lange Zeit ist nichts passiert. Winterpause. Die Winterpause soll nun mit Dreharbeiten im beheizten Bereich überbrückt werden. Meine kleine Drehmaschine fand Einzug in den Wohn-Nebenbereich.
Das offene Getriebe soll entstehen. Lagerstützen, die in der Höhe verstellbar sind, möchte ich herstellen.
Dazu werden nun als nächstes Rändelmuttern mit Feingewinde hergestellt.
ich habe gesündigt. Ich werde die Welt der historischen Spielsachen kurz verlassen, einen Ausflug in die Welt des modernen Modellbaus unternehmen.
Lagerbuchsen für die Lagerböcke wurden hergestellt und eingepresst.
Es ist ein Teil der Erkenntnis. Aktuelle Feinmechanik ist auf optimale Präzision ausgerichtet. Wohl bin ich in der Lage, auf ein Zehntel genau, oder genauer zu arbeiten, doch die Kunst der Luftpassung in Blech traue ich mir noch nicht vollends zu.
Komplexe Getriebe brauche ich, um mein Riesenrad laufen zu lassen. Alles muss genauestens gearbeitet werden. Ich muss Abstriche machen. Wie haben sie es damals gemacht?
So bestimmt nicht!
Sicherlich wurde damals, vor 150 Jahren ein Stahlgehäuse hergestellt. Es wäre sicherlich auch sehr genau gebohrt und zusammen gefügt gewesen. Nur wie genau, kann niemand mehr wissen.
es ging weiter mit Arbeiten am Antrieb. Die obere Lager/Getriebeeinheit ist fertig. Es besteht aus zwei Wellen, zwei Lager, einer Grundplatte, zwei Zahnräder, so wie einem Riemenrad.
Die Lagerbuchsen und die Zahnräder wurden in den jeweiligen Sitz gepresst.
Die Wellen sind mit winzigen Splinten axial im Lager gehalten. Wobei sich im Lager mit dem großen Zahnrad später die Hauptwelle des Riesenrades befinden wird.
erste Montage-Versuche wurden angestellt. Ich habe mich entschlossen, zunächst am Modell für das Modell zu arbeiten. Also habe ich eine einfache Nachbildung angefertigt, mit der ich die Funktion überprüfen möchte.
Dabei bemerkte ich einen Fehler. Das Antriebsrad für die Orgel hatte ich vergessen. Es befindet sich auf der Welle des großen Riemenrades und ragt nun seitlich 30mm über die V-Stützen des Riesenrades. Damit müsste Orgel und Antriebs-Getriebe-Teil entsprechend weit angebracht werden.
Hier fluchtet das kleine Riemenrad mit der Achse der Orgel.
Es müsste also 10mm versetzt werden. Nun muss also eine Lösung her. Entweder die Übersetzungen ändern - vielleicht das kleine Riemenrad versetzen, mittels kleiner Schnurrollen, damit es mit dem großen Rad fluchtet - oder die Grundplatte vergrößern. Vielleicht quadratisch, mit einem Kartenverkaufshäuschen vorne.
Eigentlich wollte ich die Grundplatte, den Sockel, möglichst klein halten.
Das wird mal wieder eine Nacht, in dem mir die Konstruktion im Traum begegnet.
Orgeln auf dem Jahrmarkt waren auch eigenständig. Als Option bleibt, die Orgel auf eigenen Sockel zu stellen. Mit eigenem Antrieb. Du wirst auf Ausstellungen nicht immer die Orgel hören wollen, aber das Rad kann sich ja leise dauerhaft drehen. Eine Kupplung wäre notwendig.
nicht immer verläuft ein Projekt, wie ich es mir wünsche. Die primäre Antriebseinheit ist fertig. Sie funktioniert und das Riesenrad wird sich hoffentlich langsam drehen.
Leider gibt es Probleme mit der Orgel. Die benötigte Kraft ist zu groß, als dass sie mit Transmission bewegt werden kann :O(
Damit wäre ich wieder bei Spieluhr 1. Doch auch hier kommt nicht genug Kraft an und die Drehzahl ist viel zu niedrig, da für die direkt angetriebene Orgel berechnet.
Vielleicht könnte ich die Orgel drehen und die beiden Achsen verbinden. Dann würde sie mit der Drehzahl der Schneckenwelle laufen.
