nun bin ich auch unter die Spur-0-Blechbahner gegangen. Heute kam diese Packung an:
Vom Verkäufer wurde hinsichtlich des Alters "30er Jahre" angegeben. Nach meiner Einschätzung waren Lok und Wagen ursprünglich nicht zusammen in einer Packung. Nun habe ich (noch) keine Literatur und bin daher auf das wenige, was ich bei Conrad-antiquario gefunden habe angewiesen.
Eine vergleichbare Lok habe ich Katalog von 1927 bei der Packung 11/348/0 gefunden. Meine Lok kann nur vorwärts fahren und hat im Führerhaus einen Hebel als Feststellbremse. In die Rauchkammertür sind die verschlungenen Buchstaben GBN eingeprägt, am Führerhaus über dem Kesselscheitel befindet sich eine Raute mit den Buchstaben GBN und der Unterschrift Bavaria. Abgesehen von zwei fehlenden Blechlaschen an der Rauchkammertür sitzt ein Antriebsrad locker auf der Achse. Trotzdem fliitzt sie ganz gut ihre Runden, schafft aber mit dem Einradantrieb nicht den ganzen Dreiwagen-Zug. Wie kann ich das Rad fest bekommen?
Den Packwagen mit der Kasettentür und ohne Aufstiege habe ich nur im 1929er Katalog bei der Packung "Elektrische Vollbahn mit Uhrwerk" Nr. 11/358/0 gefunden. Die Personenwagen finden sich in verschiedenen Packungen, z. B. im 1929er Katalog bei den Packungen 11/362/02, 11/362/03 und 11/373/0.
Ein Vorbesitzer wohnte wohl in Leipzig in der Turnerstr. 5. (berichtigt nach Hinweis von Axel in Beitrag #9)
Insgesamt habe ich, wie Ihr Euch denken könnt, meinen Spaß mit dem Züglein. Mal sehen, was die Zukunft noch bringt.
Willkommen im Club! Uffbasse, wie der Kurpfälzer sagt! Kann erschreckende Ausmaße annehmen. Uwe Groll hatte auch so ein Züglein, jetzt ein Museum. Übrigens, falls noch nicht dort, dann mal hin!
Zu dem losen Rad: Loctite ist die Wahl. Vorher reinigen, entweder mit Loctite-Reiniger oder notfalls Bremensreiniger. Ein Tropfen reicht, ob jetzt hochfestes Welle-Nabe oder "nur" Schraubensicherung, beides hat ausreichend Festigkeit. Aber: vorher ausrichten Kurbelzapfenstellung und Spurweite. Wenn noch ein Aktivator verwendet wir, dann ist nichts mehr mit korrigieren. Frag mal in Autowerkstätten oder Mechanische Werkstätten, Schlosserei. Für den Tropfen extra eine Flasche kaufen rentiert sich meist nicht, da das Zeug nur begrenzt haltbar ist.
Hallo Jürgen, die beiden Personenwagen sind Bing 10/57 und der Gepäckwagen 10/58, alle gebaut von 1912 bis 1927. Diese gab es auch in vielen Zugpackungen. Wenn die Dachfarbe der Wagen orginal ist, sind sie aus einer Zugpackung. die Einzelmodelle hatten graue Dächer.
Die Lok ist vermutlich eine 170/2563, gebaut 1912 bis 1915, Aufgrund des Tenders aber eher 1914 bis 1915.
Loctite ist natürlich die Nobelvariante - simpler Sekundenkleber tut es genauso gut. Im Billigladen kostet eine Tube 99 Cent!
Vorteil von Sekundenkleber: wenn's schief ist, kann man das Rad leicht wieder absprengen. Trotzdem ist die Traktion ausgezeichnet!
Bitte nur bei Uhrwerksantrieb oder nicht angetriebenen Rädern verwenden. Angetriebene Räder werden durch Sekundenkleber und Loctite isoliert und bekommen dann keinen "Saft" mehr....
an so etwas habe ich noch gar nicht gedacht, dass man durch das Kleben (ist natürlich logisch) eine Isolierung erreicht.
