuse.

Da ich beruflich oft in Gießereien war, mal ein paar Infos zur Verfahrenstechnik. Diese Verfahren sind zwar aktuell, aber wurden schon vor über 100 Jahren fast genauso gemacht.

Wir reden hier von Eisenguss, in diesem Fall von Grauguss. Dieses wird fast ausschließlich mit Sandformen gegossen. Selbst heutzutage sind widerverwendbare Formen kaum in Verwendung, da diese immens teuer und aufwändig sind. Zu Zeiten von Bing u.a. gab es nur verlorene Formen.

Der Sand kann mehrfach benutzt werden, aber er verbrennt immer mehr. Eine typische Form besteht in der Regel aus Mischungen von Altsand und Neusand, teilweise kommt auch noch Chromerzsand dazu. Als Bindemittel wird Bentonit verwendet, welches auch zur Glättung der Oberfläche dient.

Nach dem Guss hängt noch sehr viel verbrannter Sand am Gussteil. Die Oberläche wird mit nun mit einer Kugelscheuder gereinigt, dabei werden tausende von Stahlkugeln auf das Werkstück geworfen.

Nach dieser Reinigung kommt dann noch das Schleifen.

Die folgenden Bilder sind von einem Bing Gehäuse, welches einen Transportschaden hat. Durch einen Sturz haben sich die beiden Gehäusehälften verschoben, wodurch sich sehr gut die Naht erkennen lässt.





Auf dem letzten Bild sieht man den zerbrochenen Grauguss und man sieht auch, dass die Naht innen glattgeschliffen ist. Die Verbindungsbolzen sind also nicht eingegossen, sondern die Löcher sind Kegelförmig und die Bolzen sind an den Enden gestaucht und danach geglättet.



mit bestem Gruß
Arne

#23 RE: Tunnellok von ypsilon 12.01.2017 08:39

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Hallo Arne,
Danke für diese Bilder. Sie haben mich überzeugt und ich werde meine Meinung revidieren.

Zu meiner Entschuldigung möchte ich anführen, dass ich noch nie so ein defektes Gußgehäuse gesehen habe. Meine beiden Loks in Spur 0 sind wie neu und die vielen Gehäuse in Spur 1, die ich besessen habe oder besitze bieten einfach keinerlei Ansätze für die Annahme, es seien zwei mechanisch zusammengesetzte Gehäusehälften. Da hat Bing, oder wer auch immer das fertigte, eine richtig gute Arbeit geleistet.

Offenbar halten ja lediglich die zwei 4-mm-Stege die beiden Hälften zusammen. Das zu nieten, ohne dass die Stege sich verkrümmen, ist schon eine Kunst. Es muss warm gemacht worden sein. Sicher war es auch keine reine Handarbeit.

Vielleicht gibt es auch Unterschiede zwischen Spur 1 und 0. Das muss ich nachsehen.

#24 RE: Tunnellok von sammelwahn 12.01.2017 17:18

Hier noch etwas Kurioses dazu. Die Gehäuseteile sind, wie gezeigt, innen Plangeschliffen. Dieses Schleifen ist ziemlich Zeitaufwändig. Hier jetzt ein Gehäuse, welches wohl kurz vor Feierabend gemacht wurde. Dieses ist 6 mm breiter als ein normales Gehäuse und die Stromabnehmer sehen deshalb sehr klobig aus.



mit bestem Gruß
Arne

#25 RE: Tunnellok - in den USA erstmals seit 1895 beim Vorbild im Betrieb von Dieter Weißbach 31.01.2017 17:45

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Guten Abend,

zur zeitlichen Einordnung der US-amerikanischen Tunnelloks hilft sicher dieser Artikel:

https://de.wikipedia.org/wiki/Howard-Street-Tunnel

Danach wurde diese Strecke der B&O RR - Baltimore and Ohio Railroad durch den Tunnel als erste Eisenbahnstrecke Nordamerikas
1895 elektrifiziert und in Betrieb genommen. Dabei fuhren die Elektrolokomotiven nur für eine kurze Strecke im Vorspann vor den
Dampflokomotiven, bis die Tunnelstrecke mit einer nennenswerten Steigung überwunden war.

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