wenn Georg schon so einen interessanten Fragebogen zeigt, dann möchte ich auch gerne eine kürzlich erstandene Besonderheit präsentieren:
TRIX EXPRESS - Preisliste für Frankreich - Herbst 1937 bis Sommer 1938
Leider ist kein Druckdatum erkennbar, um diese Liste genauer datieren zu können. Das Jahr 1938 liegt nahe, evtl. stammt sie auch aus dem Folgejahr 1939 (Frühjahr würde noch passen).
(Edit: wie später erläutert, kann diese Preisliste aufgrund der fehlenden Weichen 25/28 auf den Zeitraum Herbst 1937 bis Sommer 1938 eingekreist werden.)
Auch hier lohnt sich ein genauerer Blick:
- Die Nord-Lokomotive muss hier natürlich unter den Nummer 25/56 aufgelistet sein.
- Die kurzen Schnellzugwagen der deutschen 20/150er Serie fehlen hier, dafür gibt es die besonderen Nord-Wagen für Frankreich unter den Nummern 25/350-353.
- Unter der Nummer 25/701 und 702 verbergen sich halbe Weichenpaare, das gleiche gilt für 25/801 und 802.
- Die Holzbahnhöfe 25/270 und 25/274 hießen links vom Rhein Station Trix-Les Bains und Gare terminus Trix-Ville.
super - danke für's Einstellen, die Nummern sind wohl analog den deutschen Nummern, aber was ist 25/295? im Deutschen Katalog ist die 295 vom Ecktunnel belegt, aber Passarelle heißt ja eher Übergang...auch preislich müsste das eher dem Übergang 20/292 entsprechen
vielen Dank für die Katalog-Referenz - dieser Übergang ist wohl speziell für den Französischen Markt gefertigt worden? Generell fällt auf, dass kein Zubehör aus der Kibri - Schmiede in Frankreich angeboten wurde.
anbei ein Bild meiner Passerelle. Sie ist ungemarkt und hat ein gelbes "Geländer"
Tony Mathewman beschreibt diesen Übergang als Teil der englischen Gebäudeserie ab 1936 " 862 Twin Footbridge". Beige scheint die erste Variante gewesen zu sein, das grau kam dann vermutlich mit den Manyways Gebäuden Grüße
Ich werde in den nächsten Wochen Zugpackungen für Frankreich und Belgien mit den gleichen Katalognummern vorstellen, dessen Inhalte (rollendes Material) dennoch unterschiedlich sind.
ich möchte hier noch die Ersatzteil-Preisliste aus Frankreich ergänzen. Das Thema Frankreich finde ich bei Trix besonders spannend, da es nahezu keine gesicherten Infos zum genauen Zeitraum der Produktion, keine Fotos von Anlagen oder Schauräumen oder der Produktion gibt, wie wir diese aus Deutschland oder England kennen. Auch tauchen Wagen wie der kleine offene graue Kohlewagen in keinem mir bekannten Katalog auf. Weis jemand aus diesem Forum, wann die Kooperation eingestellt wurde? War das mit Kriegsbeginn September 1939 oder schon davor? Immerhin besaß der Kohlewagen schon die Automatik-Kupplung. Liebe Grüße!
In der Tat, das Thema TRIX Frankreich ist sehr schlecht dokumentiert. In letzter Zeit ist sogar der Eindruck entstanden, dass TRIX Frankreich von TRIX Belgien abgegrenzt werden muss. Es gibt einige Überschneidungen, aber auch einige Unterschiede und TRIX Belgien scheint sogar einen größeren Umsatz gehabt zu haben.
Selbst bei unseren beiden Preislisten können wir mangels Druck-Code nur vermuten, ob sie für Frankreich, für Belgien oder gar für beide Verkaufsgebiete gedacht waren. Nur die Katalognummern 25 / 41 / 110 oder 25 / 43 / 110 verraten, dass der Verkauf in einem Gebiet mit 110 V Netzspannung erfolgen sollte, und damit geht es um Frankreich. In Belgien war vor dem Krieg eine Netzspannnung von 130 V üblich.
bei dieser Ersatzteil-Preisliste kann ich recht sicher sagen, dass sie aus Frankreich stammt. Ich habe sie zusammen mit einer Bedienungsanleitung, Gleisplanvorschlägen und eben der Eingangs gezeigten Preisliste bekommen. Diese trägt den Händlerstempel "La Fee des Jouets, Strasbourg" . Ein identischer Satz lag in meiner französischen Güterzugpackung, die aufgrund ihrer annähernd quadratischen Form gravierend von den deutschen und englischen Formaten abweicht. Auch sind die Bakelitgleise "Made in France". Aus Belgien sind mir bisher lediglich deutsche Packungen bekannt, die eine französische Beschriftung tragen. Leider gibt der französische Katalog nicht viel her, da die Bilder teilweise Handmuster zeigen und auch Zugpackungen nicht abgebildet sind. Der abgebildete Güterzug auf Seite 2 zeigt vier Güterwagen, während in der Zugpackung 15/104 nur Platz für drei Wagen war.
... das besondere an diesem Güterzug ist ja auch, dass hier drei alte kurze Güterwagen und ein längerer Modell-Güterwagen kombiniert wurden. In die deutschen Zugpackungen passten entweder vier kurze oder drei lange Güterwagen.
ich muss dich leider enttäuschen. Der Katalog verspricht viel, aber die Realität sieht anders aus. In der französischen Packung finden gerade 3 kurze Wagen Platz. Der Rungenwagen, der im Katalog als vierter Wagen auftaucht, wäre dort gar nicht unterzubringen :(
...aber Du hast vermutlich auch Recht, den in der französischen Zweizugpackung 15/200 waren sehr warscheinlich vier Güterwagen untergebracht. Da scheint neben dem gedeckten Kühlwagen, einem Kesselwagen (da sind mir bisher in fr. Packungen nur Shell und Standard bekannt) und dem offenen Güterwagen wahrscheinlich auch ein Modell-Rungenwagen untergebracht gewesen zu sein.
