Hallo Ich habe zwar schon im Nachbarforum nachgefragt, aber ich glaube hier ist noch etwas mehr "Altblech"-Kompetenz vertreten. Deswegen nun hier auch:
Hallo Ich habe neulich beim sortieren einen alten Blechwaggon von Trix entdeckt, der mir seltsam vor kam. Ein 20/63 mit Brenserhaus war mir noch nie untergekommen und findet sich auch nicht im Mikado. Er war sehr schön erhalten und alles wirkte stimmig. Lediglich die Farbe des Gehäuses unterschied sich vom Lackfarbton des Bremserhauses. Ich vermutete, das jemand dies selber gebaut hat. Und zwar auf dem Fahrgestell eines 20/71 Halle.
Soweit so gut. Nun fand ich aber erstaunlicherweise in einem zweiten Konvolut und völlig unabhängig von einander ein weiteres Modell dieses Waggon. Das ist schon sehr erstaunlich. Vielleicht wurden diese Modelle doch in Nürnberg zusammengesetzt. Kurz vor dem WW2 und auch danach wurde ja einiges ausser der Reihe zusammengesetzt. Vielleicht gab es für den 20/63 kein passendes Fahrgestell? Oder ein findige Händler hat diese Modelle erschaffen? Natürlich können es auch zwei gute Bastelarbeiten sein. Aber dann müssten zeitgleich zwei Modellbahner damals die Idee gehabt haben. Und dafür zwei andere Wagen geopfert haben. Beide Wagen waren übrigens sehr lange im Familienbesitz und ich habe sie aus zweiter Hand. Was vor allem auffällt sind die komplett anderen Kupplungen. Wagen 2 schein auch jünger zu sein. Hier nun die Bilder:
Zunächst Fund 1:
Hier nun Fund 2. Leider kein Bild von unten, da schon verpackt für den Umzug. Aber ich meine, das dort auch Trix Modell drunter stand.
Ich hoffe ihr könnt mir etwas mehr zu den beiden Wagen sagen, die mir ausgesprochen gut gefallen. Gruss Rei
Mir scheint, Du bist auch auf der Jagd nach Informationen, damit Du künftig zu Deinen Exponaten im Museum jeweils eine gute Geschichte bringen kannst. irgendwie gefällt mir diese Idee.
Zitat von trixexpress im Beitrag #1oweit so gut. Nun fand ich aber erstaunlicherweise in einem zweiten Konvolut und völlig unabhängig von einander ein weiteres Modell dieses Waggon. Das ist schon sehr erstaunlich. Vielleicht wurden diese Modelle doch in Nürnberg zusammengesetzt. Kurz vor dem WW2 und auch danach wurde ja einiges ausser der Reihe zusammengesetzt. Vielleicht gab es für den 20/63 kein passendes Fahrgestell? Oder ein findige Händler hat diese Modelle erschaffen? Natürlich können es auch zwei gute Bastelarbeiten sein. Aber dann müssten zeitgleich zwei Modellbahner damals die Idee gehabt haben. Und dafür zwei andere Wagen geopfert haben. Beide Wagen waren übrigens sehr lange im Familienbesitz und ich habe sie aus zweiter Hand. Was vor allem auffällt sind die komplett anderen Kupplungen. Wagen 2 schein auch jünger zu sein.
Die Wagen der Serie 20/6x waren immer ohne Bremserhaus ausgerüstet. Erst mit der Serie der Modellwagen der Seire 20/7x (ohne den Kühlwagen 20/70) waren die Güterwagen auch mit Bremserhaus gekommen. Allerdings muss dies bei TRIX VSN schon vor WWII auch schon ein Thema gewesen sein. Vielleicht haben die Kunden darauf hingewiesen, dass beim Vorbild eher mehr GW mit Brh. zu sehen sind als ohne.
Wie auch immer an der Ausstellung "TRIX - Alles aus einer Hand" von 1999 im DB Museum in Nürnberg gab es auch ein Handmuster zu bestaunen, das in diese Richtung weist:
(Foto in der Nahaufnahe von piottr von 1999)
(Foto in der Teilübersicht von PaTrix von 1999)
Dieses Handbuster ist niemals in Produktion gegangen. Vielleicht wegen der Zeitumstände. Du kannst erkennen, dass das Handmuster mit Kupplungen von 1937/38 ausgerüstet ist.