Zum Sekundenkleber: Kann man machen, dann aber richtig. Loch säubern, unter anderem durch ein spitz gedrehtes Tuch von der Küchenrolle, das man durch das Loch drehend zieht. Und dann: Innen einen Radabstand von 27 mm einstellen. Radposition einstellen. Ein Stück Alufolie, darauf eine Tropfen Sekundenkleber. Mit einem Zahnstocher, bei dem die Spitze etwas entfernt wurde, so das eine kleine Fläche entsteht, in den Sekundenkleber eintauchen und dann diesen winzigen Tropfen an eine Stelle zwischen Rad und Achse einfüllen. Erst einmal hart werden lassen. Nachschauen und nachmessen, ob die Einstellungen richtig sind. Dann mit dieser Methode fortfahren.
Jedenfalls, wenn man Sekundenkleber in das Loch des Rades einfüllt und dann das Rad auf die Achse schiebt, ist je nach Spielraum Achse-Rad ganz schnell Schluss mit lustig. Und dann hat man Mühe, das Rad wieder abzubekommen.
Dünne Klebschichten bilden ein Tunneleffekt aus. Wenn da natürlich dicke Klebschichten sind, dann klar. Aber da funktionieren die aneroben Klebstoffe auch nicht mehr.
Bei meinen elektrischen Loks habe ich mit Loctite bisher keine Probleme gehabt.
Ein schönes Set. Bei diesem sehr guten Zustand ist es sehr unwahrscheinlich, dass Teile getauscht wurden sind. Freue dich einfach. Nun brauchst Du einen Bahnhof, Tunnel, Bahnübergang, Signale, Toilette, Bäume, Männeln usw.....
vielen Dank für Eure Tipps und Hinweise. Jetzt bin ich doch schon schlauer.
Der Besuch des Bing-Museums in Freinsheim (es wird wohl nicht der letzte gewesen sein) hat sicherlich auch seinen Teil zum Beginn mit der Blecheisenbahn beigetragen. Und was man sonst noch so alles braucht? Ein Bild aus dem Museum sagt mehr als tausen Worte
als Ergänzung: Die Straße heißt Turnerstraße und liegt ca. 150 m südöstlich der Altstadt (Altstadtring) bzw. ca. 400 m östlich des Bundesverwaltungsgerichts (früher Reichsgericht). Die PLZ die man erkennt ist die 701 für Leipzig ab etwa 1. Januar 1965 von C 1 in 701 geändert. Als Postleitzahlenbezeichnung viel zu jung für Deine Packung. Ich habe von Arne herausgelesen da wohl einheitlich etwa 1914/1915. Aber vielleicht in 1965 oder nach diesem Zeitraum verschenkt worden. Jedenfalls mit dem Namen kein Spielzeug ohne Geschichte. Das mag ich besonders.
Viel Spass mit dem Teil und Deinem weiteren Ausleben der neuen Sucht.
Mein Beitrag über Sekundenkleber beruht auf einer (peinlichen) Erfahrung: Auf einer Modellbahnausstellung wurden an einer meiner E-Loks die Treibräder locker und drehten durch. Kein Problem: Sekundenkleber ist immer in meinem Werkzeugkasten...
Doch ein Problem, ein großes sogar: Die Lok fuhr dann keinen Zentimeter mehr, obwohl der Motor fleißig drehte!
Zu Hause dann des Rätsels Lösung: Der Kleber hatte die Räder von den Achsen elektrisch isoliert.
habt Ihr Euch mal das Deckelbild genau angesehen ? Ja, eine beeindruckende Signalbrücke. Nicht alltäglich: die beiden Personengruppen sind keine Reisenden, sondern Bautrupps. Die E-Lok ist ein technisches Wunderwerk - wo ist denn der Fahrdraht ???
Die Auflösung: Das Deckelbild ist die Adaption eines für den britischen Markt entwickelten Deckelbildes. Dort hat die Signalbrücke englische Signalflügel. Die Dampflok ist eine typisch britische Lok in grüner Farbgebung. Anstelle der E-Lok ist ein Triebwagenzug abgebildet, der den Fahrstrom von einer Mittelschiene bezieht. Hat es das tatsächlich gegeben ? (Den Scan dieses Deckelbildes habe ich "irgendwoher", deshalb zeige ich ihn nicht.)