1) Der uralte Wagen ist auch noch im 1925er Katalog abgebildet. Er ist aber der einzige mit dem alten Fischer-mäßigen Untergestell. Alle anderen Wagen haben bereits ein neueres Untergestell. Deswegen hatte ich zuerst vermutet, dass das ein Abverkauf sein könnte. Aber Dieter hat Recht, dass es das nicht sein kann. Wie ich in vorigem Post festgestellt hatte ist der Wagen auch leicht verändert worden. Ein Abverkauf ist damit ausgeschlossen. Das ist also zwar kein Abverkauf aber so etwas wie das letzte (leicht veränderte) Überbleibsel aus der Vorkriegsproduktion. Alle anderen Wagen im Sortiment von 1925 zeigen andere Untergestelle und dürften daher später eingeführt worden sein.
2) Der Bodenläufer wird bereits 1906 vermarktet. Das zeigt wie schnell Schuhmann nach der Gewerbeanmeldung 1905 schon ein verkaufsfähiges Sortiment hatte. Es macht ja auch nur Sinn ein Gewerbe anzumelden, wenn man bereits etwas zu verkaufen hat. Ohne Gewerbeanmeldung kann man nichts verkaufen. Das mag der Grund für den Zukauf der Untergestelle von H. Fischer gewesen sein.
3) Als Nebeneffekt lassen sich die ungeprägten Untergestelle von H. Fischer auf 1906+-1 datieren.
Zitat von snroettg im Beitrag #50Das sichtbare Kreislogo auf dem uralten Bodenläufer ist daher ein Kennzeichen der allerersten Serie, die bereits 1906 verkauft wurde.
Hallo an alle Interessierten,
in diesem Thread sind wir inzwischen weit vom Ausgangspunkt weg, den identischen Achsen bei Wagen von Fischer und Schuhmann. Inzwischen geht es um die Frage, ab wann und bis wann das Schuhmann-Logo mit den Buchstaben AS im Kreis verwendet wurde. Hier das Logo auf einem Wagen der Bahn 88 aus meiner Sammlung:
(1) Stefan vertritt in #50 die These, die Markung "AS im Kreis" habe es nur bei den allerersten Artikeln von Schuhmann gegeben. Als Nachweis nennt er die Abbildung einer Schuhmann-Bahn im Katalog 1913 von Louis Lindner; sh. #32. Die Lok ist die frühere Ausführung der Lok in Bahn 88, sie ist im Lindner-Katalog ohne Logo abgebildet. Stefan schließt daraus, das "AS im Kreis" habe es nur vor 1913 gegeben. Weitere Nachweise nennt er nicht.
(2) #22 zeigt ein Foto der Bahn 88 aus meiner Sammlung. Lok, Tender und Wagen haben das "AS im Kreis". Die Lok ist bis auf die Markung die gleiche wie im Lindner-Katalog 1913. Nach der These von Stefan wurde diese Ausführung der Bahn 88 vor 1913 hergestellt.
(3) Weiterhin gibt es den Bodenläufer Nr. 1900 mit und ohne "AS im Kreis" auf der Lok. Der Bodenläufer 1900 ist abgebildet in den Schuhmann-Katalogen 1925 und 1935; die Abbildung zeigt deutlich das "AS im Kreis". Stefan meint dazu, es sei eben ein altes Klischee weiterverwendet worden. Nun ist allgemein bekannt (auch mir), daß bei wohl allen Herstellern Klischees lange verwendet wurden, auch wenn der betreffende Artikal inzwischen weiterentwickelt wurde.
(4) Stefan läßt außer Acht, daß im Lindner-Katalog 1913 möglicherweise ein älteres Klischee verwendet wurde. Aber gerade mit dem Lindner-Katalog begründet er seine These, das "AS im Kreis" habe es nur bis 1912 gegeben.
(5) Tatsache ist: Das "AS im Kreis" hat es noch in den 1930er Jahren gegeben, bis zum Übergang des Geschäftsbetriebes an die Fa. Ottmar Beckh. Beweis: Die Lok 120-140-114. Sie ist eine typische Spielzeug-Lok der 1930er Jahre und ist erstmals im dem von mir auf 1935 datierten Katalog enthalten. Ich zeige die Abbildung im Katalog und die Lok aus meiner Sammlung.
Fazit Die Markung mit "AS im Kreis" hat es während der gesamten Existenz der Firma Adolf Schuhmann gegeben. Zweifelsfrei ist sie das erste Schuhmann-Logo und ist vor allem auf den frühen Artikel zu finden. Tatsache ist auch, daß "AS im Kreis" in den 1920er und 1930er Jahren nur bei wenigen Artikeln vorkommt. Die übereinanderliegenden Buchstaben A und S (ohne Kreis) sind weitaus häufiger verwendet worden. Merkwürdig ist auch, daß andere Loks im Katalog 1935, die von der Ausführung ähnlich sind wie die Lok 120-140-114, nicht mit "AS im Kreis" gemarkt sind, sondern nur AS ohne Kreis haben. Ich habe dafür keine Erklärung.
Das Logo sieht aus als wäre es ÜBER eine Litho gezogen, also nachträglich eingefügt, damit meine ich dass ein bestehendes Grundlayout ergänzt wurde. Das würde Stefans These aber auf den Kopf stellen.
ja, da hast Du recht. Die Litho des Wagens sieht tatsächlich so aus, als wäre sie ursprünglich ohne das "AS im Kreis" entworfen worden. D.h. der Wagen wurde in der 1. Ausführung ohne Markung hergestellt.
