Der TED 4, Ausgabe von Dezember 1953, beschreibt auf den letzten beiden Seiten das Thema "Umstellung von Loks (mit Schaltwalze und Schaltmagnet) auf Gleichstrom-Betrieb". Beschrieben wird die anfallende Arbeit und es gibt eine Preisliste. Klar ist die Tatsache, das ohne Fräsen und natürlich einiger Tauschteile nichts ging. Nun ist mir heute eine 20/52 untergekommen, von der ich denke, es ist eine "werksumgebaute" AC-Lok? Es spricht zwar vieles dafür, aber sicher bin ich mir nicht! Woran erkenne ich eigentlich, ob es eine umgebaute AC-Lok ist, oder doch eine 752 von 1953? Das Gestänge ist nicht rot ausgelegt und die Räder noch nicht durchbrochen.
Die Lok war nicht funktionsfähig als ich sie bekam, läuft jetzt aber prima, nur farblich muss ich sie noch ein bisserl aufhübschen. Eigentlich habe ich keine DC-Maschinen, aber hier hab ich mal eine Ausnahme gemacht
Freu mich auf eure Meinungen, Werks-Umbau oder 752-Serie von 1953? Oder gar ein begnadeter Bastler am Küchentisch?
laut Mikado 1988/89 müsste es die TE 752 Lfd. Nr. 1012/1 von 1953 sein. Nach Beschrieb hat die Lok noch die nicht durchbrochenen Speichenräder und das rote Gestänge.
Deine Lok hätte demnach nicht das stimmige Gestänge. Auf dem Bild scheint die Kupplung am Tender grau (1950). Auch musst du noch prüfen ob der Handlauf an der Lok aus Messing oder aus Eisendraht ist. Ist der Handlauf aus Messing, wäre dann das Lokgehäuse Bj. 1950. Ich kann es nicht so genau sehen.
Im Mikado wird die TE 752 ab 1954 mit durchbrochenen Speichenräder beschrieben. Lfd. Nr. 1012/2
Für mich ist deine Lok noch eine Werkseitig umgebaute 20/52
Eine klar definierte TE 752 hat am Motorschild ein Pertinax Lager und die durchbrochenen vernickelten Speichenräder.
Ansonsten ist der Unterschied nicht auszumachen. Sogar die allerletzten Gleichstromchassis wurden aus den Wechselstromchassis zurecht gefräst.
Bild von der TE 752 Mikado Nr. 1012/2
....oder vielleicht gibt es da noch weitere Merkmale die mir nicht bekannt sind!
da hast du mir ja schon mal einige Merkmale erklärt, danke. Für mich ist es ja eigentlich auch ein Umbau, weil noch die vernickelte Steuerung dran ist. Die 3 Handlaufstangen schauen eher kupferfarben aus, das ist aber definitiv kein Rost. Wenn man leicht drüber kratzt, dann schaut das aus, wie Kupferdraht. Die Kupplung am Tender ist grau, vorne an der Lok aber schwarz. Gut, Kupplungen kann man leicht tauschen? Was mich irritiert ist, im TED4 steht beschrieben, welch ein "enormer Aufwand" betrieben werden muss. Bei meiner Lok ist da ein Feilstrich zu sehen, kann aber auch sein, da wurde nach dem Fräsen einfach noch mal "drüber gezogen"? Neue Lager sind bei meiner Lok wohl auch nicht drin/dran? Alles sehr nebulös...
so einen Permanentmagneten habe ich auch bei einer meiner Loks. Ist dann aber die 20/55 E-Lok. Die Lok ersteigerte ich vor vielen Jahren bei Ricardo.ch, bei uns in der Schweiz.
Dazu möchte ich noch etwas nebenbei ergänzen:
- Buco Modellbahnen Diepoldsau Schweiz baute ab 1953-54 Trix Express 20/55 Lokomotiven um für schweizerische Verhältnisse. Buco behielt jedoch die Wechselstrom Variante bei.
- Die Coop Lok 20/55, ebenfalls für den Schweizer Markt, war mit grösster Wahrscheinlichkeit als letzte TE 20/55 ca. 1959 für Rabat-Sammelpunkte erhältlich. Sie ist die einzige 20/55 in der Gleichstrom Ausführung. Diese Loks besitzen alle einen "blanken" Magnetstab, jedenfalls alle die ich bis anhin gesehen habe. Des Weiteren sind diese Loks ab Werk mit Entstörelementen ausgerüstet.
-Coop Lok in Serien-Ausführung ca. 1959
Nun zu der TE 20/55 Lok mit mir unbekanntem Umbau:
So sieht sie aus:
Bei dieser Lok handelt es sich um einen tatsächlichen Umbau aus folgenden Gründen.
