Ich konnte am Wochenende endlich orginal (Märklin) Wybert Spur 0 Gleise mit dem exotischen 6er Radius bekommen. Listigerweise fehlt natürlich wieder ein 6er Bogen. Nichts leichter als das,wenn man 5 Muster hat. Ich fledderte einige 8er Bögen, bog die entsprechenden Radien,richtete drei Schwellen her und spannte das alles in einer Lehre um die Schwellen zwecks Stabilität zu verlöten. Dieses Verlöten der Schwellen funktionierte überhaupt nicht, bis ich dann endlich merkte,daß die von mir verwendeten Schwellen nicht weißblechkonform verzinnt sind, sondern alitiert, dh. aluminiumbeschichtet. sind. Da ich auf Modellgleis fahre besitze ich nicht viele Blechgleise und finde hierbei Schwellen aus echtem Weißblech und solche die aluminiumbeschichtet sind.
Auf dem untersten Foto ist eine solche "Aluschwelle" abgebildet,die Oberfläche ist deutlich matter als das Weißblechschienenprofil.
die Änderung der Oberflächenvergütung betrifft die Spurweite I nicht mehr. Man kann sie in Spur 0 ab dem 2. Quartal 1939 beobachten. An den Kartons der Gleise ist sie 1939 und 1940 durch ein der Artikelnummer nachgestelltes "N" zu erkennen. Um 1941/42 ändert sich die Oberflächenvergütung noch einmal.
Je nach Lage vorproduzierter Teile findet man heute verschiedene Mischformen.
Viele Grüße
(Nachtrag: Zwischenzeitlich hatte Wolfgang die fraglichen Gleise zur Ansicht zugeschickt. Es handelt sich hier nicht um die oben beschriebene Änderung, die Gleise sind aus der Mitte der 1930er Jahre.)
Moin Wolfgang, - DANKE ! Du hast mich aufgeklärt, was und wofür die 6-Kreis Schienen sind. Auch ich habe nur 5 Stück davon, die 6. Schiene für den Kreis fehlt mir noch . Viele Grüße Wolf Zum Vergrößern auf Bild klicken.
Lieber Lobo - du zeigst aber Uhrwerkgleise. Wybert geht elektrisch. 6er gab es schon lange vorher für Uhrwerkbahnen. Oder sehe ich da was falsch? Luego Botho
Lieber Botho, ich war aufgeregt und vorschnell. Du hast Recht, Wolfgang zeigt elektr. 3-Leiter-Gleise als Wybert. Aber kann es nicht sein, daß es diese Schauanlagen auch für Uhrwerk - und vielleicht viel früher - gab?? Mir sind meine 6-Kreis-Gleise ein Rätsel...Nach der Machart sind das für mich eindeutig Märklin-Gleise. Viele Grüße Wolf PS: ich bin kein "Lobo" mehr, wir haben unsere Zelte in Spanien endgültig abgebrochen - ich bin zu alt für das Klima und Reisebelastung. Du kennst den langen Gehweg im Airport Alicante...Nach 27 Jahren Costa Blanca wollen wir endlich einmal Sommerwetter zuhause genießen...
Freunde Bodo hat hier oder im FAM schon mal was zu den "elektrischen" 6er Radien was geschrieben. Finde es aktuell nicht,vielleicht wiederholt er es hier. Den 6er Radius gab es früher schon mal bei Märklin,ob nur Uhrwerk oder auch elektrisch weiß ich nicht. Der "elektrische" 6er Radius wurde extra für die Wybert Bahnen wegen der schmalen Schaufenster) hergestellt.
