Unbekannte Uhrwerkbahn (Autorail Langlaufend), Zweiteiliger VT, Made in Germany (wohl Vorkrieg) Tipp & Co? -.. Joustra scheidet sicherlich aus. Auf der OVP finden sich keinerlei Hinweise. Vielleicht wisst ihr mehr - schon mal danke.
Patrick hat auf den von Dale (gest.) eingebrachten thread "Ein fliegender Hamburger" hingewiesen. In diesem thraed hatte ich in # 3 folgendes ausgeführt:
"Die Wulstschienen = Fahrbahnen dieses Fliegenden Hamburgers und der Distler-Autobahn, 1. Ausführung, sind identisch in der Form und in der Verbindung der einzelnen Fahrbahnen. Sie unterscheiden sich nur in den Farben.
Die Zuordnung zu "Distler" ist zu hinterfragen. - Der Fliegende Hamburger ist in den Distler-Katalogen von 1937 und 1938 nicht enthalten.
- Ich habe den gleichen Triebwagen wie Trader Dale im Originalkarton. Das Deckelbild ist nicht gemarkt. Alle anderen mir bekannten Deckelbilder von Distler der 1920er und 1930er Jahre sind gemarkt. Warum ausgerechnet dieses Deckelbild nicht ?
In Altes Spielzeug, Heft 5/2021 habe ich die Distler-Autobahnen vorgestellt. - Die Nachkriegsausführung ist zweifelsfrei von Distler. Das Deckelbild ist gemarkt, die Autobahn ist in einem Distler-Katalog von ca. 1950 enthalten.
- Gerhard Walter, ein im allgemeinen kenntnisreicher Autor, schreibt die Autobahn NBN zu (Nürnberger Blechspielwarenfabrik, vormals Georg Levy). (Deutsches Blechspielzeug, AS Verlag 1956, ISBN 3-905111-13-6, Seite 173.) Er ignoriert, daß das zur Autobahn gehörende Auto zweifelsfrei das von Distler als "Sportcoupé" bezeichnete Auto Nr. 721 ist, enthalten im Distler-Katalog von 1938.
- In AS 5/2021 habe ich geschrieben: "Es ist nicht auszuschließen, daß NBN eine Autobahn entwickelt hatte, dann aber doch nicht fertigte und daß Distler die Werkzeuge für die Fahrbahnen übernahm und die Autobahn mit dem neu entwickelten Umkehr-Auto auf den Markt brachte. Oder umgekehrt: NBN brachte die Autobahn mit von Distler bezogenen Autos auf den Markt. Nachweise in Katalogen fehlen. Lassen wir es offen"
Es spricht zwar manches dafür, daß der schöne, kleine und seltene Fliegende Hamburger von Distler ist. Doch es ist ebenso möglich, daß er von NBN (oder von wem auch immer) entwickelt und auf den Markt gebracht wurde. Ich lasse es so lange offen, bis Nachweise in Katalogen oder andere belastbare Nachweise vorliegen."
einem Beitrag von 1956, der ein Distler Auto nicht erkennt, nehme ich auch nicht ab, dass die Zuordnung zu NBN gründlich recherchiert war. Demgegenüber stehen eindeutig solche identischen Details wie die Räder, die Wulstschienen, und deren Verbinder. Eine unbelegte anderslautende [Fehl]-Zuordnung oder eine fehlende Marke sollte n.m.M. nicht diese handfesten Indizien aufwiegen. Ich möchte dsehalb dafür plädieren, die Packung Distler zuzuschreiben.
Zumindestens ist eine Zuordnung zu "Distler" sehr viel wahrscheinlicher als die Zuordnung zu "Unbekannt" oder "NBN": Die Wulstschienen müssen aufgrund der Identität mit der Distler RAB mit ziemlicher Sicherheit auch bei Distler gestanzt worden sein. Das macht Distler auch ohne Katalognachweis mit Abstand zum Hauptverdächtigen. So viele Kataloge von Distler sind ja auch nicht überliefert, dass es da nicht noch große zeitliche Lücken gäbe.
PS: Insbesondere späte Packungen der Distler RAB sind ungemarkt. Es spricht also prinzipiell nichts dagegen, wieso eine ungemarkte Packung eines Fliegenden Holländers nicht auch von Distler sein könnte.
PPS: Was mir gerade bei der Lektüre der Distler Kataloge auffällt: Auch die Distler RAB taucht in keinem der bekannten Distler Kataloge auf. Lediglich der zur RAB dazugehörige Wagen 721 ist im 1938er Katalog abgebildet. Es ist daher nicht verwunderlich, dass auch der hier vorgestellte Fliegende Holländer in den bekannten Distler Vorkriegs-Katalogen 1928, 37, und 38 nicht vorkommt. Die Abdeckung der bekannten Kataloge ist einfach zu lückenhaft.
Müssen wir wegen der fehlenden Abbildung nun auch die Distler RAB analog zu den Überlegungen von #6 als "Unbekannt" einstufen? Ich denke nicht. Selbiges gilt m.M.n. auch für den Fliegenden Holländer.