Wie ich schon angedeutet hatte,sind mir ja in der Bucht 2 Dampfer in den Einkaufskorb gesprungen. Die erste ist wirklich super detailiert gebaut und auch sauschwer,bringt mit Tender so an die 7 Kilo auf die Waage,und ist mit 03002 beschriftet. Die zwote ist nicht ganz so perfekt gebaut,und gröber gestaltet,und trägt die Nummer 03001
Wie bereits beschrieben,hab ich in dieser Lok die beiden Blaupausen im Kessel gefunden. Nun hab ich aber hier beim Schmökern herausgefunden das Rolf Stephan seine Loks immer nur mit Antrieb auf einen Radsatz ausgerüstet hat,und auch nur für 2 Schienen 2 Leiter. So ist es auch bei dieser Lok.
Könnte es also vielleicht sein,das das Laufwerk komplett von Stephan ist,aber das ganze Blech oberhalb und der Tender nach Zeichnungen von Rehse entstanden sind ? Ich meine,möglich wäre es ja.
Lok 1 ist für Zweischienen 2 Leiter gebaut,hat 2 Motoren die mittels Kegelradgetriebe und Schnecke den mittleren Treibradsatz antreibt.
Lok 2 ist für Dreischienen 2 Leiter gebaut,hat ebenfalls 2 Motoren,allerdings ein Getriebe welches über ettliche Zahnräder alle drei Treib-und Kuppelachsen antreibt.
Hallo René, schöne Modelle die du uns hier zeigst. Anscheinend wurde zumindest Lok 1 nach dem Bauplan von Rehse gebaut, hier würde ich mir noch ein paar Bilder der Lok wünschen um besser vergleichen zu können. Mit den Modellen von Stephan hat das aber nichts zu tun, da bin ich mir sehr sicher. Was dort gebaut wurde spielt in einer anderen Liga. Außerdem scheint dein Modell dafür zu alt. Eine 03 nach dem Rehse Bauplan habe ich auch, ich werde morgen mal Bilder von machen und hier zeigen.
Ja,dein Einwand mit Stephan klingt für mich jetzt plausibel. Ich hab hier noch irgendwo nen Meter Flexgleis rumfliegen,da werd ich die Loks mal draufstellen und genauer vermessen und Fotos machen. Auch möchte ich ja herausfinden,welchen Radius die beiden gefahrlos durchfahren könn(t)en.
Zum Antrieb bei Lok 1 hab ich ein Patent gefunden,welches Liebmann anmeldete. Bei Liebmann-Lokomotiven, die vor dem II. Weltkrieg ausgeliefert wurden, war bereits dieses Prinzip, nämlich die Verwendung eines Gleichstrommotors mit Permanentmagnet, verwirklicht. Das lag wohl daran, daß bei Liebmann Ende der 1930er ein kleiner Gleichstrommotor mit Permanentmagnet zur Verfügung stand, der später als sog. Wehrmachts-Motor bekannt wurde.
Zitat "1. Elektrisch betriebenes Spielzeug, insbesondere elektrisch betriebene Spielzeugeisenbahn, mit Fernumsteuerung, gekennzeichnet durch die Verwendung gleichstrombetriebener Motoren von Zylinderform mit im Vergleich zur Mantellänge des Zylinders kleinem Durchmesser, die einen permanenten Magneten, vorzugsweise aus Tromalit, enthalten und deren Bürsten an einer Stirnseite des Zylinders angeordnet sind."
Quelle:Deutsches Reichspatent DE 812 293
Dort abgebildet ist auch eine Lok ( 2achsig ) wo der Einbau des Motors gezeigt wird.Antrieb über Kegelradgetriebe und senkrechtstehender Welle mit Schnecke auf einen Radsatz. Bei großen / schweren Loks konnten auch 2 gegenläufige Motoren eingesetzt werden. Ganz so wie bei meinen. Hat sich also der damalige Erbauer an Liebmann-Antrieben orientiert? Ich hab die Motoren mal ausgebaut,die Kabel waren ja eh ab und muß ich neu machen.Auch davon mach ich mal Fotos. Clever gelöst finde ich übrigens die Stromabnahme.Diese geschieht über die federnd anliegenden Nachbildungen der Bremsbacken auf allen drei Treib-Kuppelradsätzen und zusätzlich über Schleifer vom hintersten Radsatz des Vorläufers.
Sehr Interessant. Auffällig bei Deiner Lok ist natürlich sofort das Gestänge,welches doch sehr grob ausgearbeitet wurde.Bei meiner widerum ist dieses extrem fein. In anderen Beiträgen von Dir ( BR 64 und BR 80 ) hast Du ja auch ein paar Hinweise gegeben,die so auch bei meiner Lok vorhanden sind.Gefederte Hakenkupplung,von unten eingesetzte Beleuchtung,schwarzer Kreutzkopf,Stromabnahme über die Bremssohlen,Trittstufen aus Riffelblech,angesetzte Luftpumpen,Generator,Dampfpfeife,Radsätze mit exaktem Durchmesser und Speichenanzahl,Antrieb auf einen Radsatz u.s.w. Das würde wieder alles für Rolf Stephan sprechen. Hmmm..ich hab echt keine Ahnung wer das gute Stück damals nun wirklich gebaut hat.
Hab aber mal in den Tiefen meiner doch recht großen Literatursammlung gekramt und etwas über das Original gefunden.
