Elaphos, so haben Monteure die Buchstaben am Eingang der Kreissparkasse in Dortmund am Westenhellweg montiert. Als sie bei ...KASSE... ankamen, fehlte ihnen ein "S". Also wurden fast alle Buchstaben wieder abmontiert und aus dem KREISS wurde ein KREIS. Das war 1972.
Heinz, lass den Freund das malen. Der kann das, wie man sieht, ganz locker.
der "Schriftenmaler" ist übrigens Künstler und Illustrator und bemalt auch künstlerisch Häuserfassaden. Er war nicht zu bremsen und schwärmt nun von Spirituslack.
die Fugen der Planken, die durch die Farbe Gelb besonders betont sind, sind frei Hand gezogen. Ein Raster wurde zuvor offenbar nicht aufgebracht. So divergieren Verlauf und Abstand der Linien. Der lasierte Untergrund ist durch die Linien teilweise erkennbar.
Das war mit Sicherheit so gewollt.
Sprühtechnik mit exaktem Abkleben wurde am Rumpf angewandt.
Geplante Veränderung ist die Reling innen. Mir persönlich gefällt die Farbgebung in ähnlicher Farbe wie Deck und Zierlinien außen. Hier erfolgte allerdings der Hinweis, dass die Farbe anthrazitgrau sein sollte.
hier ein Bild von einem anderem Raddampfer aus der gleichen Zeit.(Art,Nr. 1065)
Der Rumpf ist nicht gesprüht worden und es wurde auch kein Alkohol der Farbe beigegeben!Wer diese Idee mit dem Alkohol der Farbe beigeben hatte?Einzig und allein wurde der Schellack im Alkohol aufgelöst.
es ist toll, dass du den Raddampfers 1065 zeigst, der im Hauptkatalog 1900-1902 als "Boston" abgebildet ist. Vielen Dank!
Ist dir bekannt, wann der Raddampfer hergestellt wurde?
Ich kann leider nicht sagen, womit Märklin Schiffe um 1900 lackiert wurden. Die Schadensbilder an Emily gleichen denen von beschädigtem Spirituslack.
Es kommen aber auch andere Lacke in Frage. Zum Beispiel Öllack.
Mayers Lexikon von 1905 sagt dazu: Lacke (Lackölfirnisse), (sind) Lösungen von Harzen in trockenen Ölen, Terpentinöl- und alkoholische Firnisse, Lösungen von Harzen in Terpentinöl oder Alkohol. http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Firnis
Ich habe Emily mit Spirituslack lackiert. Der Lack besteht aus in Alkohol gelöstem Kopal-Natur-Harz (Spirituslack). Die Farbpigmente habe ich mit Leinölfirnis angeteigt. Durch Zugabe von Spirituslack entsteht Buntlack. [*Lackieren] - Spirituslack selbst herstellen und lackieren
Ob ein Spielzeug mit Spirituslack lackiert wurde, ist recht einfach feststellbar. Wenn der Lack sich in Alkohol löst, handelt es sich um Spirituslack.
Zu #460 Ja! Gerne würde ich mir Schiffe im Original anschauen.
Zu #478 Das Deck von Emily ist deutlich dunkler, als es auf den Fotos erscheint. Die Linien sind im Original sicherlich ruhiger und akkurater gezogen, als ich das hinbekommen habe.
Emily habe ich nach meinem eigenen Stil lackiert. Hätte ich das Modell mit dem Original vergleichen können, wäre es sicherlich anders ausgefallen.
heute ist ein wichtiger Schritt vollbracht. Die Lackierarbeiten sind abgeschlossen.
Es wurde gestempelt und gestempelt.
Auf ebenem Untergrund klappte das sehr gut. Nur wie wird es wohl am Rumpf gelingen? Reine Nervensache.
Ich stellte Versuche mit einem angefertigten Gummi-Stempel an. Sie gelangten nicht. Mein Werkstattkumpel machte den Vorschlag, den Stempel aus Metall zu drehen. Nein, nicht Bender, von dem habe ich lange nichts mehr gehört. Ich habe ihm gesagt, dass mir nun ein richtiger Künstler hilft. Da war er beleidigt: "Roboter sind auch nur Menschen. Aber gut, wenn ich dir nicht genug bin..."
Jedenfalls war ich überrascht, dass es mit dem Metallstempel funktioniert.
Es standen auch die winzigen Fenster des Salons an. Reine Nervensache. Zunächst wurden die Fenster in Orange gemalt,
dann mit Schwarz ausgemalt, so dass nur mehr der Rahmen zu sehen ist. Auch das wurde natürlich vorher geübt.
