wenn nicht mit zwei Klappen, sondern mit Schiebedeckel, dann ein bewegliches Teil, dass dann mit einem Kurbelknopf wie nachfolgendes Bild
und einer Zahnstange den Schiebedeckel öffnet und schließt. Erhöhung des Spielwertes. Weiter gehört auf die Tender-Führerstandseite ein mit einer Türe versehener Schrank, in dem der Einzack und der Zweizack als auch eine Ersatzschaufel untergebracht ist, weil es immer wieder vorkam, dass im Eifer des Gefechts eine Schaufel samt Kohle ins Feuer flog.
über die Bedienung dieser Versuchslokomotive sollten wir auch noch mal nachdenken. Im Prinzip war es eine relativ konventionelle Dampflokomotive (vom Triebwerk und von der Verkleidung abgesehen), die aber einen zweiten Führerstand an der Front erhielt.
Diese Lokomotive war wie üblich ausgerichtet: Stehkessel hinten, Rauchkammer vorn (im Gegensatz zur 05 003, bei der die Lokomotive ursprünglich gedreht war).
Das bedeutet, ein ausgebildeter Lokführer mit Reglerberechtigung stand auf dem Hauptführerstand, der Heizer musste dort die Knochenarbeit verrichten.
Erschwerend kam bei dieser Lokomotive der lange Tender mit dem schmalen Kohlenkasten hinzu. Der Heizer musste einen größeren Teil der Kohle vorziehen.
Zum Personal auf dem Frontführerstand:
Dort stand ein zweiter Lokführer, seine Aufgabe war die Strecken- und Signalbeobachtung und die Weitergabe von Fahr- und Bremsbefehlen an den ersten Lokführer über die Sprechverbindung. Für den Notfall war auf dem Frontführerstand ein Führerbremsventil montiert, damit der zweite Lokführer eine Schnellbremsung einleiten konnte. Auf dem Frontführerstand war m.E. kein Regler montiert !
Unklar ist mir bislang, ob auf dem Frontführerstand während der Schnellfahrversuche eine weitere Person zur Unterstützung bei der Strecken- und Signalbeobachtung vorgeschrieben war und welche Qualifikation diese Person haben musste. Bei der Bundesbahn gab es entsprechende Vorschriften bei Fahrten über 160 km/h.
Zum "Hilfsführerstand" im Tender:
Ein Hilfsführerstand nit Regler wird es mit Sicherheit nicht gewesen sein, wenn überhaupt ein Beobachtungsfenster oder eine Beobachtungsluke. Das Problem hat man grundsätzlich bei allen Dampflokomotiven mit Tender, dass die Sicht vom Hauptführerstand beim Rückwärtsfahren und beim Heranfahren an den Zug eingeschränkt ist. Das ist aber das Tagesgeschäft eines Lokführers und wird vom Rangierer mit Handzeichen unterstützt, damit der Lokführer sieht, wieweit seine Lokomotive vom Zug entfernt ist. Ob man hier wirklich eine Pfeife montiert hat ? Das wäre im Alltag sehr nervig.
Noch ein Hinweis zum Tender:
Die große Länge der Lok-Tender-Kombination verhinderte das Drehen der Lokomotive auf den um 1904 meist noch sehr kurzen Drehscheiben. Deshalb wird in der Literatur erwähnt, dass Lok und Tender schnell getrennt und einzeln gedreht werden konnten. Genauer ausgeführt wurde die Art der Kupplung nicht, vermutlich konventionell mit Puffern und Zughaken. Duckluftbremsleitung und Dampfheizleitung mussten ebenfalls konventionell gekuppelt werden.
Wie auf alten Schiffen wurde die Verständigung von vorn und hinten zum Führerhaus durch ein Sprachrohr erleichtert. Irgendwo las ich das beim Stöbern...
Ein Versuch und eine kleine Demo einer Seitenwand (ich sehe jetzt, dass eine Nietenreihe nachzuholen ist). Die Fensterumrandungen müssen trotzdem alle einzeln nachbearbeitet werden, die verlöte ich nun und anschliessend die Durchbrüche. Die Türen kann ich auf keinen Fall öffenbar machen, sie sind später nur aufgemalt...
Die Rückwand des Tenders möchte ich gerade durchziehen, die Abrundungen wären an den beiden Senkrechten gut machbar, aber die Kofferecken oben sind eine Heidenarbeit, bleibt gerade...
Reicht nicht ein Fenster hinten...? Wäre doch nur zum Annähern an Wagen nötig...?
mindestens ein seitliches Stirnfenster an der Tenderrückwand ist ja auf einen Foto zu sehen. Hier sieht man sogar die Zuführung der Leitung zur Pfeife durch eben dieses Fenster.
