Z. B. Ein LKW aus den 30iger Jahren soll aus Blech entstehen. Das Füherhaus usw. ist symmetrisch.
Wie würdet ihr vorgehen?
a) auf Millimeterpapier beide Seiten aufzeichnen – also spiegeln, > Papier auf das Blech kleben > jeweils die Seiten einzeln ausschneiden > falzen
b) auf Milimeterpapier eine Seite aufzeichnen > das Blech mittig falzen > Millimeterpapier aufkleben > die übereinander gefalzten Bleche gleichzeitig in einem Durchgang ausschneiden > Blech zurückbiegen > falzen. So hätte man in jedem Fall zwei identische Seiten. Beim Führerhaus wäre dann ein leichter Knick im Dach, aber die Türen und Dachseiten wären identisch. Ebenso könnte man mit der Motorhaube verfahren, dann die Teile aneinderstecken oder löten.
Alles, was du aus Papier basteln kannst, geht auch in Blech. Das würde ich dir empfehlen. Mach zuerst eine Abwicklung auf Papier, schneide sie aus und falze sie.
Wenn das funktioniert, mach es genau so in Blech. Zeichne die Form auf, schneide alles, was nicht benötigt wird weg. Falz das Blech und...
Hallo Heizer, deine Variante B ist nicht gut, den Knick in der Mitte bekommt man nicht mehr vernünftig raus.
Papier aufkleben ist auch nicht wirklich gut, beim abmachen des Papiers gibt es oft Kratzspuren. Ich laminiere solche Zeichnungen direkt auf das Blech, da lassen sich die Reste einfach mit Verdünnung abwischen.
deine Variante B ist nicht gut, den Knick in der Mitte bekommt man nicht mehr vernünftig raus. In meiner Vorstellung würde der mittige Knick bei einem Lastkraftwagen leicht zu kaschieren sein > geteilte Windschutzscheibe Mitte, Kühlerhaube Mitte, Kühlergrill Mitte, Stoßstange Mitte > problematisch wäre nur das Dach und die Rückseite vom Führerhaus (könnte man durch eine Plane oder Ladung verdecken) Schlimmstenfalls vergleichbar mit einer Gussnaht.
beim abmachen des Papiers gibt es oft Kratzspuren das Blech muss vor dem lackieren doch eh aufgerauht werden. Mein weißer Bastelkleber ist wasserlöslich und hält auf Blech mal gerade so, lässt sich einfach wieder abziehen.
#2 ist schon klar Zur Herstellung zwei gleicher Kotflügel legt man zwei Bleche übereinander. Wenn ich ein Blech in der doppelten Größe eines Kotflügels in der Mitte falze, kann es bei der Bearbeitung (Zuschnitt) nicht mehr verrutschen. Als Ergebnis nach dem Zuschnitt liegen zwei identische Kotflügel vor. Aus diesem Gedanken heraus kam ich auf die Variante b) für alle anderen Teile. Quasi ein Schnitt für zwei Teile bzw. beide Seiten des Fahrzeuges.
Blech wird im handwerklichen Bereich niemals übereinander gelegt und im Stapel bearbeitet. Beim Biegen verändert sich der Radius, beim Schneiden verläuft es und kann die Schere beschädigen.
Natürlich kannst Du Bleche übereinanderlegen und zusammen bearbeiten. Es geht dann aber eben nicht biegen und schneiden. Biegen fällt ohnehin meist aus, weil spieleglbildliche Teile meist auch spiegelbildlich gebogen werden und nicht in eine Richtung. Schneiden geht aber auch wenn die Bleche fest zusammen haften. Alles was mit Sägen oder Feilen zu tun hat geht im Stapel einwandfrei. Ohnehin vorgesehene Bohrungen nimmst Du als Niet- oder Schraubpunkt. Überstehende Nasen kannst Du miteinander verlöten oder vernieten und die Nasen am Ende weg schneiden. Es gibt da schon einiges was Sinn macht.
Zitat von ypsilon im Beitrag #7Alles was mit Sägen oder Feilen zu tun hat geht im Stapel einwandfrei.
Das geht, soweit die Bleche so fest zusammen gespannt werden, dass nur ein gemeinsamer Grat entsteht. Ansonsten entsteht etwas ähnliches, wie eine Mundharmonika. Der Grat spaltet die verschieden Bleche.
Es gibt immer verschiedene Möglichkeiten, Bearbeitungen durchzuführen. Im Internet wird Metall oft mit dem Winkelschleifer bearbeitet. Das mache ich eigentlich nie. Es gefällt mir nicht.
Wenn ich Blech bearbeite, orientiere ich mich an traditionelle Bearbeitungstechniken. Wenn ich herausgefunden habe, wie sie funktionieren, funktioniert auch meine Bearbeitung.
Ich habe im Zusammenhang mit historischem Spielzeug schon mehrfach Zuschneideschablonen gesehen. Das sind Bleche in der Form des zu fertigenden Teils, die auf das Blech gelegt werden, dann wird mit der Reißnadel die Kontur umfahren und ggf. Löcher angekörnt, so dass man anhand der Risse dann die Bleche mit der Schere zuschneiden kann.