Das stützt die These, daß Schuhmann den kompletten Wagen samt Werkzeug von Fischer übernommen hat, nicht nur das Chassis. Dann ließ Schuhmann die Litho um sein Logo ergänzen.
Ergänzend weise ich auf meinen #19 hin: Die Fertigungen von Fischer und von Schuhmann waren nahe beinander. Man kannte sich, und es ist anzunehmen, daß man auch über eine geschäftliche Zusammenarbeit sprach.
Gleiche Modelle mit und ohne Markenzeichen gibt es doch öfter bei Schuhmann. Modelle für die diversen Großhändler waren doch oft ungemarkt und bei den von Schuhmann direkt vertriebenen Modellen wurde es einfach nachgedruckt.
Nun ist also doch noch eine spätere Lok mit AS im Kreis aufgetaucht. Das Logo ist aber gar nicht mehr so schön altmodisch verschnörkelt und der Außenkreis besteht nicht aus zwei dünnen Linien sondern nur einer einzigen dicken Linie. Auch im Vergleich mit dem normalen AS Buchstaben-Logo ohne Kreis fällt es ziemlich aus dem Rahmen. Es scheint ein Sonderfall zu sein, da keine anderen Loks aus demselben Katalog dieses spezielle Logo tragen und auch sonst keine weiteren bekannt sind. Für mich sieht das nach der Ausnahme aus, die die Regel bestätigt.
Es gibt ja keine Kataloge von 1905. Es geht mir daher in allererster Linie darum, trotzdem feststellen zu können, aus welchen Modellen die allererste Serie bestand. Das ist insbesondere deswegen interessant, um den Zeitpunkt der Zulieferungen von Untergestellen und Achsen seitens H. Fischer besser einordnen zu können. Das verschnörkelte Kreislogo mit dem dünnen Außenkreis scheint mir weiterhin charakteristisch für die allererste Serie zu sein, aus folgenden Gründen:
Der Bodenläufer trägt dieses Logo und ist nachweislich schon 1906 damit abgebildet. Auch die rote Lok und die Wagen von Dieter tragen dieses Logo und zudem die ganz frühen Fischer-mäßigen ungeprägten Untergestelle. Die erste Serie dürfte also aus mindestens diesen Modellen bestanden haben.
Zu Dieters Punkt 4) Das Klischee im Louis Lindner Katalog kann kein älteres sein, denn die Abbildung zeigt kein übliches Klischee sondern ein Foto, das speziell für diesen Katalog angefertigt wurde. Das Logo ist also 1913 auf der gezeigten Lok tatsächlich nicht vorhanden.
Die Logos können natürlich für bestimmte Versender weggelassen worden sein. Einzelne Zeichen oder ganze Symbole lassen sich aus den Druckplatten wegretuschieren bzw. für den Druck hydrophob abdecken. Vielleicht war Louis Lindner genau so ein Fall. Es ging mir nicht so sehr um die tatsächliche Verwendungsdauer des Kreislogos sondern vielmehr darum, dass es zum konkreten Zeitpunkt 1906 allem Anschein nach für die allererste Serie eingesetzt wurde. Und es ging mir darum, ein Beispiel dafür zu zeigen, dass es irgendwann später nicht mehr verwendet wurde. Das ist der Fall Louis Lindner 1913. Später taucht es jedenfalls bisher nur in deutlich abweichender Form auf wie Dieter gezeigt hat.
Das Logo schaut tatsächlich irgendwie scheps überlagert bzw. hinzugefügt aus. Man kann im Nachhinein in eine Druckplatte etwas einritzen, aber einzelne Strukturen nicht so einfach wieder herauslöschen. Das Kreislogo verdeckt einen Teil der dahinter liegenden Zierlinien. Dieser Effekt ist im Nachhinein schwer zu erzielen. Das muss von vorneherein so gezeichnet worden sein, auch wenn es so aussieht, als könnte es eine nachträgliche Modifikation sein.
Die Litho des gesamten Zuges mit der roten Lok mit den schräggestellten Achsen ist sehr stimmig. Das spricht dafür, dass zwar das Untergestell von Fischer ist, aber der Wagenkasten dürfte genauso wie die Litho der Lok von Schuhmann sein. Das Untergestell ist also eine ganz frühe Zulieferung, wenn nicht gar die allererste. Das ist der springende Punkt, der hier im Kontext der Achsen usw. interessant ist. Der Wagen kann in der ersten Ausführung auch nicht ohne Kreislogo gewesen sein, denn die älteste bekannte Ausführung mit dem ältesten ungeprägten Untergestell von H. Fischer trägt bereits das Kreislogo. Es ist auch kein Exemplar mit dem ungeprägten Untergestell ohne das Kreislogo bekannt. Wenn dem so wäre, dann müsste man die These überdenken. Es gibt aber nunmal kein solches Exemplar ohne Kreislogo! Analog gilt dasselbe für den Bodenläufer: Er kann in der ersten Version nicht ohne Kreislogo gewesen sein, denn er ist 1906 bereits mit Kreislogo abgebildet. Ein älteres ersteres Klischee kann es nun wirklich sinnvollerweise nicht mehr geben.
Die Belege sprechen also eine eindeutige Sprache: Bereits 1906 wurde das verschnörkelte Kreislogo für die allererste Serie verwendet und es wurde nicht erst später eingeführt. Für anderslautende Vermutungen gibt es keine Belege.
Wenn das alles so ist, dann beginnt die Zulieferung von H. Fischer an Schuhmann mit der ersten Serie um 1906. Aus meiner Sicht ist das schlüssig belegt.