Planung bedeutet Zufall durch Irrtum ersetzen. Bei meinem Projekt ist es eine Mischung aus beidem. Zufällig passt der Irrtum in der Planung dann doch. Zumindest mit ein wenig Nacharbeit.
Die Umsetzung des Getriebes gestalten sich für mich etwas schwierig. Wie kann ich die benötigten Bohrungen exakt einbringen?
Um die Antwort vor wegzubringen: gar nicht. Getriebe sind auf den zehnten Teil eines Millimeters genau bestimmt. Entsprechend hakt es bei meiner Lok und ich muss mit der Feile ran und die Löcher so formen, dass die Achsen nicht klemmen.
Es ist unschwer zu erkennen, wie die Achse der zweiten Getriebestufe schief steht. (Die Lötnähte werden noch geputzt.) Das Glück blieb mir in so fern treu, als es gelingt, alle Teile einzubauen. Das ist nicht unbedingt so, sondern gelingt nur, weil die Hauptachse (Antriebsachse) mit dem Rahmen verschraubt ist.
Wie immer sieht es etwas chaotisch aus.
Groß links im Bild sieht man meine neue Löthilfe, die mir auf einem Klostertreffen empfohlen wurde. Ich habe sie umlackiert, da meine Augen die Fabrik-Farbgebung nicht ertrugen. Sie macht das Löten wirklich deutlich einfacher.
Nun aber taucht ein weiteres Problem auf.
Im Bild etwas unterhalb der Mitte ist die Welle mit den Schwungrädern zu sehen. Die Zusammenstellung ist verlötet. Links daneben liegt die Zapfenwelle. Sie war auch verlötet. Aber nur für kurze Zeit. Beim Putzen löste sich der Zapfen von der Kurbel. Uhrmacher rändeln und verpressen solche Teile.
heute Nacht werde ich wohl nicht gut schlafen. Das Getriebe klemmt ganz gehörig
Zunächst habe ich mich um die Kurbel gekümmert und mit einem Meißel kleine Schlitze in die 3 mm Welle eingebracht.
Dadurch klemmt die winzige Welle in der Bohrung.
Danach habe ich die Öffnungen für Dampfeinlass und Dampfauslass auf dem Maschinenspiegel bestimmt. Dazu wird ein winziger Spitzdorn in die Dampföffnung des Zylinderspiegels gesteckt.
Mit der Kurbel werden nun die Endpunkte und somit die Dampföffnungen ermittelt.
Nur, das Getriebe macht mir Sorgen. Die Löcher, die die Wellen aufnehmen sollen, sind einfach nicht genau genug gebohrt. Hinzu kommt, die zweite Getriebestufe, genauer der Maschinenspiegel, hängt voll in der Luft. Der Maschinenspiegel ist aber die zweite Lagerung der Welle mit den Schwungrädern.
Ich habe schon die Löcher, die die Wellen aufnehmen, größer gefeilt, weil die Zahnräder klemmen. Nun kommt noch das Problem dazu, dass ich ich überhaupt keinen Plan habe, wie ich den Maschinenspiegel fixieren kann.
Schraube eine separate Lagerplatte über das bisherige Lagerloch und bohre dieses großzügig auf. Du wirst die Zwischenwelle etwas aus der direkten Linie herausrücken müssen.
Den Lagerspiegel kannst du doch mit einem Winkel befestigen?
ja den Lagerspiegel kann ich mit einem Winkel befestigen. Zunächst habe ich noch etwas herumgefeilt und dann mit dauerelastischem Material den Spiegel befestigt.
Das Wundermittel wurde Ende der 80ger Jahre als Typenreiniger verkauft und picht noch immer. Das hier ist mein Restbestand. Es gibt es aber ohne Probleme noch heute zu kaufen zum Beispiel als Kotflügelband. Universell einsetzbar. Damit befestige ich auch Figuren, damit sie nicht umfallen.
Nun zurück zum Maschinenspiegel. Ich könnte versuchen, ihn mit einem Winkel festzulöten. Es wurde allerdings weiter vorne empfohlen, Maßnahmen zu ergreifen, um Wärmeverlust am Zylinder vorzubeugen. Ich möchte Bohrungen einbringen und den Querschnitt durch Einschnitte verringern. Außerdem müssen die Spiegelflächen noch poliert werden. Daher werde ich versuchen, den Winkel zu verschrauben.
