Als Bestandteil meiner geerbten Märklin-Eisenbahn erhielt ich im zarten Alter von 12 Jahren diesen 10,6 cm langen Wiking Käfer. Der passte zwar nicht gut zur Spur H0, aber er gefiel mir und begleitete mich damit all die Jahre.
Die Farbe erscheint mir für die Entstehungszeit authentisch, wenn ich auch nicht weiß, von wann bis wann dieses Modell produziert wurde. Ich schätze Ende der 50er.
Wiking-typisch sind einige Bemalungen ausgeführt. Stoßstangen, Scheinwerfer, Türklinken und Kennzeichen sind silbern ausgelegt und Rückleuchten rot.
Es handelte sich bei diesem Modell nicht um einen Bausatz, sondern um ein fertig aufgebautes Modell, das zum Zerlegen und Erkunden gedacht war. Achsen und Lenkrad waren nicht zur Demontage vorgesehen.
Das Modell ist meines Wissens nur ohne Fenstereinsatz produziert worden. Die Karosserie weist keinerlei Rastnasen o.ä. auf, die den Fenstereinsatz halten könnten. Damit wäre das Zusammensetzen etwas fummelig gewesen. Ganz sicher nicht als Kinderspielzeug konzipiert sind das filigrane Lenkrad und die Säule hinter dem Dreiecksfenster.
Die einseitig bedruckte Anleitung erwarb ich erst später dazu. Ob beides aus genau der gleichen Zeit stammt, weiß ich also nicht. Abweichend vom Text der Anleitung ist das Reserverad bei meinem Exemplar nicht lose, sondern mit einem umgebogenen Draht von der Radnabe kommend durch die Kofferraumverkleidung befestigt und daher wohl auch nicht verloren gegangen.
M.E. mehr Mitte der 50er, um 1955. Das ovale Heckfenster beim Käfer gab es ab 1953. Ende der 50er kam dann das große Heckfenster, es wurde 1957 eingeführt, was von Wiking auch so umgesetzt worden war. Außerdem erinnere ich mich, dass ich mit 10 oder 11 Jahren auch so ein bei mir längst verschwundenes Modell bekam, und das muss um 1954/55 gewesen sein. Bauzeit also entsprechend dem Vorbild 1953 bis 1956. Grüße, elaphos
ich habe irgendwo auch einen großen Käfer von Wiking, aber noch ein neueres Modell mit der größeren Heckscheibe in blau. Der müsste aus den späten 1960er Jahren sein.
Ich hoffe es stört nicht, wenn ich einen alten Thread hervorkrame, aber als "Neuer" stöbere ich mit viel Freude hier im Forum nach meinen Interessengebieten ... und diese Werbemodelle von Wiking haben es mir besonders angetan. Hier mein Ovali ...
Hallo Anselm, bei deinem Wiking Käfer und auch beim schwarzen Käfer fallen mir die kleinen Vertiefungen an der Oberseite der beiden Rückleuchten auf. Dort waren im Modelljahr 1952 beim VW, noch Bretzelfensterzeit und bis Anfang des Modelljahrs kleine rundliche orangefarbige Bremsleuchten eingebaut, die im Laufe des Modelljahrs 1953 durch die etwas größeren, ovalen, langjährig eingebauten roten Rückleuchten abgelöst wurden.
Nachdem die seitlichen Winker einige Jahre später verboten und stillgelegt wurden, gab es für diese Altfahrzeuge Umbausätze, die eine der Kammern beim Abbiegen blinken ließen und die andere Kammer weiter als Bremslicht leuchtete. Über den stillgelegten Winker wurde eine Chromleiste mit Parklicht, vordere Hälfte weiß, hintere rot, eingebaut. Mein Onkel hatte solch einen Käfer Baujahr 1952 mit Bretzel Fenster, bei dem er außer dem Blinkmechanismus auch noch einen Rückfenster Bausatz ohne Fenster Steg, der damals auch angeboten wurde, eingebaut hat. Er war damals ein VW-Käfer Narr.
Leute, ich hatte auch mal einen zerlegbaren Käfer. Im Originalmaßstab sogar! Anfangs wusste ich das gar nicht, aber eines Tages erlebte ich das im Straßengraben. Es war ein Käfer mit umgedrehten Felgen, negativer Sturz hinten und Oettingermotor bei einer Rallye. Machts gut in dieser trüben Zeit! Botho
Anselm Das mit den Schlußlichtern stimmt so nicht,wie Du es schreibst. Im Oktober 1952 wurden die runden kleinen Schlußlichter durch eine geteilte Version ersetzt.Es kamen ovale orangefarbene Bremslichter dazu,die über den jetzt ovalen kleinen Schlußleuchten angebracht waren.( Das Brezelfenster entfiel im März 53) Diese Version blieb bis Oktober 1954 und wurde dann durch das einfarbige noch etwas größere ovale Rücklicht ersetzt. Nach dem Verbot der Klappwinker schaltete VW (ab August 1960)auch noch den Blinker auf diese Leuchte ( sogen. Brems-Blink-Schlußlicht) so wie es heute noch in Amerika üblich ist. Wegen ganz schlechter Erkennbarkeit wurde diese Version schon vor den Werksferien 1961 (bei den normal Serienumstellungen stattfanden) die Version mit der Dreikammerleuchte eingeführt, die dann mehr oder minder modifiziert Bestand bis zum Schluß hatte.