Du kannst also davon ausgehen, dass TRIX-Enthusiasten diese Modelle als "Eigenbau" gefertigt haben und fertigen liessen. Es ist durchaus immer wieder zu beobachten, dass ahnliche Vorgänge zu unterschiedlichen Zeiten vorkommen. TRIX-Enthusiasten sind ideereich, findig und auch zum "Basteln" nicht abgeneigt!
In 2015 (+/-) war in der elektronischen "Deutschen Bucht" auch zu beobachten, dass ein Anbieter solche Kreationen angeboten hatte. Jene Quelle hatte immer wieder Rollmaterial von TRIX EXPRESS und TTR angeboten. Es sind wirklich gefällige Modell. Aus meiner Sicht decken diese die Sparte "Hätte auch sein können, ist aber nicht mehr dazugekommen..."!
Schaust Du hier, was es damals zu "holen" geben hatte:
(Von links: 20/62, 20/63 und 20/68 mit Brh., alle Modelle von 1939)
Hoffe, diese Infos sind Dir dienlich. Kannst ja in Deinem Museum schreiben, wer Dir dazu verholfen hat!
Zitat von PaTrix im Beitrag #2Lieber Reimund Beulen,
Dieses Handbuster ist niemals in Produktion gegangen. Vielleicht wegen der Zeitumstände. Du kannst erkennen, dass das Handmuster mit Kupplungen von 1937/38 ausgerüstet ist.
Du kannst also davon ausgehen, dass TRIX-Enthusiasten diese Modelle als "Eigenbau" gefertigt haben und fertigen liessen. Es ist durchaus immer wieder zu beobachten, dass ahnliche Vorgänge zu unterschiedlichen Zeiten vorkommen. TRIX-Enthusiasten sind ideereich, findig und auch zum "Basteln" nicht abgeneigt!
Mit TRIXigen GRüssen PaTrix, der Student
Hallo Trix Enthusiasten,
interessant wäre den kleinen 20/62 näher anzusehen, denn da gibt es eigentlich ausser denselben Laschenschlitzen für Kupplungsgehäuse und Bremserhaus keine weiteren passenden Schlitze für den Gehäuseaufbau. Doch, 2 am anderen Ende, aber 4 Schlitze fehlen dann. Unterbau ist von einem 20/75, siehe Treppe. Sind die Treppen auf der anderen Seite abgebrochen worden ?
Und hier noch eine kleine Anleitung wer gerne solche Wagen basteln möchte. Am rechten Rand ist erwähnt, was daraus entsteht.
Ich möchte nicht behaupten, dass diese Wagen nicht zu Beginn ab Werk gebaut wurden. Wer es wirklich herausfinden möchte, probiert die Laschen zu öffnen und erneut zu schliessen.
Zitat von PaTrix im Beitrag #4Hallo TRIX-Enthusiasten,
Ganz im Sinne von Karl Valentin sage ich: "Nein, ich habe keine Zweifel nicht!".
Wurde dieses Handmuster mit dem kurzen SHELL mit Brh. vielleicht doch gefertigt?!? - Schaust Du hier:
Mit TRIXigen Grüssen PaTrix, der Student
Hallo PaTrix,
ich glaube Du hast mich erwischt so wie Du Sprüche von "Karl Valentin" (Komiker) zitierst : "Nein, ich habe keine Zweifel nicht"
Mein Zitat (Emmer) in #3 Ich möchte nicht behaupten, dass diese Wagen nicht zu Beginn ab Werk gebaut wurden. Wer es wirklich herausfinden möchte, probiert die Laschen zu öffnen und erneut zu schliessen. Ich würde es nicht tun ;-)
Ich sollte nicht so durch die Blumen reden, vor allem wenn ich mir sehr sicher bin .
Deshalb eine klare Antwort vom Trix Express Pionier: Diese Basteleien wurden nicht vom Trix Express Werk realisiert.
Natürlich hat es einen Anreiz, sowas zu basteln.
"Mögen hätt ich schon wollen, aber dürfen hab ich mich nicht getraut" (Karl Valentin)
natürlich gehe ich auch davon aus, dass Trix Express Handmuster, bzw. Vorserien Muster fertigte. Ich möchte ja nicht alles prinzipiell wegdiskutieren und die Freude an der Geschichte verderben.
Aber so ein Muster sollte aus meiner Sicht aus früheren Bauteilen bestehen, wie zum Beispiel dieser 20/78 Kesselwagen Shell.
