mir ist ein interessanter Wagen zugelaufen, der ein absoluter Exot für mich ist: Der Wagen besteht fast vollständig aus Holz und ist vermutlich ein Eigenbau. Er ist mit Puffern etwa 44 cm lang. Fasziniert hat mich, dass die Proportionen und die Form aus meiner Sicht wirklich gut getroffen sind. Zwar sind einige Lackschäden vorhanden, aber ich fände es dennoch schade, den Wagen zu verändern und werde ihn wohl so belassen.
Mit diesen Details und in der Bauart (besonders der Drehgestelle) sah ich bisher nie einen Wagen. Obwohl ich danach bekanntermaßen immer Ausschau halte. Ich würde auch versuchen die Patina zu erhalten. Du hast genug Arbeit damit, die fehlenden Türen farblich anzupassen. Das wird nicht leicht.
das mit den Türen ist mir auch aufgefallen. Nur ich kann nicht erkennen, dass je welche vorhanden waren. Es sind keine Schleifspuren vorhanden, die die Schiebetüren erzeugen würden.
Zitat von HeinzMan im Beitrag #4Nur ich kann nicht erkennen, dass je welche vorhanden waren. Es sind keine Schleifspuren vorhanden, die die Schiebetüren erzeugen würden.
Vorgesehen waren sie - die Schienen oben und unten sind ja da.
vielen Dank für eure Beiträge, über die ich mich sehr gefreut habe. Sobald ich die Gelegenheit habe, bei besserem (Tages) Licht Fotos zu machen, werde ich Detailaufnahmen nachliefern. Vielleicht lässt sich dann auch noch genauer rekonstruieren, ob der Wagen mal Türen hatte - ich sehe es wie ypsilon und meine, die Schienen waren dazu gedacht, Türen aufzunehmen die entweder nicht fertig wurden, oder verloren gingen. Eine Isolierung an den Radscheiben kann ich nicht erkennen. Stellenweise sieht man Bearbeitungsspuren an den Radsätzen, so dass ich sogar überlege, ob auch die in Handarbeit entstanden sein können. Auch dazu reiche ich bei nächster Gelegenheit Bilder nach.
Sieht so aus, als wäre mir da ein besonderes Stück ins Netz gegangen. Ich freue mich, das Modell hier zeigen zu können und werde in keinem Fall irgendetwas machen, was einen Eingriff den originalen Erhaltungszustand dieses Wagens bedeutet.
ich melde mich noch einmal mit den versprochenen Detailaufnahmen. Als ich den Wagen zum ersten Mal in echt genau bei Tageslicht betrachtet habe, habe ich schon ein wenig Angst bekommen - da gibt es doch einige Stellen, die nach Zuwendung schreien und ich weiß nicht, ob ich das leisten kann. Auf den Bildern sieht man aber auch, wie viel Mühe einmal in diesen Wagen investiert wurde. Ich bewundere jeden, der so etwas zustande bringen kann...
Die Schienen sehen mir so aus, als wären die Türen aus Sperrholz und nicht aus Blech gefertigt gewesen, wenn es denn jemals welche gab. Also würde ich empfehlen, dünnes Buchensperrholz dafür zu wählen.
Hat jemand Bilder vom Vorbild irgendwo gefunden, aus denen hervorgeht, wie solche Türen aussehen müssen? Ich traue es mir zu, die Türen anzufertigen und zu grundieren. Für die Farbgebung würde ich sie aber zu Heinz schicken. Nenne uns doch mal das Maß der Seitenwandhöhe und die lichte Weite der Türöffnung.
Zitat von Oxytocin im Beitrag #9wenn es denn jemals welche gab.
Auf Foto 4, 5 und 6 #8 sind die Öffnungen deutlich zu erkennen. Laufwege für Schiebetüren innen sind nicht vorhanden.
Die erkennbare Führung, als Schienen bezeichnet, scheinen mir die Schiebetürführungen zu sein.
Stellt sich die Frage, wie breit die Führungen sind. Sehr gut kenne ich mich mit Sperrholz nicht aus. Es gibt es wohl schon ab 3 mm Stärke. Wenn man aus Furnier selbst Sperrholz herstellt, kommt man möglicherweise auf geringere Stärken.
Ein interessantes Projekt. Ich finde, es lohnt, es fertig zu stellen.
Nachtrag: Ich habe nochmal nachgedacht. Sperrholz besteht aus drei Schichten. Wenn die Türen aus Furnierholz hergestellt werden, kann die mittlere Schicht (möglicherweise dicker ausgeführt) in die Führungsschienen greifen. Bei so kleinen Stücken ist es nicht schwer die Furniere zu verleimen.