Das wird eine Fitzelarbeit, da passt das für morgen angekündigte Regenwetter recht gut.
bei der Dampflok ist Geduld angesagt. Zunächst habe ich einen Messing-Winkel hergestellt, ihn am Kohlebunker mit einer Crimpzange befestigt und verlötet. Das war nötig, um die Gewinde für die Verschraubung einzubringen. Dann wollte ich den Spiegel an den Winkel löten. Dabei musste ich aber eine Pause machen. Die Knete begann derart unter der Hitze zu stinken, dass ich mehre Stunden die Werkstatt lüften musste. Glücklicherweise ergab sich ein Abdruck durch das aufgebrachte Lot. So konnte ich die Position ermitteln und den Winkel am Maschinenspiegel / Lagerspiegel festschrauben. Sicherheitshalber habe ich ihn zusätzlich verlötet, nachdem ich die richtige Position ermittelt hatte.
Zusätzliche Stabilität ergibt sich, wenn die Dampfleitung angebracht sind.
Es bewegt sich alles recht schwergängig, obgleich alle Zahnräder Spiel aufweisen. Ob die Lok läuft, wird sich erst herausstellen, wenn sie unter Dampf steht.
Wenn die Zahnräder in der Verzahnung Spiel haben kann die Schwergängigkeit ja nur aus den Lagern kommen. Du hast die Lager auch groß gemacht. Es sind 8 Lagerstellen in der Lok mit geschätzt 4 mm Durchmesser. Das erzeugt natürlich mehr Reibung als kleine Wellendurchmesser. Ich sehe auch nicht wie du das Längsspiel der Wellen begrenzt. Da sind keine Absätze. Was sind das für Hülsen in den Lagerschilden?
die Hülsen sind die Kontermuttern der Radverschraubung.
Die Begrenzung des Längsspiels der Achsen erfolgt durch die Antriebsräder der Lok. Alle weiteren Achsen sind seitlich durch Zahnräder oder durch die Schwungmassen begrenzt.
das hat wohl mit der Reibfläche zu tun. Die Flächen die sich berühren, steigen mit dem Kreisumfang.
Ich hoffe, dass mit Dampf die Maschine läuft. Ohne Kolben lässt sich die Lok recht gut bewegen. Was sehr nützlich wäre, wäre ein Dampfgenerator. Damit könnte ich prüfen, ob der Motor läuft.
ja, mit meinem Prototypen kann ich Dampf erzeugen. Da habe ich auch ähnliche Bedingungen. Einen Schlauch kann ich nicht benutzen. Das habe ich probiert. Unter dem heißen Dampf weitet er sich auf.
Danke für die Idee. Manchmal stehe ich halt auf dem Schlauch
ungestüm ist die Jugend. Eine junge Dampflok darf es auch sein.
Heute nun, wurde Dampf gemacht, die Dampfweihe fand statt. Na gut, eine vorgezogene Dampfweihe mit dem geliehenen Kessel fand statt.
Dann wurde eingeheizt.
Der Brenner hat noch keine Befestigung und gehört ja auch nicht zu der Lok. Einen Lagerbock habe ich nicht. So stellte ich die Lok auf eine Unterlage und befüllte sie. Nach kurzer Zeit ging es los. Sie hüpfte vom Lagerbock und wollte hinaus in die Schienenwelt.
Wie gesagt, vielleicht etwas zu ungestüm kam sie daher.
Aber es gibt noch Potential bei der Regulierung der Flamme.
es ist eine viel geführte Diskussion. Müssen Dampfloks, respektive insbesondere deren Kessel, hart oder weich gelötet werden? Nachdem meine kleine Lok ihre Dampftaufe bestanden hat, ging es nun darum, die Wunden zu lecken. Ein Rad war ab und der Kessel durchgeglüht. Na ja, durchglüht war er nicht, aber eine Lötnaht ist davon gelaufen und der Kessel war undicht.
Es musste eine Referenz her: Bing Kraftlok 160/530 Die beiden Loks sind in etwa gleich groß.
Die Bing Kraftlok wollte zunächst nicht so richtig laufen.
Beide Loks haben zumindest ein Problem gemeinsam. Das Sicherheitsventil verhindert den Druckaufbau. Also habe ich bei der Bing Lok neue Dichtungen eingebaut und siehe da:
Sie schnurrt wie ein Kätzchen. Das ging auch so gut 20 Minuten weiter. Wasser ist nur minimal ausgetreten.