Zur Bedienung der Lok: Die Verständigung über einfache Maschinentelegraphen war ja bereits aus der Schiffahrt bekannt und wurde später auch im Dampfzugbetrieb bei Wendezügen eingesetzt.
Der ausgebildete Lokfüher beobachtet die Strecke und bedient Bremse und Maschinentelegraph. Der Heizer bedient den Regler nach Anweisung.
Bei Einleitung einer Gefahrenbremse wird der Regler pneumatisch geschlossen. (Langsam, damit der Heizer nicht verletzt wird und nur soweit, dass genug Zug auf dem Feuer ist, dass die Flamme nicht in den Führerraum schlägt.
Noch etwas zu der Farbe des "Möbelwagens" (mit Ausnahme der Lok, die in der Ausstellung in St. Louis gezeigt wurde und eine andere Farbgebung gehabt haben könnte): Wenn Christian Väterlein schreibt, die Farbe der Lok war grün, dann war sie mit Sicherheit grün. Väterlein hat so etwas geschrieben, weil er mindestens einen Zeitzeugen gekannt hat, der die Lok gesehen hat oder zumindest mit der Farbe befasst war. Ein Konservator fantasiert nicht, sondern hält sich ausschließlich an Fakten.
Zu den Grauwerten der Fotos der Lok und die Zuordnung zu Farben habe ich das hier gefunden: Marina Amaral , 22, ist überzeugt, dass es möglich ist, "extrem realistische Bilder zu erzeugen". Es ist ihr Beruf - die in Brasilien lebende Künstlerin färbt Schwarz-Weiß-Aufnahmen ein und begeistert sich für Geschichte und Photoshop: "Alle meine Bilder durchlaufen einen langen Prozess der Erforschung. Erst dann bin ich in der Lage, einige der Hauptfarben zu identifizieren. Es gibt keine Software, die alles automatisch macht - anders, als viele Leute denken."
Das digitale Kolorieren, räumt sie ein, hat allerdings Grenzen. Entscheidend sei die Qualität des Originals. Die ursprüngliche Fotografie sollte keine starken Kontraste aufweisen, besser eine breite Palette mittlerer Grauwerte. Aber auch dann liefern analoge Aufnahmen keine Farbinformationen mit - es gibt keinen standardisierten Rückschluss von einem bestimmten Grauton auf die Originalfarbe.
Trotzdem kann man dem hiesigen Nachbau eine andere Farbe geben, die bestimmt auch schön aussieht, aber grün muss immer im Hinterkopf bleiben.
mir ist noch etwas aufgefallen: In Beitrag #49 sieht man vor allem in Bild 3.0 sehr deutlich zwischen den beiden doppelten Nietreihen eine Trennungslinie von unten bis vor den Kamin. Das dürfte die Stelle sein, an der die Kabine zwecks Wartung herausgehoben wurde. Sehr schön sieht man im Dachverlauf zuerst eine Art Regenrinne in breit und nach der Trennungslinie in schmal nach hinten verlaufend.
Des weiteren hat die Lok vorne rechts und links zwei Türen mit jeweils drei Türgelenken.
Fenster stellt man mit der Blechwegknipszange schön winkelig her. Loch 9,5 mm gebohrt, Zange von hinten durchstecken und knipsen. Zange nachführen usw.
Anbieter der Zange in Deutschland diesen link anklicken.
dieser Thread ist eine tolle Mischung aus Historie, Technik, Handwerk und beteiligten Personen.
Für dich ist es sicherlich schwierig, die viele Möglichkeiten und Anregungen abzuwägen und daraus mit „moving Target“ ein Projekt zu realisieren.
In der Abwägung zwischen technischen Möglichkeiten, Realitätsnähe, perfektem Modellbau und dem Ziel „Tin Plate“ würde ich mich im Zweifel immer für „Tin Plate“ entscheiden. Dieser Eindruck sollte am Ende nicht verlorengehen. Das gilt für Proportionen, Details und auch die Farbgebung.
das denke ich genauso, Tin Plate wäre meine Mission. Danke für deine Beiträge, kurz nebenbei, ich las wirklich, dass sich ein Sprachrohr in dieser Lok befand, also keine Technik, ich muss das mal suchen....
Die Lok ist noch lange nicht fertig und sieht in dieser Phase so richtig schlimm aus, aber das wird sich eines Tages ändern, wenn der Zusammenbau beginnt und verlötet wird....
die Fensterumrandungen entstanden auf einer Holzform, 40x umgewickelt und mit Nacharbeiten, auch hier wurde Siberdraht genommen, es besteht ja aus Kupferdraht welches versilbert ist...
