#1 [Bing] Lok 190/2517 Spur 0 von Trixnachbau 16.10.2018 20:06

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Hallo Jungs

Ich hab es schon wieder getan und mir noch so ne Baustelle gekauft. Sie sah auf den Bildern besser aus als sie in natura ist.
Aber da ich ja schon mit meiner ersten elektr.Binglok Blut geleckt habe, sehe ich das sportlich und stelle mich auch dieser Aufgabe.
Lok kam heute an und, wie soll es anders sein, gleich auf den OP-Tisch und auseinander genommen. Erster Eindruck, ehrlich??
Ach du sch... so ein Schrott. Räder gingen fast von allein ab, 2 verschiedene Pleulstangen, Gehäuseschrauben mit Kreuzschlitz (geht garnicht) von den Lackschäden mal abgesehen (ist ja Spielzeug). Am Motor alle Kabel ab, am Umschalter fehlt der Umschalthebel??, die Kollektorschleifer sind aus Büchsenblech selbst gefriemelt usw.
Hier paar Bilder



























Nach der Demontage erstmal alles mit Bremsenreiniger entkeimt und geputzt.
Aber jetzt hab ich keine Lust mehr und widme mich einem gemütlichen Abend, morgen gehts weiter.
Hoffe ich langweile euch nicht??
Gruß Guido

PS: Hab vergessen zu erwähnen das ich für die und die andere Lok je nen Tender suche und für diese hier ne Pleulstange

#2 RE: [Bing] Lok 190/2517 Spur 0 von Trixnachbau 19.10.2018 17:02

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Hallo Jungs

Ich bin ja dabei diese Lok wieder zu beleben, hab aber Schwierigkeiten mit den Motorschleifern und deren Halterung??(mein Bild 9)
Hat einer von euch mal bitte ein Aussagekräftiges Bild, wie das Teil im Original aussieht, damit ich das ordendlich nachbauen kann??
Danke und Gruß Guido

#3 RE: [Bing] Lok 190/2517 Spur 0 von ypsilon 19.10.2018 18:37

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Guido,
die Metallfedern waren die Schleifer. Biege sie gerade, putze alles und bastle es zusammen. Es muss gehen, wenn auch nicht ewig (war Spielzeug) und nun verstehst Du sicher auch warum Deine andere Lok auf Scheibenkommutator und echte Kohle umgebaut wurde.

#4 RE: [Bing] Lok 190/2517 Spur 0 von Es(s)bahner 19.10.2018 20:53

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Moin.
Beim Trommelkollektor werden Kohlestücke auf die etwas auseinander gebogenen Federn gelötet. Fertig. Und wenn die irgendwann mal abgeschliffen sind, lötet man einfach neue Kohlen auf. Weiterer Umbau ist nicht nötig. Alles andere bleibt original erhalten!!! Und wenn Du die Kohlen recht dünn wählst, dann fällt das auch nicht mal auf. Die Kohlen sind weicher, der Kollektor hält länger, der Übergangswiderstand verringert sich (weil die Kontaktfläche größer ist), der Strom fließt besser und es sollte auch weniger funken.
Grüße von Steffen

#5 RE: [Bing] Lok 190/2517 Spur 0 von sammelwahn 19.10.2018 23:21

Hallo Guido,
den Motor hatte ich schon in deinem Bing Lok 3105 Thread gezeigt, hier siehst du die Schleiffedern gut.



Aber Vorsicht, das ist ein Kleinspannungsmotor, bei mir fährt er am Besten mit 4 Volt DC.
Deshalb dürfte es sich bei deiner Lok um 180/2517 handeln.

mit bestem Gruß
Arne

#6 RE: [Bing] Lok 190/2517 Spur 0 von Trixnachbau 20.10.2018 12:16

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Danke Arne, aber kannst du mir bitte das Bild größer einstellen und mehr von vorn, ich meine damit nicht so von schräg oben, so das ich auch die Kontaktbleche richtig sehe und mir bei der Gelegenheit auch gleich die Befestigung der Pleulstange . Achja ich weis das das ein Niederspannungsmotor ist, hätte da auch nie mehr als 4-5 Volt DC drauf gejagt
Danke und Gruß Guido

