#1 Buco SBB A 3/5 5151 von Eisenbahner 02.07.2020 20:54

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Hallo zusammen,
zwischen 1955 und 1957 stellte Buco dieses Modell her. Es war die einzige Dampflok des Schweizer Herstellers.
Die Gehäuse wurden von Liliput Wien bezogen und für die Schweiz angeglichen.

Sie war nicht sehr beliebt, wurde daher auch nicht oft von den Modellbahnern gekauft.
Teuer ist sie bis heute nicht, der Preis bewegt sich unter der 100 Euro Marke.
Sie gefällt mir persönlich gut, meine Ausführung läuft auch prima, was man nicht von
allen Maschinen sagen kann.

Sie hat einige besondere Eigentümlichkeiten, was man bei anderen Maschinen vielleicht nicht so kennt.

Der Antrieb ist ein typischer Buco Motor, aber mit Zahnrädern aus Pertinax, dass kennt an auch von einigen Maschinen
anderer Hersteller aus Mitte der 1950er Jahre. Es werden durch das untere Zahnrad beide hintere Achsen angetrieben,
die auch beide mit Haftreifen bestückt sind.

Um etwas Gewicht auf die Schiene zu bringen, sieht man im vorderen Bereich, hinter dem eingeschraubten Stift zur
Gehäusebefestigung, ein passgenaues Beschwerungsteil, dass lose einliegt. Es wird durch das aufgeschraubte Gehäuse
gehalten. Die Schraube zur Befestigung wird durch den vorderen Dom in den vernickelten Stift geschraubt, der wiederum
als Beleuchtungsbefestigung dient.

Der Kupferschleifer auf der Unterseite versorgt die Maschine mit dem nötigen Fahrstrom. Über der Kupplungsdeichsel
befinden sich die Verbindungskabel zum Wechselstrom Schaltrelais von Buco, dass liegend auf dem Metall Fahrgestell
des Tenders eingebaut ist.

An der Vorderseite des Tenderaufbaus aus Kunststoff erkennt man den Handschalthebel für das Buco Relais.
Der Tenderaufbau ist an seiner Rückseite in eine Blechklammer eingehängt und wird vorne durch die Tender
Befestigungsschraube gehalten.

Interessant ist auch die hintere Kupplungsbefestigung mit der Zentrierung.

Das Lokgehäuse besteht ebenfalls aus Kunststoff und hat hinter dem Führerstand einen waagerechten Schutz für Motor
und Wicklung. Die Räder bestehen wie auch die übrigen Gussteile aus Zinkspritzguss.

Ich habe mir zwei neue Pertinax Zahnräder besorgt, da das untere Zahnrad beschädigt war und durchrutschte. Nach dem
Einbau lief die Maschine wieder problemlos.

Jetzt brauche ich noch zwei Steuerungen zur entgültigen Komplettierung dieser kleinen Dampflok, aber selbst beim
Schweizer Fachhändler für Buco sind sie ausverkauft. Ich werde versuchen, mir aus Märklin Steuerungen die fehlenden
Teile selbst zu bauen.

Aufgrund der kurzen Produktionszeit von nur drei Jahren und dem geringen Kaufinteresse der Kundschaft betrachte ich
diese Maschine in gutem Erhaltungszustand als ein seltenes Modell. Teuer ist es aber trotzdem nicht.


















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Gruß und
bleibt gesund!

Hans-Gerd

#2 RE: Buco SBB A 3/5 5151 von Skinny McFatty 02.07.2020 21:21

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Ein sehr spezielles Modell, gratuliere!

Das Modell war wohl unbeliebt, weil es für schweizer Augen fremd aussah und überhaupt nicht wie die zehn Jahre zuvor in die Niederlande verkauften 600er A 3/5 und auch nicht wie die in den zwanziger Jahren abgestellten 900er oder die damals noch im Betrieb stehenden 700er - der Tender hat eher die Merkmale preussischer Bauarten und die Rauchkammertür ist zweiflüglig - ein Erkennungszeichen des österreichischen Lokomotivbaus.
Im Gegensatz dazu sind die zweiachsigen Buco Spur 0 Loks zwar Fantasiekonstruktionen, aber doch stark an die Formsprache der Ae 4/6 angelehnt.

#3 RE: Buco SBB A 3/5 5151 von Eisenbahner 04.07.2020 19:41

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Hallo zusammen,
die oben gezeigte Buco Dampflok hat ihren Ursprung bei Liliput/Wien.
Am Gehäuse erkennt man die für den österreichischen Lokomotivbau
charakteristische Rauchkammertür, die beibehalten wurde. Die vereinfachte
Steuerung hat Buco optimiert, die Verbindung der beiden Dome entfiel, aus
dem Vorläufer wurde ein Drehgestell und der Schornstein wurde verändert
und der preußisch anmutende Tender wurde beibehalten.

Im meinem Liliput Katalog von 1956, Seite 4, ist sie zu sehen






Gruß und
bleibt gesund!

Hans-Gerd

#4 RE: Buco SBB A 3/5 5151 von Es(s)bahner 04.07.2020 21:47

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Moin.
Eine Steuerung ist nicht unbedingt nötig, wie auch auf dem Bild in #3 erkennbar. Treibstange, Kolben und evtl. angedeuteter Kreuzkopf reichen völlig aus. So waren zu der Zeit alle Spur S Modelle -mit Außnahme der 05 von Bub- ausgerüstet. Und die waren Größer, so daß man das hätte noch leichter darstellen können. Nicht vergessen, das war damals Spielzeug und noch keine Modellbahn. Für diese Zeit ist die vereinfachte Ausführung authentisch.

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