das ist bestimmt ungemütlich um diese Jahreszeit. Aber zum Glück sind mittlerweile Taschenlampen erfunden, so dass Du in der Nacht nicht in vollkommener Dunkelheit diese stillen Orte aufsuchen musst.
Tja, lieber Heinz - die Zeiten des "Darmol-Männchens" sind noch immer nicht wirklich vorbei....
Ich lebe ja hier ziemlich autark. Das heißt, es gibt keine öffentliche Wasserversorgung. Und in Zeiten großer Trockenheit fällt dann mein Hauswasserwerk aus - mangels Wassers im Brunnen. Vom WC funktioniert dann das "W" nicht mehr und der Abtritt kommt wieder zu Ehren!
Allerdings muß ich sagen, daß das in dem Vierteljahrhundert meiner Zeit hier erst zweimal vorgekommen ist. Aber wer weiß, was die Klimaänderung mir noch bescheren wird...😕
Es ist schon bemerkenswert, wie wir uns am stillen Örtchen hier regelrecht festbeißen. Dann mach ich mal weiter:
Mir kamen so einige Fragen beim Modellbau. Nach meiner Erinnerung, und das ist auf Claudias Foto auch erkennbar, war die Tür nicht bündig abschließend mit dem Boden, vermutlich zwecks Luftzufuhr, auch konnte sich oben eine Öffnung befinden. Also die Tür war kürzer als normal gedacht. Weshalb steckt auf dem Foto #50 ein Schlüssel von außen? Ein Schalk, wer Böses dabei denkt.
Dann gab es teilweise ein rundes Loch oder Herzchen in der Tür. Dieses Guckloch diente dem Außenstehenden zur Prüfung, ob besetzt sei, nicht als Ausguck des sich im Häuschen befindlichen Mir scheint der Mond so helle.... – Wie war das mit dem Papier? Zeitung natürlich. Mal vorgerissen am Nagel aus Hygiene wie man mir sagte, und ungerissen zur Weiterbildung. Aber was war an den Wänden? Kleiderhaken und coole Sprüche, selten ein kleiner Spiegel. Was habe ich vergessen?
Moin. #53 Man guckt zum Herzchen rein? Echt?!? Glaub ich nicht. Man guckt unter die kurze Tür, ob da ein paar Füße zu sehen sind. 2 Fliegen mit einer Klappe: Lüftung und "Besetztanzeige". Wo wir grad bei Fliegen sind - nee, laß ich jetzt lieber. Papier brachte man sich vorsichtshalber mit, wenn möglich. Es gab auch Gegenden, da gehörte anstatt des Papieres ein Stein und eine Schüssel Wasser dazu. Das Wasser mußte dann gewechselt werden, wenn der Stein wieder sauber war. Nix mit 4 Lagen extrasoft! Die restliche Funktionsweise könnt Ihr Euch sicher selbst ausmalen. Ansonsten ein Haken/Nagel an der Wand und manchmal eine extra Ablage, für die Lampe/Kerze/Petroleumfunzel/Dunkelfeind. Hat ausgereicht.
#54 ja, das mit dem Stein kenne ich aus Afghanistan. Hier nie gesehen. Das mit dem Guckloch von außen war mir auch neu. Der Peepshowgebrauch soll so auch in Kasachstan üblich sein (aus glaubhafter Quelle). Der größte Schock als Bub war der Anblick dieser unerklärlichen Leiter in die Tiefe.… Passt allerdings nicht ins Modell.
