schon vor etwas längerer Zeit fand ich in einer " Wühlkiste " auf einer Regionalbörse , den nachfolgend gezeigten Figuren Riegel . Ich erkannte natürlich sofort die bekannten Ausführungen in Zinn .
Die Figurengröße ist so wie die Schwestermodelle aus Zinn , der Kunststoff ist elfenbeinfarbiges Hartplastik , sie sehen für mich zeittypisch aus , also nix modernes ... Nachguß oder so .
So etwas ist hier bisher noch nicht gezeigt worden - aber vielleicht hat noch jemand vergleichbaren Figuren ?
Ja, die 2018 gestorbene Witwe von Tilo Maier, Lilo Maier, erzählte mir 2012, dass wohl zuerst die 0226 Sitzfiguren für die Märklin-D-Zugwagen wegen des besseren Sitzes auf Kunststoff 1969 umgestellt wurden. Denke, dass zu dieser Zeit auch mit den anderen Figuren Umstellungen auf Kunststoff erfolgten. Groß kann die Zahl jedenfalls nicht gewesen sein, da sie bisher kaum auftauchten. Grüße von elaphos
...interessant! Dann war das aber bei den Sitzfiguren ohne Sockel anscheinend anders? Im Modellbahnheft 2 steht, dass die Stahlform bei den Sitzfiguren nur eine Halterung für die Kunststoff-Spritzmaschine bekam. Vllt. weiß da aber unser "elaphos" mehr über die Umstellung?
Soweit ich das verstanden habe kamen die Sitzfiguren für die Inneneinrichtung wohl relativ spät , gegenüber den normalen Figuren . Die Sitzfiguren mit Standfuß kamen wohl erst zu den MMM Möbeln heraus und danach die Figuren für die Inneneinrichtung ...
Wer in dieser 3 er Beziehung , was wann gemacht hat , ist wohl nicht eindeutig geklärt ... bei MMM gibt es ja auch eine Umstellung auf Kunststoff mit anderen Artikeln , Wegkreuz , Wippenunterteil , Denkmal , Schaukel usw. gibt es sowohl in Holz wie auch Kunststoff ...
Die Kunststoff Sitzfiguren für die Inneneinrichtung sind von SIMA wohl nur noch bemalt worden und zugeliefert - nicht selber gespritzt .
die oben gezeigten Figuren aus Hartplastik sind Margarinefiguren.
Mehr zu den Plastikfiguren von SIMA und/oder MMM ist hier im Forum unter dem Stichwort "Roggentin" zu lesen.
Viele Grüße
lollo
Hallo Lollo ,
das ist mir bekannt ... Was verstehst du unter Magarine Figuren ? - In Bezug auf die von mir gezeigten Figuren ...
Die Roggentin Figuren , die ja nur 3 Typen sind ( Frontalfiguren ) sind ein ganz anderer Typ ... und für mich einfach an MMM geliefert worden um einige Geländestücke auszustatten . Meine gezeigten Figuren ähneln aber sehr dem Stil , der Paddelboot Figuren .
anbei ein paar Bilder über die Margarinefiguren mit dem Thema Eisenbahn der Marke "Frauenlob". Zu dieser Serie gehören auch die von Dir oben gezeigten Figuren.
Im Buch von Helmut Bitsch "Margarine- und Plastikfiguren" sind sie alle zu sehen die es zum Thema Eisenbahn gab.
Die Kunststofffiguren die es bei MMM gab sollen von einer Firma "Roggentin" gefertigt und an MMM ausgeliefert worden sein. Über die Firma Roggentin konnte ich leider bis heute nichts herausfinden - schade.
Die beiden Bücher von Helmut Bisch zu diesem Thema hätte ich gerne.... Im eBay werden sie gerade angeboten: 142,00 €! Das ist mir im Moment zu teuer. Ich suche mal weiter nach preiswerteren Angeboten.
Mich interessieren diese beiden Bücher, weil ich auch eine ganze Menge Margarinefiguren zum Thema "Eisenbahnen" in meiner Sammlung habe. Die meisten habe ich hier noch nicht gezeigt. Ich erinnere vage, daß ich dazu in diesem Forum schon mal etwas geschrieben habe im Zusammenhang mit den Eisenbahn-Margarinefiguren von Hagen von Ortloff. Muß ich mal vorkramen und fortsetzen....
darüber hatte ich schon einmal geschrieben. Diese Margarine-Züge und Eisenbahn-Figuren hatte ich auch. Aber es war seinerzeit nicht einfach, sie zu bekommen. Das Kind des "Otto-Normalverbraucher" bekam nur die Aufstellsachen. Bewegliches wie Autos, Züge oder Flugzeuge als auch Bahnhöfe usw. erhielten bei uns im Ort die Kinder vom Apotheker, von Ärzten, Rechtsanwälten usw. und wir anderen Kinder mussten diese Sachen mühsam eintauschen.
