Hi Leute, ich bin grad am grübeln. Gibt es irgendwie ne Art Schaltgleis, mit der man über Signalsteuerung einen teilautomatischen Zugwechsel (Zweizugbetrieb) ermöglichen kann?
Mir gehts darum, ich hab zwar schon einiges an Waggons, das inzwischen für 3-4 Züge reichen würde, aber bisher nur eine Lok. Das wird sich wohn nächstes Jahr ändern, und da ist die Überlegung, zwei Züge immer im Wechsel fahren zu lassen. Signale mit Zugbeeinflussung gibt es ja. Jetzt ist aber die Frage, ob/wie man diese Signale durch den fahrenden Zug steuern kann? Gibts da Möglichkeiten wie Schaltgleise? Ich kenn jetzt nur die "Schaltgleise" für den Pfeiffwagen. Aber das ist ja nicht das, was ich suche... Hat da schon einer was "erfunden"?
Achja, und was für Material wurde als "Isolierstift" an den Trenngleisen verwendet? Hab gesehen, es gibt zwei Varianten. 1x mit verkürztem/unterbrochenen Mittelleiter und 1x mit unterbrochenen Mittelleiter, wo ein Isolierstift verwendet wurde...
ist gibt ein Schaltgleis von Märklin welches man relativ einfach nachbauen kann. Bei dem ist eine Aussenschiene so Isoliert wie die Mittelschiene. Dazu braucht man dann nur noch einen Anschluß für ein Kabel und Isolierstifte an beiden Enden.
Die Stifte beim Märklin-Schaltgleis waren aus einem schwarzen Hartholz, Baumart kenne ich nicht, und die Schiene an beiden Enden minimal kürzer, damit es keinen Kontakt gibt.
Als Isoliertstifte eignen sich sowohl Hartpapierstreifen (Leiterplattenmaterial ohne Kupferschicht), wie auch runde Spritzling-Reste aus Plastbausätzen wenn vorhanden. Zur Auswahl stehen auch Rundstäbe aus Kunststoff die als Meterware in Baumärkten erhältlich sind.
"Eisenbahnen sind in erster Linie nicht zur Gewinnerzielung, sondern dem Gemeinwohl verpflichtete Verkehrsanstalten..." Otto von Bismarck
Verd.... da war ja was. Stimmt ja. Auslösung bei JEDER Achse... da muss ich nochmal in mich gehen, ob das so möglich ist. Grundsätzlich würden ja kurze Impulse für ne Relaissteuerung reichen...
Jetzt muss ich nochmal nachhaken, du schreibst, es würde auch längere Schaltgleise geben... Hast du davon mal Bilder? Weil ich mir grad die Frage stelle, wie beim langen Gleis die Profile befestigt sind. Beim Progress-Gleis könnt ich mir das noch vorstellen, aber beim Standartgleis würde mir der Rahmen fehlen, den die kleinen Funktionsgleise haben, und dem ganzen Stabilität verleihen.
Groß nen Gleisplan... da wäre nicht viel. Nen Oval mit Ausweichgleis. Dazu zwei Züge, die abwechselnd fahren, jeweils immer vom anderen Zug gesteuert. Müssten beide Züge jeweils die Einfahrweiche und zwei Signale steuern. Ausfahrweiche könnte einfach aufgefahren werden.
Du kennst dich mit Relais aus? Dann wird es auch eine Lösung geben. Mache einen Schaltplan. Wo wie was mit welcher Logik passieren soll. Die Art der Schalter ist der nächste Schritt.
Also ein Oval mit AusWEICHE. Welche Weiche willst du denn nehmen? Hast du eine, die zuverlässig arbeitet?
Hier ein Bild der Schaltgleise aus dem Katalog 1932.
Ich sehe allerdings 3 Punkte bei der Planung einer automatischen Funktion als schwierig an.
Zum einen wird die Funktion mit jeder Achse betätigt, also muss dementsprechend genug Platz sein um die Funktion vor einer weiteren Funktion zu verlassen.
Die Schaltgleise schalten in beiden Richtungen gleich, also werden sie teilweise von beiden Zügen betätigt.
Zusätzlich kommen noch die Weichen und Signale mit ihren einspuligen Magnetantrieben, bei welchen keine eindeutige Richtung sicher zu gewärleisten ist.
Ich sitz grad bei nem langweiligen Geburtstag und komm hier noch nicht weg... kann also derzeit nur im Kopf planen. Ins Detail kann ich erst heut abend gehen.
@Arne Danke für das Bild.