Ich bin ein Vollholz-Typ.
Ein kleines Stück Furnierholz habe ich aber. Das würde ich kostenlos dem Projekt zur Verfügung stellen.
Natürlich kann man die Türen auch aus Holz bauen. Entweder wie erwähnt aus dem dünnen Flugzeugsperrholz, oder aus dickerem. Letzteres würde ich für autentischer halten. Es geht natürlich auch dünnes Vollholz, Zigarrenkisten wiúrden gern verwendet. Dazu kann man mit der Modellbausäge an der Stirnseite eine Rille einsägen, in welche das untere Winkelblech greift, die Tür gleitet dann über denm Blech. Obern kann man das Holz einseitig einsägen, so dass der resr dünner ist und hinter die Blechblende greift.
Nachteil des Holzes ist immer die relative Dicke oder eben die Empfindlichkeit, wenn es dünnes Sperrholz wird.
Vorteil des Holzes: das geht mit einfachen Mitteln zu bearbeiten, dünnes Sperrholz letztlich mit Schere oder Cutter. Und man kann erwarten, dass es beim Lackieren ähnlich wirkt wie der Rest des Wagens.
Allerdings halte ich in dem Fall auch Blech für absolut authentisch. Der Erbauer konnte ja mit Blech umgehen - siehe Drehgestelle. Und die Schienen sind auch aus Blech.
Damit die Türen nicht verloren gehen würde ich auf der Rückseite (bei dünnem Sperrholz) eine Leiste aufleimen, dort wo auch der Türgriff und Türverschluss dran kommt. Bei dickem Holz genügt das Holz ansich, der Griff (U-Draht) wird soweit in die Tür gesteckt, dass er hinten ein paar mm übersteht, das ist dann der Anschlag beim Aufschieben der Tür. In der Blechtür ebenso, dort wird der U-Draht verlötet.
Da die Türen auch keine Fenster brauchen ist alles kein Hexenwerk. Überlegenswert wären Applikationen aus Pappstreifen oder Blech, um die oft langweilig aussehenden Türflächen aufzulockern. Bei Vollholz würde ich mit Sägeschnitten arbeiten, bei Blech mit umgeschlagenen Rändern, welche gleichzeitig etwas Stabilität bringen.
Man kann es auch tagelang zerreden. Wo sind die Maße und wie heißt das Vorbild des Wagens? Mehr brauche ich nicht, um die Türen so anzufertigen, wie sie der Machart des Wagens entsprechen. Die Idee mit den nach hinten überstehenden Griffstangen als Anschlag, damit die Türen nicht abhauen können, hatte ich auch.
vielen Dank für die zahlreichen Hinweise und die interessante Diskussion zu den Schiebetüren. Das Vorbild des Wagens würde mich auch sehr interessieren. Meine Recherche war diesbezüglich noch nicht erfolgreich. Vielen Dank auch für die Angebote zur Unterstützung beim Bau der Schiebetüren. Es ist klasse, dass es hier fachkundige Mitglieder gibt, die schon in den Startlöchern stehen und ihre Hilfe anbieten - so kenne und schätze ich dieses Forum.
Für mich war dieser Wagen ein spontaner Zufallsfund, der in meinem Sammelgebiet (Märklin Spur 00 und Spur 0 der 30er und 40er Jahre) einen absoluten Exotenstatus besitzt. Da der Wagen gerade erst geliefert wurde, muss ich mir selbst erst einmal Gedanken machen, wie es nun weitergeht. Mögliche Optionen sind:
- Ich nehme die angebotene Untersützung an und wir sprechen darüber, wir eine angemessene Aufwandsentschädigung aussieht. - Ich versuche mich selbst zunächst an einem Eigenbau, denn da die Türen aktuell noch nicht vorhanden sind, kann am Wagen dabei ja auch nichts kaputt gehen. Ich versuche mich gerne mal in etwas Neuem... - Ich gebe den Wagen ohne Gewinnabsicht an jemanden ab, zu dessen Sammelgebiet er besser passt und der sich angemessen um ihn kümmern kann.
Ich bitte um Verständnis, dass ich mich aktuell noch für keine der drei Varianten entschieden habe und berichte aber gerne, wie es aus meiner Sicht weitergehen kann. Wie gesagt, wenn jemand einen Hinweis zum Vorbild dieses Wagens hat, würde mich das sehr freuen. Die von mir gefundenen Schürzenwagen haben im Original entweder einen anderen Dachaufbau, oder nach innen (bzw. hinter die Außenwand) öffnende zweiteilige Schiebetüren.