Später bekam ich auf dem Flohmarkt eine Dose voll mit diesen Sachen. Viele Stücke kannte ich noch nicht. Und als ich las, dass es in Erkrath eine große Börse für diese "Margarine-Figuren" gab, bin ich da hin, um meinen Fund stolz zu präsentieren. Der Stolz war aber ganz schnell verflogen, als ich feststellen musste, dass es da Händler gab, die ganze Bananenkartons voll mit Autos, Zügen und Häusern hatten. Die hatten den Margarine-Fabriken wohl die ganzen Reste abgekauft.
Ein Händler bot einen Katalog für diese Produkte an, den ich kaufte, um informiert zu sein. Und tatsächlich gab es Objekte, die im Preis höher lagen. Nie vorher gesehen oder etwas davon gehört. Ich hatte nur ein etwas teureres Stück, das Olympia-Stadion von Berlin zur Olympiade 1936. Ist mir danach leider einmal von einer schnellen Hand geklaut worden.
Grundsätzliche Informationen: Es gibt inzwischen 12 verschiedene Kataloge. Ein großer Hersteller war SIKU Sieper Lüdenscheid. Hergestellt wurden diese "Margarine-Figuren" bis März 1954. Danach durften sie nicht mehr an Kunden kostenfrei abgegeben werden (Vereinbarungen der verschiedenen Firmen als auch das Zugabeartikel-Gesetz aus den 20-er Jahren).
ich habe noch etwas gefunden, dass ich einmal über diese Kunststofffiguren geschrieben habe:
Etwas zur damaligen Herstellung dieser Figuren. Es gab eine zweiteilige Form zu mehreren Nutzen. Das heißt, dass die entsprechende Figuren in einem Spritzgang mehrfach hergestellt wurden oder in einer Form mehrere verschiedene Teile gespritzt wurden. Die Teile hingen an einem Spritzsteg, und anfangs mussten die aus der Form ausgestoßenen Figuren mit einer Zange abgeknipst werden, bis man einen verzögerten Ausstoßer erfand, der bewirkte, dass nach dem Spritzvorgang beim Öffnen der zweiteiligen Form zuerst die Figuren ausgestoßen wurden (und damit, weil noch warm und weich, vom Spritzsteg abrissen) und danach der Spritzsteg folgte.
Die Maschine selbst wurde hydraulich gesteuert, also die beiden Formhälften wurden durch Druck zusammengefügt, und zwar durch den Bediener. Voraussetzung war, dass das Kunstoffgranulat (sowohl Polyethylen als auch Polystyrol, später bei Reparaturen klebbar) auf etwa 70° C erwärmt worden war. Der Bediener musste nun mit dem Steuerstab, den man sich etwa so vorstellen kann wie einen Hebel der Gangschaltung eines Lkws, durch Bewegung nach links die Formenhälften schließen und danach mit dem richtigen Gefühl, nicht zu schnell und nicht zu langsam etwas weiter nach links drücken, damit ein Stempel etwas von der heißen Kunststoffmasse in die Form presste. Damit nicht zu wenig (unvollständige Figuren) oder zuviel (Figuren mit breitem Grat rundherum) in die Form gedrückt wurde, blickte der Bediener auf einen Manometer, das den aktuellen Druck anzeigte. War der optimale Wert erreicht, wurde der Steuerungstab losgelassen. Die Kunststoffmasse befand sich nun in der Form und kühlte ab. Damit das schneller ging, gab es schon früh, aber auch nicht immer, in der Form Kühlgänge, die mit Wasser durchflossen waren. Dadurch verringerte sich die Wartezeit; der Bediener zählte in Gedanken einige Sekunden und öffnete die Form. Die Teile fielen meist automatisch heraus und rutschten in eine Kiste, aber es gab auch Formen, bei denen der Bediener die Teile von Hand herausnehmen musste.
Da die Formen in der Herstellung ziemlich teuer waren, nahm man auch alte Formen, die man nicht mehr brauchte, und baute neue Spritzplatten für andere Figuren ein. Das waren noch Zeiten ! Heute geht alles ratzefatz vollautomatisch, volle Kontrolle an allen Ecken und Kanten der Maschine. Fehlteile gibt es heutzutage so gut wie nie. Dadurch erübrigt sich heute die früher kostenintensive Nachkontrolle.