Lieber Wolf, also nix mehr Lobo -schade! Ja, Alicante -der Flughafen! Wir sind schon vor Jahren zurück nach Valencia gewechselt. Dort ist einfach alles rundum besser, näher. Zu alt für Spanien? Warum -wir sind doch noch älter und fühlen uns dort pudelwohl. Beste Grüße -bleibt gesund! Botho und Alice
die jetzt aufgetauchten Teile der Wybert- Anlage stammen nicht aus einer geschlossenen Fundsituation. Sie flossen (wie nicht selten geschehen) nach der eigentlichen Nutzung in eine Anlage ein, die weiter ausgebaut und ergänzt worden ist. Man könnte auf die Anschlussschwelle achten. Auch sie sollte die Wybert- Nummer und noch kein "Made in" tragen. Es mag sein, dass Wybert- Anlagen über mehrere Jahre hinweg genutzt worden sind. Aber es war schon dem Charakter nach wohl eine einmalige Werbe- Aktion im Jahre 1935. (vergl. R. J. Legger in AS 2/12, Haan 2012, S. 12 - 19). Einmal abgesehen davon, dass die (Basis-) Maschine RS 66/12920 im Jahre 1939 nicht mehr im Katalogprogramm war (letztmals 1937), hätten die Wagen zu dieser Zeit Ersatzstoff- Puffer gehabt und wären als "Made in Germany" gekennzeichnet.
Der bekannte 8er- Kreis erscheint erst im Jahre 1912. Von 1893 bis in den ersten Weltkrieg hinein war der 6er- Kreis der normale Kreis. Elektrische 6er- Kreis Gleise waren von 1897 bis 1919 im Programm. Sie erscheinen zwar noch 1920 im neuen Hauptkatalog, waren aber nicht mehr lieferbar. (Uhrwerk im Programm bis 1932, danach noch bis 1936 lieferbar)
Abseits des normalen Katalog- Programmes finden wir auch noch später 6er- Kreis Gleise, z.B. in den Bauvorschlägen zu Metallbaukasten Achterbahnen.
hier einige Bilder von ganz frühen Uhrwerk-Gleisen des 6-er Kreises. Zuerst einmal die Gleise mit dem System Parallelstifte und schmalen schrägen Schwellen mit der Bezeichnung 0. Das Kennzeichen, dass die Gleise von Märklin sind, ist der besonders geformte Gleisverbindungsdraht, der aufgrund seiner Formung zum Schluß mit einem kleinen Klick in den Schienenfuß zwischen oben und unten einrastet.
Diese Gleise gab es auch genauso wie bei den runden Gleisen in gerade als ganzes Gleis, als halbes Gleis und Viertel-Gleis. Bevor die Schwellen mit der Märklin-Einprägung verwendet worden (kommt jetzt gleich), änderte man das Stecksystem von Parallelstiften zu Wechselstiften.
Es gab auch Weichen. Hier eine Y-Weiche, aber es gab auch Abbiegeweichen für den 6-er Kreis, nur finde ich die im Moment nicht mehr.
Anschließend kamen beim 6-er Kreis die neuen Schwellen mit dem hochgeprägten Märklin-Logo auf den Markt, einmal mittig ein schmales Logo und auf den Endschwellen jeweils das breite Logo. Gleise von jetzt an immer mit Wechselstift-Anordnung.
Bodo Es ist wohl richtig,daß diese Gleise nicht aus einer geschlossenen Fundsituation herrühren. folgende mit der Nummer 78 versehene Wypertteile waren in diesem Konvolut:
Wybert Lok -- Planewagen mit Wybert Aufdruck -- Grüner Rungenwagen für Meridoldosen -- Wagen für dreieckigen Holzklotz mit Werbeaufschrift -- Erga Trafo --5 Stück 6er Bögen mit Aliuminium beschichteten Schwellen -- Tunnel mit Nummer -- Brücke (drei Teile) mit Nummer Anschlußklemmstück ohne Nummer mit " Made in Germany"
Wieso hatten die 6er Bögen aluminiumbeschichte Schwellen,wenn es diese erst ab ca. 39 gab? Anschlußstück mit "Made in Germany" würde dann auch passen. Gab es 39 6er Bögen einzeln zu kaufen?? Bodo,wie ist hierzu Deine Meineung?
Das sind die ersten 6er Gleise, die ich in dieser Oberflächenvergütung sehe. Ich würde sie gerne einmal im Original in die Hände nehmen.