Zu den 3 Punkten... 1: Der Abstand der Kontakte muss die größte Zuglänge überragen, das ist richtig. Aber der Kontakt zu stellen der Einfahrweiche kann unmittelbar vor dieser platziert werden, da seh ich kein Problem. Die Signalrückstellung kann irgendwo nach Ausfahrt des letzten Wagens passieren...
2: Ja, es funktioniert dann nur Einrichtungsverkehr. Da hast du recht. Könnte man m.M.n. nur mit Gleichstrombetrieb ausmerzen.
3: Einspulenantriebe.... Hast du auch recht, zumindest bei den Signalen mit Zugbeeinflussung. Da würde wahrscheinlich der Zug ggf. 2x durch fahren, wenn die Auslösung/Rückstellung mal hängt. Alternativ könnte man die Signale mit Momentkontakt nehmen, und die Zugbeeinflussung auf Relais auslagern...
Soooo, die ersten Gedanken sind zu Bild gebracht... Erstmal die Signalsteuerung für Formsignale mit einfachem Elektromagnet, Typ 13847 (B)
Fahrtrichtung im Uhrzeigersinn. Grün sind die Schaltgleise im Einfahrbereich des Halteabschnitts in Fahrtrichtung VOR dem stromlosen Trennabschnitt der Lok.
Das untere Schaltgleis (Grün) aktiviert Rel. 2, das sich selbst hält. Dieses wiederum aktiviert Ausfahrsignal 1. Über nen weiteren Kontakt würde es den Fahrstrom schalten. (Hier nicht eingezeichnet.) Das obere Schaltgleis (Grün) aktiviert Rel. 1, das sich selbst hält. Dieses wiederum aktiviert Ausfahrsignal 2. Über nen weiteren Kontakt würde es den Fahrstrom schalten. (Hier nicht eingezeichnet.) Das dritte Schaltgleis (Rot) deaktiviert die Selbsthaltung von Relais 1 und 2, und sorgt somit für das Zurückfallen der Signale 1 und 2 auf HP0 und die Deaktivierung des Fahrstroms im Trennabschnitt. Das "rote" Schaltgleis muss weiter vom "grünen" Schaltgleis entfernt sein, als die längste zu erwartende Zuglänge. Zwingend erforderlich: Eine einpolige Verbindung zwischen Weichenstromkreis und Fahrstromkreis. (Ggf. innere Beschaltung der Transformatoren beachten!!!)
Was mir jetzt grad Gedanken macht, ist die Steuerung des Weichenantriebs! Ein Doppelspulenantrieb würde vieles vereinfachen,... haben wir aber nicht. Jeder Impuls legt die Weiche in die andere Richtung um. Sprich, bei normalem Schaltgleis würde bei jeder Achse die Weichenlage wechseln. Ein Schalten über Relais 1/2 wäre wünschenswert, würde aber bedeuten, das der Weichenantrieb für die Zeit der Selbsthaltung ebenfalls dauerhaft bestromt wird. Ich hab keine Idee, wie lange das die Spulen des Antriebs mit machen. Es fehlt hier ein "Zeitglied", das den Weichenstrom nach 1-2 Sek. abschaltet. Dafür hab ich noch keine Lösung.
@Ypsilon, zuverlässig schaltende Weichen? Weiß ich noch nicht. Ich hab 4-5 Weichen, die ich getestet hab. Aber mir fehlt noch das Stellwerk und die Kabel mit den passenden Steckern. Die sind im Zulauf. Wenn die da sind, kann ich die Zuverlässigkeit überprüfen.
auf deiner Zeichnung sieht man die 2 getrennten Transformatorspulen für Wechselstrom mit gemeinsamer Masse, einmal für den Fahrstrom und einmal für den Schaltstrom.
Mein Vorschlag dazu wäre ein zusätzliches Netzteil für Gleichstrom bei welchen der Minus ebenfalls mit der Masse der anderen verbunden wird. Dann könntest du normale Relais aus der Industrie verwenden und Zeitrelais wären dann kein Problem mehr.
Ach Verd...., vergess ich immer wieder, das die mit AC unwillig schalten. *grmpf*
Aber der Hinweiß war nicht schlecht. Bin aber den anderen Weg gegangen, und hab Modellbahntypische Zweispulenrelais (Bistabil) geplant.