Die Figuren wurden bis um 1953 meistens einfarbig in diversen Kunststofffarben hergestellt, überwiegend elfenbein-farbig, danach fing man an, die Stücke mit der Hand zu bemalen oder auch mit Maske durch Spritzen farbig zu gestalten.
Zitat von cmnhorsebreeder im Beitrag #10Die beiden Bücher von Helmut Bisch zu diesem Thema hätte ich gerne.... Im eBay werden sie gerade angeboten: 142,00 €! Das ist mir im Moment zu teuer. Ich suche mal weiter nach preiswerteren Angeboten.
Ich habe mir vor Jahren mal die Bücher aus dem Peko Verlag besorgt. Eventuell hast Du das Buch auch schon : "Margarine und andere Werbefigürchen aus den fünfziger Jahren" - Gab es bei eBay für unter 10 EUR. Davon gibt es 3 oder 4 Auflagen, meine ist die 2. Auflage von 1990. Für mich reicht das Buch vollkommen, damit hat man zumindest schon mal eine gute Übersicht über Hersteller und Marken.
Eine kurze Recherche ergab, dass das Buch zurzeit antiquarisch z.B. hier für 28,00 + Vers. angeboten wird. Wenn man ein wenig warten kann, gibt es das Buch auch wesentlich preiswerter.
Zitat von cmnhorsebreeder im Beitrag #10Ich erinnere vage, daß ich dazu in diesem Forum schon mal etwas geschrieben habe im Zusammenhang mit den Eisenbahn-Margarinefiguren von Hagen von Ortloff. Muß ich mal vorkramen und fortsetzen....
wenn ich Dir mal beim Kramen behilflich sein dürfte :
das sind ja sehr willkommene Infos! Ja, ich warte gerne noch ab und schaue, ob so ein Buch mal billiger angeboten wird.
Und vielen Dank für den hervor gekramten Thread! Der wird demnächst fortgesetzt. Die Schachtel mit den Margarinefiguren habe ich immerhin schon gefunden.
ich werde dann auch mal verstärkt darauf achten... Ich weiß nicht wie informativ die anderen Werke sind, meine Ausgabe aus dem Peko Verlag hat über 300 Seiten und war mir damit schon oft eine unschätzbare Hilfe bei der Bestimmung meiner Margarinefiguren.
Auf dem Foto sind auch die weiteren Kataloge zu sehen - einmal mit dem Titel: " Weichplastik Werbefiguren (LINDE, TIETZE, KORONA, usw.) aus den fünfziger und sechziger Jahren", sowie "Plastik Werbefiguren für Puppenmuttis aus den fünfziger und sechziger Jahren"
etwas zu den Bitsch-Katalogen: Die beiden Bände kosten deshalb so viel, weil die Kataloge sehr umfangreich sind - sie enthalten über 12.000 Bilder. In der Arbeit sind sie mit dem Lexikon von Cieslik zu vergleichen.
Zudem muss man sagen, dass es so ein konzentriertes Wissen kein zweites Mal gibt. Hier werden im Prinzip alle Fragen beantwortet, die hier im Forum in dieser Richtung "Kunststoff-Figuren" auftauchen. Billiger wird es die beiden Kataloge Band A und B wohl kaum geben.
..habe da auch Plastik-Figuren, wo ich im Dunkeln tappe. Wer könnte der Hersteller sein, oder wo waren die dabei? Gespritzt sind sie aus blauem Kunststoff und nur partiell bemalt. Die Figuren sind minimal kleiner (zierlicher) als die allseits bekannten Zinn-Kandidaten (siehe Vergleich).
Danke für den Hinweis und den Link. Ich hatte bei Kibri immer nur die vielen Reisenden auf´m Schirm. Hätte ich gleich mal nachschauen sollen? Wobei, eines ist mir jetzt doch aufgefallen.
Die gesuchten (und gefundenen) Figuren von mir
Beispiel Kibri Katalog 1963, der Gepäckträger stimmt noch nicht
Vaupe Katalog 1968, die Figuren haben "die Fronten gewechselt". Der Gepäckträger stimmt immer noch nicht
Kibri Katalog 1967/68, jetzt passt auch der Gepäckträger
diese Figuren gibt es in zwei Ausführungen: eine frühe Variante mit größeren Figuren und eine späte Variante mit kleineren Figuren. Der Gepäckträger auf den beiden oberen Katalogabbildungen gehört zu der frühen Serie, der Gepäckträger auf dem Foto und der unteren Katalogabbildung gehört zur späten Variante.