Hi Leute, ich war zu einem Eisenbahntreffen, auf dem auch eine Modellbahnbörse abgehalten wurde, und da konnte ich heute mein persönliches Fundstück des Jahres ergattern!
Diese Laterne!
Das höchst interessante an dieser Laterne ist für mich das Leuchtmittel/die Glühbirne! Das Glas gepresst, in Form einer alten Gaslaterne!!!! Hab ich so noch nie gesehen.
Der Händler meinte, es wäre Kibri, Ende der 50er Jahre. Hat da jmd. nähere Infos? Ich hab bisher nichts finden können!
der Händler hat sie möglicherweise mit der Kibri Lmpe 0/56/6 verwechselt:
Die hat aber eine normale Glühlampe und der Lampenschirm ist zum Aufstecken.
Leider habe ich keine weitere Informationen zu Deinem kuriosen Stück. Zu Kibri findest Du alle H0-Lampen zwischen 1935 und ca. 1960 in unserem Wiki (Wiki:kibri-spur-00-5-3-lampen, nicht jede hat einen eigenen Eintrag)
Es gibt da anscheinend noch mehr. Ob das immer für die Eisenbahn gedacht war, kann ich nicht beurteilen. Habe vor geraumer Zeit 3 Leuchtmittel erworben, die für mich ungewöhnlich waren. Der Verkäufer hat aber fairer Weise darauf hingewiesen, dass sie defekt sind. Werde sie unten öffnen und eine LED reinbasteln.
Zitat von cmnhorsebreeder im Beitrag #5Ich denke auch spontan an eine Beleuchtung für die Puppenstube! Vielleicht weiß Ruth dazu mehr?
Oh je, Claudia. Ich bin primär Kaufladensammler. "Normale Puppenstuben", also Wohnräume, habe ich nur zwei.
Der Glasschirm von Andys "Gaslaterne" würde recht gut - in Kombination mit einer anderen Fassung/Wandhalterung - an die Außenwand einer Puppenstube oder in den Eingangsbereich von einem Puppenhaus passen. Die Lämpchen von Ralf finde ich in der Form sehr typisch für die 1920er/1930er Jahre. (Ich habe genau soetwas im Maßstab 1:1)
In einer Puppenstube gesehen habe ich genau solche Lampen aber noch nie. (Was natürlich nichts heißen soll.) Es ist mir da völlig unvertraut, dass geschlossene und aufwändig geformte Pressglaskörper in dieser Art fest mit der Glühbirne verbunden sind.
Mit Ausnahme der "Stableuchten" (einfache, länglich geformte Glühbirnen aus Klar- oder Milchglas), die es z.B. in Kibri- oder in Günthermann-Blechbadezimmern gibt, sind Puppenstuben-Lampen wohl fast immer mehrteilig (Fassung, Lampenschirm und Glühbirne) und können aufeinander gesteckt oder miteinander verschraubt werden. Echtglas kenne ich da nur bei offenen Lampenschirmen oder -schalen oder bei ganz schlichten Milchglaskugeln. Für Puppenstuben-Lampenschirme hat man statt Echtglas viel häufiger Kunstharz oder Celluloid verwendet und später dann Kunststoff, manchmal noch in Kombination mit Glas.
Für Puppenstuben erscheinen mir diese Lampen hier in der Größe etwas zu klein zu sein. Man hatte da vor 1950 meist etwas größeres, "griffigeres", also Lampengrößen, die mindestens ungefähr im Maßstab 1:10 sind.
mit einem Link ins Nachbarforum sage ich mal: SCHNEIDER, Göppingen, für H0. FAM Klick Im Faden dort finden sich noch andere ungewöhnliche Birnchen...
Bei Coradantiquario ist ein 1964er Schneider-Katalog gelistet. Dort ist auf Seite 3 eine Lampe Nr.13 mit viereckiger Birne gezeigt: Conradantiquario Klick
Ja...aber nur fast, Nils. Diese Laternen im Katalog sind ja winzig, insgesamt nur 4,5 oder 5,5 cm hoch. Für so klein hätte ich die "Pressglas-Glühbirnen" von Andy und Ralf jetzt nicht gehalten. Auf Seite 9 im Katalog sieht man bei den Ersatzbirnen die Formen besser. Das sind ganz schlichte Formen, wie es sie als Glühbirnen auch für Puppenhaus-Beleuchtungen gab.
Die Glühbirnen von Andy und Ralf sind aber wesentlich aufwändiger geformt (und vermutlich auch etwas größer als die Ersatzbirnen im Katalog); das ist etwas anderes. Sie wirken in den Formen antik, aber ich bezweifle etwas, ob sie das auch wirklich sind. Die Messinggewinde wirken zwar schon alt auf mich, aber Messing wird ja sehr schnell dunkel.
Bei der "Gaslaterne" von Andy passt der schlichte Laternenmast im Stil auch nicht so recht mit dem Leuchtkörper zusammen. Zudem schaut es für mich so aus, als ob da oben etwas fehlt oder als ob die Glühbirne nicht weit genug hineingedreht wurde. Es ist auch lediglich die Form des Leuchtkörpers, die an eine Laterne erinnert. Dreht man das Ding aber um, dann ist man wieder bei der Puppenhaus-Deckenlampe, in der Art ähnlich wie die Lampen von Ralf.
Es kommt jetzt auch etwas auf die Größe an, aber ich wage es zu bezweifeln, dass es soetwas in alt für Puppenhäuser überhaupt gab. Das ist kein Spielzeug und es ist vermutlich viel zu klein. Ich halte diese Leuchtkörper für "Nostalgie-Produkte" für Miniaturisten. Dieser Markt ist seit den 80er/90er Jahren völlig unüberschaubar geworden und die Objekte dafür werden immer winziger. Man bekommt da Stilmöbel und Zubehör auch in sehr kleinem Maßstab und durchaus auch aus hochwertigen Materialien.
In Ciesliks Puppenstuben-Lexikon sind ca. 50 deutsche Hersteller von Puppenhaus-Beleuchtungen gelistet (ohne die Hersteller von Zinnwaren). Bei diesen 50 Firmen für "Kleinbeleuchtungen" sind etliche dabei, die auch Lampen für Modelleisenbahnen hergestellt haben. Auf den alten Anzeigen dort ist nirgendwo etwas vergleichbares abgebildet wie diese Glühbirnen von Andy und Ralf.
Und auf den letzten Seiten (page 255) habe ich solche Lampen von Marx gesehen. Nicht genau die Gleichen, aber zumindest einmal einen Fingerzeig Richtung USA.