Vorteil: AC-Tauglich, Relais 3 entfällt, KEIN DC-Netzteil nötig, Verdrahtungsaufwand geringer, und ich behaupte mal, die Relais sind günstiger und einfacher zu beschaffen.
ich denke, das hier Relaisschaltungen mit Selbsthaltung viele Probleme lösen. Ein Kammrelais mit zwei Kontaktsätzen wäre dort zu nutzen. Vor der automatisch zu stellenden Weiche befindet sich ein kurzes Schaltgleis. Mit der ersten Achse auf dem Schaltgleis zieht Relais Nr 1 an und schaltet das Schaltgleis durch, die Weiche um und das Schaltgleis weit hinten im folgenden Gleisabschnitt aktiv. Ist der Zug an diesem zweiten Schaltgleis angekommen, schaltet die erste Achse wieder das zugehörige Relais Nr 2. Das Relais Nr 2 schaltet nun zum einen das erste Relais ab (Relais Nr 1 spannungslos, damit für Folgezug wieder nutzbar), die folgende Weiche wird geschaltet und das Schaltgleis Nr2 wird durchgeschaltet usw ... Damit wird immer nur die erste Achse zum Schalten genutzt. Egal wie viele Achsen folgen. Der Abstand zwischen beiden Schaltgleisen muss nur länger sein, wie der längste Zug. Ich hoffe das ist ein wenig verständlich. Zu dem Thema mit AC oder DC: man kann die AC-Verorgung belassen und an jeder Weiche einen Brückengleichrichter installieren. Kostet nicht die Welt. Dadurch bleibt die vorteilhafte AC-Übertragung über Langstrecke erhalten und die Weichen schalten trotzdem sicher. Wenn man nun noch einen Kondensator zwischen Gleichrichter und Weiche schaltet, werden diese mit steigender Spannungflanke umgestellt. Das sorgt nochmal für den "Tritt" in die richtige Lage. Viele Grüße Roman
"Eisenbahnen sind in erster Linie nicht zur Gewinnerzielung, sondern dem Gemeinwohl verpflichtete Verkehrsanstalten..." Otto von Bismarck
Du meinste ne Schaltgleisabschaltung,... macht Sinn. Muss ich mal weiter drüber nachdenken. Es ändert aber m.M.n. nicht das Problem der Dauerbestromung des Weichenantriebs. Das macht mir grad mehr sorgen.
Die AC-Steuerung der Weichen würde ich gern beibehalten. Sie hat nämlich noch einen weiteren Vorteil. Die Möglichkeit der Eindraht-Steuerung. Märklin Spur 0, Reparatur von e-Weichen
Wenn die Weiche parallel zum Relais hängt, wird sie nur einmal kurz beim auslösen durch den ersten Radsatz "bestromt". Danach wird sie vom selbsthaltenden Relais weg geschaltet
"Eisenbahnen sind in erster Linie nicht zur Gewinnerzielung, sondern dem Gemeinwohl verpflichtete Verkehrsanstalten..." Otto von Bismarck
Als Antrieb kann man ja den Schaltstrom von der Schiene nehmen, d.h. die Walze dreht sich nur dann weiter, wenn ein Zug auf dem oder jenem Gleis steht. So bekommt man auch eine Zeitverzögerung hin und damit einen ruhigeren Betrieb. Wenn das Ganze dann noch im Gegenverkehr abläuft kommt man mit zwei Federweichen hin und muss sich um deren Stellung keine Gedanken machen. Federweichen baut man sich aus den Wurfhebelweichen der 30er Jahre von Märklin, denn Originale sind rar.
Boah!!!! VERDA.... AXT!!! Du hast mir grad die Augen geöffnet, und die Sinnlosigkeit des ganzen Unterfangens hier dargelegt!
Stichwort 66er Schaltung!!!
Ansonsten war ich mit der verzögerten Weichenabschaltung inzwischen hier angekommen.
@ Ypsilon. Die Lösung mit der Schaltwalze hat tatsächlich Stil! Der grooooße Vorteil, den du da benennst, ist die Ruhe, die da rein gebracht wird. Für Federweichen würde ich jetzt wohl nur ganz normale Handweichen nutzen, und an dem Umstellhebel ne Feder einhängen. Letztendlich aber ist auch dieses Vorhaben nur für 700er Schaltung brauchbar.
EDITH: Stimmt ja, man kann das Umschaltrelais ja blockieren... Bin grad kurz ins Schwitzen gekommen....
Die 66er Schaltung legst du im Vorwärtsgang fest. Oder du nimmst schlicht eine Lok mit Handumschaltung.
Federweiche.... normal genügt der Hebel wie er ist und dessen Gewicht. Aber mitunter schnippst er in die Gegenrichtung, wenn man mit zu viel Schwung fährt. Dann reicht auch ein Anschlag zur Verhinderung des Überschlagen. Also ein Draht oder etwas Pappe.