Die Märklin Schienen mit Mittelleiter gab es von 1935 bis 1956 unter der Nummer 3600. Im Katalog 1957 waren sie nicht mehr aufgeführt, allerdings noch in der Liste der neuen Nummern von 1957. Die geraden Schienen hatten hinter der Nr. 3600 ein D, die gebogenen ein A. Halbe, viertel usw. Schienen hatten den Zusatz 1/2, 1/4 usw..
Die ersten Schienen von 1935 hatten einen schmalen 1mm dicken Mittelleiter und an den ganzen Schienen keine Öffnungen für einen Kabeldurchlass:
Diesen gab es jedoch bei den halben Schienen:
und der Anschlussschiene sogar doppelt:
1936 wurde der Mittelleiter dicker, Kaberdurchlass fehlte weiter, auch die Befestigungslöcher waren weiter in der Mitte außen neben den Schienen:
Ab 1937 befanden sich die Befestigungslöcher zwischen den Schienen rechts/links versetzt, jetzt gab es auch bei den ganzen Schienen Öffnungen für einen Kabeldurchlass:
1936/37 zum Vergleich:
Zum Ende der 30er Jahre wurde das Schienenbild wohl auch durch Materialmangel bunter, es gab unzählige Varianten, die ein eigenes Thema darstellen würden, weshalb hier darauf nicht weiter eingegangen wird.
Nach dem Krieg war das Gleisbild neu gestaltet. der Schotter war nicht mehr braun, sondern grau, die Verbindungslaschen wurden breiter, jede Schiene hatte jetzt eine Buchse für den Masseanschluss. Hinter der Nummer 3600 A (oder D) stand bis 1949 ein N. Die ersten Schienen hatten an den Laschen schwarze Isolierplatten aus Pappe, die inneren waren weiß oder schwarz (welche zuerst muss noch eruiert werden):
1949 waren die Isolierpappen braun:
1950 fiel das "N" weg, jetzt waren die Isolierungsscheiben an den Enden aus durchsichtigem Kunststoff:
Ab 1952 waren die Kunststoffisolierscheiben an den Enden weiß:
und es gab jetzt Schienen aus gefaltetem Blech, nicht mehr Vollprofiel, mit einem B vor der Nummer 3600, also B 3600 ..., die statt 1,25 DM nur noch -.75 DM pro ganze Schiene kosteten:
Ab 1953 wurden die Vollprofilschienen im Katalog nicht mehr angeboten und ab 1954 fiel für die jetzt nur noch angebotenen Hohlprofilschienen das "B" weg, sie hießen jetzt nur noch 3600 ... wie früher die Vollprofilschienen.
Von 1953 bis 56 gab es die sehr aufwändig gestalteten und recht teuren Modellschienen 3900 und ab 1956 die "neuen Standardgleise mit Punktkontakten" mit den Nummern 3601 ..., die die alten Mittelleitergleise 3600 ablösten. Im Märklin-Heft "Neue Nummern ab 1. Januar 1957" sind alle alten Gleise noch aufgeführt. Aus den Mittelleitergleisen 3600 werden für die Geraden die Nummern 5007 bis 5011 für die ganze bis zur 1/8 Schien und für die gebogenen die Nummern 5000 bis 5002 (ganze bis 1/4 Schien) verwendet. Die Modellgleise tragen die Nummern 5050 usw., die Standardgleise mit Punktkontakten 5100 usw..
