Freunde und Fleischmann Spur 0 Sammler Kann mir jemand mal den Schaltplan dieses Fahrgerätes zukommen lassen. Besonders interessiert mich die Gleichrichtung. Gibt es da zu der Graetzbrücke noch einen Glättungskondensator und wie hoch ist die Fahrspannung maximal? Schon mal vielen Dank und einen schönen (nebelfreien) Tag Wolfgang
Glättungskondensatoren wurden in den 1950er Jahren zur Funkentstörung eingebaut, und um einen möglichst "idealen" Gleichstrom mit geringen Spannungsschwankungen zu liefern.
Die Funkentstörung ist in den heutigen digitalen Zeiten kaum noch von Belang.
Ein Verzicht auf Glättungskondensatoren hätte den für uns Fahrer alter Modellbahnen mit z.B. dreipoligen Motoren angenehmen Nebeneffekt, dass die pulsierenden Spannungsspitzen einen trägen Motor besser zum Laufen bringen.
Es erscheint also nicht mehr sinnvoll, einen fehlenden oder defekten Glättungskondensator zu ersetzen. Er könnte von Fachleuten mit elektrischen Sachverstand ggf. ausgebaut werden. Natürlich sind die entsprechenden Sicherheitsvorkehrungen zu beachten, die dem Elektriker bekannt sind.
Eine Haftung für diesen Hinweis ist natürlich ausgeschlossen. Eingriffe in elektrische Geräte wie Transformatoren sind Fachkräften vorbehalten.
Habs mal hierhin verschoben, weil es sich ja um eine Frage nach der Elektrik handelt. Den ggf. vorhandenen Glättungskondensator könnte man im Inneren leicht erkennen. Das sind die meist runden oder ovalen Dinger, wo irgendetwas mit nf (Nanofarad) drauf steht. Die Ausgangsspannung ließe sich leicht mit einem Voltmeter am Ausgang messen.
Nach einem undatierten Fleischmann-0-Katalog, der nach beiliegender Preisliste von 1953 stammt, liefert dieser Trafo "505" im Ausgang 14V. Das dürfte auch die maximale Spannung des Fahrstroms sein. Es gibt zwei Gleichstromausgänge: einen, der mit dem Polwender umpolbar ist und einen zweiten (gekennzeichnet mit einer 2 am Ausgangssymbol E-Lok), der nicht über den Polwender geschaltet wird. Soll über diesen eine zweite Lok über eine separate Schienenanlage betrieben werden, "muss die zweite Gleisanlage über einen gesonderten Polwender Nr. 506 angeschlossen werden" (Originaltext im Katalog).
Im genannten Katalog sind auf Seite 14 zwei Schnittbilder des Trafos gezeigt, nach denen es offensichtlich keinen Glättungskondensator gibt:
danke für die Bilder. Ich bin nicht sicher, wann dieses Fahrpult 505 auf dem Markt kam. Das Fleischmann Spur 0 Programm erschien 1949, dieser Trafo dürfte nicht viel jünger sein. Das Fahrpult 505 hat noch einen Zusatzschalter für die Fahrtrichtungsvorwahl.
Hallo Wolfgang,
ich kann nicht sicher sagen, ob im Fahrpult 505 ein Kondensator eingebaut war oder nicht. Eventuell hilft uns ein Hinweis in den Katalogen, ob das jeweilige Fahrpult funkentstört ist oder nicht. Beim Fleischmann Fahrpult 505 habe ich diesen Hinweis nicht gefunden. Ein Kollege wird prüfen, ob hier eventuell doch noch ein Kondensator versteckt ist.
Mit dem TRIX EXPRESS Fahrpult 745 wurde 1953 das erste Fahrpult mit Einknopfbedienung für Geschwindigkeit und Fahrtrichtung auf den Markt gebracht. Dort wurden Kondensatoren eingebaut, die aber nun nach 65 Jahren das Ende ihrer Lebensdauer erreicht haben und sich gelegentlich lautstark verabschieden. Dies war auch der Anlass, die Notwendigkeit der Kondensatoren zu hinterfragen.