#7 RE: [Bing] Lok 190/2517 Spur 0 von elaphos 20.10.2018 16:30

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Hatte mal ein ähnliches Problem mit einer Bing Spur 0 Lok aus den 20er Jahren, bei der gar nichts mehr ging, an anderer Stelle hier demonstriert. Auch bei mir waren die Bürsten damals eins der Probleme. Wie unten demonstriert hatte ich Erfolg mit den Bürsten aus einem Motor aus dem Modellbaubereich.
Habe den Beitrag mal hierher kopiert.

Um diese Lok handelte es sich:


Bei der Lok handelt es sich um die Bing 190/2517 für 3,5 bis 5V Allstrom (also Gleich- oder Wechselstrom), hier ein Katalogausschnitt aus dem Bing-Katalog von 1912:


Nach Ausbau des Motorteils und Abbau der Räder zeigt sich, dass das Motorteil nicht verschraubt sondern vernietet ist. Auf dem Bild sind die drei Nietstifte auf der einen Seite schon angeschliffen, damit sie geöffnet werden können:


Nachdem die Motorteile getrennt wurden die Einzelteile:



Eine der Bürsten ist nicht nur verbogen, sondern auch mit einem viel zu harten Messingteil wohl nach früherem Bruch verlötet:


Aber der größte Schreck ist, dass ein Kollektorteil nicht nur gelöst, sondern völlig weg ist:


Dazu fehlt das Lötzinn und damit die Verbindung zu den Ankerwicklungen an den verbliebenen Kollektorteilen, außerdem sind die Drähte völlig verdreht (das Fehlen des Lötzinns ist übrigens auch bei der Bing-00-Tischbahn eine häufige Ursache, dass die Motoren nicht (richtig) laufen):



Da die Kollektorteile nur 0,5mm dick sind habe ich auch von einer Rekonstruktion auf der Drehbank abgesehen und das fehlende Teil per Hand zugeschnitten und geformt:

Das gefertigte Teil mit dem hitzefesten Zweikomponentenkleber J-B Weld (das "d" ist richtig) geklebt:

und mit einer Klemme fixiert:

Der Kleber braucht etwa 15 Stunden, um richtig auszuhärten. Von einer Überarbeitung auf der Drehbank hatte ich abgesehen, da hierzu das aufgepresste Zahnrad auf der Ankerwelle zu entfernen gewesen wäre, was dieses eventuell zerstört hätte:

Das neue Kollektorteil ist mit einem 0,7mm Bohrer angebohrt, um die inzwischen gerichteten Ankerdrähte zu verlöten, auch die übrigen Drähte wurden neu am Kollektor verlötet. Hier das neue Kollektorteil mit der Bohrung:


Der Grundteil de Motors ist wieder zusammengebaut, dabei sind die zum Zerlegen geöffneten Nieten mit Zweikomponentenkleber verklebt. Von einer Verschraubung in eingeschnittenen Gewinden habe ich wegen des größeren Aufwandes und der fehlenden Originalität abgesehen.

Eine weitere Schwierigkeit war die Rekonstruktion der einen schon mal reparierten Bürste (rechts auf dem Bild). Versuche, das vorher verwendete Material feinfühlig einzustellen, haben kein befriedigendes Ergebnis gebracht, auch nicht der Ersatz des zu dicken Messingmaterials eines Märklin-H0-Schleifers. Erst ein angelöteter Schleifer aus einem Modellflugmotor von Graupner ließ den Motor wieder richtig "rennen".