Liebe VW-Freunde, bis 1956 waren nach der Straßenverkehrsordnung Fahrtrichtungsanzeiger Vorschrift, die die Kontur des Autos änderten. Es mussten also Winker sein. So lange hatten die VW auch Winker. Andere Firmen müssen Ausnahmegenehmigungen gehabt haben (wie und warum weiß ich nicht). So hatte Borgward bei seinem Hansa 1500 ab 1949 und dem Lloyd ab 1950 schon Blinker, aber VW hatte sich bis 1956 an diese Vorschrift gehalten. So waren beim blauen VW meines Vaters von (nach meiner Erinnerung - er hatte jedenfalls schon das ovale Rückfenster) 1955 nach Autobahnfahrten die Winker immer so verbogen, dass sie nicht mehr richtig einklappen konnten. Grüße von elaphos
Aus Wikipedia: In der Straßenverkehrsordnung war es bis 1956 vorgeschrieben, dass ein Fahrtrichtungsanzeiger die Kontur des Fahrzeugs verändern musste. Für LKW gab es derzeit deswegen die Pendelwinker, die sich beim Ausklappen auf- und abbewegten. Ab 1956 wurden für neue PKW und LKW nur noch Blinker vorgeschrieben.
An Fahrzeugen über 4m Länge waren erst ab 1963 vorne und hinten Blinker vorgeschrieben. Bosch baute zwar ab 1950 elektrische Blinkeranlagen, aber die Konturveränderung blieb trotzdem bis 1956 Pflicht. Ich erinnere mich noch an die Diskussionen in den 50er Jahren, ob Blinker oder Winker (wegen der Umrissveränderung) besser seien.
...das muss noch ein Vorkriegsborgward gewesen sein, denn die Nachkriegsborgwards hatten entgegen der Vorschrift (s.#13) mit welcher Ausnahmegenehmigung auch immer Blinker, jedenfalls die PKW, von denen der erste, der Hansa 1500, 1949 schon Blinker hatte. Die Konstruktion ging auf einen Borgward-Entwurf von 1940 zurück. Vor 1949 gab es von Borgward keine PKW nach dem Krieg. Grüße von elaphos
Elaphos Du hast Recht,so steht es in Wikipedia!! Gugg aber mal bei Wikipedia unter dem Begriff Winker: Dann steht da folgendes: In der Bundesrepublik Deutschland wurde gesetzlich vorgeschrieben, dass ab 1. Juli 1961 an „erstmals in den Verkehr kommenden“ sowie ab 1. Juli 1963 an „den anderen“ (d. h. an bereits im Verkehr befindlichen) Fahrzeugen über vier Meter Länge und 1,6 Meter Breite Blinkleuchten an Vorder- und Rückseite angebracht sind.[5] Dafür wurden zahlreiche Umrüstsätze angeboten, wobei die nicht mehr benötigten Winker ausgebaut und die Öffnungen mit passenden Abdeckungen verschlossen wurden. Der Gebrauch des Winkers ist auch heute bei Oldtimern zulässig. Soweit mir bekannt war VW der letzte Hersteller in Deutschland der beim Käfer und Bulli bis 1960 am Winker festhield.
Ich erinnere die Typenbezeichnung nicht mehr... Ich meine, das Auto hatte eine geteilte Frontscheibe. In der Mitte war eine senkrechte Holzleiste. Nur, daß meine Mutter als Beifahrerin vorne bei Regen immer die Füße hoch heben musste. Wenn mein Vater durch eine Pfütze fuhr, spritze das Wasser durch ein großes Loch im Wagenboden. Meine Mutter schimpfte dann furchtbar.... "Herbert, paß doch auf, wo Du fährst! Meine guten Schuhe!!"
der Dr. Bosse von der (ehemaligen) Küppers-Brauerei Köln erzählte mir mal, dass sein Vater kurz vor 1930 ein Auto aus den USA bekam, einen Chrysler Cabriolett. Und der hatte Blinkleuchten. Da haben die Behörden gefordert, dass der Wagen mit Klappwinkern nachgerüstet werden muss.
#16: ja, so war es mir auch bewusst und ist ja auch in Wikipedia nachzulesen. Dass VW noch bis 1960 am Winker festhielt, war mir nicht bewusst. Mir fällt aber ein, dass am VW meiner Mutter, der schon das große Heckfenster hatte, noch Winker montiert waren.