Wie geschrieben stammt der Katalog, aus dem die Bilder sind, von 1953. Nach der damaligen Kondensatorgröße können sich eigentlich keine Kondensatoren dort verstecken, beide Hälften des Trafos sind ja ohne Gehäuse gezeigt. Auch findet sich im Katalog an keiner Stelle ein Hinweis auf Funkentstörung. Dass die Umpolung des Gleichstroms bei Einknopfbedienung schwierig ist, habe ich anhand der baugleichen Trafos für die Hamo Straßenbahn und Stube Schwebebahn schon mal an anderer Stelle gezeigt. Die damaligen Kondensatoren müssen nicht unbedingt heute nach über 60 Jahren "verraucht" sein. Es kommt auch auf die Bauart an. So halten Wickelkondensatoren, wenn sie nicht mit überhöhten Spannungen konfrontiert werden, praktisch ewig. Bei Keramikkondensatoren wird es schon unsicherer und Elektrolytkondensatoren (Elkos) sind Problemfälle, aber die sind als Glättungskondensatoren wegen der nicht erforderlich hohen Kapazität in diesem Bereich kaum gebräuchlich. Noch heute gibt es Radios aus den dreißiger Jahren, deren Kondensatoren noch einwandfrei funktionieren. Grüße, elaphos
das haben wir aber in letzter Zeit zweimal miterlebt, dass sich die Kondensatoren des gezeigten TRIX-Trafos verabschiedeten. Vielleicht hängt es mit der Lagerung zusammen ? Lange nicht verwendet, evtl. im Keller aufbewahrt ?
Moin. Ich würde es bei Elkos auf zu lange Nichtbenutzung zurück führen. Dann trocknet das Elektrolyt ein und bei der nächsten Inbetriebnahme gibt es verdächtige Geräusche und Gerüche. Uns wurde seinerzeit in der Ausbildung beigebracht, daß man Elektrogeräte mit verbauten Kondensatoren mindestens einmal jährlich für ca. 1/4 Stunde in Betrieb nehmen soll, damit die Kondensatoren ganz bleiben. LG Steffen
...bei Wickelkondensatoren wäre interessant, ob sie wegen Spannungsspitzen durchgeknallt sind oder die Isolierung aus einem anderen Grund defekt wurde. Bei Elkos habe ich dasselbe gehört.
Freunde Mir ist bisher kein Gleichstromfahrpult bekannt ,was einen Glättungskondensator hat. Hier mal noch eine Info über das alte Trix Gerät: http://www.fremo-hemsbach.de/Mc_trafo_gleich_01.htm. Bei diesem Gerät waren in der ersten Zeit Kondensatoren als Tiefpass eingebaut zur Funkentstörung. Warum ich das alles gerne wissen will kommt im nächsten Kapitel.
Ja, sehr schönes Bild des Trix-Trafos. Allerdings ist im Text ein Fehler: es sind keine vier Diodenstrecken in der Gleichrichterbrücke, sondern vier Selengleichrichter. Als Dioden werden Halbleitergleichrichter (Germanium- oder Siliziumdioden) bezeichnet, nicht jedoch Selengleichrichter. Auch für Gleichrichter-Elektronenröhren ist der Begriff Diode gebräuchlich (Diode ist eine nicht steuerbare zur Gleichrichtung eingesetzte Röhre, im Gegensatz zu den steuerbaren Elektronenröhren wie Triode, Tetrode, Pentode u.s.w.). Grüße, elaphos
Freunde Hier nun der Auslöser meiner Fragerei: http://fleischmann-toys.de/news/html/februar17.html Bei dem Fahrgerät des inzwischen verstorbenen Bernd Höpfner war ich seinerzeit Mitanschieber ( Könntest Du nicht mal,wer denn sonst oder so ähnlich) In diesem Link gibt es meiner Meinung nach viele Ungereimtheiten. Zur Beachtung auch bitte in dem Schaltplan die Ausgangsspanung des Versorgungstrafos : 2 x 20 Volt Wechselspannung. Was meinen die verehrten Forumskollegen????
