Zitat von Udo im Beitrag #349Werden Pfeifen nicht aus ganz hartem Holz hergestellt ?
Ich werde mal morgen versuchen, mit Hartholz zu schnitzen. Neben Mahagoni und Eiche müsste ich noch Esche und ein exotisches Holz, das schwerer als Wasser ist, in meinem Lager haben.
Zur Einsortierung von Holz als Eisenholz ist die spezifische Dichte (= das spezifische Gewicht) maßgeblich. Dazu wird das Holz nach der "Darre", d.h. nach der absoluten Trocknung gewogen.
Und da gibt es erstaunlicherweise eine ganze Anzahl von Hölzern, deren Dichte größer ist als die des Wassers. Somit schwimmen sie nicht!
Freundliche Grüße von Claudia, die mal in der Nähe einer Holzdarre gewohnt hat und neugierig herumgefragt hatte....
Heinz, kennst Du diese Seite? Liegt zwar in den USA, aber die werden ja gerade wieder vernünftig. Ich denke mit dem Angebot kriegst Du Deinen Dampfer schnell ausgerüstet.
heute bekam ich von einem Freund eine Leiste Lindenholz. Seine Mutter ist professionelle Schnitzerin. Sie schnitzt nur mit trockenem Lindenholz.
Damit Bender endlich Ruhe gibt, habe ich ihm eine Pfeife geschnitzt.
Ich konnte nicht genau feststellen, wie groß seine Freunde war. Er sagte, ich hätte ja noch nie etwas geschnitzt und das sei doch eh nur eine Übung gewesen. Na ja, da hat er natürlich recht. Als er sich aber beschwerte, es zöge ihm der Rauch der Pfeife in die Augen, habe ich mich anderer Tätigkeit zugewandt. Als ich sagte, "als Seemann darfst du aber kein Bier mehr aus der Flasche trinken, da gibt es nur noch ein Glas Rum am Tag.", musste ich ohnehin die Werkstatt verlassen.
Irgendwo muss ich einen Matrosenanzug auftreiben.
Die Pfeife ist schon recht winzig und ich zog den "Kettenhandschuh" an, da ich gegen die Finger schnitzen musste.
Das Lindenholz ist durchaus für feine Arbeiten geeignet. Beim Steuerrad werde ich allerdings auch schleifen müssen, damit die Oberfläche geglättet ist.
heute habe ich einen Versuch unternommen und mich an das Steuerrad gemacht.
Mit Schnitzen wird es nicht umgesetzt werden können. Einige Spuren im inneren Bereich, die ich mit dem kleinsten, 2mm Schnitzeisen ausführte, sind zu erkennen. Der "Klotz" ist ca. 25 x 28 mm groß.
Ich denke, ich werde das Steuerrad als Gerippe aus Metall fertigen und versuchen, es weiter zu modellieren.
Heinz, du hast so viele Maschinen. Den Ring drehen, die Stege und Kugeln fräsen. Dürfte perfekt gehen. Das zweite Stück kann dann voll identisch hergestellt und mit zwei Führungsstäben zusammengefasst werden. Dann Guß. Fertig.
die amerikanische Seite ist sehr interessant. Vielen Dank für den Tipp. Bei dem Nachbau kommt es aber auf den Millimeter an. Auch die Form soll möglichst identisch sein.
Der innere Ring ist um etwa zwei Millimeter im Durchmesser zu klein geraten. Das habe ich allerdings erst nach Fertigstellung bemerkt. Ich müsste also das Rad komplett neu fertigen. Das mache ich aber nicht.
Es gibt Abweichungen. Mein Modell unterscheidet sich vom Original. Das ist aber für mich nicht so wichtig. Wichtig für mich ist es herauszufinden, wie die Spielzeugschiffe damals, um 1899, hergestellt wurden.
Nahezu alle uns geläufigen Verfahren in der Holz- und Metallverarbeitung waren bekannt und fanden breit Verwendung.
Ich bin überzeugt, dass auch das Original so hergestellt wurde. Anstatt Kugeln wurden vermutlich Formdrehstähle geschliffen, um die Griffe des Steuerrades herzustellen.
Das Steuerrad setzt sich zusammen aus Drehteilen, Rohren und Kugeln. Allesamt aus Messing. Auf dem Foto nicht erkennbar, wurden die Rohre im inneren Bereich des Steuerrades gequetscht. Das überschüssige Lot habe ich, wie fast immer, mit Entlötlitze entfernt.
Das Steuerrad könnte nun eingebaut und verlötet werden. Passend zum Modell und dem damaligen Vorgehen ist aber ein Bleiguss. Das wird morgen angegangen. Sollte ich je wieder auf die Idee kommen, ein weiteres Schiff zu bauen, bin ich ein Glückspilz, weil ich dann auf eine Gussform zurückgreifen kann.
heute wurde die Gussform für den Bleiguss des Steuerrads hergestellt.
Zunächst ein kleiner Ausflug in die Geschichte. Um 1900 wurde Bleiguss mittels Schieferplatten hergestellt. https://www.youtube.com/watch?v=UC7CCVnG5n8 Dabei entstanden recht flache Figuren.
Heute ist es möglich, Formen aus Kunststoff herzustellen, wie Silikon oder hitzebeständigem Gummi. So habe ich es auch gemacht.
Zunächst wird das Original in Knete gebettet und mit einem Rahmen versehen. Die Vertiefungen geben später der Form die Passgenauigkeit. Ein Trennmittel verhindert, dass sich die Teile verbinden.