- Das Fahrwerk mit dem Buchstaben D am Unterboden sowie das Gehäuse sind aus dem Jahre 1939. - Die durchbrochenen vernickelten Radsätze wurden angebracht. - Die Puffer sind auch speziell und passen in das Vorkriegs-Fahrwerk - Die Schleifer sind ausgewechselt (ca Bj. 1953)
Auch dazu zwei Bilder:
Horst; du kannst ja bei deiner Lok nachschauen ob es am Unterboden eine Markierung gibt. Meines Wissens sind die Gleichstromloks ab 1953 nicht mehr gekennzeichnet. Auch die Puffer kannst du überprüfen.
danke für die Bilder deiner COOP-Lok und dem unbekannten Umbau. Eine COOP-Lok fehlt mir noch, aber "unverhofft kommt ja bekanntlich oft". Ich suche allerdings nicht explitzit danach!
So ein eckiger Magnet ist auch bei der Lok im FAM abgebildet, der sagt mir nichts. Ist das überhaupt ein TRIX-Gewächs?
Mittlerweile habe ich mal eine 20/52 raus gekramt, von der ich sicher vom Verbesitzer weiß, dass er sie 1952 bekommen hat, zusammen mit einer roten 20/55. Die hat Handläufe aus Stahldraht (Magnettest), eine graue Kupplung und lange schwarze Puffer, wie in deiner Abbildung rechts, mit der kleinen angedrehten Spitze dran.
Meine Gleichstrom-20/52 hat sicher Kupferdrähte (auch Magnettest), eine schwarze Kupplung (sicher später mal getauscht) und lange scharze Puffer. Am Chassis befindet sich kein Buchstabe.
Die Tender beider Loks unterscheiden sich fast nicht, bis auf die Pufferform, beide aus Stahl gedreht und beide kürzer, als die Puffer an der Lok, und beide mit grauen Kupplungen.
Was da vllt. mal vor ca. 65 Jahren passiert ist, kann man heute nicht mehr nachvollziehen. Ich denke, meine Lok wurde umgebaut und ist keine Serien-752er. Als Herstellungsjahr kommt wohl eine frühe Nachkriegslok in Frage? Einige Teile wurden aber sicher mal getauscht oder vllt. sogar vertauscht (Tender)?
Egal, den Zweck, warum ich diese Lok angeschafft habe, wird sie erfüllen, wenn sie hoffentlich mal bei einem Trix Stammtisch (Nerfue) über deren Modulanlage darf. Ganz RETRO im Outfit mit 4-achs. Blech-Personenwagen, aber SICHER im Lauf mit der DC-Technik
So einen Perma-Magneten habe ich an einer TE Lok noch nie gesehen. Wurde sowas tatsächlich im Werk verbaut?
Ciao, Horst
sind von mir. Zur Vereinfachung zeige ich das wesentliche Foto hier noch einmal:
Dazu hat mir Horst zwischenzeitlich freundlicherweise geschrieben:
"Hallo Günther, deine Frage nach einem Werksumbau kann man definitiv beantworten... NEIN, kein Werksumbau! Der bei deiner Lok eingebaute Permamagnet ist von der Firma Bürkle. Die haben in den 50er Jahren für allerlei Hersteller verschiedene Permamagnete zum Austauschen, bzw. Umbau auf DC angeboten. Allen voran für Märklin und Trix. Deiner ist so einer, und damit wurde deine Lok 100% sicher von einem Bastler umgebaut. Ciao, Horst"
Vielleicht sind diese Informationen hier an dieser Stelle nützlich und interessant.
ja diese Informationen sind hier an dieser Stelle nützlich. Darum geht es ja in diesem Beitrag. - Wo war, oder wo ist der Standort der Firma Bürkle? - Hat diese Firma nur Händler beliefert, oder auch Private? - War dieser Permamagnet teurer als der einfache Stabmagnet?
Zu diesem Magneten kann ich noch folgendes ergänzen: - hohes Drehmoment bei langsamer Fahrt. - sehr gleichmässige Beschleunigung und konstante Geschwindigkeitseinhaltung (auch bei leichten Berg- und Tal- Fahrten).
Nachtrag: Kurioserweise sehen die Werksumbauten mit unterschiedlichen Klebevarianten der Stabmagneten eher nach einem Bastelwerk aus.
die Bergstraße in Stuttgart Stammheim befindet sich in einem reinen Wohngebiet. Haus Nr. 68 ist ein Mehrfamilien-Wohnhaus mit 7 Briefkästen (laut Google Streetview). Dort können die Magnete nicht hergestellt worden sein. Frage ist, ob Bürkle die Magnete tatsächlich hergestellt oder nur unter seinem Namen vertrieben hat.