Zu guter Letzt wurden Gardinen aufgehängt.
Die Panoramafenster sind 6 x 6 mm groß. Wie gesagt, reine Nervensache. Ich habe die Nerven nicht. Die Angst war zu groß, es am Ende zu verklecksen. So holte ich mir erneut Hilfe. Mein junger Freund und Feingeist mit der ruhigen Hand. Wenn ich nun sehe, wie "Ungenauigkeiten" entstehen, bin ich bemerkenswert gelassen. Und genau das macht ja den Charme der alten Blechspielsachen aus. Also, jetzt nicht meine Gelassenheit. Die hat sich heute durchaus in Glück gewandelt.
Stolz steht sie nun da, Emily. Und ihr Käpten natürlich auch.
in Frankreich würde man es als ein großes Unglück bezeichnen. Grand malheur. Der Motor dreht nicht mehr. Was ist da los? Das gibt es doch nicht. Alles ausprobiert, alles hat funktioniert.
Hilft nichts: Der Motor muss raus.
Gestern hatte ich Emily komplett montiert. Nur der Motor hakt. Also wieder Demontage der beweglichen Teile. Ob sich der Motor überhaupt ausbauen lässt? Nun ist doch die Bremse montiert. Zumindest lösen konnte ich ihn.
Sand im Getriebe!
Da war nun Sand im Getriebe. Ich hatte den Rumpf sandgestrahlt und es müssen sich wohl Krümel in irgend welchen Ritzen versteckt haben.
Also versuchte ich den Sand mit Druckluft zu entfernen. Da geschah es.
Der Super Gau!
Der Spiralschlauch des Kompressors schnellt zurück und schleuderte Emily von der Werkbank.
Mein Aufschrei war markerschütternd. Ich rang minutenlang mit der Fassung.
Meine Frau hob das Modell auf und legte es behutsam zurück auf die Werkbank. Ich fasste Mut und begutachtete die Schäden.
Das Ruder war völlig verbogen und zeigte gen Bug. (Hier schon zurück gebogen) Tiefe Lackschäden waren entstanden.
Da gibt es Einiges zu richten.
Die gute Nachricht, der Motor lässt sich ausbauen,
Das Ruder ist bereits gelättet.
Emily, aus der Werft HeinzMan, hält wohl damit ein Rekord. Das erste Blechspielzeug, das schon 24 Stunden nach Fertigstellung restauriert werden muss. Apropos Werft. Da hält Emily noch einen weiteren Rekord. Das erste Schiff, das vor der Werft, in der sie gebaut wurde, fertig gestellt ist.
jetzt ist das Schiff fast wieder fertig, da will ich dich auf ein Patent für die Herstellung von Schiffsrümpfen aufmerksam machen. Kann man auch kaum machen (weil die Pressen fehlen), aber ich finde, das gehört hier in diesen Bereich.
Der Nürnberger Blechspielzeughersteller Leo Prager hat 1924 das Patent DRP 436 924 erhalten für "Blecherner Schiffsrumpf".
"Blecherne Spielzeugschiffsrümpfe werden bisher ausschließlich durch Aneinanderlöten zweier Rumpfhälften aus Weißblech hergestellt. Das Löten muss zur Erzielung marktfähiger Ware von geschulten Arbeitskräften sauber ausgeführt werden und kommt deshalb sehr teuer. Nach ihrem Löten müssen die Schiffsrümpfe von Hand bemalt werden, was sie auch sehr verteuert. Von Hand lassen sich mit der erforderlichen Geschwindigkeit auch nur einfache Verzierungsmuster aufmalen, die sich in der Regel auf einen ringsum laufenden, andersfarbigen Bordrandstreifen und auf eine andersfarbige Bemalung des eintauchenden unteren Rumpfteiles beschränken. Blech mit aufgedruckten Mustern lässt sich nicht verwenden, weil die Muster beim Löten Brandflecke erhalten würden. Die Erfindung bezweckt, blecherne Spielzeug-Schiffsrümpfe zu schaffen, welche bedeutend billiger herstellbar sind. Der neue Rumpf unterscheidet sich von den bekannten Rümpfen dadurch, dass eine Umbördelung des Vorstevens, des Kieles und den Hintersteven der anderen Rumpfhälfte herumgreift und beide Rumpfhälften wasserdicht zusammenhält."
Meines Wissens nach hat aber Prager selbst nie Schiffe hergestellt.
schon einige Tage dauert die Reparatur der Lackschäden an. Zunächst musste das blanke Metall wieder mit Grundierung versehen werden.
Die Grundierung besteht aus Kopal-Spiritus-Lack ohne Pigmente. Ich möchte die höchste Klebekraft. Dann kommt eine Schicht Weiß.