Da steht bei meiner Lok noch ein wenig Nacharbeit an.
Auch hier ist ein Bing Sicherheitsventil mit neuen Dichtungen verbaut. Doch die Pfütze ist groß, der Kesseldruck hingegen klein. Das austretende Wasser löschst die Brennerflamme.
endlich kann das Projekt wieder an Fahrt gewinnen. Bei "Fahrt" wäre ich auch beim Thema. Der Grund, warum die Lok nicht fahren wollte, ist gefunden. Letztes Wochenende waren die Dampftage im Industriemuseum Lauf. Die beste Gelegenheit, für die "Flixie" (wurde endlich Zeit, der Lok einen Namen zu geben, eine Ableitung von Phoenix) unter vielen fachkundigen Augen zu zeigen, was sie kann. Von einem Foristen kundig unter Dampf und ohne Zögern auf den glatten Werkhallenboden gesetzt, erkundete sie sodann neugierig und zur Belustigung des Publikums die Gegend.
Es wurden keine Veränderungen an der Lok vorgenommen und sie dampfte. Ihr fehlte es wohl nur am Publikum 👏👍👏👍👏 Sie ist halt doch ein wenig eitel...
Nun soll also eine Bahn erschaffen werden, auf der Flixie gut laufen kann. Wulstschienen sollen es sein. Schon manche Stunde habe ich damit verbracht, mir eine Konstruktion zu überlegen, wie ich eine perfekte Wulstschiene mit Werkstatt-Hausmitteln schaffen kann.
Das Versuchsstück wurde auf der Sicken- und Bördelmaschine hergestellt. Hier handelt es sich um Sicken. Die Maschine wurde nicht modifiziert. Es ist erstaunlich, was alles mit handwerklichen Verfahren hergestellt werden kann. Das wird im Industriemuseum Lauf an der Pegnitz deutlich. Den Besuch kann ich nur empfehlen.
So sieht das Versuchsstück von unten aus.
Nun stehen Entscheidungen an. Wie soll die Bahn aussehen?
sehr gut! Ich bewundere deinen Durchhaltewillen! Ist eine Sicke quer zur Schiene möglich, um die Schienen überlappend zu befestigen? Oder ist es einfacher im Mittelteil eine Nase überstehen zu lassen und die Schienen mit einer Schraube aneinander zu befestigen?
Willst du vor den Blecharbeiten die Geometrie (Spurbreite / Wulsthöhe) auf einem Testaufbau (Brett mit heissgeleimten Draht oder so) testen?
Deine Masse sind wohl gut gewählt, zuviel gerade „Beschleunigungsstrecke“ würde die Kurveneinfahrt gefährlich machen.
Die Schienenstrecke soll insgesamt gelötet werden. Dazu beabsichtige ich jeweils einen Bereich der Schienen zwischen den Wulsten abzusetzen. Das bedeutet, es soll das Blech um eine Blechstärke versetzt werden, um so eine durchgehende Fläche zu erzeugen. Das werde ich dann später noch zeigen.
Zunächst bin ich wie wild am Probieren.
(Bitte von rechts unten nach links oben betrachten.)
Die Technik des Bördelns habe ich nun einigermaßen im Griff.
Nur.
Es muss auf den Teil eines Millimeters genau werden. Da fehlt mir noch der Plan. (Siehe Bild 2 links oben.) Vielleicht versuche ich Teilabschnitte miteinander zu verlöten um so eine durchgehende Sicke einbringen zu können.
ich finde den Vorschlag von Domenik bedenkenswert, mit einfachen Mitteln einen (oder ggf. mehrere) Testkreise zu bauen, damit Du das Fahrverhalten der Dampflok testen kannst.
Vermutlich gibt es einen optimalen Durchmesser: zu klein könnte die Lok zu stark gebremst werden, zu groß könnte die Lok zu schnell werden.
Es wäre schade, wenn Du mit großem Aufwand die Wulstgleise gebaut hast, aber der Durchmesser nicht funktioniert.
Kannst Du nicht eine Doppelrolle anbauen? Im fixen Abstand der Spurweite? Innen die Rolle größer als außen, damit wird das Blech dann automatisch in die Kurve gezogen. Auf jeden Fall stimmt die Spur immer. Vielleicht genügt es auch für den ersten Durchgang, zur Markierung der Rillen. Fertig pressen kannst du dann immer noch in weiteren Durchgängen und nur mit einer Rolle.
