Hallo zusammen, vor einiger Zeit habe ich einen dreiteiligen Triebzug bekommen, der Ende der 1950er Jahre gebaut worden ist. Heute ist der Erbauer mittlerweile ein älterer Herr und er trennt sich von seinen Selbstbauten. Ihm war damals der Preis für einen roten Märklin 3025 von 85 DM zu teuer, er baute ihn dann mit Unterstützung von einigen wenigen Märklin Ersatzteilen, den Gussturmteilen mit Fahrwerk, selbst. Die Jakobsdrehgestelle änderte er komplett ab in Dreiachsdrehgestelle, eine Eigenkonstruktion die sehr gut läuft. Auch verwendete er andere Drehgestell Blenden für die jeweils drei Achsen. Die Bodenteile des Triebzuges bestehen aus 2 mm Stahlblech, die Aufbauten aus 1 mm Messingblech. Die Fensteröffnungen sind etwas höher als beim Original, auch die Dächer haben an den Enden eine rundere Form, jedes Gehäuse besteht aus einem Stück Messingblech. Der Motor ist dem originalen Märklin Motor exakt nachgebildet und besteht komplett aus vollem Messing, er ist als Gleichstrom Motor mit Permamagnet konstruiert, er hat damals alles auf seiner Drehbank hergestellt und mehrere gleiche Motore gebaut. Die Anker der Motore hat er komplett selbst gebaut, die Ankerbleche selbst geschnitten und nachher abgedreht und die Anker auch selbst gewickelt. Auch die Pertinaxplatte der Bürstenhalterung ist Eigenproduktion, die Bürstenführungen sind Märklin Ersatzteile von damals. Sie sind kleiner als beim Märklin Vorbild und nur für die kleineren Kohlen und Bürsten geeignet, nicht für die größeren Bürstenpaare der alten großen Märklin Triebwagen und des alten Märklin Krokodils CCS 800/3015. Der Messing Gleichstrom Motor läuft sehr gut, war aber von ihm in späteren Jahren mit einem Lenz Decoder digitalisiert worden. Den Lenz Baustein habe ich entfernt und durch ein Elektronikrelais Uhlenbrock 55 500 ersetzt. Dadurch konnte ich auch das vorher nicht angeschlossene, aber vorhandene Wechsellicht weiß/rot anschließen, dass auch der Märklin Triebzug 3025 hat. Auf eine Innenbeleuchtung habe ich vorerst verzichtet. Der große Unterschied bei diesem Eigenbau zum Vorbild Märklin 3025 besteht darin, das der Motor im Mittelteil des Triebzuges eingebaut ist und nicht im vorderen Wagen. Beide mittlere Jakobsdrehgestelle sind angetrieben. Er hat auch die alte Kardanantriebsart der Märklin Triebzüge von 1948 - 1950 gewählt, runde selbstgebaute silberfarbene Kardanwellen und Antrieb mit schmalen Radtriebschnecken. Die beiden dunklen Aufhängungsteile vom Wagen zum Turm sind Märklin Teile, aber in einer anderen Befestigungsart von ihm ausgeführt. Zwischen Motor und Fahrzeugboden habe ich eine schmale Pappeinlage eingefügt, sie mindert etwas die Vibration des Motors zum Fahrgestell, den nach Aufbau des Mittelgehäuses ergibt sich durch die Resonanzwirkung des Messingblech Gehäuses ein kerniger "Dieselsound". Die Sound Ähnlichkeit zu einem Digitalsound ist nicht von der Hand zu weisen. Die Durchzugskraft bei diesem schweren Triebzug ist beachtlich, bergauf kein Geschwindigkeitsabfall, das Gewicht des kompletten Triebzuges liegt bei 1.500 g, er ist keine Märklin Rennmaschine. Bei der Farbgebung habe ich nur das Dach neu lackiert, hier waren im Laufe der vergangenen Jahrzehnte einige größere farbliche Ergänzungen erfolgt, die sich alle farblich in den Jahrzehnten verändert hatten. Zusätzlich habe ich an den Dachrändern silberne Steifen aufgebracht, damit ein gerader Dachabschluss vorhanden ist. Die hellen Dekorstreifen am unteren Rand wurden auch zusätzlich von mir angebracht. Am kompletten Triebzug wurden neue Scheiben eingebaut.
Hier einige Bilder auch vom Innenleben des Zuges und des tollen Motors:
Der Ursprung
Das alte Innenleben
Die Unterseite
Lackierung der Wagendächer und ...
Die fertigen Gehäuse
Der Motor mit einem dahinter liegendem Märklin Anker zum Vergleich, darunter die selbstgebaute Bürstenführung mit einer Märklin Bürstenführung als Vergleich.
Der selbstgebaute Motor von allen Seiten.
Eine Märklin Feldwicklung hinten als Breitenvergleich mit dem Permamagnet im selbstgebauten Motor.
Ich finde, dass der Erbauer dieses Triebzuges hier eine ganz tolle Leistung vorgelegt hat.
Ganz tolle Arbeit! Aber wenn ich die Einzelteile so ansehe, bezweifele ich, dass der Erbauer damit unter dem Preis von 85.-DM von Märklin geblienem ist. Ganz abgesehen von dem erheblichen Arbeitsaufwand. Wegen der Schönheit der Arbeit hat es sich m.E. doch gelohnt. Grüße, elaphos