Hallo zusammen, ein sehr alter Wagen der Spur 0 von Karl Bub, Nürnberg (KBN) hatte es mir angetan. Die Lithografie des alten Blechwagens gefällt mir sehr gut. Daher habe ich mir einen Vierachser komplett aus Blech im Stil der 1930er Jahre gebaut und ihn mit den entsprechenden Bildern dieses Spur 0 Wagens dekoriert. Als Ausgangspunkte für den Bau habe ich wieder alte desolate Blechwagenteile der 1930/40er Jahre genommen, nur das Dach wurde von mir aus Messingblech geformt. Die z.T. unleserlichen technischen Daten des alten KBN Wagens über dem Zuglaufschild habe ich weg gelassen und dafür eine Rahmenbeschriftung nach Spur 0 Art der 1930er Jahre aufgebracht.
Hier einige Bilder nach dem Vorbild eines fast 100 Jahre alten KBN Wagens:
Es stellt sich aber die Frage, ob es seinerzeit bei der Deutschen Reichsbahn überhaupt so einen Waggon gegeben hat, denn in Deutschland dürfte es damals überhaupt kein Obst aus Kalifornien gegeben haben. Das Obst aus den USA gab es hier nur aus dem Osten des Landes, weil die Beförderung von Früchten quer durch die USA viel zu lange gedauert hat, um es anschließend noch längere Zeit mit dem Schiff zu transportieren.
Hallo Udo, danke für die Blumen, über die Postanschrift Berlin NO 16005 steht in Google:
Übersicht mit KI
"Postbezirk Berlin NO 16" bezieht sich auf ein ehemaliges Zustellpostamt im Stadtteil Berlin-Niederschönhausen im Bezirk Pankow. Die Abkürzung "NO" stand für den früheren Postbezirk Nordost in der Stadt, und die Zahl "16" identifizierte die spezifische Zustellbezirksnummer innerhalb dieses Bereichs, die zur Auslieferung von Post verwendet wurde."
Ich habe mir die Berliner Adressbücher von 1900/1920 angeschaut, aber keinen derartigen Firmeneintrag feststellen können. Es wird sich hier um eine Firma für den Transport von allerlei Früchten handeln, die im damaligen Deutschland und dem angrenzenden Ausland verfügbar waren und nicht durch überschrittenen Reifegrad vor der Ankunft am Ziel schon verdorben waren. Ob es diese Firma wirklich gab oder ob es eine fiktive Namensnennung mit fiktiver Adresse ist, habe ich nicht feststellen können.
Die von Bub verwendete Vorlage stammt von Wagen aus den 30ern. Das Hamburger Handelsunternehmen AFC (Afrikanische Frucht-Compagnie) hatte ab 1930 Kühlschiffe.
Es wurden aber auch schon ab 1912 getrocknete Früchte aus Afrika importiert, also warum nicht auch aus Kalifornien ?
Weil Kühlschiffe mit Früchten aus Kalifornien durch den Panama-Kanal fahren mussten (teuer) und die Ware aus den USA im Jahre 1912 (und danach) sicherlich teurer war als die aus Afrika. Zudem war das afrikanische Ware aus den Kolonien.
Auch in Kalifornien werden Bananen angebaut, sogar besonders gut schmeckende, aber in solch geringen Mengen, dass die Frucht importiert werden muss. Trockenfrüchte werden dort aus Pfirsichen und Pflaumen hergestellt und auch exportiert. Trauben werden restlos zu Wein verarbeitet, weil die Nachfrage nach alkoholischen Getränken seit Generationen zunehmend anhält.
Vor 1945 wurden Bananen aus Mittelamerika mit Kühlschiffen nach Deutschland exportiert, beispielsweise die Marke "Fyffes" (es gibt aus dieser Zeit einen entsprechenden Kühlwaggon von Märklin mit der Aufschrift "Fyffes"), und die Firma ALDI bietet seit etwa 100 Jahren unentwegt diese Bananen-Marke an. Leider gibt es bisher keinen entsprechenden ALDI-Kühlwagen an. Das ist erstaunlich, denn für fast jede Hinterwald-Brauerei gibt es entsprechende Bierwaggons, sogar dann, wenn die Ortschaft überhaupt nicht über einen Gleisanschluss verfügt.