Es könnte Probleme geben, eine Lok mit Geradeauslauf bzw. starrer Vorderachse auf eine Kreisbahn zu zwingen. Auf Deinen Standfotos ist das schon ersichtlich!
Aus diesem Grund haben die historischen Kreisläufer auf Wulstschienen immer schräg gestellte Vorderräder. Fritz Erckens hat das hier im Forum sehr schön bebildert dargestellt.
@Dieter: Leider habe ich keine Möglichkeit, einfach einen Testkreis aufzubauen. Denkbar wäre eine Plane Fläche mit Einfassung. Aber auf frisch restaurierten Zimmerböden ist das keine Option. Zu Beginn des Projektes habe ich mit Hilfe des Forums Berechnungen angestellt, die dahin führen sollten, eine optimale Geschwindigkeit einzustellen. Die Lok ist als Kraftlok ausgeführt und sollte eine recht konstante Geschwindigkeit halten. Die Fahrversuche im Industriemuseum Lauf geben mir gute Zuversicht.
Im Übrigen sind gerade die vorgegeben Parameter, wie die Größe der Laufstrecke die Herausforderung bei diesem Projekt. Es soll am Ende eine Berglandschaft werden, in der der Zug fährt.
@Ypsilon: Eine Bördelmaschine mit zwei Walzenpaaren wäre natürlich schön, ist aber am Markt nicht verfügbar und wenn, wäre sie sehr teuer. Manuelle Bördel-/Sickenmaschinen sind recht stabil ausgeführt und sind eng an ihren Zweck gebunden. Ich sehe keine Möglichkeit meine Maschine umzubauen.
@Claudia: Die vorderen Räder sollen schräg stehen.
Zitat von Caepsele im Beitrag #332habe ich einen Knick in der Optik oder steht das vordere, linke Rad schepps?! Gruß
Heinz, etwas Schlosserei und Schweißarbeit genügen. Ein Stück Rohr und zwei Scheiben aneinander schweißen. Auf der anderen Seite ein Rohr mit Rille. Wo ein Wille, da ein Weg. Es ist auch nur ein Vorschlag, der Dir aber möglicherweise sehr viel Arbeit sparen würde. Wenn Du dann noch einen Drehpunkt 30 cm vor den Rollen definierst kannst Du vielleicht gar eine Platte einspannen und alles in einem Schwung walzen. Danach die Segmente auseinander schneiden. Versuch macht kluch, aber das muss ich Dir ja nicht erzählen.
Wenn du es schaffst werden alle uralt-Bahner als Kunden Schlage stehen, denn dann könnten die Bodenläufer sichere ujd stilechte Fahrbahnen erhalten. Made by Heinz.
Hallo Heinz, man könnte ein Blechband nehmen und zu einem größeren Ring weich zusammenlöten. Bei Bedarf die Lötstelle öffnen und weiter oder enger neu zusammenlöten.
das wäre ein schöner Tag in der Werkstatt, wenn wir näher zusammen wohnen würden. So wie gestern, da haben wir zur dritt, drei Jungs, Pizza nach Weltmeisterrezept gebacken, also ich habe angefangen. Jeder probiert sein Rezept. Das war eine Gaudi. Nach dem dritten Pizza-Durchgang wird gewählt, wer die beste Pizza gemacht hat
Das hat zwar nichts mit Eisenbahn zu tun, aber mit Handwerkskunst. Die Serie kann ich empfehlen.
Ich habe Ausschau gehalten, wie ich die Idee von Ypsilon umsetzen könnte. Diese Maschine könnte vielleicht umgebaut werden.
Es ist mir gelungen, für meine Maschine einen zweiten Satz Rollen nachzukaufen. Ich würde gerne feinere Sicken herstellen, habe allerdings nicht die Möglichkeit, mit meiner kleinen Drehmaschine die Walzen zu bearbeiten. Nur für hochwertige Maschinen werden verschiedene Rollenpaare angeboten, die allerdings nicht passen und überhaupt mein Budget sprengen. Mit kurzen Worten: Möglicherweise könnte die Maschine, die im Video gezeigt wird, umgebaut werden. Doch da wäre ich auch schon bei rund 300 bis 400 Euro.
Ich habe auch schon mit weichen Materialien experimentiert. Die Kräfte sind so groß, dass die Materialien zerquetscht wurden.