#1 Planks Manometer von RIERA † 29.01.2020 18:56

Planks Manometer mit Sicherheitsventil
Im Rahmen der Reparatur eines Dampfmaschinenmanometers von Plank stellt sich heraus, dass das Plank`sche Manometer eine Besonderheit aufweist, die sogar patentiert wurde.
Das Manometer, das vorwiegend an Dampfmaschinen montiert zu finden ist, ist ein technisches Kleinod, das filigran gearbeitet ist.
Das Mineralglas, das die Scala abdeckt ist nach vorn, zum Betrachter hin konkav gewölbt und ist durch diese Prominenz leicht Stoßgewalteinwirkungen ausgesetzt. Zusätzlich durch die dünne Beschaffenheit mit einer Stärke von 0,5mm reicht ein kleiner Stoß aus, das Glas zerspringen zu lassen wie im vorliegenden Fall. Zum Schutz der Messskala und des Zeigers soll eine transparente „Kunsttoffscheibe" montiert werden. Es zeigt sich, dass das gewölbte Mineralglas in einen steckbaren feinen Ringrahmen eingebördelt ist. In diese Rinne soll ein zurechtgeschnittenes transparentes PETG-Scheibchen, gewonnen aus der Wandung eines Scheibenwaschanlagenfrostschutzkanisters eingebracht werden.
Die Scala mit den aufgezeichneten Druckangaben ist aus dünner Pappe gefertigt. Überraschender Weise findet sich ein Patenthinweis. Der Patentschrift ist zu entnehmen, dass Plank als Besonderheit seines Manometers dieses zusätzlich mit einer Sicherheitseinrichtung versehen hat, insofern, als bei Erreichen eines kritischen Druckes dieser durch eine freigegebene Austrittsöffnung im Schaft des Manometers gesenkt wird durch Abblasen des Dampfes. Die vorgesehene Arbeit ist eine ordentliche!“Fummelei“ die Geduld erfordert-
Letztlich gelingt es,jedoch nur suboptimal



















Dazu einige Bilder:






Das Innenleben





Betrachtung von rückwärts:
Die untere Öffnung im Schaft wird bei Überschreiten des kritischen Druckes, laut Messskala bei 3,5 bar freigegeben.

















Der Zeiger folgt der Druckerhöhung, lediglich eine Eichung müsste noch erfolgen.
Gruß,
R.R.

#2 RE: Planks Manometer von Es(s)bahner 29.01.2020 19:26

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Moin. Tolle Erklärung - Danke. Und ne dumme Frage: Würde sich die Wölbung des Abdeckglases nicht durch Verwendung eines Uhrenglases nachbilden lassen? Wobei die Bezeichnung Uhren"glas" nicht mehr stimmt, weil es heutzutage immer nur Plxeiglas sei, wie mir ein Uhrmacher versicherte. Richtiges Glas würde nur noch bei sehr hochpreisigen Uhren verwendet. Ich habe sowas vor Jahren mal für eine winzige Damenuhr, ähnlich der Form einer Taschenuhr, benötigt. Die Uhr wird als Anhänger an der Halskette getragen.

LG Steffen

#3 RE: Planks Manometer von B12 29.01.2020 20:15

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Uhrengläser in Echtglas bekommt man für wenig Geld in
fast allen Größen. Einzeln z.B. bei Ebay, sonst bei Jeddeloh.

#4 RE: Planks Manometer von Es(s)bahner 29.01.2020 21:45

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Danke B12, hilft mir aber leider nicht mehr. Die Uhr ist außerhalb meiner Reichweite und mit der Trägerin wird nach diversen Unterhalts-/Sorgerechtsstreiterein nicht mehr kommuniziert. Muß sie mit dem billigen Plexiglas leben.

LG Steffen

#5 RE: Planks Manometer von B12 29.01.2020 22:06

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Ich dachte auch mehr an das Manometer ;)

#6 RE: Planks Manometer von Udo 29.01.2020 22:09

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Hallo, RIERA,

ich denke, die Wölbung des Glases im Plank-Manometer war schon so gewollt. Zwar ist das Glas hauchdünn (hätten die auch etwas dicker machen können), aber die Wölbung nach außen verhindert durch die Spannung des Glases das Zerbrechen mehr als es bei einer flache Glasscheibe der Fall ist.

Ansonsten wieder einmal ein toller Beitrag zur Herstellung winziger Kleinobjekte. Es macht mir jedes Mal Spaß, solche Berichte zu lesen.

Schönen Gruß
Udo

#7 RE: Planks Manometer von HeinzMan 29.01.2020 23:14

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Hallo RIERA,

auch von mir einen herzlichen Dank für den Bericht.

Ich finde, es wäre schön, wenn sich für die Reparatur ein Echt-Glas finden könnte.

Herzliche Grüße
Heinz

#8 RE: Planks Manometer von ypsilon 29.01.2020 23:17

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Ich denke bisher, dass erst durch die Wölbung des Glases es überhaupt möglich wird, eine "Scheibe" in die Fassung zu bekommen. Glas ist ja nicht unelastisch, die geringen Verbiegungen müssen eben reichen. Aber ich bin kein Uhrmacher oder Glasschneider, das können sicher andere besser erklären.

#9 RE: Planks Manometer von B12 29.01.2020 23:20

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Ein Glas das sich erwärmt darf nicht unter Spannung stehen,
das würde platzen.

#10 RE: Planks Manometer von Udo 29.01.2020 23:43

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Hallo,
so ein rundes Glas wird eingebördelt. Also, Ring, und Scheibe in den Ring. Dann auf die Bördelmaschine und rechts und links wird das Blech umgebördelt. Ob das Glas gerade oder gewölbt ist, spielt keine Rolle. Das geht sogar mit ovaler Glasscheibe.

Zerspringt das Glas später mal, muss Metall und Glas zusammen neu eingebaut werden. Nur Glas geht dann nicht mehr.

Schönen Gruß
Udo

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