Bleibt immer noch, dass ich bislang kein Kurbelspielwerk gefunden habe, das ohne Kunststoff auskommt. Wäre es eine Möglichkeit, die Orgel einzubauen und die Spieler sollen kurbeln?
Ich hatte hier einen langen Text geschrieben - und ihn wieder gelöscht.
Meine nochmalige Empfehlung ist, erstmal das Riesenrad zum Laufen zu bekommen. Das große Schnurrad oben mit der Zahnraduntersetzung ist doch erstmal OK. Baue das ein und erstmal Schluß. Dann die Versuche das Rad zum Laufen zu bekommnen. Ich gehe jede Wette ein, dass du niemals einen Schneckenuntertrieb brauchst. Ein kleines Schnurlaufrad von 5 mm Durchmesser auf dem Abtrieb der Dampfmaschine wirkt Wunder bei einer Übersetzung. Größer geht immer. Allein dieses Getriebe muss schon leichtgängig sein. Zum Antrieb muss auch eine (ggf. gummierte) Schnur genügen und und nicht diese Federmetallspirale. So leichtgängig muss es sein. Mit Auswuchten des Rades wirst du dich auch beschäftigen müssen.
Zur Leichtgängigkeit eines Getriebes gehören immer parellele Wellen (nie gekreuzte), Reibpaarungen Stahl auf Messing, schmale Lager und kleine Lagerdurchmesser.
Halte dich mit dem ganzen Pratsch zur Orgel nicht auf. Die kann immer noch separat gestellt werden und ggf. auch einen eigenen Antrieb bekommen.
Das Teil ist lustig, wahrhaft, damit das Riesenrad dreht, musst du erst die Musik andrehen, denn mit der Musik dreht das Rad, auch eine gute Idee, ich glaube aber, das ist nix für Heinz....
danke für deine Antworten. Der Weg ist das Ziel. Dieses Motto findet sich in meinen Basteleien. Doch das Riesenrad moderner Bauart (eBay-Auktion) scheint mir zu gefährlich. Auf den Fotos ist erkennbar, dass es jemandes Kopf gekostet hat. Es war eine Gipsfigur Mein Gipskopf leidet auch, soll aber dran bleiben
Zunächst zu deinen Vorschlägen, die Orgel separat zu stellen. Was mir noch nie gefallen hat, ist der Umstand, dass Antriebsmodelle fixiert werden müssen um die Spannung der Antriebsschnüre zu halten. Natürlich kann ich die Orgel weg lassen. Es soll mit dem Versuchsaufbau ermittelt werden, wie realistisch es ist, sie einzubauen. Interessant, dass bei dem gezeigten Modell sich die Antriebswellen Riesenrad und Orgel auf gleicher Ebene befinden. Das wollte ich auch ausprobieren.
Der Versuchsaufbau dient dazu, festzustellen, ob meine Überlegungen und Berechnungen zielführend sind. Die Prägeteile des Rades und der Stützen sind sehr aufwendig herzustellen. Also erst fliegender Aufbau, den Versuchsaufbau verlöten und dann, wenn alles passt die wertvollen Teile anbohren und verlöten...
Herzliche Grüße Heinz
Die Wette gehe ich ein
Zitat von ypsilon im Beitrag #134Ich gehe jede Wette ein, dass du niemals einen Schneckenuntertrieb brauchst.
Zitat von HeinzMan im Beitrag #139Zunächst zu deinen Vorschlägen, die Orgel separat zu stellen. Was mir noch nie gefallen hat, ist der Umstand, dass Antriebsmodelle fixiert werden müssen um die Spannung der Antriebsschnüre zu halten.
Ich vergesse leider immer wieder, dass es dir um die Beschäftigung und weniger um das Ergebnis geht. Und verfalle dann in die Versuchung, Vorschläge zu machen.
Wie jetzt:
Du kannst doch an den Sockel des Riesenrades ein Röhrchen anlöten und dort steckst du die Orgel mit einem Draht dran. Das hat Märklin hin und wieder gemacht, um z. B. Gehäuse zu fixieren. Das ist modular, transportfreundlich, platzsparend, transmissionsfixierend und und und.
danke für den Vorschlag. Durchaus geht um mehr als nur Beschäftigung. Beschäftigung habe ich durchaus. Dadurch entstehen auch mitunter lange Pausen am Projekt. Es ist ein Hobby, welches mir viel Freude bringt. Es geht auch um Erkenntnisgewinn und es macht mir und Mitspielern enorm Spaß, wenn ich meine Modelle auf Ausstellungen in "Aktion" sehe.