Bildquelle: Fotografie von "Emmer" aus einem TE Dokument
1937 kam die neue Modellserie von Trix Express auf den Markt, darunter ein Kesselwagen 20/78 BP Olex. Der Shell, sowie der Leuna und Esso Standard folgten 1938.
Der Shell Kesselwagen auf dem oben gezeigten Bild hat die ersten Federpakete und Quetschachsen. Zur Erinnerung: Die neue Modellserie ab 1937 gab es nie mit Quetschachsen. Die Kupplungen sind die damals neuen Blechhaken-Ausführungen mit 2 trapezförmigen Bügeln. Ebenfalls sind die Puffer bereits die neuere Generation (in Verbindung mit den Quetschachsen). Das Exquisite an diesem Wagen sind die beiden Shell Muscheln Auch hier zur Erinnerung: Den 20/78 Shell gibt es nur mit einer Shell Muschel pro Seite.
Wenn hier jemand diesen Wagen, in dieser Konstellation vorführen "täte", würde es auch mich vom Hocker hauen .
Nachtrag: Für Bastler wird das sehr schwierig, denn dieses Chassis gibt es nicht aus der TE Serienproduktion .
ich gratuliere Dir zu diesem Schnäppchen. Eine Lok 20/54 plus 14 umgebaute Wagen für nur 60,00 € + Aufgeld ist schon der Hammer.
Passt gut in Euer Museum. Da kann man zeigen, was man alles aus Original TRIX EXPRESS Wagen machen kann.
In unserer für Alles offenen Gesellschaft könnt Ihr sogar das schöne Chassis von TRIX EXPRESS zusammen mit dem aufgesetzten Märklin-Kran zeigen.
Für einen ernsthaften TRIX EXPRESS Vorkriegssammler war selbst der Ausrufpreis von 40,00 € uninteressant.
Nicht nur ich, sondern einige meiner Trix-Sammlerfreunde, haben sich vor der Auktion die Wagen aus dem Konvolut Pos. 22526 bei einer angemeldeten Vorbesichtigung genau angesehen.
Das war nach unserer Meinung Bastelware. Ansonsten hätte jeder von uns für jeden einzelnen Wagen mehr geboten, als das Konvolut insgesamt gekostet hat.
Übrigens, die nächste Position 22527 konnte ich für 100,00 € ergattern. Da war u.a. die blaue 20/54 dabei. Die findet man auch nicht oft.
Ich bin sehr gespannt auf das TRIX-Museum und werde es auf jeden Fall, so Gott will, baldmöglichst nach Eröffnung besuchen.
Ich wünsche Dir frohe Pfingsten und bleibe gesund.
Der Zuschlagspreis betrug 60,00 €. Dazu kommen noch Gebühren, MWSt. ect. von ca 22,5 %.
Frohe Pfingsten wünscht
trixkarl49
Hallo Karl, hallo Rei !
Bei diesem Konvolut handelt es sich aber schon um ein älteres Angebot bei Wormser-Auktionshaus, ca. 2 Jahre alt !? Oder macht das Lot immer so seine Runden ?
In einem Trix Museum macht so ein spezielles Konvolut bestimmt eine gute Falle, man muss es einfach klärend beschriften. Es gab schon Gründe, weshalb Trix Express-Spielbahner solche Wägelchen zusammensetzten. Zum einen hat Karl den Märklin Kran auf einem Trix Fahrgestell erwähnt. Märklin trägt wohl dazu die grösste Rolle bei, hatten sie doch bereits zu dieser Zeit ein paar Wägelchen mit Bremserhaus.
Märklin 374 Esso Standard (hier Bj. 1940) (gab es jedoch bereits ab Ende 1935)
.....zum anderen hatten die TE Spielbahner bereits ab 1937 den Modellwagen 20/71 Halle mit passenden Laschenschlitzen zur verfügung. Also könnten die ersten Basteleien bereits damals erfolgt sein.
Für das Trix Express Werk selber schon passe, denn die hatten bereits die Modellserie mit Bremserhauswagen inkl. Artikelnr. in der Pipeline.
Experten wie z.B. trixkarl erkennen unter anderem, dass die 6 Vorkriegsaufbauten auf Nachkriegs-chassis montiert sind. Damit scheidet eine TE Werksarbeit definitiv aus. Die TE Normalwägelchen gab es nach dem Krieg leider nicht mehr.
Karl, du erwähnst eine 20/54 Lok in blau!? Kannst du die uns zeigen? Mir ist lediglich eine 20/55 in blau bekannt.