Hallo Georg, natürlich wird es ein Sprachrohr gegeben haben, gab es auf jedem Dampfer. Es ist aber immer nur eine Ergänzung. Der Lokführer muss zwingend „sehen“ welche Fahrgeschwindigkeit der Bediener eingestellt hat, er kann zwischen Trägheitsmasse und Antrieb aus der Dampfmaschine nicht unterscheiden. Das Resultat wären Bremsungen gegen den Antrieb oder ungewollte Fahrgeschwindigkeitsreduzierung durch fehlenden Antrieb.
Da die Fahrgeschwindigkeit der Lok sich aus Zugmasse, Steigung, Stellung der Steuerung und Stellung des Reglers ergibt, muss der Bediener wissen, welche Geschwindigkeit gewünscht wird. Der Maschinentelegraph wird daher die Wunschgeschwindigkeit übermittelt haben, die der Bediener dann quittiert und einstellt.
Wie dem auch sei, es brauchte ein eingespieltes Team und natürlich Streckenkenntnis.
Hallo Udo, Christian Väterlein in allen Ehren, aber nur weil er Konservator war, muss er nicht Recht haben. Mit Sicherheit kannte er die Bilder der Lok aus St. Louis nicht. Denn dann hätte er die Farbwahl von Märklin nicht als spielzeughaft abgetan. Möglicherweise kannte er jemanden, der die Lok im Original noch gesehen hat. 1980 minus 1904 sind 76 Jahre, plus gesicherte Erinnerung 10 Jahre, dann müsste derjenige damals 86 gewesen sein. Es ist auch egal. Fakt ist, dass es zwei Farbfassungen gab und die KH von Märklin aktuell der einzige Beleg für eine der Farbfassungen ist. Es ist auch zu bedenken, dass die Lok mit Verkleidung noch Jahre in Betrieb gewesen sein soll. Nach Louisiana. D.h. entweder sie wurde wieder übermalt, oder gelassen wie sie war. Die erste Fassung bis zur Ausstellung hielt also nur Monate, die zweite dann evtl. Jahre.
Eine, und zwar die linke, Gehäusehälfte wäre fast soweit, die Geländer noch, und die andere Hälfte anschliessend, dort sind die Nieten auch gemacht, naja, die Fenster brauchen noch Arbeit...
Je weiter die Arbeit voranschreitet, desto mehr Spass habe ich. Wieder vergesse ich zu essen, trinken, und es ist am Haus noch viel zu erledigen, der Garten ruft, schreit, ich werde es überleben...
das sage ich dir einfach, mit zunehmenden Alter gerät so manches nicht mehr ganz so, wie man es gerne hätte. Die Bemühungen sind riesig gross, das Ergebnis ist beeinflusst von Rheuma und Augenleiden, und trotzdem macht es mir noch Spass...
Die Lok wird fertig, und ich glaube auch, dass sie einigermassen gut wird. Das wird sich aber zeigen, wenn das Gehäuse fertig ist. Die Lackierung wird sehr viel ausmachen, und das gelingt mir noch...
Deine Arbeit ist klasse, dein Rat ist auch gut, ich wünschte 20 Jahre jünger zu sein...
weiter vorne kam die Frage, wie die typischen Wagen aussahen, mit denen diese preußische Stromlinienlokomotive fuhr. Hier ist ein Bild:
Der typische preußische D-Zugwagen, hier die Variante mit I. und II. Klasse (mit Schwanenhalsdrehgestellen, meist waren preuß. Regeldrehgestelle montiert)
Von diesen Wagen gab es auch Varianten der III. Klasse, als Speisewagen und als Schlafwagen.
Ab 1903 wurden einzelne Wagen mit besonders schwerer Inneneinrichtung mit sechsachsigen Drehgestellen ausgeliefert.
Der Tender hat so viele bewegliche Teile – so viele Überlegungen und Mühen auch bei der Lok, darum verstehe ich nicht, weshalb die Türen nicht zum öffnen sind. Kein Platz nach innen?
Hier werde ich einen Cut machen. Zwar wird das angefangene Gehäuse weiter gebaut, aber trotzdem bin ich unzufrieden und deshalb lasse ich das Blech neu lasern. Die Zeichnungen sind ja fast fertig, die gebe ich übernächste Woche ab...
Unzufrieden weil ich nicht richtig nachgedacht habe. Es sollte schnell gehen und damit passieren die Fehler, die nicht gewollt sind. Die Geländer passen nicht mehr neben den Nietenreihen, die Fenster sind auch an falscher Position, die mittigen Schildchen sind schief, und weitere Auffälligkeiten...
Bei genauem Laserblech lasse ich die Türen auch zum Öffnen, die ausgelaserten Öffnungen nehme ich mit...