Also, Leute -ich kenne das Örtchen im Hof noch aus der Kriegszeit! Wir waren nach den Bomben auf Offenbach aufs Land in den Kreis Geldhauses evakuiert, nach Niedermittlau. Beim Bauern war das Häuschen neben dem Kuhstall hinter dem Misthaufen. Nachts? Licht war verboten, wegen der Flieger -also blind laufen und tasten, wenn der Mond nicht etwas leuchtete. Da ist man schon auch mal gegen den Misthaufen gelaufen und draufgefallen. Rundum gabs ja auch Pfützen mit Kuhschei...na, ihr wisst schon. Papier? Natürlich am Nagel -der "Völkische Beobachter". Wenn das Parteiblatt (andere gabs nicht) gelesen war, dieses anderntags mit der Schere passend zu machen, war meine Aufgabe. Etwas rauh war das holzige Krieg-Zeitungspapier schon, richtig gekratzt hat es -aber es gab ja nix anderes. Hände waschen? Ich kann mich nicht dran erinnern...wo auch? Bad gabs nicht und die Küche war nachts abgeschlossen -offener Bauernhof und Krieg! Ja, es war Krieg und entsprechend hat man sich verhalten (müssen). Schöne Grüße Botho, Jahrgang 1935
Erstens: Zeitungspapier war gang und gäbe. Es ist verhältnismäßig saugkräftig und zudem wirkt Druckerschwärze schwach desinfizierend. Im Orkus hat es sich dann auch gut aufgelöst...
Zweitens: Bei uns in Hamburg gab es neben dem bekannten Wasserträger Hummel (Hummel-Hummel - Mors-Mors) und der Zitronenjette auch noch Klein-Erna. Um diese Originale ranken sich viele Geschichten!
Klein-Erna war eine aufgeweckte Göre aus dem Hamburger Arbeiterviertel Barmbek. Dort lebte sie etwa 1920/30 mit ihrer Familie Puvogel im vierten Stock einer Mietskaserne. Der Vater war Schauermann im Hafen, die Mutter besorgte den Haushalt und arbeitete als Zugehfrau. Es gibt bestimmt mehr als hundert "Döntjes" (kleine Geschichten) um die Familie Puvogel, die in Hamburg immer noch mit Vergnügen erzählt werden. Eine will ich hier berichten.
Nachdem die Bahnlinie Hamburg-Berlin 1846 eröffnet wurde, war das Hamburger Umland für die Städter leicht zu erreichen und ein Ausflugstourismus setzte ein. So kam es, daß die ältere Schwester von Mama Puvogel nach Schwarzenbek kam! Sie lernte dort einen stattlichen Bauernsohn kennen und blieb hängen. Vielleicht in meinem Wohnort Grabau bei Schwarzenbek?
In den Sommerferien wurde Klein-Erna stets zu "Tante" aufs Land geschickt. Dort bekam sie Sonnenbräune ins Gesicht, gute Butter aufs Brot und frische Milch ins Glas. Klein-Erna erholte sich prächtig und die Tante hatte eine fleißige Helferin in Haus, Hof und Stall. Für "Tante" als auch für "Klein-Erna" waren das wundervolle Wochen! Wenn nicht das bewußte Häuschen gewesen wäre....
Klein-Erna: "Tante, ich muß mal!" Tante: "Klein-Erna, weißt ja, wo das is.."
Nach 'ner Weile kommt Klein-Erna zurück vom Örtchen.
Tante: "Na, Klein-Erna, hast alles gefunden?" Klein-Erna: "Ja, Tante. Man bloß die Brummers (Fliegen)!!!! Das ist ja schrecklich mit die!" Tante: "Tja, Klein-Erna, selbst schuld! Mußt Mittags gehen, dann sind die Brummers alle inne Küche."
So geschehen hier auf dem Land! Freundliche Grüße von Claudia
Zitat von cmnhorsebreeder im Beitrag #57Klein-Erna: "Ja, Tante. Man bloß die Brummers (Fliegen)!!!! Das ist ja schrecklich mit die!" Tante: "Tja, Klein-Erna, selbst schuld! Mußt Mittags gehen, dann sind die Brummers alle inne Küche."
Fliegen - ja. Auch das ist so eine Kindheitserinnerung. Wir leben hier in der Stadt, im Umfeld. Eigentlich ein Ort für Fliegen. Aber im Grunde gibts die nicht mehr. Fragt mal ein Stadtkind nach Fliegen! Wir haben wieder welche. Seit letztem Jahr rennen vier Hühner durch unseren Garten. Also gibts auch wieder Fliegen. Grüne, schillernde! Meine Katze hat auch wieder eine Beschäftigung.