Wir kennen die Vorgeschichte nicht. Vielleicht sind die Gleise aus dem originalen Lieferumfang noch in der (nicht angebotenen) Holzkiste mit den Gebäuden, der Matte und dem Hintergrund und nahmen einen ganz anderen Weg als die jetzt verkauften Stücke.
Wie gesagt, findet man elektrische 6er Gleise noch im Hauptkatalog O 19 (von 1920 (!)) auf der Seite 112. Laut den Preislisten waren sie aber zuletzt 1919 lieferbar ("Verkürzte Gesamt-Preisliste 1919 zu den Haupt- und Nachtrags - Katalogen L und M 1909 - 1915", S. 3), danach nicht mehr. Bei diesen letzten Gleisen aus der Serie werden die Mittelleiter aber noch mit langen Zungen gehalten.
Es war für Märklin kein Problem, Mitte der 1930er Jahren noch einmal (500 x 6 =) 3000 elektrische 6er Gleise anzufertigen. Diesmal natürlich in der Art und Weise der laufenden Serienproduktion anderer Gleise.
Eine Sonderanfertigung zu einem späteren Zeitpunkt dürften nicht diese Stückzahl erreicht haben.
Wir wissen auch nicht, wie Märklin 1939 reagiert hat, wenn man Gleise für eine Wybert Anlage nachbestellt und sich sehr gezielt oder ausreichend unglücklich ausgedrückt hätte.
So oder so sind diese Gleise interessant.
Ich bin nicht der Meinung, dass wir die Wybert Anlagen von einer einmaligen Werbeaktion zu einer über Jahre geführten Serie erklären können, nur weil 5 abweichende Gleise im Umfeld eines unvollständigen Fundes aufgefunden worden sind.
Dies ist ja ein Forum. Warten wir ab, welche Gleise andere Kollegen unter ihrem Wybert Zug haben.
Viele Grüße,
Bodo
(Nachtrag: Die fraglichen Gleise stammen aus der Mitte der 1930er Jahre)
Das, was du da aufgeführt hast, ist erst einmal ein Wissen für uns aktuelle Sammler als auch für solche, die noch dazustoßen werden. Hier kann man später immer wieder einmal nachlesen, was Sache ist. Ich habe zwar einiges gewusst, aber in diesem Umfang und auch von der Zeit her war mir vieles neu.
Bevor Märklin die Buchstaben A bis F ab 1907 in die Schwellen einprägte, erfolgte die Kennzeichnung der Anzahl der Stifte durch eine transluzente Farbmarkierung in gelb, grün oder rot. Diese kann sich auf eine kleine Fläche beschränken oder (besonders in Spur 0) über ganze Schwellen erstrecken.
Bei der Reinigung von Gleisen kann man sich ggf. über die Erhaltung dieser originalen Markierungen Gedanken machen.
zu den von Bodo erwähnten Gleisen mit transluzenten Farbmarkierungen kann ich einige solcher Gleise zeigen, leider nur in Spur 1. In Spur 0 habe ich Gleise mit solchen farblich markierten Schwellen noch nie gehabt, aber solche, die so eine Markierung einmal hatten, die aber iwann entfernt worden sind. Auch bei den nachfolgend gezeigten Gleisen sind zwei dabei, die eine solche Farbmarkierung nicht mehr haben. Desweiteren gab es diese markierten Gleise sowohl nur mit der Ausprägung I als auch Ausprägung mit den entsprechenden Buchstaben. Bis auf das kurze Gleis mit der Markierung F haben alle Gleise noch die alten Drahtbügel ohne die später abgerundeten Hebel für das Einrasten im Schienenfuß.
Die runden Gleise hatten die Buchstaben A, B und C, die geraden Gleise die Buchstaben D, E und F. Die Bilder zeigen die Gleise mit den sich verjüngenden Schrägen nach vorne.
Die Gleise A und D hatten nach links heraus zwei Parallelstifte und die Farbe gelb (inzwischen zu orange bis rötlich mutiert). Die Gleise B und E hatten auf beiden Seiten je zwei Stifte, also vier Stück, und waren auf den Schwellen mit Rot gekennzeichnet. Die Gleise C und F hatten keine Stifte und zeigten auf den Schwellen die Farbe Grün.