Lok 03256 wurde in Wildau mit der Fabriknummer 10508 gebaut und im Juli 1936 an die DR ausgeliefert.Im Herbst 1936 dem BBW Wiesbaden zugeteilt und ist nach dem Krieg in der SBZ geblieben und in Oebisfelde beheimatet gewesen. Das Modell dürfte also irgendwann in diesem Zeitraum entstanden sein. Ich hab die Lok mal vermessen ( soweit möglich ). Sie ist wirklich exakt im Maßstab 1:45 gebaut worden.LÜP,Zylindermittenabstand,Raddurchmesser,Speichenanzahl (21 ),Höhe über Schienen bis Mitte Kessel,Pufferhöhe,Gesamthöhe,Gesamtbreite....alles passt perfekt. Achja,selbst die Vorreiber und der Zentralverschluß der Rauchkammertür sind voll beweglich.
Danke auch nochmals für die Zeichnung von Rehse..da steht ja " Nur für 4Meter Schienendurchmesser. "Ok,dann bleibt also doch nur die gerade Strecke im BW...naja..wenigstens etwas. Bilder von meiner LOk folgen noch.
Hallo René, nicht jeder hatte zur damaligen Zeit Zugriff auf gefräste Teile um das Gestänge seiner Lok optimal darstellen zu können. Oftmals wurde auch nur der Bauplan als Basis für einen Eigenbau genommen. Deine 03 scheint aus Bauteilen (Bausatz) der Firma Rehse entstanden zu sein. Auch die Art der Räder/Achsen sprechen dafür. Im Rehse Katalog Nr. 18 wurde ein entsprechender Bausatz angeboten.
Auch bei der kürzzlich hier gezeigten 43er von Rehse schien es, dass die Rauchkammertür zu öffnen ging.
Ich bin gespannt auf weitere Bilder, bis dahin Torsten
Japp,diese Motoren sind in beiden Loks verbaut,und auch Liebmann / Stadtilm hat solche in ihren Loks. Hier mal ein Bild.Leider ist nicht mehr viel zu erkennen.(Bei allen nicht,aber sie funktionieren.)
@Torsten
Ja,Bausatzteile,das könnte sein.
Ja,die Rauchkammertür geht auf,aber ich werd da in Zukunft die Finger von lassen...des is dermaßen filigran gearbeitet..und dann ich mit meinen Lokschlosserpfoten...
vielen Dank das Du uns dieses tolle Modell im Detail zeigst. Teile von Rehse sind definitiv verbaut worden, das fertige Modell weicht aber, wie fast immer, vom Bauplan ab. Das ist bei meiner 03 nicht anders. Außerdem kommt es auch drauf an wann das Modell gebaut wurde. Zum Beispiel gehörten 1939 zum Grundbausatz auch die Rahmenwangen, im Katalog 18 von 1952 werden die nicht mehr mit angeboten. Auch hat sich der Erbauer deiner 03 den Aufwand gespart das Fahrwerk gefedert zu bauen. Immerhin die Federblätter gehörten ja zum Bausatz, aber der Aufwand das entsprechend zu bauen war schon enorm.
Hier mal der passende Auszug aus dem Bauplan der 03.
Wie das in echt aussieht an einer 43 kann man hier gut erkennen.
Eigentums-, und Gattungsschilder sind auch aus dem Sortiment von Rehse, die Lokschilder meines Wissens nicht. Da kenne ich nur die 03 256.
Nochmals kurz zu dem gezeigten Wehrmachtsmotor. Das Herstellerkürzel scheint "det" zu sein. In meinen Loks werkeln auch viele Motoren dieses Herstellers, leider habe ich bis heute nicht den dadurch verschlüsselten Betrieb in Erfahrung bringen können.
Ja,die Federung fehlt,aber das find ich jetzt nicht soooo tragisch. Auch meine zweite Lok dieser BR ist völlig anders aufgebaut...jeder hatt´s halt so gemacht,wie er konnte,und Teile verbauen,die er hatte.
Deine Liste mit den Motordaten in dem anderen Topic hab ich versucht,aber diese Liste gibt es auf der Seite nicht mehr,aber Tante Googel hilft. Hab andere Listen gefunden,aber auch da fehlt das "det" in der Aufschlüsselung. Wäre es nicht möglich das es statt dem " det " das " dct " ist ? Früher hatte man dem c oben immer sonen kleinen Kringel angemalt( kannte ich von meiner Oma so ),so das es heute bei flüchtigem Hinschauen leicht mit einem e verwechselt werden könnte. Nur sone Idee meinerseits.
Hier jetzt nochmal ein paar Fotos von Lok 2
Nen Bild von deren Innereien hatte ich ja schon gepostet. Diese Lok läuft auf den Zeuke-Gleisen,nur mit dem 12er Kreis tut sie sich etwas schwer,obwohl sie in den Treib-Kuppelachsen etwas " beweglicher " als Lok 1 ist. Da muß ich mir für das Parallelgleis noch irgendetwas einfallen lassen und ne Alternative suchen.
So,und nun werd ich noch ein paar Fotos von den anderen drei Dampfern machen ( Eine BR 01,eine BR 18 ? und ner BR 23 )Mal schauen,wo ich die dann vorstellungstechnisch hinpacke,
vielen Dank für die Info! Das Buch kannte ich, aber ich konnte mich nicht dazu durchringen es zu kaufen. In den Listen die im Netz kursieren fehlte das Kürzel immer.