Blechspielzeug, war für mich schon immer eine Faszination, hatte eine Zauberkraft. Nun bin ich langsam in der Lage Blechspielzeug selbst zu erschaffen.
rechnen macht Spaß. Um so mehr, wenn auch das Ergebnis stimmt.
Heute wurde endlich mal das Getriebe in Funktion getestet.
Die Drehzahl des Riesenrades entspricht meiner Vorstellung. Die Berechnung eines mehrstufigen Getriebes ist auch nicht wirklich kompliziert. Ich habe es mittels Tabellenkalkulation erledigt. Es gibt aber auch Apps fürs Handy.
Wie zu erwarten, braucht das Antriebsrad eine zweite Lagerung. Natürlich muss überdies alles noch stabiler werden.
ich kann mich einfach nicht vom Gedanken verabschieden, und es soll Klimper-Orgel-Musik erklingen, wenn sich das Riesenrad dreht. Ein weiteres Orgelwerk ohne Kunststoffteile ist gefunden.
Nun möchte ich eine einfache Kraftübertragung zur Hauptwelle herstellen, die gewisse Ungenauigkeiten in der Flucht der Wellen ausgleicht. Ich denke da an die Kraftübertragung, wie sie in Uhrwerksantrieben bei Schiffen verwirklicht wurde. Leider habe ich kein Vorbild.
Doch, wie es scheint, habe ich das Konstruktionsprinzip noch nicht vollends erkundet.
Kann jemand sagen, wie ein solch einfaches Kardan realisiert wird?
In den Schiffen sind einfach beide Wellen im ca. 1cm langen Ende um etwa 45° abgewinkelt. Ein kleiner Versatz oder Übertragungswinkel wird dadurch leicht überbrückt. Grüße von elaphos
genau das ist das Problem. Ich habe keine 2 cm Platz. Die Orgel ist das Schmuckelement. Sie muss genau in der Mitte stehen. Die schweren Säulen, die Träger, links und rechts. Das offene Getriebe soll sich in die Form der genieteten Säulen-Träger einfügen.
Die Antriebswelle des Spielwerks wirkt fast überdimensioniert und war nur schwer zu bearbeiten. Die Lager sind vernietet, so musste die Welle im eingebauten Zustand gebogen werden.
Winkel- und Seitenversatz zwischen Wellenenden kann man auch gut mit einer Spiralfeder überbrücken. Das wäre auch eine zeitgenössische Lösung. Es gibt auch noch andere Ideen.
Ich wiederhole mich: eine schaltbare Kupplung ist sinnvoll, denn nicht immer willst Du die Musik hören. So ein Musikwerk verschleißt ja auch und sollte geschont werden. Eine Kupplung kann man z.B. einfach mit einer längsverschiebbaren Hülse realisieren. Der Mitnehmer auf jeder Wellenseite ist ein Querstift. Voraussetzung wäre dass die Wellen möglichst genau fluchten.
Nur, Heinz, du postest 22:03 eine Frage und hattest 23:39 Uhr schon die Zange angesetzt. Wie soll man da vernünftig reagieren?
vielen Dank für die Anregungen. Zunächst zur Orgel. Sie funktioniert nur in einer Laufrichtung. Dreht man sie entgegen des Uhrzeigersinns, kommt der Freilauf zum Tragen. Mit Ändern der Antriebsrichtung kann man entscheiden, ob die Orgel klimpert oder nicht.
Die Form des Bügels an der Orgel ergab sich sozusagen von alleine. Ursprünglich war eine Kurbel ausgebildet. Zunächst versuchte ich, ob ich die Welle überhaupt biegen kann. Das gelang nur, als ich sie rot glühte. Dann suchte ich meine kleinste Zange, mit der ich die Welle fest klemmen konnte. Wie bereits gesagt, muss alles sehr eng beisammen liegen. Den Schenkel des Us kann ich natürlich abflexen. Doch ab ist ab. Die Welle, die aus dem Getriebe kommt, kann ich immer wieder neu bauen.
Ich fand im Netz Fotos von Schiffsuhrwerken und glaubte eine Schlaufe zu erkennen.
Ich werde mal einen "trockenen" Versuchsaufbau machen. So kann ich die oben genannten Idee versuchen, umzusetzen. Vielleicht klappt es ja auch mit einer Feder.