Zuerst einmal alle farbigen Gleissorten:
Jetzt Gleistyp A und D (gelbe Farbe mutiert zu orange rötlich)
Der Gleistyp B und E mit roter Farbe
Hier der Gleistyp C und F; beim ersten Bild ist die Farbe entfernt worden und beim letzten Bild ist auch die Farbe entfernt worden und es wurden zwei Stifte nachträglich eingesetzt.
Dann habe ich noch ein Sondergleis mit zwei Stiften auf der rechten Seite und roter Markierung. Auf der linken Seite waren nie Stifte eingelötet worden.
Seit heute kann ich zu dem Thema auch etwas beitragen. Nämlich dass diese Farbmarkierung schon bei den noch älteren Gleisen vorgenommen wurde. Denen ohne Prägung der Spurweite. Hier in Spur 1. Dabei wurden die mittlere Schwelle offenbar komplett mit roter oder grüner Farbe bestrichen. Das muss im Neuzustand richtig geleuchtet haben.
das Folgende bezieht sich auf Spur 1, aber ich denke, im Hinblick auf die Anfangsfrage "Märklin Blechgleis Spur 0" und die nachfolgenden interessanten allgemeinen Antworten zum Märklin Blechgleis kann man diese Sache mit "Kreuzbefestigungsprägung", die anscheinend nur von 1904 bis 1906 angewandt wurde, auch mitteilen.
Im Zusammenhang mit den diversen Ausführungen der Schwellen und der Schwellenbefestigung bei Märklin-Gleisen möchte ich hier die Kreuzbefestigungsprägung zeigen, die nur kurze Zeit verwendet wurde.
Zuerst einmal das Gleis A mit stark schrägen Schwellen, die ursprünglich rückseitig mit der Schiene verlötet wurden.
Dann kamen Gleise, auch mit diesen schrägen Schwellen, bei denen Schiene und Schwelle zusammen in Kreuzform so geprägt wurden, dass beide unverrückbar befestigt waren. Eine Lötung war nicht mehr erforderlich.
Kurz darauf entstanden die nur leicht schrägen Schwellen mit einer einseitig minimalen Erhöhung, so, wie wir die Gleise mit diesen Schwellen heute kennnen. Im Bild zu sehen ist ein ganzes Gleis D als Schaltgleis.
die neue Schwelle ab 1907 und der 8er- Kreis in Spur 0 ab 1912 haben einen gemeinsamen Vorboten im Programm gehabt:
1906 bringt Märklin ein Doppelgleis- Programm heraus.
Vielleicht hat sich hier gerade über die größere Längen gezeigt, dass die stärker geprägte Schwelle verwindungsärmer ist.
Der innere Bogen des Spur 0 Doppelgleises entspricht dem 6er- Kreis, der äußere schon dem späteren 8er- Kreis (wenn auch durch die Verbindung mit einer 6er- Teilung).
Zu so einem Fund aus der ersten Hälfte der 1890er Jahre kann man nur gratulieren. Auf dem ersten Blick sieht man vielleicht nur Rost. Für manch einen Spielzeug- Historiker und Industrie- Archäologen tut sich aber eine kleine Welt auf. Man darf gespannt sein, ob die Schleppweichen eine "I" tragen oder aber noch nicht. Liegt am Grunde der Kiste noch eine "Brems=Signal und Abläute=Vorrichtung"? Hat die Lokomotive die entsprechenden verstärkten Puffer?
Neben dem Drahtbügel wird der Firma Märklin am 25.06.1894 auch die Formgebung der Schwellen durch ein Gebrauchsmuster geschützt (vergl. Bodo Schenck, Zur Frühgeschichte der Spielzeugeisenbahnen aus Ellwangen und Göppingen, Vortrag am 13. Tinplate Forum 1999, S. 15). Diese ist gegenüber der älteren Bauart (auch auf dem Foto zu erkennen) schonender für den Bodenbelag und Kinderhände.