ich habe einen Bodenläufer bekommen von dem ich gern mehr erfahren möchte.
Rahmen aus Weißblech : 20,5 x 6 x 2,2cm Kessel aus Messing : 11,4cm und 6cm Durchmesser Räder aus Messingguss : vorn 5,0cm inkl. Spurkranz hinten ca. 6,5cm "Spurweite" 7,4cm
Ich habe das Buch von Rüdiger Gröning lang studiert, bin aber nicht fündig geworden. Einzig die Art der Räder ist nur bei einer Lok von Schoenner zu finden.( die Speichen stoßen nicht glatt auf den Radreifen sondern haben wie eine Felge)
Ein weiteres Merkmal, die Ventile sind nicht kugelförmig sondern zylinderförmig gedreht.
Die Brenneraufhängung habe ich ebenfalls so nicht finden können. Und die Lötspuren des fehlenden Führerstandes deuten auf abgerundete Ecken hin.
Dampfantrieb und Spurkränze gibt es als Bodenläufer. Wir hatten doch das Thema gerade, wann der Schritt vom Bodenläufer zur spurgeführten Bahn begann. Bodenläufer mit drehbarer Vorderachse gab es auch mit Spurkränze.
Sicherlich war in dieser Zeit beide "Betriebsarten" möglich.
Räder mit Spurkränze laufen auch leichter auf dem Boden.
@ Mike: große Herausforderung wenn 3/4 der Substanz fehlt!
Was mich wundert und so noch nie gesehen habe:
- die seitliche Stange zur Betätigung des Absperrventils - den rechteckigen "Klotz" auf dem Kessel
Bin auf die weitere Recherche und Restaurierung gespannt...
Einige frühe Spurkranzloks wurden lange Zeit als Bodenläufer bezeichnet, bis Kisten mit Schienen auftauchten. So war es auch bei den von mir gezeigten Schönner-Loks: 2 Schönner-Loks in den alten großen Spuren III und IV Grüße von elaphos
die Stange ist für das Pfeifenventil. Bei der Lok aus dem Netz war ebenfalls ursprünglich die Betätigung über eine Stange. Diese ist aber nicht mehr vorhanden. Bei Aufnahmen von Vorn ist das gut zu erkennen.
Hallo, ich werde mich demnächst um die fehlenden Teile kümmern. Die Räder entstehen aus einzelnen Teilen. Der Radreifen mit Spurkranz und "Felge" ist schon fertig.
Der "Klotz" oben auf dem Kessel kann nur ein Sicherheitsventil gewesen sein. Das Loch ist konisch ausgebildet. Im zweiten Loch steckt ein Gewindestab. Diesen muss ich noch entfernen. Das Ventil könnte vielleicht so ausgesehen haben. Oder was meint Ihr ?
Ich bin mal gespannt, wie das Maschinchen läuft und ob es gelingt, den Hersteller herauszufinden. Aber es gab ja hunderte von kleinsten Herstellern. Alle wollten dickes Geld machen, aber wenigen ist es über einen bestimmten Zeitraum gelungen. Die anderen gingen schnell unter.
Ein Beispiel zu den hunderten von Spielzeugmachern, die auch Dampflokomotiven hergestellt haben:
Nürnberger Adressbuch 1869
Flaschner und Blechspielwaarenfabrikanten.
Milbradt, Joh. Carl, Blechspielwaaren-Manufactur, besonders alle Sorten feine und ordinäre Kindersäbel, Patrontaschen, Rufhörner, Trompeten, Wildrufe, sowie auch Locomotiven mit beweglicher Dampfkraft en miniatur; Oberwöhrdstraße.
Johann Carl Milbrandt wird allerdings nur dieses eine Mal 1869 im Zusammenhang mit einer solchen Lokomotive genannt, alle anderen Erwähnungen weisen ihn als Hersteller von Kindersäbeln und Tröten aus. Erfolg hatte er nicht, er erschoss sich 1872 in Neustadt an der Aisch, nachdem er einem Gastwirt nach der Übernachtung ein Gewehr entwendet hatte, wie man aus einer Suchanzeige weiß.
Aufgrund von Materialmangel konnte ich nicht mit den Rädern weiter machen. So habe ich mich mit dem abgebrochenem Dampfventil und der fehlenden Pfeife beschäftigt.