Die Zutaten werden genau gewogen und gemischt.
Hier waren es zwei Anteile je 25 Gramm.
Damit wird die Form aufgefüllt.
Luftblasen werden durch leichtes Klopfen von dem Original entfernt.
Nach 90 Minuten bei guter Wärme über der Heizung ist das Silikon gebunden.
Nun wird die zweite Hälfte der Form hergestellt.
Es werden Steiger und Speiser eingebracht. Durch den Speiser wird das flüssige Blei eingebracht. An den höchsten Stellen der Form befinden sich die Steiger. Sie haben zwei Funktionen. Zum Einen dienen sie dazu, verdrängte Luft aus der Form entweichen zu lassen. Zum Anderen ist dadurch erkennbar, dass die Form mit Guss gefüllt ist.
Als Trennmittel benutzte ich Vaseline. Damit bin ich nicht zufrieden und werde auf Wachsspray umsteigen.
Ich habe die Form nicht sorgfältig genug abgedichtet, daher tritt Silikon aus.
Nach dem Trennen der Formteile sieht die Gussform, zugegebener Maßen, nicht sonderlich vertrauenerweckend aus.
Nun muss das Silikon 24 Stunden reifen, dann kann ein erster Guss erfolgen.
Ein Wort zum Steiger: Diese Steiger sind mit verschiedenen Endpunkten des Gussobjekts durch dünne Kanäle verbunden und lassen, wie Heinz schreibt, die Luft entweichen. Der eigentliche Zweck der Steiger, deren Füllung manchmal die Hälfte des Gussmaterials ausmacht, ist aber, durch sein Gewicht des Gußmaterials im Steiger den Guß, so lange er noch flüssig ist, zurückzudrücken, um eventuelle noch nicht gefüllte Bereiche im Gußobjekt mit noch flüssigem Material zu füllen.
Hallo Heinz, ich habe vor ein paar Jahren Figuren in Elastolin 70 mm Größe gegossen. Ich habe die Silikon-Formen immer in LEGO-Kästchen gegossen. Als Trennmittel habe ich immer Talkum verwendet. Hat super geklappt. Bei den Figuren kommt es gerade auf die Gesichter an. Gruß Rainer
Es kann sein, dass die eine Formhälfte etwas zu dünn ist, wenn du zu weiches Silikon benutzt hast. Als Steiger kannst du beim Guss der 2ten Hälfte auch Drahtstücke einlegen.
heute ging es mit dem Großmast weiter. Der Mast hat eigentlich nur eine Funktion auf einem Ausflugs-Raddampfer. Er dient der Kommunikation. Es war damals üblich, auch Bahnhöfen mittels Flaggen anzuzeigen, wann der Dampfer den Hafen erreicht und dass der Zug mit der Abfahrt warten soll. Eine Fahne, die die Windrichtung anzeigt, ist überdies sehr hilfreich.
Der Mast, den es herzustellen gilt, hat einen Durchmesser von 4 mm und eine Länge von ca. 142 mm. Der Masttopp verjüngt sich. Der Mast ist mit Befestigungen und Zierelementen ausgestattet.
Die Frage, wie Rundrohre aus Blech hergestellt werden, stellt sich immer wieder. Daher möchte ich das handwerkliche Verfahren detailliert zeigen.
Zunächst habe ich im Versuch die Breite des benötigten Blechstreifens ermittelt. Rechnerisch war mir das nicht gelungen. Sicherlich gibt es spezielle Formeln. Es kommt auf den 10. Teil eines Millimeters an. Die komfortable Methode, das Blech in Überbreite zu formen und zuzuschneiden gelingt leider nicht bei dieser Länge. Rundrohr selber machen #12
Mit Permanentmarker wird der zu markierende Bereich zunächst blau gefärbt. Mit Kombinationswinkel und der integrierten Anreißnadel werden die Maße übertragen.
Die Mittenlinie soll sicher stellen, dass die Naht nicht verläuft.
Mit Sickenhammer und Riefenanke wird entlang der Mittenlinie gleichmäßig eine Rundung eingebracht.
Nun wird ein passender Dorn benötigt. Hier ist es ein Rundeisen mit 3 mm Durchmesser. Den Konus habe ich auf der Drehmaschine gefeilt. Bei hoher Drehzahl führte ich mit einer Werkstattfeile Feilbewegungen aus. Das hat sehr gut funktioniert. Kegeldrehen dagegen ist recht aufwendig.
Die Form wird mit einem Glätthammer beigeformt
und mit der passenden Riefe geschlossen.
Mit leichten, ziehenden Schlägen gelingt eine bemerkenswert schlüssige Naht.
auch wenn es noch ein wenig früh scheint, mache ich mir bereits Gedanken über die Beschriftung. Es war mir bislang nicht möglich, zu sehen, wie die Beschriftung auf frühe Märklin Schiffen aufgebracht wurden.
Kann jemand sagen, ob die Beschriftung "Emily" mittels Abziehbild aufgebracht wurde?
Hier ein Beispiel:
Das sieht mir sehr nach einem Abziehbild aus.
Wann genau wurden Abziehbilder erfunden und wie hergestellt?
Offenbar gab es bereits ab 1826 ein erstes Patent auf dieses Verfahren.
Interessant dürfte dieser Literaturhinweis sein: J. Peter Lemcke: Abziehbilder. In: Christa Pieske: ABC des Luxuspapiers, Herstellung, Verbreitung und Gebrauch 1860-1930. Museum für deutsche Volkskunde, Berlin 1983, ISBN 3-88609-123-6, S. 73/74.