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#26 RE: [Bing?] Hilfsbedürftiger Generator von elaphos 26.03.2019 14:00

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...ja, wobei die Kappe auch eingeschraubt sein kann, mit Innengewinde im Messingrohr.
Grüße, elaphos

#27 RE: [Bing?] Hilfsbedürftiger Generator von ypsilon 26.03.2019 15:58

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Seit #8 meine Meinung.

#28 RE: [Bing?] Hilfsbedürftiger Generator von HeinzMan 26.03.2019 22:57

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Hallo,

nach so vielen interessanten Beiträgen musste ich natürlich ins "Elektro-Labor".

Zunächst stellt sich die Frage, wie der Motor oder Generator in den Zustand gekommen ist, in dem ich ihn übernommen habe. Offenbar hat jemand Reparaturversuche durchgeführt, die nicht gelungen sind. Nachdem das Gerät vermeintlich nicht zu reparieren war, wurden die "überflüssigen" Teile entsorgt.

Also habe ich mich auf die Suche nach dem Fehler gemacht und ihn gefunden: bei der Herstellung wurde wohl nicht 100 Jahre in die Zukunft gedacht.


(Ganz so schlimm war es nicht. Auf dem Foto habe ich die Enden schon auseinander gebogen, um sie zu verlöten)



Die Erregerspulen waren nur elektrisch mittels "Verschlingen" verbunden. Durch Oxidation wurde der elektrische Fluss unterbrochen und eine Lötverbindung am Anker hatte sich gelöst. Ich habe beides gelötet. Dann habe ich mittels Hightech-Dübel eine provisorische Halterung für die Kommutatoren gebastelt und (stilecht) aus historischen Kupferdraht provisorische Kommutatoren gebogen, um den Reihenschluss herzustellen, also die Wicklungen von Erregerspule und Anker miteinander verbunden.



Dann habe ich mit einem Akku-Schrauber die Welle in Rotation versetzt: Nix. Kein Strom.

Also kam der Versuch "Motor": Mit dem Labornetzteil lief es nicht. Einen Wechselstrom konnte ich damit nicht herstellen. Ich nahm ein Schaltnetzteil. Ja! Der Motor dreht sich!

Das Schaltnetzteil hat es nicht überlebt.

Mit dem kleinsten Trafo, der bemerkenswerter Weise ein KB/Bing Trafo ist,



habe ich dann einen erfolgreichen Versuchsaufbau hergestellt.



Der Motor surrt, nachdem ich ordentlich Öl zugegeben habe.

Mit Akku-Schrauber angetrieben, liefert er aber im Moment noch keinen Strom. Dafür blitzt und raucht er ganz ordentlich.



Die Überspannung hält er ganz gut aus und surrt kräftig.

Ich werde bessere Halter und Federn herstellen und dann sehen, ob der Motor auch als Generator zu benutzen ist.

Herzliche Grüße
Heinz

#29 RE: [Bing?] Hilfsbedürftiger Generator von ypsilon 27.03.2019 23:16

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Heute kam ein interessanter Katalog eines Händlers aus Wien. Dort ist ein ähnlicher Motor drin, Ausgabe 1930. Die Bürstenhalterung sieht nach einer Schraube aus. Möglicherweise war das ganz simpel: Die Schraube hielt innen ein Blech als "Bürste", außen war gekontert und der Draht angeklemmt. Ich denke man kann das gut nachvollziehen.

#30 RE: [Bing?] Hilfsbedürftiger Generator von HeinzMan 27.03.2019 23:31

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Hallo Ypsilon,

vielen Dank. Das gibt einen sehr guten Anhaltspunkt, wie die Restaurierung weiter gehen kann. Insbesondere die Führung der Drähte war mir nicht klar, obwohl ich schon wusste, dass es keine Alternative zu außen liegenden Leitungen gibt.

Schön zu sehen.

Herzliche Grüße
Heinz

#31 RE: [Bing?] Hilfsbedürftiger Generator von geopiri 28.03.2019 08:53

Hallo Heinz,

schätze dass du den Motor wiederbelebt hast, finde ich super...!
Ypsilons Ablichtung eines gleichen Motors zeigt jetzt dass keine Kohlen
dargestellt sind sondern Federn...

...dann gebe ich Rolf mit seiner Behauptung dass dieser Motor nur Federn hatte... Recht.
Und ich lerne immer wieder dazu, vielen Dank...

mit GRüssen Georg

#32 RE: [Bing?] Hilfsbedürftiger Generator von RIERA † 30.03.2019 15:10

Hallo!
Hab mich vor ein paar Jahren im Nachbarforum mit einem ähnlichen Motor beschäftigt. (Dauerelektromotor für Hochspannung)

https://www.altemodellbahnen.de/t36396f2...ing-Motors.html
Diese Guß-Motorengehäuse wurden auch in Form des Einankerumformers zur Umwandlung von Gleichstrom aus dem Ortsstromnetz zu Wechselstrom verwendet.
Wenn Interesse, auch im Nachbarforum:

https://www.altemodellbahnen.de/t34527f2....html#msg317808

Gruß,
R.R.

#33 RE: [Bing?] Hilfsbedürftiger Generator von HeinzMan 05.04.2019 22:26

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Hallo,

heute endlich einmal Zeit für die Werkstatt.

Der Durchmesser für die Aufnahme der Kommutatoren beträgt gerade mal 6 1/2 mm. Daher fand ich die "Bürstenhalterung" wahrscheinlich. Beitrag #29. Vielen Dank Ysilon.

Von kleinen Bananenstecker verwandt ich das Bakelit, um Isolatoren herzustellen. Aus Messingschrauben gewann ich einen Gewindestab, an dem ich Messingblech lötete.



Eingebaut stellte ich fest, dass die Messingbleche zu viel Druck ausübten. Der Motor wollte sich nicht wirklich drehen. Daher kramte ich in der Elektronik-Kiste und zerlegte ein Relais.



Den Hartmetall-Kontakt habe ich abgeschnitten.

Jetzt dreht der Motor deutlich schneller. Doch leider ist die Restauration nicht geglückt. Die Kontakte sind bereits nach wenigen Minuten Laufzeit verglüht.

Ein Mysterium ist noch völlig ungeklärt. Der Motor ändert seine Laufrichtung. Immer nachdem ich die Federkontakte eingebaut habe, läuft er rechts oder links. Ich habe die Kontakte mehrfach gedreht. Ich kann es nicht beeinflussen.

Hier sind die Elektriker im Forum gefragt. ;o)

So sieht der Motor jetzt aus:



Herzliche Grüße
Heinz

#34 RE: [Bing?] Hilfsbedürftiger Generator von Es(s)bahner 05.04.2019 22:48

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Moin
Was die Drehrichtung angeht, wirst Du da nicht viel machen können, daß ist bei dieser Bauform halt so. Um eine definierte Drehrichtung vorzugeben bräuchtest Du einen mehrpoligen Anker. Die "billigen" Laugenpumpen von Waschmaschinen habe ähnlich aufgebaute Motoren, die drehen sich auch zufällig, je nachdem wie der Anker gerade steht. Du kannst nur versuchen, den Motor anzuschieben und dann erst den Strom zuzuschalten.

Damit die Federn länger halten, kannst Du versuchen sie vorn einzuschneiden oder Du mußt doch versuchen, Kohlen auf der Rückseite galvanisch zu verkupfern und sie dann an die Enden der Federn zu löten.

LG Steffen

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