Mit rotem Lack versuche ich Farbton und Schichtdicke einzustellen.
Dann geht es an den Klarlack. Hier dann die nächste Katastrophe. Der Himmel wurde dunkel. Der Wind kam von Ost. Innerhalb von Minuten schossen Unmengen Wasser und Hagel vom Himmel. Die Dachentwässerung war hoffnungslos überlastet. Der Kanal auch. Hat da nicht jemand von Eisbergen gesprochen? Ich musste den Hofeinlauf freischaufeln. Er war voller Eis.
Kurze Zeit später war der Spuk vorbei.
Ich hatte mehr Glück als ein Forist, dem der Sturm den Schupfen weggeblasen hat.
Nur der Lack von Emily hat gelitten.
Steuerbord sieht ganz gut aus.
Backbord zeigt sich Orangenhaut und Grauschleier.
Ich werde darüber schlafen und hoffe, dass morgen richtig die Sonne scheint. Da trocknet der Lack gut...
mit dem Lack bin ich nicht zufrieden. Das muss besser gehen! Der Lack muss geschliffen werden. Nur wie?
Da kam mir ein altbewährter Haushaltsgehilfe in den Sinn. Der Küchenschwamm. (Nicht zu verwechseln mit dem Hausschwamm.) Natürlich eignen sich nicht alle Schwämme zum Schleifen.
Mein Geheimtipp.
Man kann sogar den Schleifgrad "einstellen". Neu sind die Schwämme ohne Spülmittelzugabe recht abrasiv. Gebrauchte Schwämme erzeugen eine feine Politur. Ich kenne nur dies eine Produkt, auf dem die Eigenschaften zutreffen. Man kann auch hervorglänzend Metall polieren. Es wird eine leicht mattierte Oberfläche erzeugt.
Doch nun zu Emily und ihrem Lack.
Mit neuem Schwamm und Wasser wird der Lack geglättet und die milchigen Stellen werden herausgeschliffen. Es entsteht also ein Schleiflack.
Die Ursache des fehlerhaften Lacks ist im Übrigen gefunden. Der Wasser- und Ölabscheider des Kompressors war defekt.
gestern hast du in einem Gespräch das Augenmerk auf deinen Beitrag #544 gelenkt. Ich habe den Text noch einmal gelesen und denke, es ist möglicherweise ein Patent, dass Rechte sichern soll, um später daran zu verdienen.
Ohne die Patentschrift zu kennen, kann die Erfindungsleistung nicht beurteilt werden. Über das Verfahren zur Erstellung der Rumpfhälften sagt der Text nichts. Das Verfahren des Bördelns, also das Falten von Blechverbindungen, ist ein traditionell handwerkliches.
Also ab in die Kiste. Los geht's! Die Kiste soll einfach gehalten sein und preisgünstig herzustellen.
Bei dem Bau der Kiste sollen möglichst Maschinen verwendet werden, die es um 1900 bereits gab.
Die Kreissäge. Sie ist durch die Dampfmaschine angetrieben. Man erkennt es an dem großen Handrad. Damit wird der schwere gusseiserne Maschinentisch bewegt. Der Antrieb der Maschine erfolgte über Transmission. Die Sägeblätter sind riesig und der Spaltkeil nachgerüstet. Überhaupt habe ich die Maschine, die wohl um 1920 hergestellt ist, mit zeitgemäßen Sicherheitsvorrichtungen versehen. Auch befindet sich unter der Dreifach-Kombi-Maschine kein Spänebunker. Ein Freund, dessen Opa eine Dampfschreinerei betrieb, erzählt mit leuchtenden Augen, wie er in die Späne gesprungen ist.
Grob zugesägt werden die Teile der Kiste ausgelegt.
Es geht an die Feinarbeit.
Zur Fräse umgebaut werden Fälze gefräst. (Im Bild ein Fräser aus der Zeit um 1930. Das Sicherheitslineal aus Aluminium, und die Schutzhaube mit Absaugung und so weiter sind nicht aus der Zeit.)
Die Fälze sind erstellt, die Nuten werden geschnitten.
Auch hier 120 Jahre Werkzeug und Maschine.
Die Kiste zusammen gestellt.
Alles passt. Nun geht es an die Oberfläche. Schmirgelpapier war um 1900 noch nicht gebräuchlich und macht auch kein Spaß. Also wird mit Ziehklinge und angelsächsischem Hobel die Oberfläche geglättet.
Da liegt sie, die Kiste,
um morgen verleimt zu werden.
So kann man sie natürlich nicht verkauften. Sie gehört noch schön gebeizt...