dieses Schienenanlageheft hatte ich vor sechs Jahren einmal im FAM vorgestellt. Weil es so interessant ist, möchte ich es hier auch veröffentlichen.
Zuerst wusste ich nicht, wie alt diese Broschüre von Märklin ist, aber die Schreibweise wies auf eine Zeit vor der zweiten Deutschen Rechtschreibreform 1901 hin. Bodo hat dann gesagt, dass hier die Neuheiten von 1899, aber noch nicht die von 1900 enthalten sind.
Leider ist das Deckblatt entfernt worden, wie das so oft zu der Zeit war, als man das Blatt mit den Gleisen zwecks einfacherem Einkauf von Ersatzgleisen gefaltet zum gutsortierten Spielzeughändler mitnahm. Bodo hat mir mitgeteilt, dass dieses Schienenanlageheft für die Spur 1 die Nummer 2601 hatte und den Zugpackungen beilag.
Aber auch so ist das ein wunderschöner Märklin-Katalog, der leicht ramponiert die Zeit überdauert hat. Zuerst habe ich alle Seiten fotografiert und danach einzelne Objekte nochmals in groß abgebildet. Alle Objekte sind für die Spur 1 hergestellt worden.
die Gleisanlagen- Faltblätter der Jahre 1892 bis 1894 und insbesondere die Gleisanlagen- Hefte ab 1895 hatten einen ganz erheblichen Anteil am Erfolg der Eisenbahnen von Märklin. Die Anregungen zum Ausbau der Anlage waren schon im Hause.
Der Umschlag dieser Hefte wurde in vielen Fällen gelöst, um das Gleissortiment mit den Nummern neben die Gleispläne und deren Listen legen zu können. Das erspart beim Bau das ständige Umblättern.
Zu den unscheinbaren Neuheiten des Jahres 1899 gehört der Kalkwagen 1815. In Spur I wird er schon von Anfang an mit geprägten Seitenwände und Puffern gezeigt. Das Klischee des Planewagens 1810 aus dem Vorjahr 1898 zeigt diesen noch glatt und ohne Puffer. Ich sehe dies als Hinweis darauf, dass viele einfache Wagen in Spur I schon ab 1899 Puffer bekamen, und nicht erst im Jahre 1903.
Vielen Dank für die tollen Infos. Da ich nicht so in dieser Thematik stecke, habe ich eine kurze Verständnisfrage: Was stellt 1036 auf Seite 26 dar, bzw. wozu nutze ich es ? LG aus Wroclaw, Martin
"1036 Schiebebühne, bestehend aus: 2 Kreuzungen, 1 Fahr-Bühne zum Uebersetzen eines Wagens von einem Geleise zum anderen bei parallel liegenden Geleisen"
(Katalogsammelmappe F (1897- 1903), Tafel 27 (1898) Bei der Neuauflage der Tafel 27 im Jahre 1901 ist das Klischee des Artikels dann um die zweite Kreuzung ergänzt.)
Freunde Die Gleispläne mit ihren vielen Schnörkeln und ununterbrochener Kurvenfolge sind der Tatsache geschuldet,daß die Geschwindigkeitsreglung der Uhrwerkloks nicht gerade toll funktionierte,und durch die vielen kraftzehrenden Kurven die Züge " im Zaum gehalten" wurden. Fritz Rinderknecht+ hat hierrüber mal einen Vortrag auf dem Tinplateforum gehalten.
laut dem Nachtrag 1895 zu der Preisliste 1894 für den Katalog von 1893 konnte man die Lokomotiven aus den Bahnen 1021 und 1022 gegen einen Aufpreis von 1,- Mark auch "mit reguliertem Uhrwerk für gleichmässigen Gang" bekommen.