#1 Karl Bub [Tischbahn] - merkwürdige Entdeckung zu Bahnhöfen von sammelwahn 30.01.2019 19:34

Hallo,
heute habe ich das Bub Tischbahn Buch von Rainer Haug bekommen, darin ist mir was merkwürdiges aufgefallen. Die Bedruckung des englischen Bahnhofs 350 entspricht genau einem kleinen englischen Bahnhof von Bing. Alle Linienführungen und Farben sind so ähnlich, man könnte glauben, das es beides vom gleichen Grafiker stammt.
Es gibt auch sehr ähnliche Spur 0 Bahnhöfe von Distler, aber die sind in diversen Details etwas anders. Bei den beiden hier sind aber alle Details annähernd identisch, leichte Unterschiede sind wohl nur durch die Baugröße bedingt.



mit bestem Gruß
Arne

#2 RE: Bub Tischbahn, merkwürdige Entdeckung von ypsilon 30.01.2019 19:57

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Arne, ich war kürzlich im Museum in Zirndorf. Der ganze Ort scheint ja aus lithografiertem Blech zu bestehen. Sieht man sich die dortigen Firmen an, so glaube ich gar nicht mehr an die vollständige Fertigung bei den wenigen Protagonisten mit den großen Namen aus Nürnberg. Ich denke, da wurde viel mehr zugeliefert als wir das uns so denken. Zirndorf war die verlängerte Werkbank. Mit Sicherheit würdest Du in jedem Haus in den Dielenritzen abgebrochene Blechlaschen finden. Von den Heimwerkern.

#3 RE: Bub Tischbahn, merkwürdige Entdeckung von sammelwahn 30.01.2019 20:09

Hallo Ypsilon,
das ergibt Sinn, vermutlich hat dann ein Grafiker das Modell in groß und in klein gezeichnet. Das es dann an zwei Firmen abgegeben wurde hat dabei wohl keinen interessiert.

Das würde auch manche anderen extremen Ähnlichkeiten erklären.

mit bestem Gruß
Arne

#4 RE: Bub Tischbahn, merkwürdige Entdeckung von Blech 02.02.2019 14:57

Arne,
zu diesem Thema hatte ich mal eine sehr lange Unterhaltung mit Fleischmann-Archivar Altmann und Robert Dreßler (KD).
Es ist tatsächlich so, dass sehr viel zugeliefert worden ist und zwar weit mehr, als wir heute wissen.
Bing stand da ganz oben in der Liste. Aber auch KBN.
Und dann beschuldigte jeder jeden, er habe etwas ganz oder im Detail kopiert -es waren aber oft Zulieferteile.
Es ist daher auch so, dass die Hersteller in Nürnberg/Fürth und Umgebung, wie Zirndorf,
sich ständig vor Amts- und Landgericht gekriegt haben. Eben wegen solcher Überschneidungen.
Es gab damals sogar spezialisierte Anwälte. Und zwar jede Menge!
Denn: "Den kannst du nicht nehmen, der arbeitet für die Bing-Gruppe. Und den nicht, das ist der Hausanwalt von KBN...usw".
Wir, Carlernst Baecker+ & Co, haben uns damals (als die Reihe Die Anderen Nürnberger/DAN entstanden ist)
in ganze Prozess-Serien eingelesen. Tagelang! Die Nürnberger Archive sind voll davon.
Später dann nochmals Alice und ich, zu unserem Buch "Käthe Kruse", über den Prozess von Kruse gegen Bing
-da konnte man über Details nur so staunen. Da kam auch allerhand aus der Blecharbeit ans Licht.
Kruse hat übrigens gewonnen.
Ruhe, auch das sagte man uns, trat ab 1932 mit dem Bing-Untergang ein. Denn Bing war Ziel und Anfang sehr vieler Prozesse dieser Art.
Bei Bing soll man neben den besten Anwälten auch die wenigsten Hemmungen gehabt haben.
Hier, wenn sich da mal jemand richtig dranhängt, findet man sehr viel über die Verflechtungen und (Detail-)Kopien.
Doch wer macht das? Die Zeit der dicken Bücher ist vorbei.
Schönes Wochenende wünscht rundum
Botho

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