... bis zum Beweis des Gegenteils: Diese bahnbegleitende Gebäudeserie ordne ich Papenbrock zu. Warum? Eines meiner Stellwerke weist unter der Bodenplatte einen entsprechenden Namensstempel auf. Papenbrock? Die haben doch diese grauen Lokschuppen für Spur S gebaut. Kann auch sein, wenn man den Angaben in den GHG-Katalogen Glauben schenken darf. Papenbrock? Die hatten doch ein Modellbahnge´schäft in Schönebeck/Elbe und waren Reparaturbetrieb für Piko-Erzeugnisse. Steht auf jeder zweiten Deckelunterseite von Piko-Zugpackungen.
Häufiger ist unter der Bodenplatte dieser Stellwerke eine Marke mit dem Schriftzug "Spezial" zu finden. Aber welcher Hersteller denkt sich die Produktbezeichnung "Spezial" aus?
Die Genauhinschauer werden die Stellwerke in den Schauvitrinen des 53er Noch-Messetstandes wieder entdecken. Und noch ein Detail, welches mich zu Papenbrock führt: Schönebeck/Elbe - der Laden ... Bad Salzelemen - die Beschriftung der Stellwerke (und eines sehr seltenen weiteren Gebäudes). Luftlinienmäßig nicht so weit von einander entfernt.
... zum Beweis des Gegenteils - Papenbrock.
Bin gespannt, ob andere DDR-MoBa-Archäologen weitere Forschungsergebnisse beisteuern können.
Guten Morgen, die kleinen Häuschen weisen durchaus ähnliche Bauteile auf. Hier einige Details verschiedener Gebäude, die möglicherweise vom gleichen Hersteller stammen. Zumindest ist das Mauerwerkspapier identisch. An der Wärterbude findet sich die Kilometerbezeichnung, die auch an den TeMos-Wärterbuden verwendet wurde. Sonst gibt es keine direkte Verwandschaft mit TeMos-Modellen. Dach- und Mw-Papier sind bei TeMos anders (anderer Hersteller? TeMos-eigene Produktion?).
Stellwerk:
Wärterbude:
Unbekannter Hersteller (m.E. kein Eigenbau, da Preisangabe unter der Grundplatte):
Und zu guter Letzt noch das Dach von einem EFH von Hubertus Ethner (Naumburg/S.):
So, nun müssen wir aufklären, wer die Mauerwerkspapiere hergestellt hat. DDR ist relativ sicher. Vor einiger Zeit (oder gar noch aktuell?) gab es die Papiere im beliebten E-Kaufhaus.
Sehr interessant. Die von TeMos verwendete Steinfolie erscheint mir jedoch ein wenig anders. Vielleicht kann ein Mitforist ohne DDR-Brille ein Statement zu den Mauerwerksfolien abgeben. Hier zwei TeMos-Gebäudesockel (Bstg-Aufsicht und Stellwerk):
Guten Morgen, am häufigsten sind die Modelle der Wärterhäuschen zu finden. Hier eine kleine Auswahl mit unterschiedlicher Mw-Folierung und Dachgestaltung. Die Türen sind m.E. alle original.
Der rote "Papenbrock"-Stempel ist leider nur sehr schwach gedruckt:
Wie eingangs erwähnt, kann P. auch der Händler gewesen sein, der diese Gebäudeserie (exklusiv?) verkauft hat. Ähnlich ist es bei den "Hinkel&Kutschbach"-Häusern gewesen, die zwar in Leipzig verkauft wurden, jedoch zugeliefert wurden. (Bei Noch war es ähnlich.)
Irgendwann wird auch dieses Geheimnis aufgelöst ... hoffe ich...
Guten Tag, in Ergänzung hier noch drei Bilder des zuerst gezeigten Pilzstellwerks "Bad Salzelmen" mit heller Mauerwerksfolie. Das letzte Bild zeigt den Anschluss der Stellwerksbediener-Raumbeleuchtung, bei der in die Öffnung im Boden eine treppenhauslange Papprolle eingeklemmt wurde an deren oberen Ende die Fassung mit Lämpchen saß.
Ob es auch ein Reiterstellwerk gab, ist mir nicht bekannt, ausschließen will ich es aber nicht.
Die Variantenvielfalt der einzelnen Gebäudetypen kennt anscheinend keine Grenzen. Jedes einzelne Bauteil wie Dach, Dacheinfassung, Fenster, Türen, Wände, Mauerwerk, Schornstein usw. gibt es jeweils in verschienden Ausführungen.
Hier in Ergänzung mal ein paar weitere Varianten des Wärthäuschens. Es gibt gelbes und rotes Mauerwerk, unterschiedliche Rottönungen, mit und ohne Schornstein, unterschiedliche Schornsteine, unterschiedliche Fensterfarben ... sogar unterschiedliche Fensteraufteilungen.
Hallo Christian, die Gebäude sind m.W. auch grundsätzlich identisch konstruiert: Genutete Eckleisten, eingesteckte Wände aus hartem Karton. Hier am Beispiel des Pilzstellwerks ganz gut erkennen:
Die nicht sonderlich tiefen Nute unter dem Bedienerraum führen zu leichter Demontierbarkeit. Ob's Absicht war?