Den Ventilkegel habe ich komplett neu gefertigt eingerieben und mit dem Gehäuse verpresst. Der Hebel ist nur provisorisch und wird durch einen längeren ersetzt. (Material kommt erst).
Die Pfeife ist in Anlehnung der verschiedenen Pfeifen aus dem Buch von Rüdiger Gröning entstanden.
Der Schornstein ist von einer Dampfmaschine "geborgt" und muss noch besorgt/ angefertigt werden. Morgen versuche ich mich am Sicherheitsventil.
was mich interessieren würde, ist, ob die vorhandenen Gewinde ein Withworth-Gewinde sind oder ein metrisches Gewinde.
Zur Historie: Das Gewinde von Withworth wurde 1847 eingeführt, auch in Deutschland. Entsprechende Werkzeuge zur Erzeugung des Gewindes wurden hergestellt. Wenige Jahre später, das genaue Jahr weiß ich jetzt im Moment nicht mehr, wurde auch das metrische Gewinde eingeführt. Dann brach ein Glaubensstreit darüber aus, welches Gewinde besser sei.
Die deutschen Firmen, die bis dahin das Withworth-Gewinde an den Spielzeugen verwendet hatten, haben natürlich jetzt ihre Werkzeuge nicht ausgetauscht, sondern weiter mit den Withworth-Werkzeugen gearbeitet. Bei kleinen Firmen ist es möglich, dass sie sich schon Werkzeuge mit metrischem Gewinde zugelegt haben. Es ist aber auch möglich, dass sie sich entsprechende Werkzeuge aus Firmenauflösungen besorgt haben, und das konnte durchaus Withworth gewesen sein.
Also, eine Aussage, ob so ein Dampfmaschinchen mit Withworth-Gewinde nur aus dem Ausland stammen kann, kann man so nicht machen. Wäre dort aber schon metrisches Gewinde vorhanden, könnte die Maschine wohl nach Deutschland eingeordnet werden.
das wird nicht so einfach zu beantworten sein. Vermutlich werden zur Beantwortung deiner Frage eine Reihe von Gewindelehrern benötigt.
Bei meinen Basteleien bin ich schon oft auf Gewinde getroffen, die ich nicht zuordnen konnte. Einfache Gewindelehren helfen meiner Meinung nach nicht weiter.
bei sehr kleinen und kurzen Gewinden wird das schwierig. Da passen auch verschiedene Gewinde einigermaßen zusammen. Da habe ich gerade eine Mutter auf ein M 2,5 mm Gewinde geschraubt, ohne zu wissen, um welche Mutter es sich handelte. Sie war zu Hand. Sie hat gewackelt aber einigermaßen gepasst.
Im Übrigen kann man oft etwa zwei Umdrehungen ausführen, auch wenn Gewinde unterschiedlich sind, wie zum Beispiel Regelgewinde und Feingewinde.
Hallo, um das Gewinde an der hinteren Öffnung zu bestimmen bin ich bei einem befreundeten Modellbauer aus der 5 Zoll-Scene gewesen. Er hat mit verschiedenen Lehren und dem Messschieber ein Gewinde von 9/32x40 ermittelt. Das entsprechende Schneideisen ist bestellt. Gewissheit habe ich aber erst wenn die angefertigte Verschlussschraube dann auch wirklich passt.
Heute habe ich mit dem Bau der Räder begonnen. Mit dem Ergebnis bin ich bis jetzt zufrieden. Morgen wird alles verlötet und verputzt. Die Aufnahme für die Kurbel wird erst später angebracht da der korrekte Hub erst nach der genauen Position der Achse ermittelt werden kann.
Hallo Heinz, ja das Original ist aus Guss. Mein Ziel ist am Ende genau diese Optik eines Gussrades zu erreichen. Ist noch viel Arbeit, macht aber richtig Spaß.
Ich habe bei meiner Suche noch ein Bild im Buch von Rüdiger Gröning gefunden auf dem "Klötze" für Kesselaufbauten genutzt wurden.
Vielleicht ein Hinweis!? Im Moment beschäftige ich mich mit den Zylindern. Der ermittelte Hub beträgt 20mm. Zylinderlänge ca. 40 bis 45mm. Ich möchte die Zylinder "geschlossen " ausführen so wie bei dem Modell aus dem Netz.(#1 letztes Bild und #6)