Hallo "elaphos", ich habe in einem PX-Set aus den USA (mit SK 800 von 1945, Personenwagen-Kartons mit Stempel 3.Quartal 1945 auch etliche Schienen 3600 (16 Schwellen) vorgefunden, die Kartons dazu sind mit 3600 A S und 3600 D S gekennzeichnet. Ich kann mir das S auf dem Etikett nicht erklären, vielleicht weißt Du die Lösung ? Viele Grüße Wolf
Die Schienen haben die Form der Vorkriegsgleise, waren so noch keine mit N gekennzeichneten Nachkriegsneuheiten. Da es 1945 noch keine Kataloge gab, kann das S auch keine Katalogdokumentation haben. Ich vermute, dass es für irgendetwas mit "Sonder..." steht, z.B. Sonderausführung oder -zuteilung. Zusammengefasst gibt es also an Zusatzbuchstaben für die 3600er Gleise neben dem A für gebogene und dem D für gerade noch die Buchstaben N für die Nachkriegsneuheiten bis 1949, das vorangestellte B für die Hohlprofilschienen und jetzt noch das S für die direkte Nachkriegszeit, in der noch die Vorkriegsform benutzt wurde. An den Stempeln ist weiterhin bemerkenswert, dass das ST einmal anscheinend, so weit es zu entziffern ist, ein kleines, einmal ein großes T aufweist, beide wohl ohne Punkt sind. Irgendwo hatten wir ja mal eine diesbezügliche Diskussion. Bemerkenswert sind die beiden vollständig gezeigten Schienen, die offensichtlich schwarze Isolierpappen haben im Gegensatz zu den üblichen braunen bei den Vorkriegsschienen. Damit ist wahrscheinlich, dass die ersten Schienen in der neuen Nachkriegsausführung ebenfalls zuerst die schwarzen Pappen an allen vier Isolierpunkten aufwiesen und danach erst in der Mitte die weißen (s.o. in meinem ersten Beitrag). Grüße, elaphos
Hallo zusammen, solche Gleiskartons habe ich vor längerer Zeit in einem Konvolut gesehen, das aus der Schweiz kam und dort in der Anfangskriegszeit erworben wurde. Zeitlich könnte das Aussehen der Gleise, brünierte Schwellen, graue Pappisolierung, braune Unterseite, in diese Zeit passen.
auch in Spur 0 gibt es zu dieser Zeit das "S", und zwar auf den Kartons der Weichen und Kreuzungen mit schwarz lackierter Grundplatte.
So wie das "N" bei Märklin oft schon nach einem Jahr ohne viel Aufhebens wegfällt, so entfiel auch das "S", als die Verwechselungsgefahr mit der alten Ausführung geringer wurde.
Hallo, alles s spricht vieles dafür, dass das S für die 2 schwarzen bruinierten fahrschienen war links & rechts, mittelschiene gab es, meine ich, auch mal in scharz ? oder ?
immer schön über etwas zu spekulieren was wir leider nie wissen werden. genau wie das E bei der SK 800 E wir meinen alle es wäre ERSATZTEIL version , was stimmen würde , aber das SK 800 E gehäuse ist ja neu gemacht, so fehlen die pappunterlagen hinten bei den 2 schrauben zum fahrwerk, da ist jetzt eine guss erhöhung. usw , ersatzteil version ist sowas ja dann nicht. wir werden nie dahinter kommen
Habe ich oben schon im ersten Beitrag geschrieben: das waren 1952 und 53 die Hohlprofilschienen aus gefaltetem Blech im Gegensatz zu den Vollprofilschienen. Ab 1954 fiel das B wieder weg, nachdem die Vollprofilschienen aus dem Angebot genommen worden waren. Die Zugpackungen mit den damals neuen Hohlprofilschienen hatten übrigens in dieser Zeit ein "H" am Ende der Nummer. Grüße, elaphos
Hier fehlen noch die 3600er aus Aluminium und die wohl nur 1956 hergestellte Version mit grau lackierter Unterseite. Dabei bin ich mir nicht sicher, ob auch die Weichen 1956 in der 3600er Ausführung von unten grau waren
TimBerlin
hat folgende Bilder an diesen Beitrag angehängt
Hallo TimBerlin, Metallteile aus Aluminium wurden von ca. 1952 bis in 1954 hinein bei Märklin gefertigt. Es war begründet durch die Rohstoffknappheit während und nach der damaligen Korea-Krise. Bekannt sind die Alu Teile bei den Schürzenwagen, Schienen, Aufgleisungsgerät 498 und auch bei einigen vorher teilweise aus Blech gefertigten Güter- und Personenwagen. Auffallend waren die metallisch schimmernden roten Speise- und Schlafwagen 346/2 und 346/3 aus dieser Fertigung. Weiter fiel auf, nachdem diese Wagen wieder in Stahlblech gefertigt wurden, verlief das Krakele (Unterrostungen des Lacks), hervorgerufen durch feuchte Lagerung, immer senkrecht. Besonders gut habe ich die rotbraun schimmernden Donnerbüchsen 327/2 des Uhrwerkzuges aus dieser Zeit in Erinnerung, die öfter eine starke senkrechte Krakele Bildung aufwiesen. Bei früheren und späteren Modellfarben verlief die Krakele Bildung immer in alle möglichen Richtungen.