Hier noch mal der Motor von der Zahnradseite mit dem eingebauten Umschalter für den Fahrtrichtungswechsel:


Da der Motor für Niederspannung (laut Katalog 3,5 bis maximal 5V - siehe Katalogbild oben von 1912) gebaut ist, und die mir zur Verfügung stehenden Trafos diese regelbare Spannung nicht aufweisen, ein Trick: ein normaler Märklin-Trafo (hier mit 3 Ausgängen) liefert zwischen den Ausgängen für Licht/Magnetartikel und Bahn ("B") eine regelbare Spannung zwischen zwei und knapp zehn Volt, in der Mittelstellung etwa 4-5V, also für diesen Motor ideal:

(man sieht hier übrigens auf dem Bild bei einem ersten Laufversuch sogar die Funken am Kollektor)

Nach Montage der Räder die Fahrversuche etwas stilwidrig auf Märklin 3-Leiterschienen, wobei wegen der Geschwindigkeit das Lokfahrgestell nur als Schatten zu erkennen ist:


(vorwärts und rückwärts - müsst Ihr mir glauben)

Mit verschraubtem Gehäuse und einer zusätzlichen Beleuchtung für das Foto ist die Belichtung kürzer, wodurch die Lok nur noch wenig verschwommen ist:

Man erkennt auf dem Bild deutlich, dass bei der für die Lok recht hohen Spannung von fast 6V (an der Schiene gemessen) die Birne nur mäßig glimmt, d.h. für eine höhere Spannung ist. Vielleicht hatte eine solche höhere Spannung den Kollektor zerstört?

Grüße von elaphos

#8 RE: [Bing] Lok 190/2517 Spur 0 von Trixnachbau 20.10.2018 17:50

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Hallo elaphos

Genau die gleiche Lok, ich muss mir nur die Schleiferfedern neu anfertigen, die vorhandenen sind aus Büchsenblech gefriemelt, das geht garnicht und kratzt an meiner Nachbauehre
da müssen welche aus Messing Federblech dran. Zur Not nehme ich welche aus nem Metallbaukastenmotor. Was mich auch noch brennend interessiert, wie sind die Pleulstangen an den Rädern befestigt?? bei meiner Lok war ja nur eine originale dran und hielt mit nem Nagel, furchtbar. Die andere lasse ich gerade aus VA lasern, hat den Vorteil das sie gleich glänzt und ich mir das vernickeln sparen kann.
Jaaa ich weis, soooviel Arbeit und Zeit in die Lok zu stecken? der spinnt. Aber es macht mir nun mal Spaß an der uralten Technik zu fummeln und bin auch sehr dankbar über jeden Ratschlag/Hinweis von allen Nullern hier ausm Forum
Gruß Guido

#9 RE: [Bing] Lok 190/2517 Spur 0 von elaphos 20.10.2018 18:43

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Da die von mir gezeigte Lok nicht meine war, habe ich sie natürlich nicht mehr. Ich erinnere mich auch nicht, wie die Pleuelstangen an den Rädern befestigt waren. Wenn keine Gewinde in den Löchern an den Rädern sind, müssen sie mit Stiften befestigt gewesen sein, da wären Nägel oder Nietköpfe mit dem richtigen Durchmesser nicht so ganz falsch. Notfalls müsste man Gewinde bohren, aber dann ändert man die vorhandene Substanz.
Neben den Bürsten aus Modellbaumotoren, die man zusammen mit ihren Aufhängungen verlöten kann, kann man auch Abisoliergaze nehmen, die so an federharte Messingstreifen angelötet werden, dass das Lötzinn nicht die Gaze durchdringt. So repariere ich z.B. die Schleifer der Carreraautos meiner Enkel.
Grüße, elaphos

#10 RE: [Bing] Lok 190/2517 Spur 0 von sammelwahn 20.10.2018 18:50

Hallo Guido,
hier wie gewünscht ein paar Details.







mit bestem Gruß
Arne

#11 RE: [Bing] Lok 190/2517 Spur 0 von Trixnachbau 21.10.2018 10:43

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Mahlzeit, Ich komme gerade von Arbeit und wollte eigendlich faul auf der Couch liegen, aber durch die Bilder bin ich angespornt mein Lökchen weiter zu reparieren.
Arne du bist schuld. Danke für die Bilder, bei den Pleulstangen sieht das ja wirklich wie eine Niete aus??
Gruß und noch nen schönen Sonntag allen, Guido

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