Im Bild nicht zu erkennen, jedoch eine bemerkenswerte Variante der Kabelführung der in Beitrag #3 bzw. #11 gezeigten Lösung mit eingefräster Nut in der Bodenplatte, ist eine zweifache horizontale Bohrung durch die nur 4 mm starke Hartfaserbodenplatte.
ja, die Gebäude sind von ihrem Aufbau alle gleich. Das hat die Montage erheblich vereinfacht. Und Jahrzehnte später die Demontage, wenn die Kraft des Klebstoffs nachlässt und ein Fenster sich nach innen gelöst hat. Ist eben sehr praktisch.
Die Art der Kabelführung mit zwei horizontalen Bohrungen ist in der Tat ungewöhnlich für diese Stellwerksreihe. Normalerweise ist die Beleuchtung konstruktiv immer über das in die Pappnut an der Bodenplatte eingesteckte Stäbchen - so wie von dir in Beitrag #11 im dritten Bild gezeigt. Am oberen Ende des Stäbchens befindet sich der Leuchtkörper.
Aber das für mich faszinierende an dieser Stellwerksrehe ist, dass die Blockstelle, das Pilzstellwerk und das Standardstellwerk jeweils eine Stellwerksinneneinrichtung haben! Konkret wurde versucht ein elektromechanisches Stellwerk der Bauart "E43 mit Lampenüberwachung" nachzubilden. Der Leuchtkörper am oberen Ende des Stäbchens reicht genau in das Innere des Hebelwerkskörpers. Dadurch leuchten die weißen und roten Lampen des E43. Oben im Hebelwerkskörper befindet sich zusätzlich ein Loch. Durch dieses kann ein kleiner Lichtkegel in den Stellwerksraum gelangen. Das Licht ist durch diese Konstruktion sehr gedimmt und entspricht damit genau der Vorbildsituation. Ein absolut faszinierender Eindruck auf der Moba-Anlage! Jetzt noch ein Bild vom Inneren eines Pilzstellwerkes:
Liebe Freunde, wenn ich das hier so lese würde ich gern ein bißchen Salz in die Suppe streuen. Anbei zwei Bilder von einem Remod-Treppenhäuschen. Das wurde um 1930 gebaut und von der Firma Ypsilon entwickelt, obwohl die gab es um 1930 schon nicht mehr, aber den Menschen dazu und das war Heinrich Jacobi aus Berlin. Soweit denke ich es jedenfalls; genau sagen ob Heinrich Jacobi in seiner Küche der Hersteller war, kann ich nicht. Jedenfalls ist das Haus im Remod-Katalog von 1930 abgebildet, völlig identisch.
Das Haus ist in Spur 0 gebaut und galt als Modellbau. Es besteht ebenso aus Pappwänden, die in profilierte Holzstäbe eingezogen werden. An einer Stelle ist das Dach etwas lose, dort sieht man das Profil. Der Unterbau ist aus Holz (Sperrholz). Ziegel geklebt, Fensterrahmen aus Metall. Dach aus Sperrholz, geschwärzt und besandet. Der Umlauf ist auch besandet. Das ist ganz typisch Ypsilon und wurde seit 1920 so praktiziert. Wie das Treppenhaus gab es weitere Bahnsteig-Gebäude, die mir allerdings original noch nie zugeflogen sind. Ich kenne nur dieses eine Haus und würde gern von anderen erfahren.
Guten Abend, das Salz würzt doch ungemein. Besteht denn die Möglichkeit, ein Katalogbild einzublenden? Nach wie vor steht hinter dem "Papenbrock" ein .
Ja klar, gern. Wie schon gesagt, das sind Bilder aus dem Remod Katalog 1930. Die Firma bestand nur kurz. Meine These ist, dass der Modelleisenbahnclub Berlin davon die Reste übernommen hat und die Gleisproduktion ging 1935 an Erich Herr. Beweisen kann ich es nicht, aber es gibt Indizen. Mit Sicherheit hat dies alles was vor 1935 passierte nicht direkt mit den hier vorgestellten Häusern aus den 50ern zu tun, aber ausschließen kann man es nicht.
Das Bahnwärterhaus nur aus Spaß, es ist auch mit Ziegelpapier beklebt.
Guten Morgen Ypsilon und Lutz (und natürlich auch allen anderen :-) )
Ypsilon, was du hier zeigst und schreibst ist sehr interessant. Ich denke aber auch, dass Remod und die Stellwerksgebäude direkt nichts miteinander zu tun haben. Die Bauart mit Eckleisten in Verbindung mit Papp-/Holzwänden haben mehrere Hersteller angewandt. Teilweise wurden die Wände dann mit Mauerpapier beklebt oder mit Vogelsand/Gries bestreut.
Lutz, bei all meinen Modellen, die ich bisher in meinem Kartongebirge gefunden habe, ist nirgends "Papenbrock" drauf. Die meisten haben keine Kennung, ein paar die "Spezial"-Marke und - du wirst überrascht sein - "Temos".
Guten Abend, wie sich wohl der "TeMos"-Aufkleber unter die Grundplatte gemogelt hat? Das Stw stammt m.E. nicht aus Köthen. Hier zwei Bilder von ähnlichen (Pielz-/Hammer-)Stellwerken, die TeMos hergestellt hat, auf denen deutlich die typischen Unterschiede erkennbar sind:
hier mal zwei Blockstellen an den man sehr schön erkennt, welche Varianten es vom Bauwerk gibt, wenn man die verschiedenen Bauteilausführungen in einer Matrix kreuzt.