Die Bürkle Magnete sind übrigens mehrfach in Miba Magazinen erwähnt worden. Fast zehn Fundstellen. Es muss sogar eine Tabelle gegeben haben, für welche Lok man welchen Magneten braucht.
In meinem Wohnort Stuttgart gab es in den 50-er Jahren einige auf Modellbahnen spezialisierte Händler, die auch selbst Reparaturen durchführten. Zum Beispiel die Firma Optik Geiger. Optiker waren in damaligen Zeiten häufig Feinmechaniker (Brillen, Ferngläser, Mikroskope, Barometer erforderten feinmotorische Fähigkeiten). Genau diese Fähigkeiten - und ein wenig elektrotechnische Kenntnisse - sind erforderlich, wenn man eine Modellbahnlokomotive, die kaputtgegangen ist, reparieren möchte.
Meine Trix Express 756 Lok, die Baureihe 71 in Gleichstrom, war damals (etwa 1960, also vor mehr als 60 Jahren) vom Tisch gestürzt und tat nicht mehr. Äußerlich war nicht viel passiert, aber innen war der Permamagnet in Stücke zerbrochen. Mein Papa hat die Lok zum Optik Geiger gebracht. Ich bekam dann erfreut zu hören, dass die Lok repariert werden könne. Einige Zeit später war die Lok dann wieder da. Und funktionierte wieder. Neugierig habe ich die Lok aufgeschraubt und stellte fest, dass der neue Permamagnet kein Rundstab sondern ein Quader war. Damals war ich etwas enttäuscht, weil das für mich nicht der "richtige" Magnet war. Aber die Lok tat ja wieder... Heute gehe ich davon aus, dass der Optik Geiger damals einen Bürkle Magnet eingebaut hatte.
das Haus schaut aus wie in den 1960ern oder sogar später gebaut? Sollte es tatsächlich schon länger stehen und nur renoviert/ umgebaut worden zu sein, so könnte die eine Garage unten rechts darauf schließen, dass sie früher als kleine Werkstatt gedient haben könnte? Ich würde es daher nicht ausschließen, dass dort mal irgendwas produziert, oder wenigstens montiert wurde! Viele Firmen, auch in BW haben mal klein in der Küche, oder am Dachboden angefangen und waren nicht gleich im Tennishallenformat auf der grünen Wiese!
Außerdem, wenn dir schon aufgefallen ist, dass die Firma Bürkle mehrfach in der MIBA erwähnt wurde, dann würde ich mich freuen, wenn du ein paar Ausgaben nennen könntest. Ciao, Horst
Eine klar definierte TE 752 hat am Motorschild ein Pertinax Lager und die durchbrochenen vernickelten Speichenräder.
Gruss
Armin
und zeigt ein dazu passendes Bild. Diese Werkstoff für ein Lager war mir bisher nicht aufgefallen. Hat der an dieser Stelle besondere Vorzüge? Oder werden hier seine Isolier-Eigenschaften benötigt? Bin gespannt auf eine Erklärung ...
dank Stuttys Zusendung einiger Miba-Nummern, die "Bürkle" erwähnen oder behandeln, habe ich einiges gefunden:
Anzeige aus 11/49
Adresse aus 8/65
Miba 12/50 Einbau Bürkle Magnet in Mä. TM800 (nicht detailiert)
Miba 14/51 Einbau Bürkle Magnet in Mä. TM800 (detailiert beschrieben)
Miba 4/57 Einbau Bürkle Magnet in Mä. CM800
Miba 4 u. 6/59 Multiplex-Steuerung mit Bürkle Magnet und Bürkle Drossel für Mä.-Modelle bei AC und DC Betrieb, und alle DC Hersteller (natürlich ohne Bürkle Umrüstung)
Miba 8/65 Einbau Bürkle Magnet in Mä. BR81 mit TELEX, dazu Bilder div. Bürkle Magnete f. Mä. Loks und eine Tabelle der Verwendungen. Im Text wird weiterhin beschrieben, dass es 2 Bürkle Magnete für alte TRIX Wechselstrommodelle gibt (ein Typ für alle AC Loks außer f. E94 und einen speziellen M. f. die E94), leider aber ohne Bilder. Im Text steht außerdem, ...für den Umbau dieser Modellbahn-Oldtimer besteht aber erfahrungsgemäß kaum noch Interesse.
Miba 7/66 Schwierigkeiten beim Einbau in Mä. CCS800 (3015), Hinweis auf die Fa. Schiek, die den Einbau erledigen kann, auch für DL800 (3010), 3025, ST800 (3017)
Miba 8/68 Universal-Fahrpult f. Märklinisten die DC fahren, erwähnt werden der Bürkle Magnet und die Bürkle Drossel für Loks