#1 Eine „Leihgabe" – wie findet Ihr das? von Heizer 25.02.2022 12:43

Vor sage und schreibe 20 Jahren (ich hatte mir das Datum sicherheitshalber notiert)
sah ich auf einem Schrank ein für mich (damals) begehrenswertes altes Stück um 1900.
Auf Nachfrage wurde es völlig verstaubt vom Schrank geholt – ja, ein Nachlass vom Opa,–
ob ich Interesse hätte.
Angebot gemacht, hin und her, – als Leihgabe könne ich es mitnehmen, vielleicht sei der
Sohn, damals 5 Jahre, später daran interessiert. Momentan bestünde kein Interesse, aber im Elternhaus
gebe es vielleicht noch weitere Stücke....
Daraufhin landete das Teil so wie es war in meiner Kellervitrine mit dem Vermerk „Leihgabe von usw."
als eines meiner ersten Stücke.
Zum Reinigen hatte ich bis heute offen gesagt hierfür keine Lust. Bin ich der Putzi für andere?
Den Marktwert in Euro hatte ich für einen Ankauf gleich dazugepackt um späteren Missverständnissen vorzubeugen.

Gestern, nach auf den Monat genau 20 Jahren, kommt eine Mail mit dem Inhalt, dass sich noch ein Zubehörteil angefunden
habe. Zitat: „passend zur Leihgabe".
Nun verhält es sich aber so, dass nach 20 Jahren Sammlertätigkeit – ohne Leihgaben!! – viel schönere, wesentlich höherwertigere
Stücke erworben werden konnten, allerdings kein identisches Stück, aber ähnlich.
Beim Betrachten besagten Stückes bekomme ich stets ein ungutes Gefühl, weil keine Klarheit besteht, bei mir
etwas deponiert wird, was mir gar nicht gehört und dafür eigentlich auch kein Platz mehr ist oder doch?

Nach dem Verhalten der Verleiherin zu urteilen wird so taktiert > Je älter das Stück wird, desto höher der Marktwert.
Jetzt kommt auch noch die Inflation dazu. Eine Preisvorstellung wurde nur meinerseits genannt, die Verleiherin verhält sich stets bedeckt.
Es kommt keine Zahl über ihre Lippen. Was soll das?
Je mehr ich darüber nachdenke, desto weniger Freude habe ich an dem Teil und würde am liebsten um sofortige Abholung bitten.

Wir Sammler wissen, dass Spitzenstücke im Marktwert steigen, Massenware dagegen eher im Preis stagniert bzw. weniger
Nachfrage besteht weil der Nachwuchs fehlt. Und besagtes Stück ist nichts Außergwöhnliches, hat kleine Mängel usw.
Habe das Gefühl, dass dieses Teil im Laufe der Zeit für mich immer teurer wird bzw. werden soll.
Eigentlich müsste ich Depotgebühren verrechnen.

Meine bessere Hälfte meint > abwarten und in einer ruhigen Minute klären.

Eine endlose Geschichte.... (eine Leihgabe – das Dümmste, was passieren kann – nie wieder!)

Viele Grüße
Heizer

#2 RE: Eine „Leihgabe" – wie findet Ihr das? von geopiri 25.02.2022 13:11

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Deine bessere Hälfte hat recht, aber jetzt hast du uns neugierig gemacht,
ein Foto der Leihgabe ist nicht verboten, denn ich denke... daran kann man
beurteilen ob ja oder ob nein....

Nimms leicht, gönne dir ein Likörchen und wir schauen mal drauf...

mit GRüssen Georg

#3 RE: Eine „Leihgabe" – wie findet Ihr das? von Heizer 25.02.2022 13:14

#2 ein Foto der Leihgabe

... ist ein anderes Sammelgebiet und hat nichts mit Modelleisenbahn / altes Blech zu tun.
Da kommen wir zu sehr vom Thema ab. Geschmacksfrage des Sammelns - deshalb eigentlich ohne Foto –
aber auf Georgs Bitte, bitte:



Aus meiner Schreibgerätesammlung (keine Füllhalter, aber Federhalter und alles drum herum).
Die kleine Schreibtischgarnitur war wohl einmal feuervergoldet.... sehr selten mit erhaltenem Tintenfass.

Der Souvenir-Federhalter mit Brieföffner ist aus Bein. Ca. 1910. Der kleine Kreis im Griff enthält ein geschliffenes
Vergrößerungsglas mit einem Foto von Paris. Ansonsten sind Zubehöre aus diversen Zirkelkästen zu sehen,
die nicht zugeordnet werden konnten. Der Zirkel mit fehlendem Einsatz auf dem Federkästchen ist von ca. 1800, erkennbar
an dem facettenartig gearbeiteten Kugelgriff. Im Vordergrund ein Einsatzzirkel mit Flügelschraube um 1840.
Und ganz vorne eine Ziehfeder mit Scharnier zum leichteren säubern, vor 1900.

Viele Grüße
Heizer

#4 RE: Eine „Leihgabe" – wie findet Ihr das? von Sackbahnhof 25.02.2022 13:37

Hallo Heizer

wenn man eine bessere Hälfte hat, sollte man auf sie hören! Natürlich sollte man auch auf den kleinen Teufel auf der rechten Schulter hören!

Dann solltest du in dich gehen, wo es ganz ruhig ist und für dich selbst entscheiden.

Wenn man etwas ausleiht, dann muss man sich bei der Übergabe von dem Stück so trennen, das es keine Rolle spielt ob man es,
in welcher Form auch immer, zurück bekommt.

Wenn man etwas ausleiht, muss man dem ausgeliehenen Stück die gleiche Wertschätzung und Pflege geben, die man der Ausleihenden Person geben würde.

Wenn du das Teil nicht abstauben willst und sie ein grosses Geschäft machen will, dann habt ihr was falsch gemacht.

Gruss Domenik

#5 RE: Eine „Leihgabe" – wie findet Ihr das? von ypsilon 25.02.2022 17:56

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Auch ich hüte eine Leihgabe. Ähnlich lang. Aber leider nicht ähnlich klein.

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