Die Packung mißt außen in der Breite 42,5 cm und in der Höhe 31 cm. Interessant finde ich, das die beigelegten Kabel keine bei uns übliche Isolierung aus Kunststoff, Papier oder Stoff tragen. Hier wurde lediglich Lackdraht beigelegt. Die Wagen besitzen keine Bleipuffer mehr, sondern schon die kurzen, gedrehten Puffer (ca. 1938?) Die Lok trägt eine schwarze Guss-Bürstenbrücke, wärend bei der Nordbahnlok meines Wissens nur unlackierte Bürstenbrücken verbaut wurden... aber was ist da schon wirklich sicher zu sagen?
... stimmt, mit den gedrehten Puffern dürften die Güterwagen eher aus 1938 stammen. Zu diesem Jahr passen aber eigentlich die unvernickelten Messingschleifer der Lok nicht mehr.
... die unlackierte Bürstenbrücke war mir aufgefallen an der kürzlich angebotenen Packung mit dem Nord-Zug, Lok und drei Wagen.Das Angebot wurde ja inzwischen herausgenommen.
Aufgefallen war mir die unlackierte Bürstenbrücke deshalb, weil ich vor einiger Zeit eine B-Ellok Trix Express 20 052 mit elfenbeinfarbigem Dach, dünnem Fahrgestell und Blechhakenkupplungen erstanden habe, aus Frankreich, in der Nähe, aber etwas außerhalb von Paris. Diese Lok ist völlig unverbastelt, gut erhalten, hat aber eine unlackierte Bürstenbrücke. Weder T.J. noch F.N. Replika, sondern Original TE Zinkkdruckguss. Das habe ich mir bisher nicht erklären können. Wie kommt eine unlackierte Bürstenbrücke an eine in Frankreich befindliche Lok? Ersatzteil-Bürstenbrücken waren immer lackiert, normal schwarz, für die 20/56 rot. Wenn die Bürstenbrücken aber - aus welchen Gründen auch immer - für den Export nach Frankreich schon original, also nicht in Form von Ersatzteil, unlackiert geliefert (werden mussten), dann macht das plötzlich Sinn.
... betrifft den Lackdraht in der französischen Zugpackung.
Diese Art von Lackdraht ist bei "uns" in Deutschland wenig zum Einsatz gekommen. Der Lack hat hat zwar einen hohen Isolationswiderstand, und ist daher prinzipiell sicher gegen Kurzschlüsse oder gar elektrischen Schlag. Andererseits ist die mechanische Widerstandsfähigkeit bescheiden. Dies gilt besonders für die lötbaren Lackdrähte, bei denen der Isolationsüberzug bei ca. 400 °C verbrennt und der Kupferdraht dann mit Einsatz von Flussmittel lötbar wird.
ich habe von fast allen Nord-Loks, die mal im Internet zu finden waren oder in Auktionshäusern angeboten wurden Fotos gespeichert, um bestmöglich abschätzen zu können, was original ist und was nicht. Alle autentischen Maschinen hatten Messingschleifer und unlackierte Bürstenbrücken. Ich habe gerade meine unlackierten Bürstenbrücken mit den lackierten Varianten verglichen und auf Anhieb keine Unterschiede erkennen können. Grundsätzlich war man ja bei Gobin Daude durchaus in der Lage, Gussteile zu fertigen, wie die Gehäuse des Nord-Zuges oder der graue Kohlewagen mit seinen recht filigranen Achslagerblenden zeigen. Vielleicht wurden die Bürstenbrücke auch in Frankreich in Lizenz gefertigt? Wir werden das vermutlich leider nie erfahren. Es ist auch verwunderlich, warum man in Frankreich ebenfalls das Bakelitgleis gefertigt hat, wo doch das deutsche und englische Produkt in die ganze Welt exportiert wurde. Auch das Mysterium wird wohl niemand mehr aufklären können.
zu den nicht lackierten Teilen könnte man sich vorstellen, dass dies mit den vertraglichen Vereinbarungen zwischen dem deutschen TRIX-Werk und der französischen Partner-Firma sowie den Einfuhrbestimmungen / Abgaben zu tun haben könnte.
Die Nord-Lok war ja ein Teile-Mix aus drei Ländern. Eventuell hat Maison Gaudé tatsächlich Ersatzteile wie Bürstenbrücken oder Schleifer selber produziert, weil das so günstiger war.
Für die Erstausstattung passt das aber nicht. Bislang gilt die Annahme, wonach das Fahrwerk mit Motor komplett aus Deutschland zugeliefert wurde. So war das ja auch nach England üblich.
Noch ein Gedanke zur Datierung dieser Preisliste, den ich bereits im Thema TRIX Belgien zur Diskussion gestellt habe. Im belgischen Konvolut von Thomas war eine elektromagnetische Weichen mit Beleuchung enthalten, die in Deutschland ab Herbst 1938 unter der Nummer 20/28 angeboten wurde. Diese Weichen wurden sicher auch nach Frankreich unter der Nummer 25/28 geliefert.
In unserer "TRIX Preisliste für Frankreich vermutlich aus 1938" im ersten Beitrag dieses Themas ist aber noch die alte Weiche ohne Beleuchtung mit der Katalognummer 25/8 genannt. Somit muss diese Preisliste auf den Zeitraum Herbst 1937 bis Sommer 1938 eingeordnet werden.