Der Ärger ist gross bei mir, aber ich tröste mich damit, dass ich fast jedes Projekt zweimal gebaut habe. Dampf ablassen tut gut mit Gartenarbeiten und meinem Job...
Ja, Georg, so ist das auch bei mir mit vielen Projekten gewesen, bei denen ich festgestellt hatte, dass bestimmte Fertigungsschritte usw. nicht gehen. Da musste, manchmal komplett neu, etwas anderes gebaut werden, weil das nur so funktionierte.
Das ist erst einmal ärgerlich, aber im Endeffekt war es sogar gut, denn man ärgert sich später nicht mehr über seine Fehler.
Und, wenn du schon alles neu lasern lässt, könntest du dir Gedanken darüber machen, ob du die Sache so gestaltest, dass man das Frontteil nach oben gehend abnehmbar macht wie beim Original. Deshalb hat das Original oben mittig auf dem Dach diesen stromlinienförmigen Verstärkungsbügel, an dem der Kranhaken eingehängt worden ist. Ich denke, es ist ein gag, wenn man beim Vorstellen des "Möbelwagens" das vordere Teil abnehmen kann, um ins Innere zu blicken.
Bei dieser Gelegenheit solltest du auch die beiden Fronttüren in der Lok-Spitze lasern lassen, die nach innen aufgehen können. Und sowieso einige Türchen mehrfach machen lassen, um auszuprobieren, wie man die in der richtigen Art nach innen aufgehend befestigt. Da muss man erst einmal etwas ausprobieren. Geht es bei ersten Mal sofort, ist es sowieso ok. Ansonsten hast du Reserven.
Klingt zwar doof, aber das Schöne ist doch, dass Du Deine Projekten fortlaufend verfeinerst und uns daran teilhaben lässt. Was ist schon ein Möbelwagen, den man als fertiges Produkt zwar bestaunt, aber gar nicht einschätzen kann, wieviel Bau-Versuche/Anläufe, Kraft und Nerven darin stecken. Bei gescheiterten Projekten (PC-Absturz kurz vor dem Abschluss), oft unter Zeitdruck, klappt es beim zweiten Anlauf wesentlich eleganter und das Resultat wird auch aufgrund der vorherigen Erfahrung wesentlich besser. Du schaffst das!
Der Schnellzugwagen mit 18,7 m Länge ist ja wenigstens kürzer als die Lok mit Tender. Bei 1:45 in Spur 0 aber auch 42 cm.
Georg, baust du die Lok nun in der maßstäblichen Länge? Die letzten kolorierten Zeichnungen wirkten kürzer als die ersten, das kann aber auch ein optischer Effekt sein.
Über den 2 Ansatz solltest du nicht zu sehr traurig sein. Es ist eben so. Nur wenn du nun laserst wäre der Ärger noch größer, wenn es dann auch nicht klappt. Abwicklungen sind nun mal so eine Sache. Die Story von den drei Häusern kennst du ja sicher. Willst du nicht einfach vorher alles aus Pappe bauen? Pappe und Heißkleber. Das geht schnell, macht nur im Eifer mitunter Brandblasen an den Fingern.
Lässt mich einfach nicht los. Ein Pappmodell ist jetzt nicht mehr nötig, weil das vorhandene Blechteil nun missbraucht wird, wäre wieder eine gute Idee gewesen...
Das Modell hatte ich bereits aus Pappe gebastelt und auch schon einen Märklin Motor eingehängt. Mit zwei Drehgestellen von Bing hatte das Teil etliche Runden auf meiner Anlage gedreht. Der Witz aber dabei ist, dass die Lok zwar einen mächtigen Ausleger vorne schafft, dadurch aber, dass die Räder etwas Spiel auf den Gleisen habe. Habe ich die Drehgestelle gezügelt, mit anderen Worten, die vordere Partie der Lok gehorcht dem Vorläufer und biegt damit in eine Kurve ein...
Ohne Vorläufer will die Lok geradeaus fahren und erst bei dem gebogenen Gleis schweift sie ab durch den gewaltigen Ausleger vorne. Das Drehgestell wird durch eine aus dem Baukasten verwendetes gebogenes Teil gehalten, es ist also genau begrenzt, was nur durch Zufall gelang...
Die Altona 561 wird eine Traumlok bleiben, solange bis sie nicht fertig ist, und wenn es mein letztes Projekt wäre. Ich habe gute Hilfen hier bekommen und dafür ein Dankeschön...
Der nächste Anlauf muss wesentlich besser werden. Hier ein Bild einer Farbstudie welches mir sehr gut gefällt. Ob es aber das richtige "Blau" ist, kann noch geklärt werden, aber so schon nicht schlecht, was die Farben angeht....