schwierig ist es, aus Blech Formkörper herzustellen. Ich habe das schon öfters gemacht, aber es war immer schwierig. Zum Testen habe ich mir mal vor ewig langer Zeit diesen Bleckkörper gebaut. Einfach so, um mal zu sehen, wie es gehen könnte, ohne das Ergebnis einer Verwertung zuzuführen.
Zunächst habe ich mal einen Holzkörper hergestellt.
Dann wurde Blech, hier 0,5 mm dick, über den Holzkörper gebogen und nach vorne hin lamellenartig eingeschnitten und gebogen und die Lamellen mit der Flamme festgelötet, von innen nach außen. Deshalb von innen, weil ich dann innen eine glattere Fläche habe und von außen gut abfeilen kann. Und zudem kann man das teilweise fertige Teil auf die Holzform legen und mit dem Treibhammer etwas nachformen.
Leider habe ich damals von diesem ersten Stück kaum Bilder gemacht, so dass ich nur das Ergebnis vorführen kann. Die eine Hälfte ist so, wie sie nach dem Löten war, die andere Häfte habe ich abgefeilt (dafür habe ich eine ziemlich grobe Feile).
Es gab zwar ein Ergebnis, aber das war nicht berauschend. Zufällig kam ich in Kontakt mit einem Restaurator, der mir zeigte, wie man dieses Problem des Blechbiegens und Formens eleganter lösen kann. Dazu braucht man zu allererst einen entsprechenden Holzkörper. Neben dem schon vorher benutzten Holzstück sieht man hier noch zwei weitere, wobei einer aussieht wie eine halbe Bierflasche oder eine halbe Rakete. Wer kann jetzt schon erraten, was dieser flaschenförmige Körper im Eisenbahnbereich für eine Rolle spielen wird ? Auflösung ziemlich am Ende des morgen fogenden Beitrages. Jetzt aber erst einmal dieser stromlinienförmige Körper für einen ICE oder sonst was.
Dann wird dieser Holzkörper kreuz und quer mit mehreren Lagen Tapetenband (Kreppband) beklebt, vllt so 4 bis 5 Lagen übereinander. Man sollte darauf achten, dass das Tapetenband möglichst ohne Falten aufgeklebt wird. Hier in dem ersten Beispiel habe ich diesen Fehler gemacht.
Dieser Kreppbandkörper wird jetzt ohne Einriss vorsichtig abgelöst.
Danach wird diese Hülle an vielen Stellen längs und auch schräg und notfalls etwas quer eingeschnitten, so dass dieses Ergebnis vorliegt.
Dieses fächerartige Gebilde klebt man auf ein Blech in der Stärke von 0,3 mm und schneidet dieses Blech nach der aufgeklebten Vorlage aus.
Dieses ausgeschnittene Blech wird jetzt über den Holzkörper geformt, auch mit Hilfe eines Hammers, und dann nach und nach gelötet. Hier etliche Bilder:
So, und jetzt zu dem flaschenförmigen Körper. Da geht man genauso vor wie zuvor, aber es gibt da ein riesiges Problem, weil konvexe und konkave Kurven aneinander liegen mit dem Ergebnis, dass man zwar auch ein fächerartiges Gebilde bekommt, aber etliche Lamellen liegen nicht nebeneinander, sondern aufeinander. Da muss man dann passende Blechlamellen anlöten.
Das ganze war ziemlich kompliziert, im Endeffekt ging es, aber bis zum Schluss musste ich feststellen, dass nach der Grundierung leichte Unebenheiten auffielen, die beseitigt werden mussten. Morgen kommt die Auflösung, um welches Teil es sich handelt.
wie ich sehe, kommt niemand darauf, was dieses flaschenartige geformte Stück Blech sein soll. Dann will ich mal aufklären: Es ist das Oberteil des Kohlenstaubtenders der BR 05 003. Der wird einfach auf den Tenderunterbau von der BR 05 002 aufgeschoben.