Nachtrag: Falls es bei der Suche nach dem Vorbild hilft: Der Wagen wurde von Salzburg aus zu mir versandt.
mein Angebot, die Türen unentgeltlich bis zur Grundierung aus Sperrholz zu fertigen, steht. Ich kann das Ding ohne Türen einfach nicht anschauen. Wenn ich mich aber dransetze, möchte ich vermeiden, dass dann plötzlich einer besser weiß, wie man's hätte machen müssen. Foren sind für diesen Effekt bekannt. Daher die Bitte um ein Bild oder einen Hinweis, wie das Erscheiningsbild der Türen sein sollte.
Als Inspiration hätte ich nur den Märklin 348/4 anzubieten:
In diesem Falle würde ich empfehlen, die Schlitze der Fenster nur durch Schablonierung schwarzer Farbe anzudeuten, die noch einen Randakzent für eine Vortäuschung von Tiefe erhält. Nur wenn der Wagen auch noch beleuchtet werden soll, ist es auch ratsam, die Fensterschlitze tatsächlich auszuführen.
Weil ich zu diesem Forum "keinen Zutritt" mehr habe, hat sich da vllt deswegen weiter nichts mehr getan. Auf die Rücksendung meiner zugeschickten Pläne warte ich noch bis heute, denke aber, dass ich sie iwann mal wieder zurückbekommen werde. Aber ansehen kann man sich diesen Beitrag schon.
Man muss auch berücksichtigen, dass der Heinrich Markus Büchner seine am 3.3.1836 angebotene Eisenbahn, also den Adler-Zug, in der Größe 3 aus Blech und Pappe gebaut hat (weil er ansonsten zu schwer für den Uhrwerk-Antrieb gewesen wäre) und sein Nachfolger, also seine Witwe Maria Babette (Heinrich Markus Büchner starb 4 Tage vor dem Verkaufsbeginn am 28.2.1836), um 1847 bis etwa 1850 den Borsig-Drachen herausbrachte, in Größe 3 gebaut aus Blech und Holz. Mutmaßlicher Konstrukteur des Drachens dürfte der Sohn Conrad Hieronimus Büchner, Beginn der Lehre 1840 und Gesellenprüfung 1842, gewesen sein, der aber 1858 wegen Unstimmigkeiten mit seiner Mutter den Betrieb verließ.
ein Vorbild für Deinen Wagen zu finden ist nicht einfach, falls überhaupt ein solches in konkreter Form gab. Die Gepäckwagen bei der DRG bzw. DB hatten in früheren Zeiten immer eine Zugführerkanzel (die wurden erst in den 70er Jahren teilweise entfernt) und die Postwagen hatten keine außen angeschlagenen Schiebetüren. Zudem sind Wagen mit abgerundeten Dachenden und eingezogenem Einstiegsbereich auch nicht häufig zu finden. Mal von der Zugführerkanzel abgesehen würde der Pw4ü-28 ganz gut passen, hier (klick) ein Brawa-Modell. Als Postwagen mit innen liegenden Türen würde der Post 4ü-a ganz gut passen. Möglich wäre auch ein Gepäckwagen der SBB.
der angeführte Gepäckwagen der SBB kommt der Sache am nächsten, meine ich.
Und jetzt ist es mir erst aufgefallen : Die oberen Führungsschienen für die Schiebtüren sind am Dach befestigt. Wenn man das Dach abschraubte, fielen die Schiebetüren heraus. Klar, im Laufe der Jahrzehnte gingen diese Teile verloren.
vielen Dank für die Hinweise zu einem möglichen Vorbild. An einen belgischen Wagen habe ich auch schon gedacht. Ich werde auf Basis eurer Hinweise mal genau überlegen, wie die Türen aussehen könnten.
@Anselm: Ich schreibe Dir im Laufe der Woche mal. Über Dein Angebot freue ich mich sehr und ich mache mir mal Gedanken, wie wir das am Besten bewerkstelligen. Gerne können wir das so konkret besprechen, dass es hinterher keine unangenehmen Diskussionen im Forum gibt.
@Udo: Vielen Dank für den interessanten Link und die ausführlichen Informationen! Das Thema Holzeisenbahn ist ein größeres Feld, als ich dachte. Auf Ebay wird aktuell auch wieder ein recht interessanter Wagen angeboten: https://www.ebay.de/itm/Holzeisenbahn-Pe...E4AAOSwnhdeMW32