#17: der Borgward Hansa (vor dem Krieg "1700") hatte eine geteilte Windschutzscheibe, übrigens auch die Nachkriegshansa "1500" und "1800". - So einen Wagen, in dem es von unten reinregnete, hatte ich übrigens auch mal. Es war eine Dauphine von Renault, die ich mit defekter Kupplung geschenkt bekommen hatte. Nach Reparatur der Kupplung bin ich damit als Student mit meiner damaligen Freundin Eve (und späteren Ehefrau) nach Griechenland gefahren. Mehrere Pannen unterwegs, die ich selbst mit Bordwerkzeug behob, ertrug Eve mit Engelsgeduld. Wenn Leute fragten, ob sie helfen können, sagte Eve "mein Freund schafft das schon". - Und ich hatte es immer wieder geschafft, wohl 3 x auf dieser Reise . Wir sind jedenfalls mit dem Wagen heil nach Hause gekommen, wo ich ihn an einen Schulfreund weiter verschenkt hatte, der damit noch nach Heidelberg zum Studium gefahren war, wo das Auto dann seinen Geist endgültig aufgegeben hatte.
#18: ja, das entsprach so bis 1956 der Zulassungsordnung in Deutschland.
Elaphos Als gelernter Saarländer kennt man natürlich eine Dauphine von Renault (Mir grault vor Renault--- ) Renault auf "deutsch" gelesen. Die Dauphine war eines der schlimmsten franz. Blechkisten die es gab. Schlug man die Türe zu,meinte man es fiel ein riesiger Berg leerer Blechdosen um. Rostprophylaxe absolut Null. War aber seinerzeit bei deutschen Autos auch so. Aber die Hauptsache Dein Urlaub war ein Erlebnis und ehe man sich an irgendwelche Scheißreparaturen an diesen Karren erinnern soll, bleiben doch die schönen Erinnerungen mit unseren knackigen Freundinnen.......... Damals.........
Bei der Karre funktionierten die vorderen Bremsen nicht mehr, den Wagen zog es beim Bremsen immer hinten herunter, war ein sehr merkwürdiges Fahrgefühl (in zweierlei Hinsicht ). Im Winter befand sich im Handschuhfach ein Eisblock, weil das Wasser, das durch die nur noch fragmentarisch vorhandene A-Säule eingedrungen war, gefror.
Ja, meine insgesamt sechs Renault hatten auch viele Macken. Die drei Dauphine und eine Floride rosteten so laut, dass man nachts kaum schlafen konnte. Diese vier hatten alle den gleichen 850ccm Vierzylindermotor mit 26,5PS, wobei ich den in die Floride wegen Kolbenfressers des ursprünglichen stärkeren Motors aus einer der vorangegangenen weggerosteten Dauphine selbst eingebaut hatte. Besser war da schon der nächste, ein R4 mit Frontmotor, der sonst aber der gleiche war wie der Heckmotor der Dauphine. Der beste war der letzte, ein Twingo mit Dieselmotor, den mein Jüngster später in die Schweiz entführte und dort nach einiger Zeit wegen des größeren Transportvermögens gegen einen Golf Kombi eintauschte. Um den Twingo tut es mir immer noch etwas leid. Mit ihm gab es die gesamte Zeit in unserem Besitz keinen Ärger. Grüße von elaphos
Nun gibt es hier im Forum zwei Leute, die einen Renault Floride gefahren sind.
Gerostet hat die Floride übrigens auch wie ein Weltmeister. Iwo in Köln gibt es noch die bemalte Haube mit "All you need is love" und die Heckklappe "Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band". Und das schöne weinrote Hardtop, hinten mit zwei Ausstellfenstern (!). Der Rest ist wohl im Hochofen gelandet.
ich verstehe Euch nicht. Jetzt geht es hier im Maetrix ähnlich los wie schon lange im FAM das ein sehr interessante Thread aufgemacht wird und dann abgeschweift wird zu zugegeben manchmal auch interessante anderen Geschichten. Ich finde das ist sehr schade das diese nicht einzeln in Off topic oder sonst wo stehen kann.
Das was ich hier sehr schätze, neben dem guten Umgangston, war bislang die präzisen Threads meistens mit guter Überschrift in Form von [Firma] Nr. und Objektbezeichnung.
Das geht hier merklich auch durch Neumitglieder, die sich da nicht einlesen, verloren.
Drüben im FAM ist durch die Menge der Mitglieder das nicht mehr händelbar und vielleicht teilweise auch nicht erwünscht.
Aber hier. Ich wünsche mir das es zunehmend wieder zu etwas mehr Ordnung kommt.
Dieser 850 ccm Motor war doch ursprünglich im Renault 4CV von uns Saarländern umgangssprachlich als "Cremeschnittchen" bezeichnet. Es gibt Gerüchte,daß Porsche ,1945 in Frankreich in Gefangenschaft, an diesem Heckmotorauto mitgearbeitet haben soll.