Hallo zusammen, habe gestern einen sechsachsigen Kesselwagen gesehen, der hat mir so gut gefallen, dass ich einen der zehn im vorigen Jahr überarbeiteten vierachsigen Kesselwagen herausgeholt habe und ihm zwei dreiachsige Drehgestelle gegeben habe.
Der Grundstock für diese Drehgestelle sind die Blechhalterungen der alten Tender mit Kunststoff Schweißtender Aufbau aus Ende der 1950er Jahre. Sie bekamen dann die Federpakete der alten großen Gussdrehgestelle aus den 1930/40er Jahren. Als Räder habe ich die kleinen Güterwagen Achsen der 1960er Jahre genommen. Alte breite Bügelkupplungen wurden auch an beiden Seiten befestigt.
Um ihn als beleuchteten Schlusswagen des langen Kesselwagen Zuges fahren zu können, habe ich einen der vor einiger Zeit hergestellten kurzen Güterwagen Schleifer untergebaut.
Diese Schleifer sind aus den Schleifern des Märklin Schlusswagens 4506 hergestellt worden, es wurde nur die lange Pertinaxplatte gegen eine kurze getauscht und neu vernietet. Die lange Feder des Schleifers wurde dann auch entsprechend gebogen.
Dieser auf sechs Achsen umgebaute Kesselwagen gefällt mir sehr gut, er wirkt durch die Gussdrehgestelle etwas wuchtiger als mit den kurzen vierachsigen Blechdrehgestellen.
Bei der Gelegenheit kam ich aber ins Grübeln, ob sechsachsige Kesselwagen vorbildgerecht sind. Immerhin, zwei Achsen erhöhen rechnerisch die zulässige Gesamtlast um fast 40 Tonnen. Dazu müßte es ja einen Anlass geben, z.B. den Transport von flüssigem Quecksilber.... Mit Leichtbenzin wird das nicht notwendig sein.
sechsachsige Kesselwagen gab es auch beim Vorbild s. hier - Klick! Allerdings hat Hans-Gerds Kesselwagen eine Super-Luxus-Federung. Neben den üblichen Plattfedern auch noch Schraubenfedern. Vielachsigkeit bewirkt neben einer geringeren Achslast auch eine bessere Laufruhe.
Zitat von ypsilon im Beitrag #2 zwei Achsen erhöhen rechnerisch die zulässige Gesamtlast um fast 40 Tonnen. Dazu müßte es ja einen Anlass geben, z.B. den Transport von flüssigem Quecksilber....
Klugscheisser Modus an
Mal grob gerechnet. Alte Kesselwagenform wohl so etwa 30 Kubikmeter, Quecksilber Dichte 13,5. Ein voller Tank wären 405 Tonnen Ladung. Das dürften weder die Achsen noch das Gleis aushalten.
Bei Natronlauge und 30 m3 sind es auch schon knapp 64 Tonnen Ladung. Mir fiel im ersten Moment nur nichts anderes ein als Quecksilber, das schwer und flüssig ist.
... man muss dabei beachten, dass um 1930 ein Teil der Gleisanschlüsse noch nicht auf hohe Achslasten ausgebaut war. Die zulässigen Achslasten lagen bei kleineren Anschließern teilweise bei 16 to oder noch weniger. Deshalb mussten die Kesselwagen mehr Achsen erhalten.
An anderer Stelle hatten wir uns hier im Forum über dreiachsige Milchtankwagen gewundert.
Moin. Die Erhöhung der Achszahl führt zwar zur Reduzierung der Achslast, aber die Meterlast ändert man damit nicht (außer zum Nachteil, weil die Achsen ja auch wiegen). Und bei Strecken mit leichtem Oberbau und div. Kunstbauten zählt die Meterlast. Dazu sei an den Einsatz der pr.G12 im Erzgebirge erinnert, die zwar von der Leistung und der Achslast her gut gepaßt hätte, aber auf Grund der Meterlast eben nicht freizügig überall eingesetzt werden konnte. Ganz so einfach ist das mit den Lasten und den Achsen dann doch nicht.
... das stimmt schon, aber schau Dir aber bitte mal das Einsatzspektrum der sechsachsigen V180 an, die als Variante genau für solche Strecken gebaut wurde und die Steilstreckenloks der BR 94 verdrängte.