wofür interessierst Du dich genauer? Ich sehe da nichts besonderes. Das ist ein Fahrregler, mit sog. Zweiweggleichrichtung und elektronischer Reglerstufe statt Schiebekontakt. Vorteile: - Elektronik statt Mechanik (falls Halbleiter richtig geschützt und gekühlt sind) - pulsierende Ausgansspannung für größeres Drehmoment, wie Holger schrieb Nachteile: - die Wärmebelastung ist größer im Vergleich zu Betrieb mit glatter Gleichspannung
Ist das Drehmoment bei pulsierender Gleichspannung wirklich höher als bei glatter Gleichspannung? Die höheren Spannungsspitzen geben m.E. lediglich einen zusätzlichen Anlaufimpuls. Sobald der Motor läuft, müssten Leistung und Drehmoment gleich sein, vorausgesetzt dass die effektiven Spannungen gleich sind. Grüße, elaphos
Weil das Drehmoment zum Motorstrom, bzw. zur Speisespannung proportional ist, deswegen gibt's im Sinusimpulsbetrieb (= Zweiweggleichrichtung ohne Filter) ein pulsierendes Drehmoment, mit höheren Spitzenwerten als in dem entsprechendem Gleichspannungsbetrieb (= gleiche Geschwindigkeit, bzw. Drehzal und gleiche Belastung). Das ist was Elaphos als "zusätzlichen Anlaufimpuls" nannte.
Das kann einerseits bei Anlauf und Langsamfahrt sehr nützlich sein, aber andereseits die Resonanzeffekte des 100 Hertz kann man schon bei einigen alten Motoren hören und die Wärmebelastung ist ca. 1,23-mal höher als in dem entsprechendem Gleichspannungsbetrieb.
Man muß auch zugeben, daß der Faktor 1,23 ist immer noch viel besser als die deutlich höheren Faktoren von Phasenanschnittsteuerung (Thyristoren) oder sogar PWM Impulssteuerung. Von deren Anwendung im Betrieb von alten Spielzeugeisenbahnen würde ich jedem abraten.
...schon wegen der historischen Authentizität. - Und danke für die Fortbildung im Motorenverhalten bei glattem und pulsierendem Gleichstrom. Grüße, elaphos
Sehr gerne! Ein "Analog oder Motor Guru" bin ich leider nicht, aber ich interessiere mich auch für gute und zweckmäßige Fahrregler.
Anbei noch zwei Beispiele, was für Messungen plane ich bezüglich Fahrregler-Betriebmodi und verschiedener Loks, bzw. Motoren. Zur Zeit fehlt mir leider die nötige Zeit dazu, aber früher oder später werde ich das sicher mit mehrerem Loks und Betriebsszenarien ausführen.
In diesen beiden Beispielen liefen dir Loks allein und schön, glecihmäßig langsam. Der Kreis ist groß genug (R760mm) um geringen Widerstand zu leisten. Die Oszi-Aufnahmen zeigen welche Spannungskurven gehörten dazu um das zu erreichen - in erstem Fall mit Einweggleichrichter oder andersgesagt Halbwellensteuerung, - in zweitem Fall mit Zweiweggleichrichter und Ausgangskondensator, also wellige Gleichspannung
Die vertikale Teilung ist 5V pro Linie. Es ist auch interessant zu beobachten wie die Impedanz der alten und einfachen Spielzeugmotoren die reinen Sinushalbwellen verzerrt.
Beispiel-1: Vorkriegs Kraus Lok, 18V System, sie brauchte ca. 20V im Halbwellenmodus und nur durchschnittliche 8V wellige Gleichspannung um den selben Lauf zu leisten.
Beispiel-2: Nachkriegs US Marx Lok, 14V System, sie brauchte ca. 12V im Halbwellenmodus, aber wegen der höheren Stromaufnahme entlehrte sie immer sehr stark den Ausgangskondensator und deswegen die extrem wellige Gleichspannung. Also müßte man für den Ausgangskondensator einen größeren Wert für den Einheits Marx Motoren wählen.