Wie das alles geht, erkläre ich jetzt gleich hier:
tolle Lok die da bei Dir entsteht! Aber eines macht micht stutzig: welche Lok baust Du? Während 05 001 und 05 002 nahezu Identisch sind ist die 05 003 eine "Cab forward", also eine Lok mit vorne liegenden Führerstand. Sieht als deutlich anders aus.....
Oder baust Du gar beide Loks?
Schöne Grüße
Knolle
Spur 0 von DOLL und Fleischmann Einige Angebote findet Ihr auch bei Hood.de .
ich baue anderthalb Loks, also auch die 003, aber nur das Oberteil. Das Unterteil bleibt, das Oberteil wird ausgetauscht, so wie beim Tender. Carette hat das seinerzeit bei Waggons vorgemacht.
Nur, die "Cab forward" gefällt mir gar nicht so. Aber die 002 mit dem Tender von der 003 sieht toll aus. Und man muss ja auch nicht alles so sklavisch genau machen. Die Amerikaner haben das auch so gemacht.
Udo Ich will Dir hier nicht zu Nahe treten, aber klassisches Blechformen geht anders,als Du es machst! Daß Du zu einem Ergebnis mit Deiner Methode kommst ist unstrittig und Deine Modelle muß mal einer nachmachen,bevor er Dich kritisiert. Klassisches Blechumformen geht so: https://www.youtube.com/watch?v=XnJfXmpOc5c
Wolfgang, du sagst es: "das klassische Blechformen". Das ist ein alter Hut, und vor einiger Zeit habe ich hier mal geschrieben, dass ich drei Trimester "Blechformen" an der Volkshochschule Köln besucht und das klassiche Blechformen gelernt habe.
lass dich nicht beirren, die Methode, die du zeigst ist ebenso klassisch, wie das Verformen mittels strecken und stauchen.
Es braucht verschiedene Arbeitsweisen, um das Blech zu gestalten, damit es der Form möglichst nahe kommt.
Das analoge Abtasten der Muster-Form mittels übereinander geklebten Schichten Papier, die dann so fein geschnitten werden, dass es eine gefächerte Abwicklung ergibt, ist durchaus auch als klassisch zu bezeichnen.
Ich bin erwartungsvoll gespannt, wie dein Projekt weiter geht.
Knolle - welcher Berg ruft denn da bei dir? Etwa in Offenbach der Biederer Berg mit dem Kickers-Stadion? Dort gibts nämlich auch einen, den sie Knolle nennen. Bleib gesund! Botho
Um nochmals auf den von Wolfgang benutzten Begriff "klassische Blechformen" zurückzukommen: Diese Nacht ist mir eingefallen, dass bei der von Wolfgang bevorzugten Methode berücksichtigt werden muss, dass der für das Treiben benötigte Kugelhammer in diesem Fall etwa so groß ist wie das Objekt. Und dann wird es schwierig, innen zu hämmern. Es geht - aber es ist schwierig.
Mein Ausbilder war der Meister, der nach dem Krieg die beiden südlichen Portale des Querhauses des Kölner Domes repariert bzw. erneuert hat. Viele, viele kleine Gestalten und Formen in das Kupfer getrieben, alles von hinten bzw. innen. Das Kupferblech lag in einer Teermasse und wurde rückseitig getrieben (und dementsprechend auch immer wieder einmal von vorne). Weil die zu treibenden Darstellungen so winzig waren, arbeitete er zwar mit einem Hammer, aber sein eigentliches Werkzeug waren ganz viele Treibstempel, die die Wölbungen formten.
Nicht ein einziges Mal hat er eine Feile oder Schmiergelpapier benutzt ("so etwas macht ein Meister nicht"). Wenn ihr mal in Köln seid, schaut euch mal die Südportale an. Absolute Glätte der getriebenen Oberflächen. Ja, eben ein Meister.